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Freitag, Juli 26, 2013

Nach dem Taifun...



Nach dem Taifun neulich, die Luft ist noch feucht, ein frisches kühles Lüftchen...

Ja... mein Heimatviertel hier. Nette Architektur. 


Einfach ein paar Schritte weiter zurück treten, dann sieht es schon besser aus ;-)


Freitag, August 03, 2012

Taifun!

Taifun hatten wir hier in Taipei in Taiwan, das gehört so zusammen wie die Schreibweisen von Taifun, Taipei und Taiwan nahelegen und sogar mein Familienname passt in diese Aufzählung einigermaßen rein,  Taiwan war wohl mein Schicksal. Mittwoch abends ging es los, die Nacht wütete der Taifun vor den Fenstern und am Donnerstag hatten wir taifunfrei auf der Insel - oder jedenfalls im betroffenen Norden.

Der Sturm entwurzelte Bäume und warf bei uns ein paar Blumenkübel um. Er brachte auch noch ein paar Menschen in Taiwan um, die draußen auf der Straße waren, muss ich leider sagen.

Bei den tosenden Naturgewalten, die diese Fotos nicht vermitteln können (ich hätte schon raus gehen müssen mit einer Unterwasserkamera und tosende Baumwipfel einfangen müssen damit man es hier sieht - aber selbst dann kann ein Foto ohne Bewegung da nicht so recht funktionieren), ist mir schon eher klar, wieso die Menschen hier sich ihre Fenster so hässlich verrammeln: So kann ein abgerissener Ast nicht gleich das Fenster zerdeppern.

Die Frage war, parken wir das Auto in der TIEFgarage oder draußen? Draußen kann es durch abgerissene Schilder etc. beschädigt werden, drinnen kann aber die tiefe Garage absaufen. Wir stellten den Wagen dann doch in die Tiefgarage und ich stellte mir den Wecker auf 2.30 Uhr, um den Wasserzustrom im Treppenhaus zu kontrollieren. In der Tat sieht man hier, wie der Innenhof zwischen den zwei zusammengebauten Mietshäusern schon voll gelaufen ist und das Wasser anfängt, die Kellertreppe (verdeckt) hinunter zu laufen.

 Mein Alptraum schien wahr zu werden: Das Wasser lief als Sturzbach hinunter ins Parkdeck! Panik!

Die Bauherren von Taipei sind Meister im Oberflächen versiegeln, daher kann das Wasser auch nirgends hin. Grünflächen hasst man hier wie die Pest. Also läuft das Wasser ins Treppenhaus die Treppe hinunter, ist ja klar.

Betonmietshausidylle in Taiwan eben. Herrlich und romantisch, so Grau in Grau mit Siff und Hühnerkäfiggittern.


Unten angekommen (je m'apelle Jacque Custeau) stellte ich um 2.30 Uhr morgens noch fest, dass die hier um 6 Uhr geöffnete Tür zum Parkdeck verschlossen und alarmgesichert war. Es gab kein Schlüsselloch und ich hatte eh keinen Schlüssel. Um den Wagen zu retten, hätte ich also im Fall der Fälle mit meiner Magnetkarte durch das Außentor gehen müssen, um den Wagen rauszufahren. Aber - die Magnetkarte für das Außentor lag im Auto. Das hätten wir mal üben sollen!

Allerdings floss das Wasser sowohl um 2.00 Uhr wie auch bei der Nachkontrolle um 6.00 Uhr durch das winzige Abflussloch vorne rechts ab. Das wäre ein Fressen für einen autohassenden Öko in Deutschland. Einfach eine alte Socke rein und das ganze Parkdeck säuft ab mit allen funkelnden Autos drin!

Kommen Sie mich nie besuchen mit alten Socken, wenn sie Mitglied bei den Grünen sind! Nur ein bisschen mehr Wasser und das Parkdeck säuft ab, denn dicht ist die Tür nicht.


So aber blieb das Ludigelmobil verschont. Und auch alle anderen Autos in der Tiefgarage. Glänzendes japanisches Blech en masse.

Das Parkdeck ist für Kleinwagen gebaut, die Autos ragen fast alle über die Buchten hinaus und man kommt kaum noch in die Parkbuchten vor lauter Blech. Aber die Taiwaner mögen es gerne groß, der Toyota Camry hier ist deutlich länger als mein Nissan X-Trail.

Draußen tobte und rappelte es, ich musste am frühen morgen ein Fliegengitter wieder festschrauben, das der Sturm hereingedrückt hatte auf dem hinteren Balkon. Ach ja, die Stehlampe wollte ich mal reparieren.

Verwirrend: Die ganze Nacht erklang die laute Fanfare über die Lautsprecher des Viertels, mit denen der Blockwart hier in der (Alte-) Soldatensiedlung sonst seine Ansprachen ankündigte. Die riss mich mindestens so oft aus dem Schlaf wie der Sturm selber oder das Klappern der Fliegengitter oder das Rappeln des Schrankes. Im Halbschlaf glaubte ich seine Altmännerstimme zu hören, wie sie auf Mandarin gegen den Sturm anredete. Hatte ich mir das nur eingebildet oder hatte er wirklich die ganze Nacht geredet, der alte Mann? Die Fanfare jedenfalls war real, die erklang sogar noch bis Mittags - ohne dazugehörige Ansprache. "Haltet durch, Kameraden, der Staudamm wird halten, Taipei ist sicher", würde er bestimmt gesagt haben, denn Taipei ist zum Fluss hin von einer Staumauer umgeben, die die Hauptstadt weitestgehend trocken hält. Im Netz gibt es einen trotteligen Blogartikel von einem Kerl, der sich über die Staumauer des alten Diktators Chiang Kai Check lustig macht und sie als unnötig hinstellt. Nur weil der Diktator einmal nasse Füße bekommen habe, habe er die Staumauer bauen lassen, sowas verrücktes!
Wieso verrückt, frage ich da. Hatte der Diktator trockene Füße, hatte auch die Bevölkerung trockene Füße. Und heute ist der Diktator weg, Taiwan ist eine parlamentarische Demokratie und wir haben immer noch meist trockene Füße - es sei denn die versiegelten Oberflächen sorgen zum Absaufen mancher Stadtteile. Ja, wenn das Chiang gewusst hätte...

LINK: Hier ist die Staumauer mehrfach zu sehen. http://bobhonest.blogspot.tw/2012/05/eingebore-erziehen-in-freier-wildbahn.html

Freitag, Mai 28, 2010

Du Onkel Langnase, warum mögen Ausländer Taiwan nicht?


Neulich war ich mit Frau und zwei Neffen wieder im amerikanischen Diner Roadies, einer Oase der Ruhe, in dem ein amerikanischer Marineveteran Burger, Lasagne, Tex-Mex-Essen und anderes mit herrlich mürrischer Miene serviert. Das Roadies ist mir lieb und teuer geworden, hier hat man Ruhe und Frieden und der mürrische, wortkarg wirkende Inhaber mit seinen kapitalen Ausmaßen ist ein erfrischendes Gegenstück zu den dürren, nervösen und ewig plappernden Einheimisches mit ihren vielen Fragen und ihrem Dauerlächeln im Gesicht. Der Inhaber und ich, wir verstehen uns ohne Worte, er kocht und mixt und ich esse und trinke. Was sollen wir da noch reden, servieren tut seine Frau meist und meine bestellt, bei solchen Proxies braucht man selber nichts mehr tun.


Wäre viel besser in Stangen und mit Docht: taiwanesische Schokolade (auch gut als Scherzartikel um Kinder zu erschrecken)***

Nun ging auch meinen Neffen auf, dass der Inhaber entsprechend griesgrämig aus der Wäsche schaut. Das veranlasste sie zum Lächeln (alles andere hätte sie aber ohnehin zum Lächeln veranlasst) und sie stellten also die Frage, warum Ausländer Taiwan nicht mögen würden. Eine gewagte Verallgemeinerung, aber nicht völlig unfundiert, schließlich guckte auch ihr Onkel Ludigel gerade mal wieder genervt aus der Wäsche, weil er sich mit Fragen über Fragen beschäftigen musste (grins).

Das ist ein Thema, da könnte ich Stunden reden, wozu ich aber in Anbetracht der soeben gelieferten Lasagne und der Stapeltortilla keine Lust hatte. Also beließ ich es dabei, Hektik, volle Straßen, hässliche Städte, idiotische Fahrweise und strengen Geruch zu erwähnen. Meine Neffen nahmen es gelassen (gut, sie grinsten wieder mal wie immer) und ich konnte mich ums Essen kümmern.

Frau und Neffen nervten dann auf der Heimfahrt mit einem Katalog, "warum wir Taiwanesen Ausländer nicht mögen", der im Wesentlichen um das Thema "Besserwisserei" kreiste, aber ich habe es im Einzelnen nicht mitbekommen, weil ich dank dem schweren Essen sanft entschlummert war im Auto. Irgendwas sagte meine Frau noch, in Deutschland seien wir so unsauber, weil wir unsere Schuhe nicht vor der Haustür lassen würden. Ich brabbelte im Schlaf irgendetwas von "bei uns ist es ja auch nicht so versifft wie bei euch", was meine Frau mit "ihr habt doch Hundekot auf der Straße" konterte. Da übermannte mich endgültig der Schlaf und ich brachte es nur noch kurz fertig ein "Na ja, nicht so schlimm, der ist wie taiwanesische Schokolade" auszustoßen, dann wurde es schwarz um mich, nur das Gekichere meiner Neffen blieb im Hintergrund zurück. Verdammt, man kann sagen was man will, diese asiatisch-gelassene Bande kriegt man nie zum Heulen...

*** Meiner unmaßgeblichen Meinung nach.

Mittwoch, August 19, 2009

Taiwans Regierung senilkonfus

Taiwan macht einen hektischen, fahrigen und disorganisierten Eindruck dieser Tage. Bis zum dritten Tage nach dem Taifun und seinen Verwüstungen wusste in Taiwan niemand, wie schlimm es wirklich war, die Regierung war scheinbar genauso überrascht vom Ausmaß der Katastrophe wie zum Beispiel meine Wenigkeit und hat sogar Auslandshilfe abgelehnt. Als Begründung kamen später merkwürdige Statements wie "die können ja nicht helfen, die Ausländer, weil sie kein Chinesisch können und sich hier nicht auskennen".
Nachdem bislang von zwei Dörfern mit hoher Todeszahl (mehrere hundert Tote) die Rede war, ist nun plötzlich im Fernsehen von einer größeren Stadt die Rede, bei der von 4000 nur noch 400 am Leben seien. Einen Überblick über das Land scheint niemand zu haben, es scheint keine systematische Erfassung der Flutgebiete per Flugzeug zu geben. Es gibt offensichtlich auch keine lokalen Katastrophenzentren, die den Status ihrer Gebiete nach Taipei weitermelden.


Taiwans Präsident Ma Ying-Jeou. Eigentlich ist er aber garnicht Taiwans Präsident, sondern Präsident der Republik China. Aber Taiwan ist eh China, sagt er. Und wie bei den Bajoranern bei Star Trek steht der Familienname zuerst. Manchmal kriegt man hier Kopfschmerzen.


Die USA haben viel wasserdichte Plane gestiftet, die Regierung lässt in der Taipei Times vermelden, man wisse nicht so genau, was man damit anfangen soll. Offensichtlich gibt es niemanden, der die naheliegende geistige Transferleistung (-Zelt-Militärlogistik) vollbringt. Andererseits sind Zelte auch nur bis zum nächsten Taifun sinnvoll, es sei denn man will Peterchens Mondfahrt spielen.
Gut, auch egal. Wer irgendwas nach Taiwan schickt, soll bitte eine Gebrauchsanweisung auf Mandarinchinesisch beilegen. Spenden? Die Geschäftstüchtigkeit der Taiwanesen ist wie die der Ferengis bei Star Trek und wenn man jeden Tag fünf Betrugsversuche per Telefon erhält (auch ohne Taifun) dann ist man vorsichtig, wem man Geld überweist.


Wenig Zeit zum Frühstück. Präsident Ma Ying-Jeou beim "Zhao fan", Frühstück (ist gelogen, hier empfängt er einen Staatsgast...***)

82% der Leute hier wollen laut einer Umfrage, dass der Präsident zurücktritt. Aber sind andere Politiker besser? Sein Vorgänger hat Teile der Staatskasse auf schweizer Privatkonten überwiesen und sitzt deswegen im Bau. Na ja, der hätte die "wasserdichte Plane" sicher schon längst nach Vietnam vertickt und die würden dort Regenmäntel draus bauen und für 100 NT das Stück reimportieren. Wäre wenigstens was.

Taiwans Präsident Ma hat sich im Fernsehen entschuldigend verneigt und erklärte, er würde so hart arbeiten, er habe gestern nicht mal Zeit fürs Frühstück gehabt! Wer weiß, wie wichtig hier das Essen genommen wird, dem erstarren da vor Ehrfurcht die Tränen der Rührung! (LINK <<--links klicken)

"Ups": El Präsidente Ma hat auch vergessen, den nationalen Notstand auszurufen: http://www.taipeitimes.com/News/taiwan/archives/2009/08/19/2003451490 <<--links klicken Vergessen, oder wollte nicht, konnte nicht, war gerade beim Frühstück, wusste nicht, dass es sowas gibt....

Herrliche Polemik
: Die Opposition unsterstellt dem chinafreundlichen Präsidenten, er habe auf Anweisungen aus China gewartet, bevor er sich zu handeln getraut hätte: http://www.taipeitimes.com/News/taiwan/archives/2009/08/19/2003451485 <<--links klicken. Man soll aber auch nicht alles glauben, was die ultrakorrupte Opposition von sich gibt.

Volksmeinung:
Keine Ahnung wie die lautet, da müsste ich ja jeden fragen. Jedenfalls sagt meine Frau, viele würden hier sagen, "Es ist besser, einen gierigen Präsidenten als einen dummen zu haben", was sagen will, dass Präsident Ma dumm sei und der vorherige Präsident zwar eine diebische Mistratte war (das ist sozusagen amtlich wegen Teilgeständnis), aber wenigstens ein Gehirn vorzuweisen hatte.



*** eigentlich hat Taiwan aber garkeine Staatsgäste, sondern die Republik China hat welche. Taiwan ist ja nur der Name vom Fels darunter. Und ganz eigentlich gibt es auch kaum Staatsgäste, weil kaum ein Land die Inselrepublik anerkennt. Eigentlich ist es aber auch garkeine Inselrepublik, weil sie laut Verfassung ganz China beinhaltet... Nehme jetzt erstmal eine Aspirin.

Dienstag, August 18, 2009

Dogs die in Typhoon as well

I am simply reposting this. After the Taifun, dogs in shelters are unattended all over the island, lacking food and water. Of course stray dogs are drowning or are cut off from their usual food supplies.

THOUSANDS OF DOGS IN SHELTERS AFFECTED BY TYPHOON MORAKOT IN SOUTHERN TAIWAN
Platform created by ARTT to help dogs victimized by devastating floods and winds
by Central News Agency 2009/08/10 20:55:24

Kaohsiung, Aug. 10 (CNA) The Animal Rescue Team Taiwan (ARTT), a non-profit civilian animal rescue group, appealed to the public Monday for relief supplies to save dogs kept in shelters that survived the flooding triggered by Typhoon Morakot.

The group has created a new Chinese-language Web page at www.savedogs.org to provide updated information on typhoon-affected privately-run shelters in Kaohsiung and Pingtung counties, volunteers from ARTT told the Central News Agency.

At present, the group has received reports that at least 10 shelters were damaged, leaving over 1,000 dogs trapped by floods and more than 100 dogs drowned or missing.

"The survivors are mostly suffering from low temperatures after being rescued from the floods," ARTT said.

ARTT said other volunteers have visited the flooded shelters and taken pictures to document how they have been affected by Morakot's strong winds and heavy rains that pummeled southern Taiwan over the weekend.

They hope that through the Web page, animal lovers will know how badly the dogs and their caregivers need help, and what they need to survive.

The shelters' primary needs at present are medical supplies, old sheets, drinking water, dog food and financial support, as well as volunteers who can help shelter keepers rebuild the dogs' homes.

ARTT volunteers said humans have not been the only victims of the disaster. Stray dog shelters have been devastated and suffered great losses but the media and rescue personnel have ignored the dogs' plight.

Animal Rescue Team TAIWAN warned that more dogs will die if the shelters do not quickly receive relief supplies and help to restore and disinfect the shelters.

For more information, visit Animal Rescue Team TAIWAN's website - www.saveDOGS.org.

Note: the comparably small dog rescue organization which originated from this blog is http://stray-dogs.org

Montag, August 17, 2009

Geisterhäuser (UPDATE, Häuser 37 Jahre verschüttet, Link unten)

Update unten!

Wie hier (Link <<--links klicken) gemeldet, hat sich ein grünes Marschtal durch den Taifun Marakot in Taiwan in einen reißenden Fluß verwandelt und ein mehrstöckiges Hotel umgerissen, das wie ein Bauklotz umfiel, Gott sei Dank geräumtermaßen.
Nun hat man bei den Aufräumarbeiten, so wird jedenfalls auf taiwanesischen Webseiten gemeldet, unter dem Fundament des Hauses im Erdboden zwölf verschüttete alte Häuser gefunden, mitsamt skelettierten Leichen im Inneren. (Update: ein Teil der Häuser kann auf diesem Foto --LINK-- gesehen werden, die eckigen Tore unten links in der ersten Reihe!) Nachforschungen sollen ergeben haben, dass die Häuser vor 37 Jahren bei einer ähnlichen Katastrophe von einer Schlammlawine verschüttet worden sind, ganz so wie diesmal (Link <<--links klicken) auch ein ganzes Dorf verschüttet wurde. Die Erinnerung an die 12 Häuser und die Opfer hatte sich im Nebel der Zeit verloren.

Ein aus dem diesmal verschütteten Dorf geretteter Mann hat berichtet, er sei mit Frau und Söhnen in seinem Haus gewesen und binnen Sekunden sei alles voller schwarzem Schlammwasser gewesen, das mit Gewalt in die Lungen durch Mund und Nase gedrängt habe. Seine Frau habe noch gesagt, "Oh Gott ich ertrinke" und er habe sie schnell aufgefordert den Mund fest zu verschließen, aber sie habe so schnell nicht hören können und ist gestorben. Er selber habe den Mund zugemacht, trotzdem aber ständig Schlammwasser im Körper gehabt. Er sagte, er habe ständig erbrechen müssen und sich gleichzeitig mit äußerster Kraft durch die Schlammflut nach draußen kämpfen müssen. Blanker Horror.

PHOTOS aus der Gegend im Süden Taiwans: http://www.zeit.de/online/2009/33/bg-taifun-morakot?2 <<--links klicken Update: Es wird diskutiert, ob Tunnel, die teilweise mit Sprengstoffen in die Bergwände über den beiden überfluteten Dörfern getrieben worden sind, die Ursache dafür sind, dass die riesigen Schlammfluten entstanden sind. Die Tunnel sollten sinnigerweise Wasser zwischen zwei Reservoirs transportieren.

http://www.etaiwannews.com/etn/news_content.php?id=1033755&lang=eng_news&cate_img=logo_taiwan&cate_rss=TAIWAN_eng
<<--links klicken Eine andere Theorie besagt, dass Bambusanpflanzungen, die wegen der windschützenden Eigenschaften des Bambus angelegt worden sind dafür verantwortlich sind, weil Bambuspflanzen sehr leichtes Wurzelwerk haben. Möglicherweise hat also der Mensch hier gesprengt und gelockert und die Katastrophe damit begünstigt.

Update:

Gestern wurden die "Geisterhäuser" im Fernsehen gezeigt. Der reißende Fluß, der jetzt mitten durch das Tal geht, hat quasi einen Querschnitt in der Landschaft erzeugt. Dadurch sah man deutlich, wie über der Erde einige schäbige Wellblechhäuser einfach auf das Dach darunterliegender Häuser gebaut wurden. Es waren perfekt erhaltene einfache Quaderhäuser, im Prinzip wie eine breite Garage, eine ganze Zeile davon. Akkurat hatten sie die Rolltore geschlossen. Sogar sauber waren die Rolltore, alle mit dunkelroter Rostschutzfarbe gestrichen und perfekt konserviert. Auf grauem Beton sieht man deutlich rote chinesische Schriftzeichen, wie man sie früher hatte, als es noch nicht so viele Leuchtreklame gab. Leider konnte ich nicht lesen, welche Waren hier feilgeboten wurden.

Was erwartet einen hinter den Toren? Leichen, sagt das Fernsehen. So wie ich die Hauseingänge in Taiwan kenne, wird dahinter wohl ein altes Moped stehen und die Familie lebt in dem Laden/Garagengeschäft dahinter und normalerweise darüber (gab es einmal einen zweiten Stock oder waren die Häuser vor 37 Jahren einstöckig?).
Ich kann mir richtig vorstellen, wie die Mutter die Kinder hereinruft. "Kommt schnell, wir machen die Tore zu". "Das wird halten", sagt Vater und klopft mit den Fingerknöcheln liebevoll an das neue Tor. Die neuen Tore halten ewig, sagt er. Dann versammelt sich die Familie im Innern und freut sich über den "Taifunfrei-Tag" im hektischen und urlaubslosen Leben Taiwans. Man sitzt bei einer Mahlzeit beisammen, draußen hört man den Sturm, der Bäume und Schilder umreißt. Doch die neuen Tore klappern nur, so wie auch bei uns zu Hause die Metallfensterläden im Wind klappern. Dann fällt der Strom aus und man hört ein lauter werdendes Rauschen...
Hoffen wir, dass sich von unserer fiktiven kleinen Familie niemand in eine sichere Unterkunft im(!) Haus retten konnte vor der Flut. Wer Katastropenfilme gesehen hat, will sich jetzt vielleicht in die Gefriertruhe retten. Doch der schnelle Tod durch Ertrinken wäre besser, denn geschlagene 37 Jahre hat sich niemand gekümmert, man hat einfach die nächsten Häuser drauf gesetzt.
Niemand hat die Leichen geborgen oder gar versucht, Verschüttete zu retten.
Auch das andere Dorf, das jetzt im Jahre 2009 verschüttet wurde, ist nach nunmehr 11 Tagen seit der Schlammflut unter einen glatten Sandschicht begraben. Niemand denkt an Ausgraben....
[Update: am 12. Tag nach dem Taifun meldet die Taipei Times, man wolle die Leichen ausgraben]

Der Präsident übernimmt die volle Verantwortung, sagte er gestern im Fernsehen. "Was heißt das", fragte der amerikanische Journalist. "Ich werde die Schuldigen bestrafen", tönte er da. Oh du verfluchter "Hardvard-geschulter" smarter Karrierepolitiker, wie wäre es da alternativ, mit einem Klappspaten mit dem Ausgraben anzufangen...



Erdbeben, Taifun...

Retter in Lebensgefahr

Gerade wollte ich über den Typhoon Morakot schreiben, der Südtaiwan verwüstet hat, da wackelt auch noch die Firma. "Taiwan wackelt" nenne ich das süffisant normalerweise, hoffe aber, dass der Süden nicht auch noch durch Erdbeben heimgesucht wird, denn anhaltender Regen droht instabile Talflanken erneut in sich zusammenfallen zu lassen, da braucht es nicht auch noch dies Gewackele. Traurig war es im Fernsehen zuzusehen, wie ein freiwilliger Helfer (von einer uniformierten Hilfsorganisation hier aus Taiwan) mit einem motorbetriebenen Schlauchboot über einen reißenden Fluß fahren wollte, kenterte und dann mitgerissen wurde. Die Kamera folgte ihm lange, anfangs Kopf über Wasser und dann leider nur noch daliegend, ich vermute die Strömung hat ihn gegen Felsen geworfen. Viele kommen dieser Tage zu Tode, weil sie andere Retten wollen.

Zwei Dörfer weggespült

Das Fernsehen brachte noch Bilder eines idyllischen Dorfes im Süden Taiwans, der so viel grüner und sauberer ist als der Norden wo ich hier lebe. Exotische Früchte wachsen in Plantagen, Menschen planschen zwischen Felsen in einem See mitten im Tal, das mit dichter subtropischer Vegetation bewachsen ist. Nette Steinhäuser im Dorf, alles adrett und der Mensch scheint hier einigermaßen in Harmonie mit der wild wuchernden Vegetation drum herum zu leben.

Heute stehen nur noch zwei bis drei Gebäude am Rand von den fast zweihundert Häusern. Eine Schlammlawine hat alles binnen Sekunden zerstört, nur noch eine waagerechte, völlig ebene braune Sandfläche ist jetzt im Tal, fast wie ein planierter Parkplatz sieht es aus, alle Häuse sind weg oder unter Schlamm begraben.
Eine Frau weint, erklärt sie habe gerade noch flüchten können, ihr Mann und ihre drei Söhne hinter ihr. Nur "zwei Sekunden" Unterschied, doch jetzt sind Mann und Söhne tot. Sie reiht sich ein in die anderen Überlebenden, die nach buddistischer Art Räucherstäbchen vor übrig gebliebenen Götterstatuen abbrennen und sich verneigen.

Manchmal sieht man Leute, die vor ankommenden Bussen in Freudentaumel ausbrechen, wenn sie ihre evakuierten Freunde oder Verwandten ankommen sehen.

Männer tragen ihre Eltern über Stromschnellen und schlammige Pfade, die Bagger notdürftig in Bergwände graben, da wo ursprünglich die Straße war, wie man an noch vorhandenen gelben Randsteinen sieht. Hubschrauber bringen Nahrungsmittel, einer stürzt im schlechten Wetter in den Tälern ab.

Präsident lehnte Auslandshilfe ab

Präsient Ma ist in der Kritik, weil Taiwan anfänglich ausländische Hilfe abgelehnt hat und angeblich das Militär erst am dritten Tag eingesetzt wurde. Der Präsident habe eine Invasion Chinas gefürchtet, heißt es und daher das Militär unter Waffen gelassen. Eine bizarre Meldung, wo doch dieser Präsident extrem pro-Chinesisch ist und mit China gerade "Wiedervereinigungsgespräche" führt oder eben die Übergabe der Insel an das autoritäre Reich auf dem Festland verhandelt.
Der Präsident stellt sich Fragen von Überlebenden im Süden, mir fällt sofort auf, dass er eine Kappe mit dem Schriftzug TAIWAN trägt. Sehr ungewöhnlich ist das für Präsident Ma, nimmt er doch das Wort Taiwan sonst fast nie in den Mund. Ma ist in China geboren und lebt im ethnisch-chinesisch-dominierten Taipei im Norden, dort fühlen sich viele ebenso sehr als Chinesen wie als Taiwanesen. "Sagt nicht Taiwan, nennt das Land China", hat Ma sinngemäß bei seinem Amtsantritt 2008 gesagt und sofort die Kritik der Opposition geerntet. "Wie sollen wir Leuten denn sagen, sie sollen Taiwan besuchen", fragte die Opposition. "Sollen wir besuchen Sie China" sagen?"
Das Wort Taiwan erwähnt Ma meist nur, wenn er die Insel als Provinz bezeichnet und auch das Wort "China" dabei im Munde führt. "Der kümmert sich nur um sein chinesisches Taipei" wird ihm jetzt von Menschen im Süden vorgeworfen, nachdem die Rettungsaktionen scheinbar schleppend anlaufen. Klar, dass seine PR-Berater im da rieten, beim Besuch im Süden, wo die Menschen sich Taiwanesen nennen, eine Kappe mit "Taiwan" drauf zu tragen.

Ob er an irgendetwas Schuld hat oder nicht, weiß ich nicht, alle haben diesen Taifun unterschätzt, denn sonst fordert ein Taifun hier 1-2 Tote, doch diesmal hat es zwei Dörfer weggespült, da wird nach Schuldigen gesucht.
Taifune werden mehr und heftiger, sagen Meteorolgen schon länger, jetzt liest man es auch in Taiwan.

Link: Die pro-oppositionelle Taipei Times beschuldigt Präsident Ma (LINK <------- links klicken)


--------------------Blogtip: (Noch)Ein Kambodschablog auf Deutsch: LINK -----------------
Das kein Mißverständnis Schnellsurfer trudeln lässt, meins hier handelt von TaiWAN, Formosa.

Sonntag, August 09, 2009

Taifun reißt Hotel in den Fluß

Gerade fast vom Sofa gefallen. Der gerade über Taiwan hinweg gegangene Taifun hat ein großes Hotel, das an einem Fluß stand, in die Tiefe gerissen. Gerade flimmern die dramatischen Bilder über den TV-Schirm (LINK<--------, Foto vom Hotel im Wasser). Auch sonst gibt es Überflutungen (deshalb fahre ich hier SUV), ganze Landstriche sind unter Wasser.

Journalisten wollten nur die Uferschäden filmen, da kippte plötzlich das ganze etwa zehnstöckige Hotel, das direkt am Ufer stand, in Zeitlupe in den Fluß. Wegen der idiotischen Berichterstattung ist noch nicht klar, ob Menschen drin waren. Die reden immer nur wieder "guckt mal, es fällt um" anstatt Info zu geben. Aber vielleicht weiß das ja auch noch keiner.

Bei Ludigel regnet es nur, Taifun ist schon weg, nichts ist überschwemmt. Überschwemmung hatten wir immer nur in der Nähe, noch nie bei uns, insofern war das mit unserem SUV wie mit dem Regenschirm, wenn man einen hat, braucht man ihn nicht...

Bild von (anderen) Verwüstungen: Taipeitimes.com (<-------) auf LINK links klicken!!!

Fotosammlung von Zerstörungen (LINK <-----------)

KORREKTUR: Das Hotel stand an einer Marschwiese in zweiter Reihe. Die Wiese verwandelte sich dann in einen reißenden Strom, der erst die erste Reihe und dann das Fundament des Hotels wegriss, so dass es schließlich wie ein Bauklotz umkippte. Es war schon geräumt zu dem Zeitpunkt.