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Montag, Oktober 28, 2013

United Airlines zum Erstatten "gezwungen" (Update)

Halbwegs befriedigender Abschluss der Internet-Abzocke der US-Airline "United Airlines" (UA). Ein schaler Nachgeschmack bleibt.

Wenn man bei einer bekannten Fluglinie oder dergleichen irgend etwas online kauft, erwartet man natürlich, eine faire, gutartige (maximal wegen Bug oder Browserproblem disfunktionale) Webseite zu haben, die also versuchen wird, eine Transaktion zur Zufriedenheit des Kunden wie auch des Anbieters zu ermöglichen. Nepper-Schlepper-Alarm hat man dabei nicht im Kopf, man vertraut dem großen Unternehmen. So würde man es auch bei United Airlines, einer großen US-Fluglinie machen, denke ich mir. Hält man ja für ein seriöses Unternehmen.

Groß daher die Verblüffung, als die UA-Webseite parallel zu Taiwandollar auch mit US-Dollar kam, alles auf Chinesisch (in der trad. Variante) und beides durchgemixt. So waren dann (Summen ungefähr) 16.000 "Dollar" plus 1000 "Dollar" am Ende nicht 17.000 "Dollar", sondern etwa 46.000 Taiwandollar, weil die 1000er-Summe US-Dollar war. Unsere Beschwerden beim Support von UA liefen ins Leere, grenzwertig freundlich und zum Schluss ganz und gar ohne Antwort handelte der Support den Fall ab. Kein Zweifel, die wollten die 1000 US-Dollar behalten, die ihre Webseite "abgeledert" hatte.

Letzer Bericht: http://osttellerrand.blogspot.tw/2013/09/united-airlines-internetabzocke.html

Die Lösung brachte nun die Beschwerde auf einer Konsumenten-Beschwerdeseite des US-Verkehrsministeriums. Ich schilderte den Fall dort, erhielt umgehend eine reale Email (keine automatisch generierte) von einem Sachbearbeiter, der Fall klinge wie ein Rechtsbruch und man sei an der Sache dran und werde eine Stellungnahme von UA dazu als ersten Schritt verlangen. Solche Vorfälle könnten durchaus Sanktionen gegen eine Airline bedeuten, hieß es in einem allerdings standardmäßige wirkenden Satz der Email, der Rechtsfolgen etc. erläuterte.

Etwa eine Woche später reagierte UA und stellte Rückzahlung der 1000 USD in Aussicht, was sie jetzt auch getan haben. Wir haben jedoch durch Kreditkartengebühren einen Verlust von unter 50 USD erlitten und haben ein paar Stunden Arbeit und etwas Nerven investieren müssen.

UA hat sicher höhere Kosten durch den Ablederversuch an unsere Adresse - bei einer großen Zahl von Taiwanern, so liest man immer wieder in taiwanischen Foren, hatten sie allerdings damit Erfolg.

UPDATE: UA fährt mit der Praxis des Währungsmixes auf seiner Webseite fort. Bucht man von Taiwan aus ein Ticket, hat man schnell die trad. chin. Schriftzeichen, Preise in NT (TWD genannt) und am Schluss poppen Zubuchungsvorschläge in "$" hoch. Da $ in Taiwan auch für NT steht, ist das sehr verwirrend und auch Zukünftig werden Taiwaner in die Währungsfalle bei UA tappen.

Montag, Februar 06, 2012

Mach's gut, BTJUNKIE, ab nach Walhalla (Update)

Bittorent ist ein bei den sog. Contentbesitzern, also den Medienkonzernen ein verhasstes Medium. In Windeseile könnte man sich per Bittorrent alle möglichen Dinge gratis auf den PC holen, hier ist der Kommunismus mit der Vergesellschaftung des Eigentums voll ausgebrochen, oder eben auch der Replikator, der bei Star Trek im Fernsehen Musikinstrumente und Essen und Trinken repliziert, in der digitalen Welt aber immerhin hoch Bits und Bytes. Über einschlägige Bittorrentwebseiten gibt es den Spiegel elektronisch und werbefrei, gibt es Software, TV-Serien aus den USA und Spielfilme, manches sogar bevor es im TV oder im Kino lief. Wenn ich das hier alles weiß, heißt das nicht, dass ich hier aus dem Nähkästchen plaudere und zugebe in Taiwan heimlich die Schwarzwaldklinik heruntergeladen zu haben, sondern jeder kann ja Bittorrentwebseiten aufrufen und dort mal gucken was es gäbe, wenn man denn ein das Urheberrecht verleugnender Haderlump wäre. So als wäre nebenan ein Schlaraffenland, aber man selbst sitzt bei McDonalds, muss für meist schlechteres und weniger bezahlen, sieht aber, wie durch die Scheibe den Menschen gratis gebratene Tauben in den Mund fliegen. Aber man greift nicht zu sondern bezahlt, schließlich ist auch dem Expat in Asien die Gema und das Urheberrecht wichtig.

So...... es gibt aber auch legales. bei BTJUNKIE (http://btjunkie.org/goodbye.html) habe ich erst neulich nach den Star Trek Fanproduktionen gefischt, die es einigermaßen legal gibt, denn sie werden kostenlos angeboten zum Gratisdownload und Paramount als Rechteinhaber der Star Trek-Seite akzeptiert das, schließlich sind es ja Laienproduktionen und nichts von Paramount/CBS selbst.

Und jetzt? Die Contentinhaber, die schon manche alleinerziehende Mutter auf hunderttausende Dollar verklagt haben, weil der Junior ein paar Popsongs heruntergeladen hat, oder neulich eine Oma, die angeblich Punkrock illegal gehört hat (die hatte nichtmal einen Router oder Computer) erfolgreich verklagt haben, haben die Webseite offensichtlich unter Drohungen aus dem Web gefegt. Gut, es gibt noch andere.

Die Contentmaf.... inhaber setzten dabei Spionagefirmen ein, die Bittorrentverkehr, Emule und anderes abhören und dann die Leute verklagen. In meinem ehemaligen Techblog habe ich mal beschrieben, wie man den Bittorrentverkehr abhörfrei machen könnte, die Seite aber mittlerweile abgeschaltet, denn es war nur als Gedankenspiel gedacht, vom Standpunkt des Informatikers, wie Anonymität im Internet auch beim Download herstellbar wäre, denn Privatsphäre ist doch ein hohes Gut. Oder sollte es sein. Denn wer weiß schon, ob so eine Spionagefirma mich nicht beim legalen Download beobachtet und dann trotzdem verklagen lässt. Gerade wo Beweise gegen Filesharer scheinbar nicht mehr gebraucht werden heutzutage.

Aber auch mein Techblog habe ich aus Sorge vor Klagen der Contentinhaber längst abgeschaltet. Und jetzt ist auch noch BTJUNKIE weg. Na, da kaufe ich zur Belohnung gleich ein paar DVDs, damit die so richtig Geld verdienen ;-)

UPDATE: Ausschnitt aus dem Programm von BTJUNKIE (Tipps aus der Leserschaft)

HEISSE HÖSCHEN IM FÜHRERBUNKER  Die letzten Tage von Primero Lider El Adolfo. Paraguay 1992. In Deutschland verboten.
NAUGHTY NURSES pt. 1-117  Ab Teil 96 ist irgendwie die dramaturgische Tiefe verloren gegangen, sagen manche Blogleser
JAPANESE PERVERSIONS pt. 345: Mit iGitt auf iGallop, mit der berühmten Darstellerin Akuwa Hiotokawatsenomatakanawama (45), wieder mal im Schulmädchenkostüm, ihr Partner Hattu EinuDicku steht mit elektronischen Bauteilen bereit
JAPAN EXZESS 764: Haiwatnedummukuhu Aigezzagehtalosawiegeschmiertu wird von ihrem Partner Kaumu Dicku mit einer Stehlampe und einem eletrischen Taschenwecker bearbeitet. Nur für starke Nerven.
SCHOPENHAUER UND DIE WILDEN JAHRE DER PHILOSOPHIE 385 S., mit ganzseitigen Abbildungen. Wippenscheuer und Kittsch, eBook
TSCHECHIEN COLLECTION: Die hauen sich immer. In allen 30 Filmen. Irgendjemand sollte da mal einen Therapeuten vorbeischicken.
TAIWANESE WET DREAMS 3 Stunden slow-Motion-Aufnahmen von Motherboards. Höhepunkt ist ein Closeup auf einen SUPER-IO. Und wenn die USB-Schnittstelle auseinandergenommen wird spielt romantische Musik im Hintergrund. Nur für taiwanische Herren geeignet, die unter 32 sind (ab 32 heiraten sie dann plötzlich)

BTJUNKIE; Rest in Peace.

Donnerstag, Juli 08, 2010

STERN jetzt als pPaper !!!

 Junge Taiwanesin mit konventionellem "pPaper", der Trend hin zum Holz ist unverkennbar

Als Expat war das Lesen des STERN über die Seite Newsstand.com immer eine schöne Sache, PDF-artig konnte man sich auch zahlreiche andere deutsche Publikationen auf den Rechner herunterladen, auch wenn das ganze verschlüsselt war und daher nicht auf einen anderen Rechner übertragen werden konnte. Die STERN-Pressemitteilung aus dem Jahre 2004 gibt es noch (http://www.stern.de/presse/stern/29032004-stern-ab-7-april-2004-weltweit-als-e-paper-ausgabe-verfuegbar-522085.html) und korrekt wird darauf hin gewiesen, dass "die Mobilität der Menschen ständig [zunimmt] und damit [...]der Anspruch an schnellem Informationstransfer [wächst]", so der damalige Verlagsleiter. Gut, vielleicht hat die Mobilität dann wieder abgenommen und wir lesen alle nur noch Papierpublikationen unter Omas Stehlampe im Jahre 2010. Und das, wo ich schon lange vor dem iPad von Apple mit einem Tablett-PC (von AMTEK) den Stern als e-Paper gelesen habe. Mit dem iPad von Apple will man auch eBooks und ePaper propagandieren. Schauen wir also mal, wie wir die ganzen Papierhefte jetzt eingescannt kriegen, um sie dann im eReader oder iPad zu lesen ;-)

Newsstand.com hat garnichts deutsches mehr, fast nur noch USA-TODAY Sondernummern als Magazin (neben einigen anderen amerikanischen Magazinen), nur leider ist dies US-Zeug immer so dünn und drin steht wenig; mit dem Lesen hat es die breite Masse da hinten halt nicht so. Außerdem interessieren mich Ophras Kommentare über Obama und derlei Zeug relativ wenig. Na ja, den SPIEGEL gibt es immer noch als ePaper und man kann alte Artikel sogar gratis Online lesen. Na denn...

Freitag, Juni 11, 2010

Super! Jetzt soll es Sendezeiten bei Webseiten geben.


Wer ist hier alles geistig stabil genug für ein zynisches Expatblog?

Deutsche werden immer merkwürdiger. Späte Sendezeiten für "jugendgefährdende" Webseiten? Alterskennzeichnung? Das wird immer eigenartiger. Insbesondere weil keine Zeitzone angegeben wurde. Wenn dieses Blog also ab 22:00 Uhr Taiwanzeit "sendet", dann ist doch alles wunderbar in Deutschland, oder?

Und klar, dass jeder dann seine Blogs erst ab 18 freigibt, sonst könnte ja eine linksökologische Jugendschützerin mit Emazipationshingergrund etwa einen Latexrock aus Taiwan als jugendgefährdend einstufen. Wird es bald also ein FSK:18-Tag geben? Wie genau das gehen soll, weiß auch niemand.

Und wie will die Bundesregierung das Ausland zwingen sich daran zu beteiligen? Auch wenn in Deutschland tagsüber nur noch Teletubbies gesendet werden dürfen, gibt es jedwede Gewalt und zwielichtige Inhalte inklusive "wie man nackt eine Bombe bastelt und dabei Drogen nimmt" natürlich rund um die Uhr aus der ganzen Welt.

Solange man eine .de-Domain wie ich betreibt, gelten die merkwürdigen deutschen Regelungen inklusive Impressum vermutlich auch für Seiten von Auslandsdeutschen. Man kann allerdings dann auf den Gedanken kommen, die .de-Domain gegen eine .com oder anderes einzutauschen.

Na ja gut, "sende"ich halt nur noch zwischen 22.00 Uhr und 5.00 Uhr morgens, irgendwo auf der Welt ist es ja immer zwischen zehn und fünf; die Zeitzone haben unsere Internetexperten-Politiker ja vergessen anzugeben.

Quelle: http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,699833,00.html

Freitag, Mai 14, 2010

Blog.de blockiert Taiwan? (Update 2)

Update 2: Blog.de hat in einer Email zu einer Blogbetreiberin bei Blog.de bestätigt, bestimmte Länder auszuschließen. Offenkundig ist Taiwan dabei.

Update:
Ursprünglich wollte ich http://gefangene.blog.de besuchen, ein Blog, das über die Situation von deutschen Strafgefangenen in Taiwan Auskunft gibt. Mein Besuch bei einem Gefangenen ist HIER im Blog nachzulesen.

Neben mir kann noch ein zweiter Deutscher Blog.de seit einigen Wochen nicht mehr erreichen. Wohlgemerkt hat das mit Blogger.com oder Blogger.de nichts zu tun, mein Blog funktioniert wunderbar auch von Taiwan aus.

PINGS kommen an, nur HTTP-Anfragen kommen nicht durch, man rennt in einen Timeout. Blockiert der Admin taiwanesische IP-Adressen pauschal? Ich habe das schon bei mehreren Foren (die nichts mit Blog.de zu tun hatten) gehabt, einmal sogar den Admin kontaktiert, der mir aber erklärt hat, man wolle keine Webbesucher aus Taiwan haben wegen Spam. Nun hat Taiwan nur etwa die selbe Spamhäufigkeit wie Deutschland, aber ich denke mal Taiwan wird da mit China über einen Löffel barbiert.

Es wäre schön, wenn die Deutschen in Taiwan wieder Zugriff auf Blog.de hätten. Eine Pauschalaussperrung von Taiwan, immerhin ein demokratischer, pluralistischer Staat, ist etwas unschön - sofern sie wirklich stattfindet.

Woran das Problem genau liegt weiß ich allerdings nicht, daher will ich Blog.de nicht pauschal beschuldigen.

Mittwoch, Dezember 30, 2009

The digital gap

There is a big gap between the analog and the digital world. Imagine I would want to buy a copy of the DER SPIEGEL magazine in the outskirts of Taipei in Taiwan, where I work. It would be a long trip, 20 minutes or so into the city center, breathing in polluted air, being pushed around on busy sidewalks, if they even exist, and almost getting killed three times by maniac truck drivers and the gang of the Toyotaisti, average small men behind the wheels of big Japanese cars, out for a kill.

Or I could just type in the name DER SPIEGEL into a search engine and then have the magazine in perfect quality without advertisement on my hard drive within minutes. Comments in the file search engine make clear it is perfect and without ads, not that I ever would want to download it illegally, no.***

And there are no means to obtain a legal digital copy of that magazine to my knowledge, only other magazine like STERN are supported by an online download scheme, I have yet to find a legal way of downloading DER SPIEGEL.

The analog world clings to old-fashioned ways of distributing content, which rather fit into the 19th century, while the digital world has everything, everywhere. No wonder so many people get in conflict with the law. It is like there are shelves of free goods (computers, food, DVDs) everywhere in the street but it's actually illegal to take and you are supposed to buy them from a shopping mall which is 10 miles away.

Nonsense.

*** I did not download it, yet I was interested to see how available it is. Compare that to the hassle of getting it legally!

Montag, April 27, 2009

Surfverhalten in Deutschland muss sich ändern

Siehe auch meinen vorherigen Artikel (hier). Wie auch heise.de bestätigt (LINK) können die deutschen Pläne, eine Internetsperre für bestimmte Adressen (kinderpornographische) schnell eine Strafverfolgung inklusive Hausdurchsuchung nach sich ziehen, da das erscheinende Sperrschild gleichzeitig zu einer Übermittlung der (den Internetnutzer identifizierenden) IP-Adresse an Strafverfolgungsbehörden führen soll.
Nun denkt sich ein Leser, "Na, ja, die Dreckschweine, die sowas angucken, sollen ruhig überführt werden!" und recht hat er. Jedoch werden auch massenhaft Unschuldige verfolgt werden, siehe auch den Heise Artikel oben der das typische "Surfen", also das anklicken von unbekannten Webadressen, als Gefahr angibt.
Man stelle sich nur mal vor, ein Witzbold aus einem exotischen Land würde sie bei Google mit schön harmlosen Keywords (Tags) auf "seine" Internetseite locken. Aber seine Seite ist dann garkein Internetangebot, sondern einfach eine Weiterleitung auf ein kinderpornographisches Angebot? Schon gerät der harmlose Internetsurfer, der vielleicht nur ein vermeintliches Blog angeklickt hat, in die Liste verdächtiger Kinderpornokonsumenten. Wegklicken reicht nicht, die IP ist dann bereits übermittelt, wenn das Stopschild erscheint. Ein Witzbold aus dem Ausland kann dann Massen von Haudurchsuchungen in Deutschland auslösen, die den Betroffenen Ruf, Arbeitsplatz und vielleicht Ehe kosten, auch wenn anschließend das Strafverfahren eingestellt und die Seite irgendwann vom Netz genommen wird.

Sind Sie über Google hier gelandet oder haben sich an meine URL globalforeigner.com oder blog.teichert-online.de gewöhnt? Was, wenn Google sie in einem Jahr in so eine Falle locken würde oder meine Domain irgendwann abläuft und sie dann ein Witzbold wie oben genannt in die Falle lockt?

Deutsche Surfer dürfen, sowie das Gesetz in Kraft tritt, nur noch bekannte Internetadressen anwählen oder sollten ein Anonymisierungstool verwenden. Einfach so "surfen" ist dann passe, denn man weiß nie, wo man da landet und das BKA protokolliert mit.

Dienstag, April 21, 2009

Sinnlose Hexenjagd: Internetsperren in Deutschland

UPDATE (21. April 2009), auch der schleswig-holsteinische Datenschutzbeauftragte Weichert äußert sich sinngemäß: LINK
Er befürchtet, dass "Zigtausende von absolut unschuldigen Menschen zu Verdächtigen" würden.
Siehe dazu auch meine Ausführungen unten.

Bei allem Verständnis, Konsumenten von Kinderpornographie ihrer wohlverdienten Strafe zuführen zu wollen und so einer Industrie das Wasser abzugraben, die Kinder entführt und missbraucht, ist es immer erforderlich, Strafverfolgungsmaßnahmen so durchzuführen, dass sie Schuldige überführen und keine Unschuldigen treffen.
Leider hatten wir in der Vergangenheit immer wieder das Muster, dass die Polizei pornographische Webseiten übernimmt, bei denen Werbebanner (!) für kinderpornographische Seiten vorkommen. Surfer, die wohl erlaubte Sexseiten aufsuchen und einmal falsch klicken (oder gar nur ein Werbebanner angezeigt bekommen), werden dann vom Logfile des Servers erfasst und ihre IP-Adresse wird gespeichert. Diese wird dann mit Hilfe des Internetproviders der Adresse zugeordnet und dann gibt es eine Hausdurchsuchung, auch der Arbeitsplatz wird durchsucht.

Dabei trifft es völlig Unschuldige, die manchmal nur für eine Sekunde auf der falschen Seite waren und gleich wieder weggeklickt haben. Wenn gar nur ein Werbebanner zu sehen war, ist dies keinesfalls strafrechtlich relevant. Aber dann kommt die Polizei zum Arbeitsplatz, sagt dem Chef "guten Tag, ihr Herr Meier steht im Verdacht, Kinderpornograph" zu sein, er wird gefeuert, Nachbarn reden, der Ruf ist ruiniert, unter Trara werden Urlaubsfilme und die Lindenstraßensammlung auf Video aus dem Haus getragen und die Presse feiert die Beschlagnahme von "tausenden von Datenträgern, Videokassetten und CDs" bei den Verdächtigen. Meist ist dann alles heiße Luft, wie in der Vergangenheit bei der deutschen Operation "Himmel", die dann kleinlaut zurückgenommen wurde, aber die Existenzen von Unschuldigen vernichtet hat. Die amerikanische Landslide-Operation und ihre dilletantische fahnderische Umsetzung in Europa (Weitergabe von IPs durch das FBI an europ. Fahnder) ist ein weiteres Thema, wo Unschuldige sogar in den Selbstmord gedrängt wurden. Ehe geschieden, Job weg, Auto und Haus können nicht mehr abbezahlt werden, kein Besuchsrecht für die Kinder und alles passiert einem Unschuldigen.
Ein bisheriger Bericht über Operation Himmel etc. : LINK
Bei der Operation Himmel wurde scheinbar kein einziger wahrer Konsument überführt.

Jetzt das neuste Beispiel: LINK
In Zukunft will Deutschland Internetseiten sperren, die entweder direkt Kinderpornographie enthalten oder Links auf Kinderpornographie. Nun gibt es aber auch Seiten wie "Wikileaks***", die einfach über den Stand von Sperrungsplänen berichten und dabei leider auch die Adressen von Seiten enthalten, deren Sperrung geplant ist. Das kann dann so ablaufen:

Ein Unbescholtener gibt in Google das Stichwort "Internet-Adresse" oder "URL" etc. oder gar "Internetsperre" ein und landet dann bei Wikileaks, die nur über den Stand von Internetsperrungen in Deutschland berichten wollen. Genauer: er landet da eben nicht, sondern der Browser zeigt eine Sperrungsseite. Soweit so gut, brauch ja keiner die Internetadressen zu lesen. Aber es ist auch geplant, wöchentlich die IP-Adressen der Surfer and das BKA zu übermitteln.

Wieder wird das BKA mit Internetadressen unbescholtener Surfer überflutet und wieder wird die Presse dann einen Schlag gegen "zehntausende Kinderpornographen" feiern. Wenn so große Zahlen in so kurzer Zeit zusammen kommen, müsste eigentlich jedem klar sein, dass da Unschuldige ins Schleppnetz geraten.

Die Lösung? Wer nicht ausversehen ins Visier der Fahnder geraten will, sollte nur noch anonym surfen, also entsprechende Tools einsetzen wie z.B. Tor (als Vidalia-Suite bequem vom Browser Firefox aus zu nutzen). Ist zwar langsam, aber man muss nicht Sorge haben, ungerechtfertigt in falsche Listen zu gelangen. Noch mal: In Zukunft genügt schon das Anklicken einer Seite in Google, um evtl. auf einer Sperrseite zu landen und dann wird die IP, ohne das irgendetwas strafrelevantes stattfand, an das BKA übermittelt!

Verlinken will ich jetzt nicht auf die Tools, sonst sagt noch einer, ich wolle Strafverfolgungsmaßnahmen boykottieren.

Nochmal: Schuldige sollen gefasst werden, aber mir geht es darum, dass nicht Unschuldige wieder mal zu Hauf ins Netz geraten und ihre Exisitenzen zerstört werden. Surfen wird so in Deutschland zum unkalkulierbaren Risiko... es sei denn man schützt sich.

*** Die entspr. Wikileaks-Seite wird in Deutschland bereits gesperrt, noch findet keine IP-Weiterleitung statt, weil es sich bislang nur um eine Einzelsperrung handelt und das konzertierte Sperrungssystem derzeit noch in der rechtl. und techn. Planung ist.

Dienstag, Dezember 25, 2007

Another witch hunt? (update2, Nov 2008)

German version of this article here - deutsche Version hier

ENGLISH:

The witch hunt is on:

controvers Police methods in investigation of Internet child-pornography

Now I sincerely hope that no keyword triggered online-advertisement will display any related ads right now in this blog. Because this article is about the latest hunt for child porn offenders on the Internet, this time the material had been located in Germany (LINK: http://www.sueddeutsche.de/deutschland/artikel/81/149718/ (German)). Now don’t get me wrong, a hunt for producers or consumers of child porn is perfectly fine, but as an information scientist (Dipl.-Informatiker, German degree) focused on information security, I am often concerned how easily the privacy of people if violated, if there is as good as no evidence – and how easy connection-related information (IP addresses) or online credit card information leads to false prosecution of people.

The usual comments on web sites with articles such as the link above are “cut off their … (you know what)”, however I like to point out here how easy it is to turn the lives of perfectly INNOCENT people into hell with such police action and I like to point out how easily the Internet can contribute to FALSE EVIDENCE being created and used against false suspects.

As in this recent “operation Himmel” action, IP addresses of people were obviously tracked after a Berlin Internet provider alarmed the police. So far, so good. Law enforcement does not state how the identities of suspects were retrieved, but it is very likely the IP addresses were captured as the German law enforcement said, some suspects were not prosecuted, as “they had just clicked on the wrong link”. This means, police did not care to check who actually showed enhanced activity on the child porn web site, but rather took IP addresses of somebody “surfing through”. Clicking away quickly is probably not enough, if police already has tracked the IP address of an innocent person who just searched for –legal- adult content (searching for adult content is unfortunately the largest money maker on the Internet) and got astray clicking on a strange link.

Internet: click wrong button and…

Again, I do not want to defend child porn users, as they keep up a multi-million dollar business which is abducting and abusing children. But law enforcement should make sure, they really catch the bad guys. However, the Internet with it’s 24/h offering of all kinds of content right to your desk is more like a TV in my opinion than anything else, so people should not be prosecuted for just zapping into an “illegal TV channel” (website). If they actively take part in the received program (downloading images from the child porn site or clicking through it), this is a different story and in this case they should be prosecuted by law enforcement.

With operation “Himmel”, the large number of suspects (12 000) suggests that again simply IP addresses of Internet surfers had been tracked.

250 000 suspects…. and a lot of hot air

Recently, the operation again the Internet-payment company “landslide” had revealed as much as 250 000 suspects worldwide. Law enforcement was proud of this big catch of “child porn offenders”. However, the facts which were later revealed did not seem very convincing (see http://en.wikipedia.org/wiki/Operation_ore, blog: http://hahn.blogkade.de/index.php?serendipity%5Baction%5D=search&serendipity%5BsearchTerm%5D=verfassungsbruch - German). Again, I am happy if police action does result in arrest of child porn offenders, but law enforcement should ensure they have the right suspects.

Landslide turned out to have been offering a payment system for a lot of web sites, among these was perfectly legal adult content, and also child porn content (or at least ads relating to fake child porn websites which probably only want to install spyware – it is unknown what exactly had been in the landslide system because of sloppy police work). Even the musician Pete Townshend hat been prosecuted, as he seemingly owned a landslide payment key, BUT it was later revealed he had NOT accessed the child porn sides, just other websites.

Now let’s recall this: Someone buys an access key for perfectly legal adult content and then he gets arrested for being a child porn offender although he never consumed such thing. This is what I mean when I say, law enforcement should really monitor the behaviour of online suspects and not just jump to –often wrong- conclusions from “easy evidence”.

As the blog above mentioned, a lot of people were arrested who owned credit cards with numbers which were found on the landslide servers. But it is a well-known fact that shady businesses - and landslide certainly was one - often abuse credit card information they obtained. Credit card information is sold by shady companies and people find charges for Internet services, which they never ordered, on their credit card all the time. As the blog in the link above states, many people became suspects only because landslide billings were found on their credit card. The blog even states, people were sentenced as child porn offenders, even if no further evidence was found! This means, people who just had a billing on their Internet card but never ordered it, got sentenced (see Wikipedia quote below regarding this).

All German credit cards had been searched

In Germany, practically all credit cards had been searched in another child porn investigation (http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,457844,00.html -German).

That is 22 million credit cards. Police was searching for a certain amount being transferred to a certain payment service, which was supposed to indicate child porn access. Again, the possibility exits (and the probability is high) that people had been prosecuted because they had a fake(!) billing on their credit cards. Companies selling child porn (often located in Russian networks) are not beyond making fake billings of credit cards, I would suppose. I still remember reading on Spiegel.de about a business man, being over 70 years old, who had found police raiding his company in the middle of Christmas business wanting to take away his servers. Reason was such a billing on this credit card. As the person had already informed his credit card company about the fake billing and could prove it to the police force, the servers were not taken away and he was not prosecuted any further. Imagine what would have happened if he hadn’t noticed the fake billing.

In the latest “operation Himmel” mentioned above, law enforcement even indicated, people receiving email advertising child porn would be suspects and should report such emails to police. This is an astonishing statement, as mailboxes of many people who use their email accounts for business are full of hundreds of spam mails per week. People use automatic spam filters to get rid of the tons of emails advertising MP3-downloads from Russia and fake Viagra pills and “XXX teens”. Are people now responsible for all these spam emails they get without ever having requested them? What will be next, will I be arrested for stuff some shady east-European criminals dump into my email box without me even seeing it?

What happens if..

The problem for innocent suspects is, what happens if the home and work place of an innocent “suspect” gets raided by a police. Neighbours notice. Word will spread, “Mr. Miller” had been raided “because of child porn”. If the suspect is a father, his children will be taken away even during the investigation (see blog ink above relating to the landslide operation). Wives will leave their husband. The father will lose al visitation rights for his kids after the divorce. His company will fire the employee (law enforcement always investigates the work computer in such cases). All VHS, CD-ROM and DVD material will be taken out of the home of the “suspect” and investigation will take a year or longer. The blog above mentions 39 suicides during the landslide investigation. Chances are, a lot of these people were not real consumers of child porn, but just innocent people who had the wrong billing on their credit card or just had bought access to a legal website without knowing that access to a child porn site was “hosted” by the same billing company.

I am happy if child porn offenders get convicted. But I am not happy if connection data or online credit card data gets misused to ruin the lives of innocent people.

People’s constitutional rights get easily violated these days. Especially if accusations about such a crime are involved. In the end we may have just a big witch hunt, doing more harm than good – simply because police work is not done properly. And while innocent people are prosecuted and find themselves outcasts of society without ever having committed any crime, the real child porn offenders are still out there.


UPDATE: as a German lawyer states in his (German) BLOG , the so-called child-porn portal in the "Himmel" raid was also offering legal adult-content and persons who had downloaded only legal content, also have their homes raided. Probably without noticing an ad to a child-porn site? The client of the layer only downloaded legal content from a legal website of this portal, but still had his home raided, PC seized and even his workplace raided. His wife divorced, he lost his job. Visitation rights for his children will be decided soon...
Careless tracking of IP-addresses has destroyed a life of a person far from committing any illegal action. Law enforcement should track more properly, what suspects are actually doing on the internet. There will be no prosecution of the lawyer's client, but the damage to his life is already irreversible.

Quote from Wikipedia regarding the landslide operation:

http://en.wikipedia.org/wiki/Operation_ore

“Since 2003 Operation Ore has come under closer scrutiny, and the police forces in the UK have been criticised for their poor handling of the operation. The most common criticism is that they failed to determine whether or not the owners of credit cards in Landslide's database actually accessed any sites containing child porn, unlike in the U.S. where it was determined in advance whether or not credit card subscribers had purchased child porn. Investigative journalist Duncan Campbell exposed these flaws in a series of articles in 2005 and 2007.

This was a serious error, because many of the people making charges at child porn sites were using stolen credit card information (and the police arrested the real owners of the credit cards, not the actual viewers). Plus, thousands of credit card charges were made where there was no access to a site, or access to only a dummy site. When the police finally checked, they found 54,348 occurrences of stolen credit card information in the Landslide database. The British police failed to provide this information to the defendants, and some implied that they had checked and found no evidence of credit card fraud when no such check had been done.“


UPDATE: Heise.de had reported (can't find the link right now) that all prosecutions of the "operation Himmel" had failed. Evidence was not clear, a lot of people who were investigated were innocent, not clear if any child pornography consumer was among the owner of the collected IP addresses. A few marriages and careers ruined because of police knocking at doors of innocent people. Bullocks police work, as predicted above.

Here is a link to an article (German!) in the blog of a lawyer who worked on the case (defense) stating there had been no successful prosecutions published by the state attorney. The Heise.de article was even more clear and stated there HAD BEEN no such success stories and the seized computers were returned to their owners, many of them without search, as the grounds for prosecution were cloudy at best.