Schon am 28.03. wurde die im Oktober davongejagte Ex-Präsidentschaftskandidatin der KMT (Kuamintang-Partei) nun zur Parteivorsitzenden gewählt.
Es war letztes Jahr schon eine merkwürdige Geschichte, als sich die KMT entgegen dem demographischen Trend - sich in Taiwan als "Taiwanerin/Taiwaner" zu fühlen und nicht (mehr) als dem chinesischen Festland zugehörig - eine Hardlinerin als Präsidentschaftskandidatin nominierte. Eben Frau Hung Hsiu-Chu. Also eine Frau, die eine Vereinigung Taiwans mit der VR-China propagandiert hat. Im Oktober dann jagte die KMT ihre Kandidatin wieder davon und ersetzte sie durch den Bürgermeister von Taipei, Eric Chu. Der verlor dann die Wahl im Januar krachend und so hat Frau Hung derzeit ein Comeback. Wahlsiegerin Tsai Ingwen (DPP) wird demnächst als Präsidentin vereidigt, noch hat Ma Ying-Jeou von der KMT dieses Amt inne.
Stemmt sich die KMT gegen den "ich bin Taiwaner(in)"-Trend auf der Insel und bleibt stramm prochinesisch? Ich beobachte die hiesige Politszene zu wenig um das zu wissen.
http://thediplomat.com/2016/03/kmts-ousted-presidential-candidate-returns-as-party-chair/
Vorgeschichte: http://www.bbc.com/news/world-asia-34559238 (Hung verliert Präsidentschaftskandidatenstatus)
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Donnerstag, März 31, 2016
Donnerstag, Juni 18, 2015
Schnell doch noch vereinigen....?
Taiwans KMT hat ihre Präsidentschaftskandidatin so gut wie nominiert
Taiwans politische Szene definiert sich praktisch ausschließlich um die Stellung zur VR-China. Was sicher daran liegt, dass das japanische Kaiserreich 1895 dem chinesischen Kaiserreich die Insel Taiwan abgejagt hat und eine Art Kolonie davon gemacht hat. Bis dann Japan nach verlorenem zweiten Weltkriege das Territorium übergangsweise offenbar unter Oberregie der USA stellen musste (die in dieser Zeit den Pazifikraum neu geordnet haben) und die USA eben der vor den Kommunisten fliehenden chinesischen KMT-Regierung die Insel Taiwan quasi übergaben. So setzte sich die eigentlich untergehende Republik China auf der Inselprovinz Taiwan mit ein paar zur chin. Provinz Fujinan (oder wie immer man das genau schreibt) gehörenden Inseln fort. Und die KP Chinas wirft seither begehrliche Blicke auf die Insel Taiwan, die sie nie beherrscht hat und sagt, sie hätte Anspruch dort auch zu herrschen.
Obige Zustände subsummiert die deutsche Presse üblicherweise damit, dass Taiwan eine (von China) "abtrünnige Provinz" sei, die sich 1949 abgetrennt habe. So als sei hier auf Taiwan 1949 der Rinderwahnsinn ausgebrochen und die Taiwaner hätten hier die Republik Wendtland oder irgendetwas in der Art ausgerufen. Tatsächlich ist der Staatsname hier "Republik China" aber die Taiwaner driften nun langsam aber stetig zu einer eher taiwanischen Identität. Denn 65% der Leute hier sehen sich als Taiwaner, nicht als Chinesen, liest man immer wieder in Umfragen.
Gegenwärtig ist Präsident Ma Ying-Jeou von der KMT im Präsidentenpalast, 2x demokratisch gewählt. Er hat einen stark auf Annäherung oder manchmal sogar Vereinigung mit der VR-China ausgerichteten Kurs gefahren, der im März 2014 zu Massenprotesten in Taipei und sogar zur Besetzung des Parlaments geführt hatte (http://osttellerrand.blogspot.tw/2014/03/demo-in-taipei-mit-300000-menschen-oder.html).
Die nächste Präsidentschaftswahl ist 2016. Die große Oppositionspartei DPP, die eher für eine "Republik Taiwan" eintritt, die vielleicht irgendwann mal alle Chinabezüge aus der Verfassung streicht damit Taiwan eine ganz normale parlamentarisch-demokratische Republik in Asien sein kann, wird die Politikerin Tsai Ingwen ins Rennen schicken. Eine emotional distanziert wirkende Frau, der die einmal kurz aufgeflammte Debatte um ihre angebliche Homosexualität im aufgeklärten Taiwan nicht geschadet hat. Frau Tsai gibt sich moderat, will also China nicht mit irgendwelchen dramatischen Aktionen (wie Unabhängigkeitsvolksabstimmungen oder dergleichen wie unter dem letzten DPP-Präsidenten Chen) provozieren, sieht aber ihrer Parteilinie gemäß die VR-China eher als Nachbarland an. Und nicht als altes Mutterland.
Die KMT, die man im demografischen Niedergang sieht, weil die noch aus China eingewanderten oder dort psychologisch verankerten Leute langsam älter werden und wegsterben, wird nun wohl auch eine Frau als Präsidentschaftskandidatin aufstellen. Es ist die 67jährige Hung Hsiu-chu, die wohl eher eine Hardlinerin darstellt. Frau Hung hat sich jedenfalls ausdrücklich gegen eine "Unabhängigkeit Taiwans" ausgesprochen und erklärt, diese sei nicht mit der Verfassung vereinbar. Und sie redet vom "nächsten Schritt", den man in der Beziehung zur VR-China tun müsse. Auch wenn das nach Konföderation (?), Hongkong-Status oder ähnlichem klingt, spricht sie andererseits auch davon, dass die Taiwaner eher die Vereinigung mit China in Demokratie und nach Recht und Gesetz wollen würden, während die VR-China da ihre eigenen Vorstellungen habe.
Demographisch gesehen denke ich, wollen die meisten Taiwaner aber keine Vereinigung mit der VR-China, die Frau Hung im übrigen als "nationale Vereinigung" bezeichnet. Und die Republik China, die wir umgangssprachlich als "Taiwan" bezeichnen, ist natürlich längst ein unabhängiger Staat mit eigener Regierung, Währung, eigenem Militär und Visarecht etc. pp. Eigentlich geht es also gar nicht darum, "Taiwan" von der "Republik China" oder von irgendeinem "China" abzuspalten. Der souveräne Staat namens Republik China müsste sich ja nur in Republik Taiwan umbenennen, dann wäre das ja schon geschehen, was Frau Hung für verfassungsmäßig unmöglich hält.
Empfehlenswert wäre die von vielen in der DPP favorisierte Umbenennung aber nicht, weil die VR-China für diesen Fall mit Krieg und Invasion drohnt.
Das Wahlvolk der "Republik China" hat das Wort. Ganz anders als in der VR-China. Und offenbar haben die Leute die Wahl zwischen einer eher der Vereinigung zuneigenden Frau und einer vermutlich den Status-Quo halten wollenden Frau. Die meisten Beobachter gehen von einem DPP-Sieg aus. So wird es wohl kommen, wenn nichts unvorhergesehenes passiert.
Taiwans politische Szene definiert sich praktisch ausschließlich um die Stellung zur VR-China. Was sicher daran liegt, dass das japanische Kaiserreich 1895 dem chinesischen Kaiserreich die Insel Taiwan abgejagt hat und eine Art Kolonie davon gemacht hat. Bis dann Japan nach verlorenem zweiten Weltkriege das Territorium übergangsweise offenbar unter Oberregie der USA stellen musste (die in dieser Zeit den Pazifikraum neu geordnet haben) und die USA eben der vor den Kommunisten fliehenden chinesischen KMT-Regierung die Insel Taiwan quasi übergaben. So setzte sich die eigentlich untergehende Republik China auf der Inselprovinz Taiwan mit ein paar zur chin. Provinz Fujinan (oder wie immer man das genau schreibt) gehörenden Inseln fort. Und die KP Chinas wirft seither begehrliche Blicke auf die Insel Taiwan, die sie nie beherrscht hat und sagt, sie hätte Anspruch dort auch zu herrschen.
Pierre, reg' dich ab, hier geht es nur um Politik. Und der Typ links könnte auch mal wo anders hinglotzen - Werbung in Jonghe, Taipei. Die beiden sind die "Expats", die mir am meisten auf die Nerven gehen so unvollkommen angezogen neben dem Firmendach und der Kantine)
Obige Zustände subsummiert die deutsche Presse üblicherweise damit, dass Taiwan eine (von China) "abtrünnige Provinz" sei, die sich 1949 abgetrennt habe. So als sei hier auf Taiwan 1949 der Rinderwahnsinn ausgebrochen und die Taiwaner hätten hier die Republik Wendtland oder irgendetwas in der Art ausgerufen. Tatsächlich ist der Staatsname hier "Republik China" aber die Taiwaner driften nun langsam aber stetig zu einer eher taiwanischen Identität. Denn 65% der Leute hier sehen sich als Taiwaner, nicht als Chinesen, liest man immer wieder in Umfragen.
Gegenwärtig ist Präsident Ma Ying-Jeou von der KMT im Präsidentenpalast, 2x demokratisch gewählt. Er hat einen stark auf Annäherung oder manchmal sogar Vereinigung mit der VR-China ausgerichteten Kurs gefahren, der im März 2014 zu Massenprotesten in Taipei und sogar zur Besetzung des Parlaments geführt hatte (http://osttellerrand.blogspot.tw/2014/03/demo-in-taipei-mit-300000-menschen-oder.html).
Die nächste Präsidentschaftswahl ist 2016. Die große Oppositionspartei DPP, die eher für eine "Republik Taiwan" eintritt, die vielleicht irgendwann mal alle Chinabezüge aus der Verfassung streicht damit Taiwan eine ganz normale parlamentarisch-demokratische Republik in Asien sein kann, wird die Politikerin Tsai Ingwen ins Rennen schicken. Eine emotional distanziert wirkende Frau, der die einmal kurz aufgeflammte Debatte um ihre angebliche Homosexualität im aufgeklärten Taiwan nicht geschadet hat. Frau Tsai gibt sich moderat, will also China nicht mit irgendwelchen dramatischen Aktionen (wie Unabhängigkeitsvolksabstimmungen oder dergleichen wie unter dem letzten DPP-Präsidenten Chen) provozieren, sieht aber ihrer Parteilinie gemäß die VR-China eher als Nachbarland an. Und nicht als altes Mutterland.
Die KMT, die man im demografischen Niedergang sieht, weil die noch aus China eingewanderten oder dort psychologisch verankerten Leute langsam älter werden und wegsterben, wird nun wohl auch eine Frau als Präsidentschaftskandidatin aufstellen. Es ist die 67jährige Hung Hsiu-chu, die wohl eher eine Hardlinerin darstellt. Frau Hung hat sich jedenfalls ausdrücklich gegen eine "Unabhängigkeit Taiwans" ausgesprochen und erklärt, diese sei nicht mit der Verfassung vereinbar. Und sie redet vom "nächsten Schritt", den man in der Beziehung zur VR-China tun müsse. Auch wenn das nach Konföderation (?), Hongkong-Status oder ähnlichem klingt, spricht sie andererseits auch davon, dass die Taiwaner eher die Vereinigung mit China in Demokratie und nach Recht und Gesetz wollen würden, während die VR-China da ihre eigenen Vorstellungen habe.
Demographisch gesehen denke ich, wollen die meisten Taiwaner aber keine Vereinigung mit der VR-China, die Frau Hung im übrigen als "nationale Vereinigung" bezeichnet. Und die Republik China, die wir umgangssprachlich als "Taiwan" bezeichnen, ist natürlich längst ein unabhängiger Staat mit eigener Regierung, Währung, eigenem Militär und Visarecht etc. pp. Eigentlich geht es also gar nicht darum, "Taiwan" von der "Republik China" oder von irgendeinem "China" abzuspalten. Der souveräne Staat namens Republik China müsste sich ja nur in Republik Taiwan umbenennen, dann wäre das ja schon geschehen, was Frau Hung für verfassungsmäßig unmöglich hält.
Empfehlenswert wäre die von vielen in der DPP favorisierte Umbenennung aber nicht, weil die VR-China für diesen Fall mit Krieg und Invasion drohnt.
Das Wahlvolk der "Republik China" hat das Wort. Ganz anders als in der VR-China. Und offenbar haben die Leute die Wahl zwischen einer eher der Vereinigung zuneigenden Frau und einer vermutlich den Status-Quo halten wollenden Frau. Die meisten Beobachter gehen von einem DPP-Sieg aus. So wird es wohl kommen, wenn nichts unvorhergesehenes passiert.
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Dienstag, Oktober 08, 2013
Taiwans Politskandal
Relativ unbeachtet von der Expatgemeinde: Präsident Mas instinktloser Feldzug gegen den Parlamentssprecher seiner eigenen Partei
Taiwan, eigentlich "Republik China" heißend, ist eine parlamentarische Demokratie und ihr momentaner Präsident ist Ma Ying-Jeou, dabei ist Ma der Familienname und heißt übersetzt "Pferd". Gesprochen wird er etwa "Ma-ah", auch Ma3 geschrieben. Pedanten merken jetzt unten an, dass man das eher "Ma-ah-ah" oder wie auch immer spricht, dem Jodeln in den Kommentaren sind hier keine Grenzen gesetzt. Ma ist von der KMT (Kuamintag), eine Partei, die einst diktatorisch über Taiwan herrschte, seit 1992/96 jedoch demokratisch legitimiert herrscht (mit einer Unterbrechung 2000-2008).
Mas Regierung hat nun einen beispiellosen Feldzug gegen den Parlamentssprecher (das Parlament heißt "Legislativer Yuan") der eigenen Regierungspartei losgetreten mit dem Ziel diesen von seinem Posten zu entheben. Allerdings ist Ma bislang mit allen diesbezüglichen Anträgen durchgefallen. Der Parlamentssprecher namens Wang soll einen Staatsanwalt ersucht haben, kein Berufungsverfahren gegen einen Politiker der oppositionellen DPP (Democratic Progress Party, eine antichinesische Partei, die von 2000-2008 den Präsidenten stellte) einzuleiten, sondern den Freispruch zu akzeptieren - wobei mir immer noch unklar ist, wobei es in diesem Verfahren ging. Hatte Wang da ein harmonisches Klima zwischen DPP und KMT im Sinn?
Präsident Ma jedenfalls ist eher als sehr pro-VR-China eingestellter Hardliner bekannt und geht daher instinktlos auf den eigenen Parlamentssprecher los, als gelte es einen Kampf um Leben und Tod zu führen. Wieder mal fällt Ma da durch fast schon autistisch wirkende Instinktlosigkeit im Umgang mit Volkes Meinung auf - seine gegenwärtige Zustimmungsrate soll nur noch 9% betragen. Schon beim Taifun Marakot vor ein paar Jahren fiel Ma dadurch auf, dass er sich auf Cocktailparties herumtrieb, während das Unwetter ein ganzes Städtchen von der Landkarte tilgte - und sich das Militär den Einsatzbefehl schließlich selbst gab. Auch während der bisherigen Verhandlungen mit der VR-China um 2010 herum bewahrte er merkwürdiges Stillschweigen, so dass viele schon einen Staatsstreich zum Zwangsanschluss Taiwans an die VR-China befürchteten. Ma macht alles hinter verschlossenen Türen und ignoriert das Volk weitestgehend. Ein bisschen wirkt er da wie ein Politiker aus Peking. Und er wäre ja wohl auch gerne einer, hat man den Eindruck. Seine Töchter sollen in HongKong und Peking leben.
Notiz: Bei dem Feldzug gegen Wang wurde sogar der Telefonanschluss des Parlaments offenbar illegal abgehört: http://asienspiegel.ch/2013/10/taiwans-lauschangriff/
Mehr in der Sache: http://michaelturton.blogspot.com/2013/09/mawangmess-wiretapping-scandal-expands.html
UPDATE: Ma versucht Wang die KMT-Mitgliedschaft zu entziehen, was allerdings gescheitert ist.
Taiwan, eigentlich "Republik China" heißend, ist eine parlamentarische Demokratie und ihr momentaner Präsident ist Ma Ying-Jeou, dabei ist Ma der Familienname und heißt übersetzt "Pferd". Gesprochen wird er etwa "Ma-ah", auch Ma3 geschrieben. Pedanten merken jetzt unten an, dass man das eher "Ma-ah-ah" oder wie auch immer spricht, dem Jodeln in den Kommentaren sind hier keine Grenzen gesetzt. Ma ist von der KMT (Kuamintag), eine Partei, die einst diktatorisch über Taiwan herrschte, seit 1992/96 jedoch demokratisch legitimiert herrscht (mit einer Unterbrechung 2000-2008).
Mas Regierung hat nun einen beispiellosen Feldzug gegen den Parlamentssprecher (das Parlament heißt "Legislativer Yuan") der eigenen Regierungspartei losgetreten mit dem Ziel diesen von seinem Posten zu entheben. Allerdings ist Ma bislang mit allen diesbezüglichen Anträgen durchgefallen. Der Parlamentssprecher namens Wang soll einen Staatsanwalt ersucht haben, kein Berufungsverfahren gegen einen Politiker der oppositionellen DPP (Democratic Progress Party, eine antichinesische Partei, die von 2000-2008 den Präsidenten stellte) einzuleiten, sondern den Freispruch zu akzeptieren - wobei mir immer noch unklar ist, wobei es in diesem Verfahren ging. Hatte Wang da ein harmonisches Klima zwischen DPP und KMT im Sinn?
Präsident Ma jedenfalls ist eher als sehr pro-VR-China eingestellter Hardliner bekannt und geht daher instinktlos auf den eigenen Parlamentssprecher los, als gelte es einen Kampf um Leben und Tod zu führen. Wieder mal fällt Ma da durch fast schon autistisch wirkende Instinktlosigkeit im Umgang mit Volkes Meinung auf - seine gegenwärtige Zustimmungsrate soll nur noch 9% betragen. Schon beim Taifun Marakot vor ein paar Jahren fiel Ma dadurch auf, dass er sich auf Cocktailparties herumtrieb, während das Unwetter ein ganzes Städtchen von der Landkarte tilgte - und sich das Militär den Einsatzbefehl schließlich selbst gab. Auch während der bisherigen Verhandlungen mit der VR-China um 2010 herum bewahrte er merkwürdiges Stillschweigen, so dass viele schon einen Staatsstreich zum Zwangsanschluss Taiwans an die VR-China befürchteten. Ma macht alles hinter verschlossenen Türen und ignoriert das Volk weitestgehend. Ein bisschen wirkt er da wie ein Politiker aus Peking. Und er wäre ja wohl auch gerne einer, hat man den Eindruck. Seine Töchter sollen in HongKong und Peking leben.
Notiz: Bei dem Feldzug gegen Wang wurde sogar der Telefonanschluss des Parlaments offenbar illegal abgehört: http://asienspiegel.ch/2013/10/taiwans-lauschangriff/
Mehr in der Sache: http://michaelturton.blogspot.com/2013/09/mawangmess-wiretapping-scandal-expands.html
UPDATE: Ma versucht Wang die KMT-Mitgliedschaft zu entziehen, was allerdings gescheitert ist.
Dienstag, Juni 22, 2010
Gegenüber USA: Taiwans Präsident nennt Taiwan eine "Provinz" [Chinas]
Taiwans Präsident Ma Ying-Jeou trägt formal den Titel "Präsident der Republik China", weil 1949 die alte Kuamintang (KMT) - Regierung Chinas auf die Insel Taiwan geflohen ist und diese mehr oder minder ungebrochen seither beherrscht (auch wenn Taiwan seit 1992 eine parlamentarische Demokratie ist und 2000-2008 sogar die Opposition den Präsidenten gestellt hat). Im Gegensatz zu seinem Vorgänger Chen von der taiwanesischen Unabhängigkeitspartei DPP erkennt Ma jedoch sein eigenes Land Taiwan/Republik China nicht als souveränen Staat an - obwohl Taiwan längst in der Praxis eine souveräne Nation mit eigenem Militär, eigener Verwaltung, Währung, Visarecht und allem anderen ist) und bezeichnet Taiwan immer wieder als Region oder Provinz; gemeint ist damit "chinesische Provinz", denn er schließt sich offenbar der Redeweise der KP Chinas an, die den Inselstaat Taiwan als ihr Territorium ansieht - und das, obwohl sie (die VR China) Taiwan zu keinem Zeitpunkt ihrer Geschichte jemals beherrscht haben.
Doch Präsident Ma, der sich selbst wohl nur als chinesischer Regionalverwalter sieht, wird nicht müde, die Provinzleier wieder und wieder zu wiederholen, während er dabei ist, Geheimverhandlungen mit China über die "Wieder"-Vereinigung zu führen. Bei diesen Verhandlungen reden nur die KP Chinas und die KMT-Partei Taiwans hinter verschlossenen Türen über die staatliche Zukunft Taiwans. Sämtliche verfassungsgemäßen Staatsstrukturen Taiwans werden dabei umgangen. Man stelle sich mal vor, Merkels CDU würde mit der Putin-Partei in Russland von Partei zu Partei den Anschluss Deutschlands verhandeln, so etwa mag man den Vergleich ziehen.
Anlässlich einer Partnerschaft von Texas und Taiwan hat "Präsident Ma" nun von der Partnerschaft von "Texas und der Provinz Taiwan" gesprochen, während man in Texas ganz unverkrampft von einer Texas-Taiwan-Partnerschaft spricht. Link: http://www.taipeitimes.com/News/front/archives/2010/06/22/2003476110
Formal mag Ma nicht mal Unrecht haben, da die "Republik China" alias Taiwan formal aus der Provinz Taiwan und (einem Rest) der Provinz Fujian besteht, eben das, was die 1949 geflohene KMT-Regierung einerseits den Japanern abgenommen hat (Taiwan) bzw. von den Chinesen in seinen Machtbereich gerettet hat (Fujian). Möglich, dass formal der Staat Texas eine Partnerschaft mit der Provinz Taiwan hat.
Aber wieder und wieder von der Provinz Taiwan zu reden, wenn Taiwan/Republik China in Wirklichkeit eine parlamentarische Demokratie ist, die die Menschenrechte im Gegensatz zu Ma's Lieblingsland China achtet, ist irgendwie widerwärtig, wenn mir die Wertung erlaubt ist. Aber ich denke der in China geborene Ma wird den Taiwanesen seine Provinzleier solange vorbeten, bis sie bittere Realität geworden ist.
[Man entschuldige den Deppenapostroph bei "Ma's", aber "Mas" sieht irgendwie komisch aus]
Doch Präsident Ma, der sich selbst wohl nur als chinesischer Regionalverwalter sieht, wird nicht müde, die Provinzleier wieder und wieder zu wiederholen, während er dabei ist, Geheimverhandlungen mit China über die "Wieder"-Vereinigung zu führen. Bei diesen Verhandlungen reden nur die KP Chinas und die KMT-Partei Taiwans hinter verschlossenen Türen über die staatliche Zukunft Taiwans. Sämtliche verfassungsgemäßen Staatsstrukturen Taiwans werden dabei umgangen. Man stelle sich mal vor, Merkels CDU würde mit der Putin-Partei in Russland von Partei zu Partei den Anschluss Deutschlands verhandeln, so etwa mag man den Vergleich ziehen.
Diese Wifi-Werbung auf dem internationalen Flughafen Taoyuan (der sog. Taipei international airport) hat schon etwas subversives, vermeidet doch der jetzige ethnisch-chinesische Präsident das Wort Taiwan und redet lieber von der Republik China. "I love Taiwan" käme ihm wohl nur unter Würgen über die Lippen.
Anlässlich einer Partnerschaft von Texas und Taiwan hat "Präsident Ma" nun von der Partnerschaft von "Texas und der Provinz Taiwan" gesprochen, während man in Texas ganz unverkrampft von einer Texas-Taiwan-Partnerschaft spricht. Link: http://www.taipeitimes.com/News/front/archives/2010/06/22/2003476110
Formal mag Ma nicht mal Unrecht haben, da die "Republik China" alias Taiwan formal aus der Provinz Taiwan und (einem Rest) der Provinz Fujian besteht, eben das, was die 1949 geflohene KMT-Regierung einerseits den Japanern abgenommen hat (Taiwan) bzw. von den Chinesen in seinen Machtbereich gerettet hat (Fujian). Möglich, dass formal der Staat Texas eine Partnerschaft mit der Provinz Taiwan hat.
Aber wieder und wieder von der Provinz Taiwan zu reden, wenn Taiwan/Republik China in Wirklichkeit eine parlamentarische Demokratie ist, die die Menschenrechte im Gegensatz zu Ma's Lieblingsland China achtet, ist irgendwie widerwärtig, wenn mir die Wertung erlaubt ist. Aber ich denke der in China geborene Ma wird den Taiwanesen seine Provinzleier solange vorbeten, bis sie bittere Realität geworden ist.
[Man entschuldige den Deppenapostroph bei "Ma's", aber "Mas" sieht irgendwie komisch aus]
Dienstag, Mai 11, 2010
Taiwans Präsident lehnt US-Hilfe im Krisenfall ab
Viele Taiwanesen sehen es ein bisschen anders, wollen mit China gar nichts mehr zu tun haben und bemerken, dass Taiwan ja schon ab 1895 vom chinesischen Kaiserreich abgetrennt wurde, indem es japanische Kolonie wurde und auch in der Zeit zwischen der Entdeckung Taiwans durch China etwa 1200 bis 1895 eben nur sehr lose oder gar nicht in das chinesische Reich eingebunden war.
Wie dem auch sei, der Präsident der Insel(n) heißt eben "President of the Republic of China" und als solchen haben wir seit 2008 Ma Ying-Jeou, der die ursprünglich auf Wahrung des Status Quo zwischen dem diktatorischen China und dem demokratischen Taiwan bedachte KMT-Partei in einen prochinesischen Haufen transformiert hat. Hintergrund ist, dass China Taiwan beansprucht und sich notfalls gewaltsam die demokratische Republik einverleiben will.
Präsident Ma hat bereits eine enge Wirtschaftsunion mit China unterzeichnet, die Kritiker insbesondere durch ihre Undefiniertheit erschreckt. 2011 sollen Gespräche über die politische Union zwischen China und Taiwan folgen, die übrigens rein von Partei zu Partei (KP Chinas und KMT) stattfinden, unter völligem Ausschluss von taiwanesischen Staats- und Verfassungsorganen.
Nun hat Präsident Ma ein Interview gegeben, indem er gefragt wurde was sei, wenn die USA ihre Waffenlieferungen an Taiwan einschränken würden. "Kein Problem", sagte der prochinesische Herr Ma da. Und was im Krisenfall wäre, wenn China mit dem Säbel droht?
"Wir werden die Amerikaner nie bitten, für Taiwan zu kämpfen", sagte Ma da (LINK: http://www.taipeitimes.com/News/editorials/archives/2010/05/11/2003472669)
Ein einfacher Satz, der aber eine schreckliche Tragweite hat. Jetzt haben die Amerikaner gar kein Mandat mehr, im Krisenfall Taiwan vor China zu beschützen. Wenn sogar der taiwanesische Präsident amerikanische Hilfe vor China ablehnt, was wollen die Amerikaner denn da noch tun?
Die unausgesprochene Drohung, die USA könnten Taiwan vor China beschützen, hat immer die Sicherheit der kleinen Inseldemokratie garantiert. Durch die Äußerungen Mas kann sich China nun ermutigt fühlen, aggressiver gegen die taiwanesische Selbständigkeit vorzugehen. Präsident Ma wird ein williger Erfüllungsgehilfe sein.
Donnerstag, Januar 07, 2010
Taiwan. Vereinigung mit China. Wirtschaftsunion

Betriebskampfgruppe Hau Xi Min des VEB Feinkartonagen der Bundesrepublik Ludigel steht betreit zur Verteidigung der Demokratie (OK, das ist ein Bild vom Firmenserver alter Tage)
English below!
German, Deutsch:
Während des letzten Besuchs eines hochrangigen KP-Gesandten in Taipei wurde das Zeigen der Flagge von Taiwan (der Republik China) von der Regierung untersagt, Polizisten nahmen Demonstranten gewaltsam die Flaggen ab und Taxis, die eine kleine Landesflagge am Auto hatten, durften nicht zum Hotel vorfahren, in dem der chinesische Gesandte residierte.
Jetzt gehen die Verhandlungen weiter, ein findiger Taiwanese hat die Fassade des Hauses mit einer RIESIGEN Flagge der Republik China einkleiden lassen als Werbetafel. Da steht auch die prochinesiche Regierung zur Zeit bedeppert daneben.
Mehr Info:
Der Blogeintrag eines deutschen Journalisten, der in Taipei lebt (Klaus, den ich auch schon mal selbst getroffen habe;-): http://taipeh.wordpress.com/2010/01/06/ecfa-fur-anfanger/
Klaus' Artikel bei der Deutschen Welle: http://www.dw-world.de/dw/article/0,,5052002,00.html
Wer das nicht liest ist selber schuld.
English: In the German blog entry above I am basically linking to a German language blog of a German journalist in Taipei who had written about the ongoing reunion talks between China and Taiwan. As the linked blog is German it does not make that much sense to translate my nagging about the probably coming reunion into English right now. Doesn't help anyway.
Montag, Dezember 07, 2009
Local Elections in Taiwan: pro-Chinese could defend their position
English: Good news for Beijing, the ruling pro-Chinese KMT-Party could basically defend their position in the local elections, even if the (pro-independence*) opposition DPP made some gains. The pro-DPP Taipei Times makes the gains of the DPP look bigger though (LINK). Obviously the DPP still has not recovered from the mega-corruption scandal of its last president Chen. The way to reunion with China is paved with votes.
*Note: Taiwan is already an independent democratic Nation.
Funny note: in one village, all three candidates were from the KMT, there were no other candidates there, and all three are in jail for vote-buying. Could be from a Star Trek Ferengi episode.... http://www.taipeitimes.com/News/front/archives/2009/12/08/2003460442
Deutsch: Die prochinesische regierende KMT konnte bei den Kummunalwahlen in Taiwan von diesem Wochenende ihre Position im Westentlichen verteidigen, wenn auch mit Verlusten. Einen massiven Rutsch nach Unten gab es nicht, womit klar ist, dass sich die oppositionelle DPP, die für die Beibehaltung der schon vorhandenen Unabhängigkeit des demokratischen Taiwans eintritt, sich noch immer nicht von ihrem Mega-Korruptionsskandal vom letzten DPP-Präsidenten Chen erholt hat.
Weiterlesen: Ein deutscher Journalist empfiehlt in seinem Taiwan-Blog einen Spiegel-Artikel über Taiwan und die Beziehung zu China. Sehr interessant.
Lustig: In einem Dörfchen sind alle drei Kandidaten (dort traten nur drei KMT-Kandidaten gegeneinander an, sonst niemand!) wegen Verdacht auf Stimmenkauf in Haft genommen worden. Könnte aus einer Star Trek Ferengi-Episode sein ;-)
http://www.taipeitimes.com/News/front/archives/2009/12/08/2003460442
*Note: Taiwan is already an independent democratic Nation.
Funny note: in one village, all three candidates were from the KMT, there were no other candidates there, and all three are in jail for vote-buying. Could be from a Star Trek Ferengi episode.... http://www.taipeitimes.com/News/front/archives/2009/12/08/2003460442
Deutsch: Die prochinesische regierende KMT konnte bei den Kummunalwahlen in Taiwan von diesem Wochenende ihre Position im Westentlichen verteidigen, wenn auch mit Verlusten. Einen massiven Rutsch nach Unten gab es nicht, womit klar ist, dass sich die oppositionelle DPP, die für die Beibehaltung der schon vorhandenen Unabhängigkeit des demokratischen Taiwans eintritt, sich noch immer nicht von ihrem Mega-Korruptionsskandal vom letzten DPP-Präsidenten Chen erholt hat.
Weiterlesen: Ein deutscher Journalist empfiehlt in seinem Taiwan-Blog einen Spiegel-Artikel über Taiwan und die Beziehung zu China. Sehr interessant.
Lustig: In einem Dörfchen sind alle drei Kandidaten (dort traten nur drei KMT-Kandidaten gegeneinander an, sonst niemand!) wegen Verdacht auf Stimmenkauf in Haft genommen worden. Könnte aus einer Star Trek Ferengi-Episode sein ;-)
http://www.taipeitimes.com/News/front/archives/2009/12/08/2003460442
Dienstag, Dezember 01, 2009
Taiwan, well done (as in "steak served")
German below, Deutsch unten:!
English: Taiwan is done. A new book by a renowned law professor (who escaped from China to Australia) has revealed China's strategy to control Taiwan in 2012. Why 2012? Because China's president Hu will step down in that year, Taiwan has presidential elections and ... well I guess 2012 sounds good for such a thing anyway with all that end of the world mumbo jumbo going on. However, it is no rocket science to conclude China wants to control Taiwan before the election of 2012. Because if the China-friendly president of Taiwan (Ma, KMT) does not get re-elected, Taiwan would have a pro-independence president again (from the DPP) and thus escape China's grasp.
My blog here once predicted Taiwan would be basically linked to China by contracts and/or established procedures in 2012 which would make the 2012 election rather a local governor election. I fear I am right. I'll dig out the link to my old article eventually.
Ah yes, the author of the book says, the American secret service helped to gather proof for the money laundering of Taiwan's former (pro-independence, DPP) president Chen who is now in jail and whose scandal made the election of the now pro-Chinese president Ma (KMT) possible. Remember, the US needs China now (anti-Terror war, owing money to China).
And China has infiltrated the KMT to make the swing towards China-friendliness of 2008 possible, the author indicates.
http://en.secretchina.com/news/3575.html
German, Deutsch:
Laut einem neu erschienenden Buch, siehe http://en.secretchina.com/news/3575.html hat die kommunistische Partei aus China Taiwans regierende KMT-Partei unterwandert, was natürlich den Schwenk in 2008 von einer den Status-Quo bewahrenden Partei zu einer prochinesischen Partei erklären würde. Außerdem sollen amerikanische Geheimdienste dahinter stecken, dass die Geldschiebereien des letzten (Pro-Unabhängigkeits-)Präsidenten Chen (DPP) aufgedeckt wurden. Man erinnere sich, damals brauchten die USA China für den "War on Terror" und heute brauchen sie es als Schuldner. Chinas Geheimplan ist laut dem Buch, Taiwan bis 2012 zu kontrollieren, denn dann wäre ja auch die nächste Präsidentschaftswahl, wo der Kurs wieder in Richtung (der faktisch schon existierenden) Unabhängigkeit des demokratischen Taiwans von China gestellt werden könnte.
In diesem Blog war auch schon mal zu lesen, dass Taiwan bis 2012 durch Verträge und Prozeduren de-facto zu einer chinesischen Provinz geworden sein wird... rechtzeitig vor der
nächsten Wahl...
English: Taiwan is done. A new book by a renowned law professor (who escaped from China to Australia) has revealed China's strategy to control Taiwan in 2012. Why 2012? Because China's president Hu will step down in that year, Taiwan has presidential elections and ... well I guess 2012 sounds good for such a thing anyway with all that end of the world mumbo jumbo going on. However, it is no rocket science to conclude China wants to control Taiwan before the election of 2012. Because if the China-friendly president of Taiwan (Ma, KMT) does not get re-elected, Taiwan would have a pro-independence president again (from the DPP) and thus escape China's grasp.
My blog here once predicted Taiwan would be basically linked to China by contracts and/or established procedures in 2012 which would make the 2012 election rather a local governor election. I fear I am right. I'll dig out the link to my old article eventually.
Ah yes, the author of the book says, the American secret service helped to gather proof for the money laundering of Taiwan's former (pro-independence, DPP) president Chen who is now in jail and whose scandal made the election of the now pro-Chinese president Ma (KMT) possible. Remember, the US needs China now (anti-Terror war, owing money to China).
And China has infiltrated the KMT to make the swing towards China-friendliness of 2008 possible, the author indicates.
http://en.secretchina.com/news/3575.html
German, Deutsch:
Laut einem neu erschienenden Buch, siehe http://en.secretchina.com/news/3575.html hat die kommunistische Partei aus China Taiwans regierende KMT-Partei unterwandert, was natürlich den Schwenk in 2008 von einer den Status-Quo bewahrenden Partei zu einer prochinesischen Partei erklären würde. Außerdem sollen amerikanische Geheimdienste dahinter stecken, dass die Geldschiebereien des letzten (Pro-Unabhängigkeits-)Präsidenten Chen (DPP) aufgedeckt wurden. Man erinnere sich, damals brauchten die USA China für den "War on Terror" und heute brauchen sie es als Schuldner. Chinas Geheimplan ist laut dem Buch, Taiwan bis 2012 zu kontrollieren, denn dann wäre ja auch die nächste Präsidentschaftswahl, wo der Kurs wieder in Richtung (der faktisch schon existierenden) Unabhängigkeit des demokratischen Taiwans von China gestellt werden könnte.
In diesem Blog war auch schon mal zu lesen, dass Taiwan bis 2012 durch Verträge und Prozeduren de-facto zu einer chinesischen Provinz geworden sein wird... rechtzeitig vor der
nächsten Wahl...
Montag, November 30, 2009
Step by step into dictatorship ? Toupet ab, auf in die Diktatur
English:
Over and over again during the trial of the last president of Taiwan (who stood trial for corruption), Chen Shui Bian, DPP, a politician of the newly ruling KMT spoke on TV each and every lunch time in Taiwan and nagged what a bad, bad guy Chen was. Yeah he was. Yes his wife also. Yes and his daughter is moody and that presidential dog is a mean beast. At least to the taxpayer who paid his food.
However is this the way TV should do their job? By allowing the new government to try to convince the masses via remote hypnotizing the opposition is bad, bad, bad? Look into my eyes... you will not vote for the opposition anymore. And by the way, you love China and want to reunite with it. You just love Mao and Beijing...
Then finally a courageous member of the opposition approached the propagandist from behind and.... removed his fake hairpiece! Imagine my joy when that propaganda finally ended and the mouth speaking the words of the great motherland was finally shut! However the hairpiece -"thief" was apprehended and sentenced to 6 months in jail. Not for political reasons but for denying the KMT politician the right to look beautiful.
Yeah, use the law and courts to bash down the opposition, dear government of Taiwan. That's how a democracy works. Beijing style.

"Ich liebe Taiwan", Gratis-Wireless-Internetwerbung in Form einer Figur auf Taiwans International Airport (in Taoyuan). Wenn es dem derzeitigen taiwan. Präsidenten Ma nach ginge, müsste hier "I love China" stehen, denn er hatte bei seinem Amtsantritt 2008 tatsächlich verkündet, man solle fürderhin von "China" und nicht von "Taiwan" reden (weil ja Taiwans formeller Staatsname "Republik China" lautet). I love China and Fußpilz. Yeah...
German/Deutsch:
In Taiwan sitzte ich immer Mittags in der Kantine und da läuft die Flimmerkiste. Fast jeden Mittag trat da monatelang nach dem politischen Schauprozess gegen Taiwans Expräsident Chen (der jetzt zu lebenslanger Haft verurteilt worden ist) ein Politiker der prochinesischen Regierungspartei KMT mit dicklichem breiten Gesicht und hämischem Grinsen auf und erzählte während des Prozesses immer und immer wieder, jeden gottverdammten Mittag, was für ein schlechter Mensch der Expräsident gewesen sei. Jeden Mittag fand sich wieder ein Tross von Journalisten ein, der das immer und immer wieder übertrug, live im Fernsehen. Ja, Chen war korrupt, ja seine Frau auch, jau seine Tochter hat keine Manieren, ja ja ja herrgottnochmal und der Schwiegersohn ist wegen Korruption verurteil und der Hund ist auch kriminell. Ich konnte diese Visage nicht mehr sehen, so als ob einem jeden Tag jemand erzählt, dass Scharping nicht gut schwimmen kann, Kurt Beck sich hätte rasieren sollen und Gabriel (der von der SPD, nicht der Sänger) Übergewicht hat. Stimmt ja alles, aber wenn die regierungsfreundlichen TV-Sender das so einhämmernd immer und immer wieder übertagen, dann sieht man, wie weit es mit Medienfreiheit und Rechtsstaat in Taiwan mittlerweile gekommen ist.
Endlich dann fand sich ein Oppositioneller, der dem eigentümlichen KMT-Politiker names Chiu Yi sein Toupet vom Kopf riss und damit wegegerannt ist. Das war so erfrischend nach all dieser tumben Indoktrination, dass ich vor Begeisterung fast meine Nudelsuppe verschüttet hätte. Doch der Clou, er wurde anschließend zu 5 Monaten Gefägnis verurteilt, nicht aus politischen Gründen, sondern weil er Chiu das Recht genommen habe, schön auszusehen.
Immer druff mit Polizei und Gerichten auf die Opposition, wenn man an der Regierung ist, so funktioniert Demokratie. Jedenfalls in Taiwan, kurz vor der drohenden Vereinigung mit China.
Pah. Link: http://www.da-imnetz.de/nachrichten/welt/toup-von-taiwans-chiu-yi-weggerissen-fuenf-monate-haft-zr-348649.html
War schon im Juni, habe es jetzt erst mitbekommen, weil das Meiste hier auf Chinesisch ist...
Over and over again during the trial of the last president of Taiwan (who stood trial for corruption), Chen Shui Bian, DPP, a politician of the newly ruling KMT spoke on TV each and every lunch time in Taiwan and nagged what a bad, bad guy Chen was. Yeah he was. Yes his wife also. Yes and his daughter is moody and that presidential dog is a mean beast. At least to the taxpayer who paid his food.
However is this the way TV should do their job? By allowing the new government to try to convince the masses via remote hypnotizing the opposition is bad, bad, bad? Look into my eyes... you will not vote for the opposition anymore. And by the way, you love China and want to reunite with it. You just love Mao and Beijing...
Then finally a courageous member of the opposition approached the propagandist from behind and.... removed his fake hairpiece! Imagine my joy when that propaganda finally ended and the mouth speaking the words of the great motherland was finally shut! However the hairpiece -"thief" was apprehended and sentenced to 6 months in jail. Not for political reasons but for denying the KMT politician the right to look beautiful.
Yeah, use the law and courts to bash down the opposition, dear government of Taiwan. That's how a democracy works. Beijing style.

"Ich liebe Taiwan", Gratis-Wireless-Internetwerbung in Form einer Figur auf Taiwans International Airport (in Taoyuan). Wenn es dem derzeitigen taiwan. Präsidenten Ma nach ginge, müsste hier "I love China" stehen, denn er hatte bei seinem Amtsantritt 2008 tatsächlich verkündet, man solle fürderhin von "China" und nicht von "Taiwan" reden (weil ja Taiwans formeller Staatsname "Republik China" lautet). I love China and Fußpilz. Yeah...
German/Deutsch:
In Taiwan sitzte ich immer Mittags in der Kantine und da läuft die Flimmerkiste. Fast jeden Mittag trat da monatelang nach dem politischen Schauprozess gegen Taiwans Expräsident Chen (der jetzt zu lebenslanger Haft verurteilt worden ist) ein Politiker der prochinesischen Regierungspartei KMT mit dicklichem breiten Gesicht und hämischem Grinsen auf und erzählte während des Prozesses immer und immer wieder, jeden gottverdammten Mittag, was für ein schlechter Mensch der Expräsident gewesen sei. Jeden Mittag fand sich wieder ein Tross von Journalisten ein, der das immer und immer wieder übertrug, live im Fernsehen. Ja, Chen war korrupt, ja seine Frau auch, jau seine Tochter hat keine Manieren, ja ja ja herrgottnochmal und der Schwiegersohn ist wegen Korruption verurteil und der Hund ist auch kriminell. Ich konnte diese Visage nicht mehr sehen, so als ob einem jeden Tag jemand erzählt, dass Scharping nicht gut schwimmen kann, Kurt Beck sich hätte rasieren sollen und Gabriel (der von der SPD, nicht der Sänger) Übergewicht hat. Stimmt ja alles, aber wenn die regierungsfreundlichen TV-Sender das so einhämmernd immer und immer wieder übertagen, dann sieht man, wie weit es mit Medienfreiheit und Rechtsstaat in Taiwan mittlerweile gekommen ist.
Endlich dann fand sich ein Oppositioneller, der dem eigentümlichen KMT-Politiker names Chiu Yi sein Toupet vom Kopf riss und damit wegegerannt ist. Das war so erfrischend nach all dieser tumben Indoktrination, dass ich vor Begeisterung fast meine Nudelsuppe verschüttet hätte. Doch der Clou, er wurde anschließend zu 5 Monaten Gefägnis verurteilt, nicht aus politischen Gründen, sondern weil er Chiu das Recht genommen habe, schön auszusehen.
Immer druff mit Polizei und Gerichten auf die Opposition, wenn man an der Regierung ist, so funktioniert Demokratie. Jedenfalls in Taiwan, kurz vor der drohenden Vereinigung mit China.
Pah. Link: http://www.da-imnetz.de/nachrichten/welt/toup-von-taiwans-chiu-yi-weggerissen-fuenf-monate-haft-zr-348649.html
War schon im Juni, habe es jetzt erst mitbekommen, weil das Meiste hier auf Chinesisch ist...
Donnerstag, Oktober 22, 2009
Wiedelveleinigung? Pfui Deibel!

Die Taipei Times in Taiwan ist eine der beiden großen englischsprachigen Zeitungen Taiwans, neben der China Post und wie man schon am Namen merkt, sind beide sehr gegensätzlich ausgerichet. Während die China Post für die derzeitige Regierungspartei KMT ist und Taiwan im Wesentlichen als zu China zugehörig ansieht (auch wenn damit die gesamte chinesische Nation und nicht etwa die Volksrepublik China klassischerweise gemeint war), sieht die Taipei Times, die die formale staatliche Unbhängigkeit Taiwans (das formal Republik China heißt) unterstützt, Taiwan eben als eine Art Proto-Republic of Taiwan und tut sich mit dem offiziellen Staatsnamen schwer. Folgerichtig unterstützt die Taipei Times entsprechend die derzeitige taiwanesische Opposition DPP, die für ein demokratisches und selbständiges Taiwan ist und nicht will, dass Taiwan in der Diktatur Chinas aufgeht.
Da der jetzige taiwanesische Präsident Ma Ying-Jeo (er selber würde sich so lieber nicht nennen, da er sich als Chinese sieht) die Wiedervereinigung mit China betreibt (Wirtschaftsunion vollzogen, Gespräche über die politische Union sollen bald folgen), sind Anhänger der Oppostion (DPP und assoziierte Parteien) in Taiwan naturgemäß keine Freunde einer Wiedervereinigung. Interessant, dass die chinakritische Taipei Times daher heute einen Artikel im Internet hat, in dem sie die Zeit betont, in der in der untergehenden DDR die Intellektuellen gegen die Wiedervereinigung mit Westdeutschland waren und lieber eine wahrhaft demokratische DDR wollten (http://www.taipeitimes.com/News/editorials/archives/2009/10/22/2003456530).
Ich erinne mich noch gut an die Zeit, als hin und her diskutiert wurde, ob es nun einen oder zwei deutsche Staaten geben soll und wie das Gesamtding, wenn es denn dazu kommt, heißen soll. Bundesrepublik Deutschland? Deutsches Reich? Deutsche Konföderation? Deutscher Bund?
Offensichtlich haben wir uns entschieden, von der DDR ist wohl nur das Recyclingsystem geblieben, hat mal jemand gesagt.
Nun ja, hoffen wir, dass die Parallelen zwischen der DDR und Taiwan (oft kurz ROC genannt; Republic of China) nicht allzu groß sind, denn es wäre schön wenn eine Daiwanische Demokratische Republik erhalten bliebe, man verzeihe mir die Schreibweise.
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Montag, Oktober 12, 2009
Genosse Mao, der Fernsehstar in Taiwan
Ludigel's Wiedervereinigungskolumne
Teil III: Mao und die VR im Sonntagsabendfernsehen. Und das ohne Alkohol in Reichweite bei Schwiegermutter...
Beim sonntäglichen Fernsehen auf Schwiegermamas Sofa, gleich nachdem ich wieder demonstrativ meinen mitgebrachten Burger verdrückt hatte, überfiel mich eine Kaulähmung und Schluckstarre, obwohl ich mich gerade über Schwiegermamas Obstplatte hermachen wollte. Wer tanzte auf Schwiegermamas Mattscheibe herum? Zig uniformierte Rotarmisten! Dabei schwenkten sie die rote Flagge der Volksrepublik China, während sie ihre dürren Hintern zur Revolutionshimne wackeln ließen, die kleinen Kerle. Um das ganze noch schlimmer zu machen, waren da auch noch Soldaten mit der Flagge der Republik China, ohne VOLKS davor, die ja in Form von Taiwan heute noch weiterexistiert und, man ahnt es schon, die hinternwackelnden Rotarmisten gewannen! Dann fingen die Rotarmisten ganz und gar Ballett zu tanzen an und wackelten vorne und hinten und schwenkten die rote Flagge der VR China, dass mir Schwiegermutters Erdnusskekse fast einen Erstickungsanfall beschert hätten. Wir sind in Taiwan gottverdammt, das sind unsere natürlichen Feinde!
Und schlimmer kam es noch, so dass ich zum Entsetzen meiner nordtaiwanesischen (und damit praktisch chinesischen) Familie einen ausgestreckten Mittelfinger in Richtung Mattscheibe wandern ließ. Der Chinesische Präsident schüttelte lächelnd Hände, dann erschien sogar noch der Schlächter Mao in Form einer Büste und zu guter Letzt wurden Starköche gezeigt, die ihre erstaunlichen Kreationen (das selbe verdammte gekochte weiche süße Bauchfleisch, das wir hier auch in Taiwan haben) vorführen. Schnitt zu Sehenswürdigkeiten in China, wieder Mao, dann wieder wehende VR China-Flaggen, wieder Mao, wieder Essen etc.

Jetzt mal ernsthaft. Komisch, solche Bilder hat unser Propagandafernsehen nicht gezeigt. Todesopfer nach Folter in der VR-China. Anhänger von "Falun Dafa" sind solchem Terror ausgesetzt. Mehr Info etwa hier: LINK
Solch ein prochinesisches Propagandafernsehen hat es früher in Taiwan, wo eine parlamentarische Demokratie mit Mehrparteiensystem herrscht, nicht gegeben. Offensichtlich ist Taiwans neuer prochinesischer Präsident Ma Ying-Jeou bestrebt, das Volk jetzt auch mit Fernsehbilderflut auf die von ihm angestrebte Wiedervereinigung mit China vorzubreiten. Und die stoischen Mienen meiner Verwandten zeigten, wie sehr so etwas schon als normal gilt.
"Aber sie haben doch Maos Neffen da", erklärte meine Frau, während irgendein Kerl vor pompösem Hintergrund interviewed wurde. "I don't give a fuck about Mao's nephew' erklärte ich sensibel und nahm mir noch einen Erdnusskeks. Ich meine, vielleicht finden wir in Deutschland ja auch noch Hitlers Tante irgendwo und interviewen die gute Frau in der Tageschschau, während wir die Reichskriegsflagge schwenken und "Die Wacht am Rhein" singen.
Die Bilderflut hat mir eines vorgeführt, die Wiedervereinigung mit dem diktatorischen Folterstaat VR-China ist unausweichlich. Wenn der Präsident eines Landes, wie eben Ma Ying-Jeou in Taiwan, für eine ausländische Macht arbeitet, eben die VR China und alle das auch noch völlig normal finden, ist der Zug abgefahren.
2012 soll es nochmal freie Wahlen geben. Wenn dann Präsident Ma, der ja lieber Lokalverwalter Taiwans als Präsident wäre, wiedergewählt wird, kommt vermutlich der Anschluss ans chinesische Reich. Wird die Opposition gewählt, droht womöglich eine chinesische Invasion, denn China wird sich dann vielleicht das mit Gewalt holen wollen, was sie jetzt schon ihr Eigen wähnen. Und ich packe meine Koffer hier bis 2012. Ludigel geht, Mao kommt, dann ist doch für weitere Unterhaltung gesorgt.
P.S.: Ob es verfrüht ist, wenn ich derweil schon mal ein Mao-Bild in meinem Cubical aufhänge?
Und kaum war ich zuhause und meine Frau schaltet "Taiwan Superidol", sowas wie "Taiwan sucht den Superstar" ein, wer singt da? Ein schwuchteliger Sänger aus PEKING! Können wir in Taiwan nicht auch "woa ei nie" alleine singen, ohne Hilfe von feuerlöschergesichtigen Sängerknaben aus der VR?
Teil III: Mao und die VR im Sonntagsabendfernsehen. Und das ohne Alkohol in Reichweite bei Schwiegermutter...
Beim sonntäglichen Fernsehen auf Schwiegermamas Sofa, gleich nachdem ich wieder demonstrativ meinen mitgebrachten Burger verdrückt hatte, überfiel mich eine Kaulähmung und Schluckstarre, obwohl ich mich gerade über Schwiegermamas Obstplatte hermachen wollte. Wer tanzte auf Schwiegermamas Mattscheibe herum? Zig uniformierte Rotarmisten! Dabei schwenkten sie die rote Flagge der Volksrepublik China, während sie ihre dürren Hintern zur Revolutionshimne wackeln ließen, die kleinen Kerle. Um das ganze noch schlimmer zu machen, waren da auch noch Soldaten mit der Flagge der Republik China, ohne VOLKS davor, die ja in Form von Taiwan heute noch weiterexistiert und, man ahnt es schon, die hinternwackelnden Rotarmisten gewannen! Dann fingen die Rotarmisten ganz und gar Ballett zu tanzen an und wackelten vorne und hinten und schwenkten die rote Flagge der VR China, dass mir Schwiegermutters Erdnusskekse fast einen Erstickungsanfall beschert hätten. Wir sind in Taiwan gottverdammt, das sind unsere natürlichen Feinde!
Und schlimmer kam es noch, so dass ich zum Entsetzen meiner nordtaiwanesischen (und damit praktisch chinesischen) Familie einen ausgestreckten Mittelfinger in Richtung Mattscheibe wandern ließ. Der Chinesische Präsident schüttelte lächelnd Hände, dann erschien sogar noch der Schlächter Mao in Form einer Büste und zu guter Letzt wurden Starköche gezeigt, die ihre erstaunlichen Kreationen (das selbe verdammte gekochte weiche süße Bauchfleisch, das wir hier auch in Taiwan haben) vorführen. Schnitt zu Sehenswürdigkeiten in China, wieder Mao, dann wieder wehende VR China-Flaggen, wieder Mao, wieder Essen etc.

Jetzt mal ernsthaft. Komisch, solche Bilder hat unser Propagandafernsehen nicht gezeigt. Todesopfer nach Folter in der VR-China. Anhänger von "Falun Dafa" sind solchem Terror ausgesetzt. Mehr Info etwa hier: LINK
Solch ein prochinesisches Propagandafernsehen hat es früher in Taiwan, wo eine parlamentarische Demokratie mit Mehrparteiensystem herrscht, nicht gegeben. Offensichtlich ist Taiwans neuer prochinesischer Präsident Ma Ying-Jeou bestrebt, das Volk jetzt auch mit Fernsehbilderflut auf die von ihm angestrebte Wiedervereinigung mit China vorzubreiten. Und die stoischen Mienen meiner Verwandten zeigten, wie sehr so etwas schon als normal gilt.
"Aber sie haben doch Maos Neffen da", erklärte meine Frau, während irgendein Kerl vor pompösem Hintergrund interviewed wurde. "I don't give a fuck about Mao's nephew' erklärte ich sensibel und nahm mir noch einen Erdnusskeks. Ich meine, vielleicht finden wir in Deutschland ja auch noch Hitlers Tante irgendwo und interviewen die gute Frau in der Tageschschau, während wir die Reichskriegsflagge schwenken und "Die Wacht am Rhein" singen.
Die Bilderflut hat mir eines vorgeführt, die Wiedervereinigung mit dem diktatorischen Folterstaat VR-China ist unausweichlich. Wenn der Präsident eines Landes, wie eben Ma Ying-Jeou in Taiwan, für eine ausländische Macht arbeitet, eben die VR China und alle das auch noch völlig normal finden, ist der Zug abgefahren.
2012 soll es nochmal freie Wahlen geben. Wenn dann Präsident Ma, der ja lieber Lokalverwalter Taiwans als Präsident wäre, wiedergewählt wird, kommt vermutlich der Anschluss ans chinesische Reich. Wird die Opposition gewählt, droht womöglich eine chinesische Invasion, denn China wird sich dann vielleicht das mit Gewalt holen wollen, was sie jetzt schon ihr Eigen wähnen. Und ich packe meine Koffer hier bis 2012. Ludigel geht, Mao kommt, dann ist doch für weitere Unterhaltung gesorgt.
P.S.: Ob es verfrüht ist, wenn ich derweil schon mal ein Mao-Bild in meinem Cubical aufhänge?
Und kaum war ich zuhause und meine Frau schaltet "Taiwan Superidol", sowas wie "Taiwan sucht den Superstar" ein, wer singt da? Ein schwuchteliger Sänger aus PEKING! Können wir in Taiwan nicht auch "woa ei nie" alleine singen, ohne Hilfe von feuerlöschergesichtigen Sängerknaben aus der VR?
Mittwoch, Oktober 07, 2009
Was falsch läuft mit Taiwan...
... ist die Tatsache, dass es eine parlamentarische Demokratie ist, man aber nicht mal den Namen "Taiwan" sagen kann, ohne das chinesische Funktionäre anfangen zu toben (China beansprucht Taiwan als eigenes Territorium) oder das westliche Politiker schon profilaktisch auf Distanz gehen (weil ja China verärgert sein könnte, wenn sie das "Falsche" sagen).
Die momentane prochinesische Regierung Taiwans nimmt das Wort Taiwan auch ungern in den Mund, sondern faselt immer von der chinesischen Provinz Taiwan, dabei ist das Land in der Praxis ein unabhängiger Staat, der im Gegensatz zu China die Menschenrechte respektiert.
Auf diesem Foto in der TAIPEI TIMES (LINK) gibt Taiwan wiedermal nach. Bei einer Sportveranstaltung (amerikanischer NBA-Basketball) wird der Schriftzug
TAIWAN WELCOMES THE NBA
ersetzt durch
TAIPEI WELCOMES THE NBA
Warum schreiben wir nicht gleich
CHINA WELCOMES THE NBA. YOU ARE IN FUCKING PEKING HERE. GO AND SEE MAO AND THE GREAT WALL.

Drohend schwebt die chinesische Faust über Taiwan und seiner Hauptstadt Taipei (fangt jetzt nicht mit "Verwaltungssitz" an). Das Foto zeigt allerdings eine Skulptur vor dem neuen Computex Messegelände in Taipei
Die momentane prochinesische Regierung Taiwans nimmt das Wort Taiwan auch ungern in den Mund, sondern faselt immer von der chinesischen Provinz Taiwan, dabei ist das Land in der Praxis ein unabhängiger Staat, der im Gegensatz zu China die Menschenrechte respektiert.
Auf diesem Foto in der TAIPEI TIMES (LINK) gibt Taiwan wiedermal nach. Bei einer Sportveranstaltung (amerikanischer NBA-Basketball) wird der Schriftzug
TAIWAN WELCOMES THE NBA
ersetzt durch
TAIPEI WELCOMES THE NBA
Warum schreiben wir nicht gleich
CHINA WELCOMES THE NBA. YOU ARE IN FUCKING PEKING HERE. GO AND SEE MAO AND THE GREAT WALL.

Drohend schwebt die chinesische Faust über Taiwan und seiner Hauptstadt Taipei (fangt jetzt nicht mit "Verwaltungssitz" an). Das Foto zeigt allerdings eine Skulptur vor dem neuen Computex Messegelände in Taipei
Mittwoch, September 16, 2009
Ich liebe Taiwan (noch ist es ja da)
Die Links auf meine schlimmsten Taiwan-Hass-Posts, wenn ich mal wieder einen Taiwankoller hatte, sind überall im Blog verschwunden, he he. Mittlerweile gefällt mir Taiwan wieder, seit ich nämlich aktiv meinen Weggang betreibe, ein eigentlich grausamer Effekt.
Gerade hatte ich einen riesige kostenlose Rindfleischnudelsuppe in der Firma, köstlich!
Auf der Computex sprach mich ein mir unbekannter Kollege an, der auch noch einen deutschen (Wahl?-)namen hatte und wollte wissen, ob mir Taiwan gefiele. "Nur die Rindfleischnudelsuppe und die Damen", entgegnete ich, weil ich gerade dabei war, Messehostessen zu fotografieren. Er war ein liebenswürdiger Kerl, aber ich wollte ihn schnell loswerden, schließlich haben meine Blogleser ein Recht auf Information! [Bitte jetzt Lou Grant hinter seinem Schreibtisch vorstellen]

Longshan Tempel Taipei. Nix wie hin, bald ist es der Lustgarten von Xing Um Lei Tung, dem rotchinesischen Minister für Taiwanfragen
Aber mal Spaß beiseite, langfristig in Taiwan zu bleiben geht wohl nicht. Meine Eltern verlangen, dass ich mich zumindest manchmal um das Ablesen der Gasheizung kümmere, mein Eurokontostand hat die Schwindsucht, seit meine Frau alles in Taiwandollar verwaltet und in die Rentenversicherung zahle ich auch schon Jahre nicht mehr ein. Außerdem stellt sich noch die Frage, wie geht es mit Taiwan 2012 weiter? Wir werden da noch einmal eine Präsidentschaftswahl haben, eine freie Wahl noch mal, denke ich, aber was wird dann? Oder wird der prochinesische Präsident Ma sogar die Wahl 2012 abblasen, weil er Angst um seine Wiederwahl hat? Scheinbar ist er ja momentan so populär wie dieses unheimliche Jucken, das man hier im Sommer öfter an irgendwelchen Stellen hat.
Wenn er wiedergewählt wird, wird es entweder einen Anschluss an China geben (oh graus, muss ich dann mein Blog löschen oder diesen verdammten Aushilfshitler Mao lobpreisen?) oder Taiwan kriegt HongKong-Status (wie ist es dann mit der Meinungsfreiheit?)
Oder er lässt sich halt erst garnicht wählen.
Wird die Opposition 2012 gewählt und will die Vereinigung mit China in letzter Minute verhindern, dann droht wieder mal Krieg mit China, weil sie sich sicher nehmen wollen, was sie schon fast sicher hatten.
Halt Stop! Wie bin ich jetzt von "ich liebe Taiwan" schon wieder auf so ein Horrorszenario gekommen?
Grins....
Ludigel
Gerade hatte ich einen riesige kostenlose Rindfleischnudelsuppe in der Firma, köstlich!
Auf der Computex sprach mich ein mir unbekannter Kollege an, der auch noch einen deutschen (Wahl?-)namen hatte und wollte wissen, ob mir Taiwan gefiele. "Nur die Rindfleischnudelsuppe und die Damen", entgegnete ich, weil ich gerade dabei war, Messehostessen zu fotografieren. Er war ein liebenswürdiger Kerl, aber ich wollte ihn schnell loswerden, schließlich haben meine Blogleser ein Recht auf Information! [Bitte jetzt Lou Grant hinter seinem Schreibtisch vorstellen]

Longshan Tempel Taipei. Nix wie hin, bald ist es der Lustgarten von Xing Um Lei Tung, dem rotchinesischen Minister für Taiwanfragen
Aber mal Spaß beiseite, langfristig in Taiwan zu bleiben geht wohl nicht. Meine Eltern verlangen, dass ich mich zumindest manchmal um das Ablesen der Gasheizung kümmere, mein Eurokontostand hat die Schwindsucht, seit meine Frau alles in Taiwandollar verwaltet und in die Rentenversicherung zahle ich auch schon Jahre nicht mehr ein. Außerdem stellt sich noch die Frage, wie geht es mit Taiwan 2012 weiter? Wir werden da noch einmal eine Präsidentschaftswahl haben, eine freie Wahl noch mal, denke ich, aber was wird dann? Oder wird der prochinesische Präsident Ma sogar die Wahl 2012 abblasen, weil er Angst um seine Wiederwahl hat? Scheinbar ist er ja momentan so populär wie dieses unheimliche Jucken, das man hier im Sommer öfter an irgendwelchen Stellen hat.
Wenn er wiedergewählt wird, wird es entweder einen Anschluss an China geben (oh graus, muss ich dann mein Blog löschen oder diesen verdammten Aushilfshitler Mao lobpreisen?) oder Taiwan kriegt HongKong-Status (wie ist es dann mit der Meinungsfreiheit?)
Oder er lässt sich halt erst garnicht wählen.
Wird die Opposition 2012 gewählt und will die Vereinigung mit China in letzter Minute verhindern, dann droht wieder mal Krieg mit China, weil sie sich sicher nehmen wollen, was sie schon fast sicher hatten.
Halt Stop! Wie bin ich jetzt von "ich liebe Taiwan" schon wieder auf so ein Horrorszenario gekommen?
Grins....
Ludigel
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Mittwoch, September 02, 2009
KMT und "Bambusgang"-Triade gegen Dalai Lama
Wie bereits berichtet boykotiert die chinafreundliche KMT-Regierung Taiwans unter Präsident Ma Ying-Jeou den Besuch des Dalai Lama in Taiwan (LINK), auch wenn der Präsident sich gezwungen sah, dem Dalai Lama die Einreise zu erlauben. Ma konnte die Einreise nicht mehr verweigern, nachdem die taiwanesische Regierung sehr spät Opfern des Marakot-Taifuns geholfen hat, Ma entsprechend in die Kritik geriet und der Dalai Lama in Taiwan nun einen Gedenkgottesdienst veranstaltet. Neben abschätzigen Kommentaren der KMT gegen den Dalai Lama (siehe vorheriger Link) erfolgte nun eine Art von Drohung seitens der sog. Bambus-Gang, der Triade, die Nordtaiwan beherrscht und der man nachsagt, traditionell mit der KMT verbandelt zu sein (LINK). Die Drohung ist hier in der Taipei Times nachzulesen (LINK) und bestätigt wieder mal, dass die KMT der legale Arm der Bambusgang ist. KMT und Bambustruppe sind zur Zeit dabei (nur!) auf Parteiebene die Vereinigung Taiwans mit China zu verhandeln. Klar, dass die Bevölkerung oder gar Reigerungsstellen Taiwans da nicht zu vermelden haben, wenn sich Syndikate wie KMT/Bambusgang und die chinesische kommunistische Partei und ihre angeschlossenen Triaden vereinigen...
Montag, August 31, 2009
Dalai Lama in Taiwan: Regierung versteckt sich
...unter dem Tisch
Im Jahre 2001 war der Dalai Lama ein gern gesehener Gast in Taiwan, wurde vom jetzigen Präsidenten Ma Ying-Jeou (KMT) noch herzlich empfangen, damals war Ma wohl Bürgermeister von Taipei, wenn ich das richtig zusammenkriege. Diesmal ist Ma Präsident und mitten in Wiedervereinigungsgesprächen mit China (eigentlich ist es eine Vereinigung und keine Wiedervereinigung, weil Taiwan nie Teil der Volksrepublik China war) und vermeidet deshalb alles, was Peking verärgern könnte. Entprechend trifft er den Dalai Lama nicht und der Sprecher der Regierungspartei KMT ließ verkünden, der Dalai Lama käme nur, um für Ärger in Taiwan zu sorgen (LINK). Genau, liebe prochinesische KMT, der Dalai Lama ist ein Halbstarker, der nichts als Ärger macht, dafür ist er in der Welt bekannt. Und jetzt husch wieder zurück zu euren chinesischen Herren, die euch vorgeben, was ihr zu denken und zu sagen habt. Übrigens finden die Vereinigungsgespräche nur auf Parteiebene zwischen chinesischer kommunistischer Partei und taiwanesischer KMT statt, nicht auf zwischenstaatlicher Ebene.
Im Jahre 2001 war der Dalai Lama ein gern gesehener Gast in Taiwan, wurde vom jetzigen Präsidenten Ma Ying-Jeou (KMT) noch herzlich empfangen, damals war Ma wohl Bürgermeister von Taipei, wenn ich das richtig zusammenkriege. Diesmal ist Ma Präsident und mitten in Wiedervereinigungsgesprächen mit China (eigentlich ist es eine Vereinigung und keine Wiedervereinigung, weil Taiwan nie Teil der Volksrepublik China war) und vermeidet deshalb alles, was Peking verärgern könnte. Entprechend trifft er den Dalai Lama nicht und der Sprecher der Regierungspartei KMT ließ verkünden, der Dalai Lama käme nur, um für Ärger in Taiwan zu sorgen (LINK). Genau, liebe prochinesische KMT, der Dalai Lama ist ein Halbstarker, der nichts als Ärger macht, dafür ist er in der Welt bekannt. Und jetzt husch wieder zurück zu euren chinesischen Herren, die euch vorgeben, was ihr zu denken und zu sagen habt. Übrigens finden die Vereinigungsgespräche nur auf Parteiebene zwischen chinesischer kommunistischer Partei und taiwanesischer KMT statt, nicht auf zwischenstaatlicher Ebene.
Freitag, Juli 31, 2009
Klub der toten Lehrer (THE TEACHING DEAD)
Ein kompletter Zombiefilm im Taiwanblog! Und Sie brauchen nicht mal einen Videoplayer!
Führen wir den Gedanken einer Zombieinvasion in Taipei, Taiwan (LINK) weiter. Der Film sollte THE TEACHING DEAD heißen und zeigt, neben den in Zombies verwandelten Einheimischen, auch die ohnehin schon merkwürdige (ich bin ja auch hier) Expatgemeinde Taiwans.
ERSTER AKT: „Morgenstund in Taipei; Samstag“
Szene 1:
Ein wie üblich mit mordsmäßigem Kater erwachender Ausländer aus der angelsäsischen Welt zwängt seinen Bierbauch in ein viel zu enges, fleckiges T-Shirt, stolpert fast über Whiskyflaschen, schnippt schnell einen leeren Joint in den Mülleimer, rein in kurze Sporthose und Sandalen und fertig ist der Englischlehrer.
Im Treppenhaus des verslumten Baus begegnet ihm ein bleicher alter Mann (natürlich ein Taiwanese, wir sind ja schließlich in Taiwan), der mit weit aufgerissenen Augen röchelt und große Brocken auf die Treppenstufen spuckt. Ungerührt geht unser Englischlehrer, nennen wir ihn Bob, an dem alten Mann vorbei. Der ist jeden Morgen da, das kenne ich auch aus meiner letzten Mietwohnung in Taipei.
Ab in seinen 10 Jahre alten Ford TELSTAR, ein schwarzer Mazda 626-Verschnitt, dessen schwarzer Lack von all dem sauren Regen längst weißlich verkrustet ist. Aus dem Radio plärrt Hardrock, während Bob sein abgewracktes Auto im Slalom um die taiwanesischen Verkehrsteilnehmer herumsteuert und ihm vor die Motorhaube ziehenden Mopeds im letzten Moment ausweicht. Verkatert wie er ist, entgeht ihm dabei, dass manche der wild herumkurvenden Mopedfahrer vor merkwürdig blutbeschmierten Menschen mit watscheligem Gang flüchten, aber andererseits fahren die Mopedfahrer immer so.
Ein abgebrühter Expat nicht eine Zombieinvasion in Taiwan kaum wahr, ist er doch bereits täglichen, unbeschreiblichen Horror gewöhnt. Wie dieses Mini-Plastikessen mit Plastikgeschmack und kleinem Plastikbesteck...
Szene 2:
Bob hält brav an einer Ampel an, neben ihm steht ein rosa Kleinwagen der Marke „Formosa“. Da rast von hinten einer der gefährlichen dunkelblauen Pickup-Lieferwagen ohne Firmenbezeichnung heran, die Ausländer auch als „Blue Truck of Death“ bezeichnen, weil ihre Fahrer niemals bremsen. Während Bob einen Ketchupfleck von seinem T-Shirt pult, kracht der blaue Kleinlastwagen mit voller Fahrt in den vor ihm an der Ampel stehenden rosa Kleinwagen und schiebt ihn die Kreuzung hinein; der Laster selbst kommt neben Bobs Auto zum Stehen. Ein über die Kreuzung rasender riesiger grauer Lastwagen kracht in den auf die Kreuzung geschobenen rosa Kleinwagen und schiebt ihn einfach vor sich her, das dauert keine Sekunde. Bob bemerkt von all dem nichts, schließlich pult er immer noch an seinem Fleck herum, während aus dem Radio „Another one bites the dust bin“ von Queen dröhnt. Bob ist schließlich mit Pulen fertig und sieht durch das Beifahrerfenster zum blauen Kleinlaster herüber. Der Laster hat die Scheibe herunter gekurbelt und Bob sieht einen bleichen (natürlich einheimischen) Fahrer, der zu ihm mit toten Augen herübersieht, unmotiviert grunzt, während eine dunkelrote Soße aus seinem Mund in Strömen auf das T-Shirt tropft (Blut?).
„Verdammter Betelnusspriem“ sagt Bob nur und gibt kräftig Gas, als die Ampel auf Grün schaltet. Schließlich kennt er die Angewohntheit von Taiwans Arbeiterklasse, ständig dunkelroten Betelnusspriem auszuspucken, zur Genüge.
Instinktiv rettet er minirocktragende Einheimische (nur weibliche)
Szene 3:
Bob parkt seinen alten Wagen im Parkverbot vor der Englischschule, eine der üblichen Kindergärten mit Englischunterricht, in die Taiwans Familien gerne ihre Kinder am Wochenende und auch Nachmittags die Woche über schicken und schließt den Wagen ab. Er sieht nicht, dass eine Horde schreiender Kinder aus dem Eingang der mit „UNCLE WONG’S INTERNATIONAL ENGLISH ANGLES…FUN, QUALIFY, GREAT” beschrifteten Schule gelaufen kommt, verfolgt von zwei untoten und blutüberströmten taiwanesischen Hilfslehrern, weil er gerade ein junges Minirock tragendes Mädchen beobachtet, das auf der anderen Straßenseite ihren Lippenstift neu aufträgt und auch nichts vom Chaos um sie herum mitbekommt. Bob betritt die Englischschule. Als ihm mehrere schreiende Kollegen, allesamt auch Ausländer, mit rudernden Armen entgegenkommen, bleibt er aber erschreckt stehen. „Verdammt, schon wieder eine Polizeirazzia?“, ruft er den flüchtenden Kollegen fragend hinterher und versteckt sich routiniert im Wandschrank. Dabei murmelt er „verdammt, muss mir doch mal eine Aufenthaltsgenehmigung besorgen“ vor sich hin und schließt die Türe.

... und auch untotes Essen auf dem Teller, das sich noch bewegt, kann unseren Expat nicht verschrecken!
Szene 4:
Im Schrank ist es völlig dunkel und wir hören schließlich die zombietypischen Knurrlaute, offensichtlich hat sich hier im Wandschrank ein Zombie zusammen mit dem ahnungslosen Bob versteckt. Bob beleuchtet den Wandschrank mit einem Taschenfeuerzeug und wir sehen das unheimliche Gesicht eines bleichen ausgemergelten Kollegen von Bob, Speichel läuft ihm aus dem Mund, seine Augen blicken tot, offensichtlich ist er ein Zombie.
„Verdammt Jim, hast du dich gestern auf der Party im FLYING PIG wieder vollaufen lassen?“, fragt Bob in ungerührt. „Wir haben doch Lehrerversammlung heute.“
Zombie-Jim öffnet unterdessen den Mund und will Bob offenkundig beißen, doch Bob hält ihm plötzlich eine Packung Zigaretten hin, in die der Zombie stattdessen beißt. „Hier, die Packung schulde ich dir noch“, sagt Bob.
Draußen vom Flur her hört man Geschrei und umfallende Stühle, Tische etc. Bob lacht nur und sagt „verdammt Kinderbande, die sind ja heute wieder gut drauf!“ und wendet sich an seinen Kollegen Jim: „Na Jim, freust du dich schon drauf, die verdammten Plagen zu unterrichten?“. Da öffnet Jim wieder den Mund, sehr weit, um Bob zu beißen und gibt dabei einen Ton von sich, der wie ein gegrunztes „JAAAAAAArrrr“ klingt. Verwirrt guckt ihn Bob an. „Jaaaaaaa? Du freust dich auf den Unterricht? Jim, stimmt mit dir irgendwas nicht?“, fragt Bob verwirrt.
Szene 5:
Von außen sieht man die Wandschranktür auffliegen und Bob kommt schreiend heraus gerannt. „Hiiiilfe! Zombies! Zombies!“ ruft er mit wedelnden Armen und rennt den mittlerweile verlassenen Flur entlang. Prompt kracht er die Arme eines in seine schwarz-graue Uniform gekleideten taiwanesischen Polizisten. „Ausländerpolizei“, sagt dieser zu Bob. „Zeig mir mal deine Arbeitserlaubnis, Laowai“, die ironische bezeichnung „Laowai“ für Ausländer verwendend.
„Zombies! Zombies!“ schreit Bob den Polizisten stattdessen an.
„Ja gut, klar“, antwortet dieser, ich weiß, dass ich in einer Vorschule mit lauter Laowai bin, schon klar…“. Bob reißt sich kopfschüttelnd los und flüchtet weiter den Flur entlang.
„He! Ihre Arbeitserlaubnis bitte!“, ruft ihm der Polizist nach.
Jetzt sieht man den Zombie Jim, der mit klaffendem Schlund ins Bild springt und dem Polizisten die Kehle zerreist [dies wird die Lieblingsszene aller Englischlehrer in Taiwan].
... und dem auch ein Fischgericht in der Kantine nur ein müdes Lächeln abringt...
ZWEITER AKT: Überlebenskampf in Taipei
Szene 1:
Auf den Straßen herrscht Chaos, überall umgefallene Mopeds, zusammengestoßene Autos, eben praktisch das normale Straßenbild in Taipei. Tote und verletzte auf den Straßen, manche stehen als Zombies wieder auf (das tun sie sonst allerdings ehr selten). Bob nimmt einem sterbenden Polizisten seine Handfeuerwaffe und seinen Knüppel ab und rennt zu seinem geparkten Auto. Er will gerade die Autotür des alten Fords aufschließen, da ist plötzlich ein makelloser Polizist zur Stelle, der scheinbar von dem Chaos nicht mitbekommt. „HALT Laowai!“, ruft der Polizist und Bob starrt ihn verständnislos an. „Wir sind gerufen worden, weil hier ein Ausländer mit einem Auto rumhantiert“, erklärt der Beamte. „Bitte Fahrzeugpapiere und … Auftenthaltsgenehmigung!“, fordert der Beamte. Da bleibt Bob nichts anderes übrig, als zu Fuß weiter zu flüchten.
Szene 2:
Bob flüchtet in einen der zahlreichen Kiosksupermärkte der Kette „Seven-Eleven“. Hinter der Verkaufstheke steht eine niedliche junge Taiwanesin, außer ihr ist noch ein anderer Ausländer im Laden. Der blonde junge Mann ist offensichtlich auch ein Untoter und bewegt sich mit schlacksigen, steifen Bewegungen auf die Theke und die junge Frau zu. Die junge Dame sieht ihm ungerührt entgegen und begrüßt auch den hektisch hereinstürzenden Bob mit einem freundlichen Lächeln und der üblichen „Gwendoaling“-Begrüßung. Während Bob hinter Regalen in Deckung geht, taumelt der blonde Zombie weiter zum Tresen, stützt sich schwerfällig auf der Tischplatte ab und grunzt zombietypisch, während eine große Menge Schleim aus seinem Mund auf den Tresen tropft.
„Oh, nicht schon wieder so ein Anmacheversuch“, murmelt die hübsche junge Frau vor sich hin und wischt ungerührt den Schleim weg. Sie holt eine Packung Zigaretten und einen Flachmann unter der Theke hervor und stellt sie vor den wartenden Zombie. „Wie üblich“, sagt sie mit einstudiertem freundlichen Lächeln.
Als der Zombie nach der jungen Frau greifen will, kann sie ein herbeistürzender Bob gerade noch wegziehen. „Zombies! Wir müssen hier weg!“, schreit sie Bob an.
„Oh, das ist mal ein neuer Anmacheversuch von euch Englischlehrern“, sagt sie nur lächelnd und Bob kann sie gerade noch wegziehen, als der unbekannte blonde Zombie sich erneut auf sie stürzen will.
„Sag mal, dein Freund hier macht die Anmache jetzt seit Wochen…“, sagt die junge Frau.
„Wir müssen hier weg! Bei mir können wir uns verbarrikadieren!“, sagt Bob und zieht die junge Frau aus dem Geschäft (Zeit für die Kameraführung, sich ausgiebig ihrem Extremminirock zu widmen).
„Äh… bist du verheiratet? Hast du eine Freundin?“, fragt die verwirrte junge Frau nur, während sie Bob durch das Chaos zieht. „Meine Mutter sagt ja, ich soll mich nicht mit Laowai verabreden, ihr seid alle so sexbesessen, sagt sie. Schon wegen der langen Nasen…“. Bob zieht die plappernde Frau einfach weiter durch das Chaos.
Szene 3:
Die beiden rennen vorbei an einem Kaufhaus. Links und rechts neben dem Eingang haben sich uniformierte Frauen in hübschen grauen Kleidern mit hochhackigen Schuhen aufgebaut, die sich vor jedem Kunden stoisch verbeugen. Die fahren auch mit der Verbeugerei fort, als eine Menge Kunden vor einer Horde Zombies flüchtet…
Sie verbeugen sich auch vor den Zombies ohne Hinzugucken…
Bob und die junge Frau hasten vorbei. „Mein Name ist übrigens Amy“, stellt sie sich vor, „Ja, ja“, sagt Bob, „ihr sucht euch die Namen alle von der ersten Seite im Englischbuch aus“, fährt er fort, während er einem heranrasenden Zombie in den Kopf schießt, woraufhin dieser sofort bewegungslos umfällt.
„Es stimmt wirklich, dass ihr Ausländer aggressiv seit und euch immer so leicht aufregt, oder?“, fragt Amy.
Da bleibt Bob stehen. Während überall das Chaos um sie herum tobt, fragt er sie: „Sag mal Amy, was stimmt eigentlich mit dir nicht? Kriegst du hier vom dem ganzen Chaos gar nichts mit oder was?“ Da steckt Amy verlegen einen Finger in den Mund und sagt mit Kleinmädchenstimme, „nun, ich bin ein bisschen kurzsichtig, aber eine Brille sieht so doof aus…“. Kopfschüttelnd zieht sie Bob weiter, als sie sagt: „Du hast da übrigens einen Ketschupfleck auf dem T-Shirt. Esst ihr Laowai eigentlich immer Burger und Ketchup?“

Die "Taiwan... touch your heart" T-Shirts der alten pro-taiwanesischen Regierung Taiwans sind furchterregend, wenn man sie sich an einem Zombie vorstellt. Die neue, antitaiwanesische und prochinesische Regierung Taiwans hat den Slogan mittlerweile verschwinden lassen, weil wir jetzt ja "China" sind.
Szene 4:
Bob und Amy sind in einen Hinterhof gedrängt, es scheint keinen Ausweg zu geben! Während sich eine große Horde Zombies näher und näher drängt, sagt Amy:
„Weißt du, worüber ich mir wirklich Sorgen mache: Wie sollen wir bloß unsere Kinder großziehen, wenn wir nicht zu meiner Mutter kommen können… und wenn jetzt die Zivilisation zusammengebrochen ist, dann gibt es ja nicht mal mehr Fernsehen und Computer. Wie sollen da unsere Kinder aufwachsen?“
Unterdessen drängt die Zombiehorde unerbittlich näher und Bob hat seine letzte Patrone verschossen. Es bleiben noch mindestens dreißig Zombies! Während sich Bob die Haare rauft, sagt Amy:
„Ich möchte aber, dass unsere Kinder viele Sprachen können, Englisch und Deutsch und auch Australisch.“
… Bob schmeißt verzweifelt seine leere Pistole in die Menge….
„Warte mal, du bist doch Laowai. Dann können wir ja einen eigenen Kindergarten aufmachen, Englischlehrer gibt es jetzt ja nicht mehr so viele…“, überlegt Amy.
Verzweifelt versucht Bob unterdessen, die Zombies mit seinem Gummiknüppel abzuwehren.
„Vielleicht sollten wir einen Zombieverleih aufmachen“, überlegt die taiwantypisch geschäftstüchtige Amy laut. „Schließlich darf man an Feiertagen nur mit drei Passagieren auf dem Highway fahren! Manche Leute werden sich da ein bis zwei Zombies leihen wollen, damit sie auf die Schnellstraße dürfen….“, überlegt Amy weiter.
Gerade als man denkt, jetzt haben die Zombies Amy und Bob in der Falle, hat Bob die rettende Idee.
„HELLO!“, ruft er den heranrückenden Zombies laut entgegen und winkt ihnen naiv wie ein kleines Kind zu. Da geschieht das unglaubliche, die Zombies bleiben stehen, winken genauso zurück, grinsen infantil und geben im Chor ein kehliges „HELLLLLOOOOOO“ von sich.
Bob schnappt sich Amy, die gerade die Eröffnung eines Zombiewaschsalons vorschlägt und kann mir ihr durch die starr winkenden Zombies entkommen.
(Gut, die Szene ist ein bisschen für Insider)
Nachdem die Zombieplage unter Kontrolle ist, werden die Zombies (hier links ein Laowai-Zombie) nicht nur (wieder) als Englischlehrer verwendet, sondern auch für das in Taiwan dann beliebte "Lenn schnellel als del
Zombie"-Spiel. Zur Sicherheit mit zwei getrennten Laufbahnen.
Szene 5:
Wieder hasten Bob und Amy durch die Wellblechstraßen Taipeis, verfolgt von einer Horde Zombies. „Warte mal, wir müssen hier lang, da müssten wir aus der Stadt heraus kommen. Alley 342, Lane 66, WenLung East First Road…. Ne, oder müssen wir Alley 66, Lane 42, WenLong East Second Road nehmen… hmmm“
Egal, sie müssen weiter flüchten und gelangen wieder in eine Sackgasse, wie könnte es auch sonst sein.
„Eine zombiefreie Pension, das wäre sicher auch was“, überlegt Amy laut. „Wo ist die?“, fragt Bob verzweifelt. „Zeig mir den Weg, Amy, wir müssen hier weg!“.
„Nein, nein, ich meine als Geschäftsidee für die Zukunft“, stellt Amy kichernd klar.
Hastig zieht Bob die vor sich hin murmelnde Amy weiter. „Wir müssen aber noch zum Wahrsager, ob wir zusammenpassen. Was bist du eigentlich für ein Sternzeichen?“, fragt sie Bob.
Bob zieht sie einfach weiter. Sie haben das Ende der neuen Sackgasse erreicht und wieder nähert sich ein erdrückender Pulk Zombies.
„Und wie ist eigentlich deine Blutgruppe, Bob?“
„Jedenfalls nicht Z“, antwortet dieser genervt.
„Wie, Z?“, fragt Amy. „Das ihr dummen Ausländer aber auch nie eure Blutgruppe wisst…“, sie schüttelt den Kopf und kichert. „Wie wollt ihr da wissen, ob ihr zu euerer Partnerin überhaupt passt…“
Verzweifelt sieht sich Bob nach einer Waffe um, doch außer sechs Straßenhunden, zwanzig Mopeds, drei kompletten Hauseinrichtungen verstorbener Onkel und Tanten, neunzehn Müllhaufen und sieben fahrbaren Fressbuden ist auf dem kleinen Hinterhof absolut nichts zu finden.
Die Zombies nähern sich jetzt von allen Seiten, strecken stöhnend ihre Arme aus und man meint, es sind nur noch Sekunden, bis Amy und Bob erledigt sind. Da hat Bob wieder die rettende Idee.
„Wo geht es hier zum Bahnhof?“, fragt er laut. Da geschieht das Wunder. Die Zombies halten plötzlich inne, blicken unsicher umher und verkeilen sich schließlich hoffnungslos ineinander, weil sie alle ihre Arme steif in alle möglichen Himmelsrichtungen zeigen lassen.
(OK, das ist wieder ein Insiderwitz. Aber fragt mal in Taipei nach dem Weg. Ihr werdet es erleben…)
Wieder können unsere Helden Amy und Bob entkommen. „Zu mir können wir nicht. Wo können wir bloß hinflüchten?“, fragt Bob verzweifelt.
„Hier gibt es keine Love-Hotels wie in Japan“, sagt Amy zerknirscht.
Erst als Zombie konnte Englischlehrer Jim B. seinen ersten chinesischen Satz sagen. "WOOOOOAAAAAAA EI NIIIIIIIIIIIIIIIIIE" (Ich liebe dich) geht als Zombie so viel leichter zu sprechen, insbesondere das erste Wort. Hier bei der folgenden Preisverleihung ist Jim B. leider nicht im Bild, weil umgefallen.
DRITTER AKT: Flucht an den Hafen
Szene 1:
Bob und Amy scheint die Flucht zu gelingen. Sie steuern mit einem gefundenen Jeep in schneller Fahrt auf einen Hafen zu. Der Jeep rast an einer Gruppe offensichtlich lebendiger Menschen (6 Personen) vorbei, die von drei Zombies bedroht werden. Da rast ein Polizist zu Fuß heran und stellt sich schützend vor die Menschengruppe. Er zieht seine Pistole und feuert wild in der Gegend herum, auf die Zombies zielend.
Während der Jeep aus der Szene rast, sieht man noch, wie die 6 Menschen tot umfallen, jeder mit einer großen Schusswunde auf der Brust und die drei Zombies über den schreienden Polizisten herfallen.
Ehrlich, so was habe ich hier schon oft in der Zeitung gelesen. Also, ohne Zombies natürlich.
Szene 2:
Bob entnimmt einem mit einer Schusswunde in der Stirn daliegenden Polizisten seine Pumpgun und seine Handfeuerwaffe. Amy und Bob stiebeln jetzt routiniert durch Zombiehorden über das Hafengelände. Förmlich gelangweilt gibt Bob Schüsse aus den Waffen ab und erledigt damit routiniert die einheimischen Zombies durch Kopfschüsse. „Wir finden jetzt ein schnuckeliges Boot und ziehen zu meinen Eltern nach Iowa“, erklärt Bob seiner Amy zwischen den Schüssen. „Dachte ich mir doch, dass ich in Taiwan endlich eine Frau finde“, murmelt er kaum hörbar vor sich hin, während er nachlädt (he, dies ist ein realistischer Film, hier wird nachgeladen!).
„Kriege ich da des Morgens auch Joh zum Frühstück?“, fragt Amy mit großen Augen, das in Taiwan übliche traditionelle chinesische Reissuppenfrühstück „Joh“ meinend. „Woher weißt du von meinem Bruder Joe?“, fragt Bob verwirrt zurück.
Gähnend gibt sich Bob weiter dem Zombieabschlachten hin und schießt mit besonderer Freude einem in einem schwarzen Lexus-Geländewagen herumzappelnden Zombie eine Kugel zwischen die Augen („Das wollte ich schon immer mal machen“, murmelt er dabei -der Grund ist in diesem VIDEO zu sehen), da bemerkt er eine Abteilung Soldaten, die sich von einem Landungsboot gerade schwer bewaffnet aufs Land begeben. Bob sieht ihre Flagge. Es ist das blutrote Banner der Volksrepublik China!
Bob schreit aus Leibeskräften, während er einen herannahenden Zombie mit halb weggeschossenem Gesicht mit einem Klaps abwehrt. „Die Chinesen! Die Chinesen sind da! Wir müssen weg!“, ruft er Amy zu.
„Wo denn?“, fragt die kurzsichtige Amy. „Da!“, schreit Bob aufgeregt. „Aber das ist doch prima“, bemerkt Amy. „Die bringen Geld ins Land und die Wirtschaft wieder in Gang, sagt unser Präsident.“
Verzweifelt zieht Bob seine junge, mandeläugige Schönheit zu einem Boot im Hafen. Weit sind seine Augen vor Panik aufgerissen, als er die Soldaten beobachtet. „Wir müssen hier schnell weg!“
Während Bob und Amy mit dem kleinen Boot aus dem Hafen auf das offene Meer steuern, schneiden wir rüber…
Szene 3:
… in den Präsidentenpalast in Taipei. Dort sieht man eine Gruppe chinesischer Volksarmisten, die den offensichtlich in einen Zombie verwandelten Schleim spuckenden – und allgemein Chinafreundlichen - taiwanesischen Präsidenten Ma Ying-Jeou in einen sauberen Anzug stecken und ihm etwas Makeup auftragen. Sie buchsieren ihn zu laufenden Fernsehkameras hin. Jemand stellt ein Tonband an. Mit seinen toten Augen guckt der Präsident in die Kamera und wippt mit dem Oberkörper von links nach rechts. Während roter Schleim aus seinem Mund läuft, tönt vom Tonband. „Wir sind China. Wir sind eine Provinz Chinas. Wir sind Chinesen. Wir lieben China. Die Volksrepublik China besteht aus der Festlandregion und der Region Taiwan… Wir sind China…“
Wir blenden über zu…
Szene 4:
Wir sehen, wie chinesische Soldaten unter der Flagge der Volksrepublik die Ordnung auf den Straßen Taipeis wieder herstellen. Ein Paar sitzt in seinem Auto und sieht auf das in das Armaturenbrett eingelassenen Fernsehgerät, das die Ansprache des untoten Präsidenten zeigt, der gerade alten, dunkelroten Blutschleim spuckt.
„Hmmm….“, sagt die Frau zu ihrem Mann. „Ich wusste gar nicht, dass Präsident Ma Betelnüsse kaut…“
Szene 5:
Wir sehen, wie Bob und Amy mit ihrem Boot auf eine kleine paradiesische Insel zusteuern. Bob küsst Amy lang und innig und schiebt seine Hand unter ihren Rock. Sie haut ihm auf die Finger. „Nicht vor der Heirat“, sagt sie streng.
VIERTER AKT: Finale
Szene 1:
In den Straßen irrt der wankende, Blut spuckende blonde Englischlehrer-Zombie entlang, den wir aus dem 7/11-Geschäft kennen. Chinesische Soldaten zeigen lachend auf ihn und sagen „guck mal, ein Laowai“.
Der blonde Zombie wankt an einer (anderen) Englischschule vorbei. Ein Taiwanese kommt aufgeregt herausgelaufen und bleibt vor dem Zombie stehen.
„Laowai, komm mal rein. Wir brauchen dringend neue Englischlehrer. Wenn wir dich ein bisschen zurecht machen, geht das schon.“ Der kleine Mann zieht den großen Zombie, der nur unverständliche Grunztöne von sich gibt, in die Schule hinein.
Szene 2:
Amy und Bob sitzen Arm in Arm auf der Insel und begucken sich den Sonnenuntergang. „Habe ich dir eigentlich schon erzählt, dass unsere Familie vom Festland stammt, aus der Provinz ChungPong?“, fragt sie. Ohne eine Antwort abzuwarten, fährt sie fort. „Weißt du, da ganz in der Nähe soll auch mal Konfuzius durchgekommen sein. Wir haben sogar einen Großgroßgroßneffen von Konfuzius da in der Stadt gehabt… Du weißt sicher, wir haben 5000 Jahre Geschichte hier in Taiwan und….“
„Ja klar, seit Staatsgründung 1949, schon klar…“, wirft Bob ein…
„und da gibt es noch Lao Zhi, und wie der immer sagt….“
Wir sehen, wie Bob leise aufsteht und wieder in das Boot steigt. Er wirft den Motor an und fährt allein in den Sonnenuntergang, während Amy weitererzählt…
„wir essen ja auch mit Stäbchen. Messer sind zwar eine chinesische Erfindung, aber Konfuzius hat gesagt….“
Das Boot verschwindet am Horizont.
ABSPANN:
Während der Abspann läuft, kommt das Bild kurz zurück und wir sehen den blonden Zombie aus dem 7/11 vor einer Klasse aus (natürlich lebendigen) Schulkindern sitzen, er steht vor der Tafel, zuckt wild mit dem Oberkörper und röchelt unverständliches, während die Kinder ihm aufmerksam zuhören und artig mitschreiben. Zwei bildhübsche taiwanesische Hilfslehrerinnen gehen herum und beaufsichtigen die Klasse.
…. der Abspann läuft etwas weiter. „dritter Mann an der Fressbude“ und Lichteffekte und so weiter….
Da kommt das Bild noch einmal zurück und wir sehen Bob mit seinem Boot allein an einer Küste vorbeifahren. Ein paar Zombies trommeln mit ungelenken Bewegungen an einer Wellblechhauswand herum, Bob schippert vorbei und schüttelt nur den Kopf, sieht auf die Uhr. „5 Uhr morgens am Sonntag und so ein Krach!“, meckert er.
… der Abspann läuft noch ein bisschen. Stuntmen und Großneffen des Produzenten…
Da kommt das Bild ein letztes (?) Mal zurück…
Wieder ein Mann, der aber diesmal mit einem Hammer eine Wellblechwand bearbeitet. Bob schreit herüber: „Gottverdammt, es ist 5 Uhr früh am Sonntag, müsst ihr so einen Radau machen?“
Da wendet sich der Mann ihm zu. „Nein, nein, ich bin kein Zombie, aber meine Hauswand musste dringend ausgebeult werden und da…“
Bob zielt mit dem Gewehr und erschießt den Mann.
…. der Abspann wieder …. No animals where harmed during the making of this movie…
Das Bild kommt ein allerletztes Mal zurück:
… Bob schippert an ein paar Zombies vorbei, die im wild zuwinken und kehlig „HELLLLOOOOO“ rufen. Bob winkt zurück.
„Na ja, gar nicht so schlecht in Taiwan“, bemerkt er.
THE END
*** jetzt wissen alle, was bei den ungetesteten Massenimpfungen gegen Schweinegrippe alles passieren kann...
Wiedervereinigung... in Badeanzügen (nur Frauen bitte)
Möglicherweise bereitet sich Taiwans Armee auch schon auf rauschende Bruderschaftsfeiern mit den Waffenbrüdern vom chinesischen Festland vor, schließlich ist Taiwans Präsident stark damit beschäftigt die Wiedervereinigung von Taiwan mit dem chinesischen Festland vorzubereiten. Ob Taiwan allerdings jemals Teil Chinas war, ist umstritten, jedenfalls war es seit 1895 eine japanische Kolonie; Taiwan war jedenfalls noch nie Teil der Volksrepublik China, insofern wundert mich immer der stringent postulierte Anspruch der Volksrepublik auf die kleine Inselrepublik Taiwan.

Es gibt Situation im Leben, da möchte man sich wieder und wieder vereinigen... (damned, falsches Bild, wo ist nur die China-Taiwan-Grafik geblieben...)
Wie dem auch sei, mit diesem Militär (LINK) bleibt nicht viel anderes übrig als sich zu verbrüdern, das können sie ja schon gut [Spieß und Captain filmen Untergebene beim Oralverkehr]. Ich sage es immer wieder, Frauen beim Militär sind eine vernünftige Sache, siehe Star Trek.
Welche romantische Interpretation die Wiedervereinigung haben kann, kamm man auf dieser verblüffenden Webseite (LINK) sehen, wo Kunst aus der Volksrepublik der 70er Jahre gezeigt wird, die die Vereinigung mit Taiwan als förmlich romantischen Event schildert, bis hin zu jungen Frauen von beiden Seiten der Straße von China in Badeanzügen beim Planschen; siehe auch Ausschnitt. Mit der Maus über die Bilder auf der verlinkten Seite fahren, dann liest man die Bedeutung. Diese Art der Propaganda verwundert schon, obwohl ich zugeben muss, es wirkt. Immerhin ist mir die Kollegin S. von unserer Zweigstelle vom FESTland noch gut im Gedächtnis. Ich armer Wicht musste ihr Privatstunden in Sachen Client und Server geben und als sie die Rechner zusammenstecken musste und sich gerade weit über den Tisch beugte, da ... kam meine Frau herein, hatte Sorgenfalten auf der Stirne ob der strukturellen Integrität der engen Hose und .... das war dann die letzte Privatstunde.

Die Damen Taiwans setzten die Messlatte für die schwesterliche Planschparty in Badeanzügen natürlich wirklich hoch (bei meinen Fotos müssen wir uns mit etwas mehr Textil begnügen)
So leicht werden wie diese Wiedervereinigung aber wohl nicht los. Na ja, sehen wir zu, dass wir noch ein bisschen Spaß haben, bis die uniformierten Herren und Fräuleins hier eintreffen. Oder auch anschließend, hust.

Es gibt Situation im Leben, da möchte man sich wieder und wieder vereinigen... (damned, falsches Bild, wo ist nur die China-Taiwan-Grafik geblieben...)
Wie dem auch sei, mit diesem Militär (LINK) bleibt nicht viel anderes übrig als sich zu verbrüdern, das können sie ja schon gut [Spieß und Captain filmen Untergebene beim Oralverkehr]. Ich sage es immer wieder, Frauen beim Militär sind eine vernünftige Sache, siehe Star Trek.
Welche romantische Interpretation die Wiedervereinigung haben kann, kamm man auf dieser verblüffenden Webseite (LINK) sehen, wo Kunst aus der Volksrepublik der 70er Jahre gezeigt wird, die die Vereinigung mit Taiwan als förmlich romantischen Event schildert, bis hin zu jungen Frauen von beiden Seiten der Straße von China in Badeanzügen beim Planschen; siehe auch Ausschnitt. Mit der Maus über die Bilder auf der verlinkten Seite fahren, dann liest man die Bedeutung. Diese Art der Propaganda verwundert schon, obwohl ich zugeben muss, es wirkt. Immerhin ist mir die Kollegin S. von unserer Zweigstelle vom FESTland noch gut im Gedächtnis. Ich armer Wicht musste ihr Privatstunden in Sachen Client und Server geben und als sie die Rechner zusammenstecken musste und sich gerade weit über den Tisch beugte, da ... kam meine Frau herein, hatte Sorgenfalten auf der Stirne ob der strukturellen Integrität der engen Hose und .... das war dann die letzte Privatstunde.

Die Damen Taiwans setzten die Messlatte für die schwesterliche Planschparty in Badeanzügen natürlich wirklich hoch (bei meinen Fotos müssen wir uns mit etwas mehr Textil begnügen)
So leicht werden wie diese Wiedervereinigung aber wohl nicht los. Na ja, sehen wir zu, dass wir noch ein bisschen Spaß haben, bis die uniformierten Herren und Fräuleins hier eintreffen. Oder auch anschließend, hust.
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