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Freitag, August 19, 2011

Taiwan mal aus anderen Augen

Während man schläft eine taiwanische Polizistin am Bett. Na gut, mag auch mal spannend sein. Wenn sie nicht gleich die ganze Wache mitgebracht hätte. Wie schaffen meine Mit-Langnasen* sowas immer nur....?

Interessant finde ich immer wieder, was andere so für Erfahrungen mit Taiwan machen. Für mich heißt Taiwan meist Staus, lange Tage im Büro vor diversen Computer, Familie und abendliches Abhängen vor importiertem Fernsehprogramm. Meist bin ich zu müde, um noch Wochenendkurztripps ins Grüne zu machen. Und jetzt ist erstmal der Junior geboren, na ja, wenn er etwas älter ist, nehme ich ihn und Frau mit aufs Land. Obwohl ich da wohl für meine Frau Choloroform und Seile bereitlegen muss, wo sie so eine Großstadtpflanze ist ;-)

Bis vor kurzem Angestelltenalltag im Reihenhaus (jetzt in der Wohnung) für mich, doch andere machen ganz unterschiedliche Erfahrungen. Hier (http://www.thewildeast.net/news/2011/07/conclusion-of-the-hole-story-part-5/) ist die Erzählung einer jungen Frau (der Kommentar der Autorin "M" auf der Seite fasst die längere Geschichte zusammen), für die der Taiwanaufenthalt früh morgens eine völlig neue Wendung nahm. Hämmern an der Türe, Polizisten stehen am Bett, sie wird festgenommen, Blut wird abgenommen und dann kommt sie zwei Monate lang in Abschiebehaft. Wie ist dieser Albtraum entstanden? Normalerweise werden in Taiwan selbst Ausländer ohne Visum nur freundlich aufgefordert, das Land binnen 14 Tagen zu verlassen und kriegen einen Stempel in den Pass. Kein Gefängnis, keine entwürdigenden Untersuchungen.
In diesem Fall aber hatten scheinbar ihre ebenfalls ausländischen Nachbarn eine Canabis-Pflanzung in der Wohnung, man entschloss sich dann, die ebenfalls von jungen Ausländern bewohnte Nachbarwohnung gleich mit zu untersuchen. "M" hatte als einzige keine Drogen im Blut, kam aber merkwürdigerweise trotzdem in Abschiebehaft - scheinbar hatten die drogennutzenden Nachbarn und Mitbewohner hier entsprechende Abneigung bei den Behörden ausgelöst - und eine Aufenthaltserlaubnis hatte sie nicht, die war längst abgelaufen. Als braver Steuerzahler kann ich die Behörden sogar irgendwie verstehen.

Keine Aufenthaltserlaubnis und dafür bisweilen Canabis in der Hose, das liest man öfter im Ausländerforum Forumosa.com, irgendwie leben die jungen Englischlehrer und ich in völlig verschiedenen "Taiwans".
Die Webseite, auf der sie ihr Abenteuer berichtet, nennt sich "The Wild East" und sie geht verständlicherweise etwas ungnädig mit der Justiz in Taiwan um, jedoch wäre sie mit weniger "Wild West"-Verhalten besser aus der Sache rausgekommen. Ohne Aufenthaltserlaubnis und ohne Steuern zu zahlen als "English-Teacher" arbeiten und mit Kiffern in einer WG leben, da muss ich Verständnis für mein Gastland zeigen. Und das in Südostasien, Mann! Äh... Frau.  


* okay, wenn mich jemand anders hier Langnase nennt werde ich sauer (siehe Vorartikel), selbst nenne ich mich manchmal so. Abel das ist etwas andeles, gell!

Verwandtes Thema: Deutsche in Taiwan im Gefängnis: http://bobhonest.blogspot.com/2010/09/deutsche-in-uberfullten-zellen-im.html

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Lu Er Fu:
ich liess mir aus zuverlässiger Quelle sagen, dass sich das TW-Rechtssystem an der deutschen Rechtssprechung orientiert. Es ist halt auch dort so, dass man das Echo aus dem Wald zu spüren bekommt in den man hineinbrüllt. Das Hauptreiseziel der TW-Juristen nach Dt. ist nicht etwa Neuschwanstein oder Heidelberg, sondern Göttingen, wg. der Uni dort. Allerdings lässt meine zuverlässige Quelle auch kein gutes Haar an den TW-Polizisten. Faul, arrogant, korrupt, hochnäsig, dumm...(genau das was die Polizisten auch von Richtern und Konsorten sagen....aber psssssst) Also ich denke auch, wenn man das Visum um 2 Jahre überschreitet sollte man sich nicht so arg über Konsequenzen beschweren. Taiwan ist eben doch nicht DACH. (D-A-CH) Und dass TW eine Insel ist von der man nicht so leicht abhauen kann ist jedem Einreisenden sehr wohl bekannt. Auch ein Grund dass man sich relativ sicher alleine nach Mitternacht in hottest pants (als Frau) durch die Straßen bewegen kann. Ebenso in Japan. 'Midnight train' kennt wohl jeder der sich auf Gesetzeswidriges einlässt. Aber die Inselaffen sind ja soo dumm und haben Angst vor den Ausländern...scheinbar doch nicht???? Andersrum sollte 'M' froh sein dass es TW war und nicht der grosse Bruder oder gar das 'Bangkok Hilton'

Anonym hat gesagt…

Lu Er Fu:
Letzte Antwort einer zuverlässigen Quelle. Es geht auch andersrum:

do you want me to tell you your policemen and prosecutor also did that to a taiwan woman because they suspected her illegally brought people into germany
they caught her in munich airport and put her in jail for 2 months
Lu Er Fu:
is it?
tell me more.
Shuwen Yu sagt:
after 2 months, the prosecutor could not find the evidence against her, she was free again

"Ludigel" hat gesagt…

Genau, ich finde es auch erstaunlich, wie lax hier manche "English teacher" mit dem Overstay umgehen. Und das sie 8 Wochen gesessen hat? Sie sagt, sie habe anfangs kein Geld für das Rückflugticket gehabt sondern erst nach 2 Wochen. Und jeder weiß, dass es manchmal keine Flüge raus gibt und sie 4-6 wöchige Wartelisten. Gut, dann ruft meine Frau meist 10mal an, bis sie es nicht mehr hören können und ich fliege nach 2 Wochen. Aber ein Justizbeamter wird wohl kaum für eine Ausländerin, die schwarz gearbeitet hat, keine ARC hat und noch mit Kiffern zusammengelebt hat die selbe Energie an den Tag legen.
Unschöne Erfahrung für sie, jung und naiv oder was auch immer, aber wie Du schon sagt: Gut, dass sie es in Taiwan gemacht hat.