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Freitag, Februar 17, 2012

Taiwaner vorne und hinten und anne Seite

Im Westen gibt es das Konzept des "personal space", wie nennt man das auf Deutsch? Damit ist jedenfalls gemeint, dass man nicht beliebig nahe an eine andere Person heran geht, sondern einen Abstand hält, so als hätte der andere eine Privatzone um sich herum, in die man nur ungern eindringt. Wissenschaftlich ist das auch vermessen, hier ist eine Karte: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/3/35/Personal_Space.svg. Schon vor längerer Zeit habe ich mal überlegt wieso mir Taiwaner im Umgang, attraktive Damen hier ausgenommen, mehr auf die Nerven gehen als zum Beispiel Deutsche. Mir fiel auf, das ich mich in Gruppen mit Taiwanern deutlich unwohler fühle als mit Deutschen. Nicht immer, aber oft. Die Lösung war, dass sie eben wesentlich dichter an einen herantreten und wenn man als Ausländer auch noch im Fokus der Neugierde der Menschen hier steht, wirkt das manchmal besonders merkwürdig. Auch im Ausländerforum Forumosa.com diskutieren sie es jetzt; offensichtlich teilen andere meine Beobachtung. http://www.forumosa.com/taiwan/viewtopic.php?f=8&t=107278

 Nicht nur hier guckt der "Deutsche" sauer, wenn der Taiwaner sich so ranschmeißt.

Neulich wieder ein Beispiel: Ich sitze in einem relativ einsamen Park auf einer Bank und beobachte den Inlandsflughafen, weil ich am Sonntag gerade nichts zu tun hatte. Na ja, und weil meine Frau gerade schlechte Laune hatte, grins. Da kommt eine fünfköpfige Taiwanfamilie, alles ältere oder mittelalte. Die wollten auch beobachten und stellen sich direkt vor mich und nicht etwa links neben mich, wo für 20 Leute Platz wäre. Also sitze ich auf den Bank und darf den Hintern eines alten Taiwaners betrachten, keine 50cm vor mir statt Flugzeuge. Oder seinen Rücken. Und wenn man weiß, wie oft taiwanische Herren (und Damen ab Mitte 40) pupsen, dann ist das keine schöne Perspektive. Oder man steht im Aufzug und der Neuankömmling stellt sich manchmal unnötigerweise bis auf beinahe Schulterkonakt ran. Sicher, wenn eine junge Dame ihren Allerwertesten vor einem parkt auf 0.5mm Abstand dann mag das ja nicht weiter schlimm sein, aber meistens nervt es halt. Oder der Nachbar, als wir in die neue Wohnung eingezogen sind, findet uns so interessant, dass er so dicht an Frau und mir vor der Haustür steht (wir wollten die Wohnung verlassen), das wir kaum aus der Tür gekommen sind. Dazu Mund auf und gaffen. Der Punkt ist, auch wenn viel Platz ist, schieben sich die Leute bis auf Millimeter ran. Einmal bin ich über einen großen leeren Platz gegangen und ein alter Mann kommt mit dem Fahrrad auf mich zu. So dicht, dass ich ihm ausweichen musste, sonst wäre er in mich rein gefahren. Mopeds fahren oft so dicht vorbei auf bürgersteiglosen Straßen, dass sich unsere Ärmel berühren. Und das oft mit Karacho. Gut, da kommt noch hinzu, dass die Taiwaner mit Fahrzeugen völlig überfordert sind, aber wieder fällt die unnötige Nähe auf, wenn viel Platz ist. Sicher, wenn die Straße voll ist wollen sie einen sowieso an die Seite drängen denn Rücksicht kennt man hier eigentlich nicht oder kaum.

Soll eigentlich kein Meckern sein, es ist einfach ein kultureller Unterschied und sicher eine Erziehungsfrage, dass die Leute eher lernen sich in überfüllten Städten durchzuschieben anstatt rücksichtsvoll zu sein. Und diese Schieberei bringt einen manchmal zum meckern.

Besonders nett: schmaler, aber sehr langer leerer Gang in der Firma und ein junger Kollege wartet mit seinem aus der Tiefe kommenden Mittagsrülpser, bis sein Gesicht direkt vor meinem ist. Riecht dann nett.

Kommentare:

Eric hat gesagt…

Irgendwie kommt mir das recht bekannt vor!
Stelle aber auch fest, dass die hier agierenden NGO-Taiwa{h}ner und Koreaner noch extremer sind als die Khmers und Thais!
Teilweise muss man die im Supermarkt (fast) mit einen Body-Check zur Seite räumen - die machen Null-Platz sonst und an der Kasse hocken sie einem auf der Pelle, inklusive Musterung des fremden Einkaufs!

"Ludigel" hat gesagt…

Genau, man schiebt hier passiv zur Seite, im Extremfall die Ellenbogen OHNE STOSS als Rammschutz verwenden. Z.B. wenn zehn Leute einen wieder in den Fahrstuhl zurück drängen wollen, den man aus dem 14. Stock kommend gerade verlassen will. Dann stoße ich manchmal auch, das gibt es dann gratis zwecks Völkerverständigung.

Grins, das mit dem Warenkorb inspizieren kenne ich auch. Lustig. Ausländel essen nul Weißblot und Ham!

Kommen die also bis Kambodscha um Dich zu nerven ;-)

Anonym hat gesagt…

Lu Er Fu:
Zum Thema 'Platz'. Meine Holde beim Carrefour im Toyota. Untere Ebene alles voll. 'Dann fahr halt nach oben beovor Du hier stundenlang wartest bis einer wegfährt.' 'Aber oben muss man
eine Ebene tiefer mit der Rolltreppe.' 'Und unten musst Du eine Ebene höher mit der Rolltreppe'.
Oben angekommen. Riesiger Parkplatz. Nur EIN einziges Auto am Eingang. Und jetzt ratet mal wo meine Frau geparkt hat? Inklusive 2 mal rangieren......