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Donnerstag, August 22, 2013

Ausländer greifen Ausländer an in Taiwan

Jetzt stoße ich schon zum zweiten Mal auf eine Meldung, dass US-Amerikaner in Taiwan andere Ausländer angreifen, wobei die Nationalität der Angegriffenen dabei keinesfalls generalisierbar scheint. Aber was kann man bei zwei Fällen schon generalisieren.

Im ersten Fall hat sich ein indischer Student, der ihn Taiwan wohl Chinesisch studiert, im Ausländerforum gemeldet und angegeben, er habe bei einer Diskonacht kurz eine Pause in einer dunkles Gasse eingelegt und sei dann von mehreren US-Amerikanern im Heranwachsenenalter angegriffen worden. Offenbar kannte er einen der Angreifer persönlich, es ergab sich ein Dialog, bei dem es um einen anderen westlichen Ausländer aus der angelsächsischen Welt ging, der wegen Drogenvergehens verurteilt worden war in Taiwan. Der Inder postulierte nun offenbar, dass man ein Trottel sein müsse um in Ostasien mit Drogen herum zu machen und wurde daraufhin von einer Schar von US-Amerikanern (offenbar ein Diskogänger-Freundeskreis aus der US-Schule in Taipei) so heftig angegriffen, dass er sich beim Stürzen ein Handgelenk brach. Offenbar verfolgt die Polizei Taiwans den Fall sogar und der Inder konnte per Facebook-Freundeskreis eine Anzahl der Angreifer ermitteln, die ja alle untereinander vernetzt waren.
Ein anderes Forumsmitglied schrieb, es habe schon mehrere Angriffe von Schülern der US-Schule Taipei auf andere Ausländer gegeben, stets würde aber das US-Institut in Taiwan, die Quasibotschaft der USA also, die Söhne einflussreicher Familien vor weiteren Konsequenzen beschützen.

Heute stoße ich auf diesen Artikel http://www.taipeitimes.com/News/editorials/archives/2013/08/22/2003570269/2 in der Taipei Times, in dem ein Ausländer mit angelsächsischem Namen angibt, von einem US-Amerikaner "aus Georgia" (vermutlich ist das Opfer auch US-Amerikaner) tätlich angegriffen worden zu sein zusammen mit einem auch ausländischen Gesprächspartner, als sie nachts in einem Park eine Unterhaltung geführt hatten. Offenbar wohnt der Angreifer in einer nahe gelegenen Wohnung und fühlte sich wohl wegen der taiwantypisch nicht dicht schließenden Fenster durch die Unterhaltung gestört. Hier scheint nur eine Strafverfolgung im Rahmen einer kleinen Geldbuße wahrscheinlich zu sein.

Böswillig könnte man von einem "White Trash"-Milieu schreiben, das sich in Taiwan ansiedelt. Andererseits kann man auch einfach von enthemmten jungen Männern schreiben, die sich hier im friedlichen Taiwan als die Könige der Welt fühlen und im Gegensatz zu Daheim nicht befürchten müssen, dass ein Angegriffener eine Waffe zieht und sie nieder schießt. Wie es ja manchmal vorkommt, im große Lande des Englischlehrerreservoirs.
 

Kommentare:

Dunkelangst hat gesagt…

Mir wurde in Taiwan ebenfalls zwei Mal Gewalt angedroht; beide Male von jeweils einem US Amerikaner. Beide kamen mir geistig nicht gerade sonderlich helle vor. Ich würde diese beiden sogar als Dumm beschreiben. Sie waren beide Englisch-Lehrer in Taiwan und ihre Grammatik Wat schlechter als meine, obwohl ich Englisch als Fremdsprache gelernt habe. Das war schon peinlich. Der Kleidungsstil war “Typ Gangster”.

Wenn man sich mit Barnesitzern in Taipeh oder Jhongli unterhält, welches Gewaltpotential von betrunkenen Gästen ausgeht kommt immer die selbe Abtwort: Hüte dich vor Langnasen. Ich kann dies als Langnase leider nur bestätigen.

Als ich noch in Jhongli war, wurde ich von einer Polizistin angesprochen, die wirklich sehr gut Englisch konnte. Der Gesprächseonstieg war meine Kanera, da sie auch gerne fotografiert, wobei sie Dienstuniform trug und augenscheinlich im Dienst war. Ich habe sie ebenfalls zu dem Thema befragt; es war kurz vor meinem Rückflug nach Deutschland im März. Die Antwort stimmte mit den Antworten der Barbesitzern überein: Wenn sie wegen einer Prügelei ausrücken müssen, dann meistens nur wegen Ausländern.

Ich habe in Taiwan weniger Angst vor Taiwanern, sondern eher vor Ausländern. Traurig aber wahr.

"Ludigel" hat gesagt…

Als ich hierher kam 2004 hatte ich recht viel mit Leuten im Forum geplaudert, Amerikaner und ein ...anderer Landsmann. Ich wollte dann Leute treffen, aber der Nichtamerikaner entpuppte sich als jemand mit sehr wenig Geld, der dringend mehr brauchte und entsprechend ein Geschäftchen mit mir durchziehen wollte. Der US-Amerikaner, der da irgendein Dinner maximierte, wollte im Vorfeld meine Mitbringsel auf schon sehr unverschämte Art und Weise maximieren. Viel Wein sollte ich mitbringen, aber guten und das Steak bei seinem Kumpel sollte 3000 NT kosten. Das zahle ich hier nicht mal für Feinschmeckeressen. Parallel dazu fand eine Razzia in einem Englischlehrerlokal statt und im Forum vertrat die Hälfte der Leute enthusiastisch ihr "Recht" in Taiwan weiche Drogen zu nehmen.
Damals traf ich dann die Entscheidung, dass die Englischlehrerszene und ich nicht so richtig zusammenpassen ;-)

Da ich mich verheiratetermaßen sowieso nie in der angesagten Szene in Bars etc. sehen lasse (das zu tun ist kein Problem, ohne Frau würde ich sicher auch, einfach um die Zeit tot zu schlagen ;-) treffe ich auch die alkoholisierten Englischlehrer nicht.

Jau, der Amerikaner der mir in einer meiner Vorarbeitspläzte die Texte redigiert hat, hat immer einen solchen Kauderwelsch davon gemacht, dass ich am Schluss seine Redigierung schlichtweg ignoriert habe. So waren die Texte lesbarer.

Es gibt sehr viele Amerikaner, Kanadier etc. hier und viele sind hier wegen Arbeitsplatzmangel daheim, da ist viel White Trash dabei, aber natürlich gibt es auch die kosmopolitischen Weltbürger, da bin ich mir sicher.

"Meiner" mit den Texten war ein Späthippie, der war richtig lieb, konnte sich aber wohl nicht mehr auf so viele Buchstaben konzentrieren (gacker)...

"Ludigel" hat gesagt…

Und interessant, dass sich das mit Deinen Erfahrungen deckt.

Xinxi hat gesagt…

Ja, in Festlandchina, Japan und Korea gibt es das gleiche Problem mit gewalttätigen Langnasen. Man kann sich nur schaudernd ausmalen, wie sich solche Leute vor 100 Jahren im Zeitalter der Kolonialherrschaft gegenüber den Einheimischen verhalten haben... In Japan kümmern sich Polizisten übrigens angeblich nicht ernsthaft um Gewalt zwischen Ausländern. Da könne man, so ein ausgehfreudiger Bekannter, sich gegenseitig umbringen. Solange dabei keine Einheimischen belästigt würden, wäre das nicht von Interesse.

"Ludigel" hat gesagt…

Noch haben wir es nicht so schlimm. Vielleicht sollten sich die Boys von der American School uniformieren. Diese Collegejacken wie in den Filmen. Oder irgendwas von Glee...