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Donnerstag, Oktober 24, 2013

Ex-Familienbetrieb vor der Schließung

Es zeichnet sich schon seit geraumer Zeit ab, das Unternehmen, das unter meiner Beteiligung hier von insgesamt vier Parteien gegründet worden war, nahm einen ungünstigen Verlauf. Einen günstigen, solange das alte Management und die vier Parteien involviert waren, einen sehr ungünstigen, seit die Geschäftsführerin des kleinen Betriebes diesen in einer Art hysterischen Daueranfalls (gespielt?) führte und daher die anderen Parteien (und auch meine) aus dem Betrieb ausgeschieden sind. Durchaus mit einem Plus für die drei ausscheidenden Parteien, man kann sich nicht beschweren. Letzte Meldung dazu hier: http://osttellerrand.blogspot.tw/2013/09/exbetrieb-in-der-verlustzone.html 

Auch diese ganze Geschichte, die hier im Blog einen kleinen Microkosmos einer Betriebsgründung nun bis fast zum Ende darstellt, fällt sicher irgendwo unter die Kategorie "Taiwahnsinn in Theorie und Praxis". Ich meine, daheim kann ich mir kaum vorstellen, dass mir ein Geschäftsführer damit droht, als Geist entstofflicht unter meiner Schlafzimmerdecke zu schweben und mir die Nachtruhe zu rauben. Wo man in Deutschland den sozialpsychatrischen Dienst ruft, muss man hier gewichtig mit dem Kopfe nicken und das Lokalkolorit genießen. Was ja auch in Ordnung ist, Taipei ist nicht Toffelstadt in Teutschland. Oder was auch immer. Und psychisch interessante Fälle scheint es hier im dicht besiedelten grauen Barackenumfeld mit seinen Sechs- und Sieben-Tagewochen und 10 bis 14 - Stundenarbeitstagen hinreichend zu geben, wer hätte das gedacht.

Hier spukt der Geschäftsführer nicht selbst, das Bild ist nämlich ein vom Betreiber des Roadiescafes  angefertigtes Modell
EDIT: Danke für den Hinweis, das Roadies ist natürlich NICHT identisch mit dem Familienbetrieb. Sam, der Gastwirt und Besitzer, hat nur diesen hübschen Friedhof gemacht. Das Roadies ist mein Lieblingslokal und hat sonst nix mit mir zu tun


Zum Schluss unter alter Führung hatte der kleine Betrieb monatlich eine Investorenausschüttung von umger. 475 Euro abgeworfen (nicht viel für 4 Parteien, war aber auch ein entsprechend kleiner Laden), das Gehalt der Geschäftsführerin von 500 Euro abgeworfen und zweieinhalb Angestellten das Gehalt bezahlt. Einer davon mit Teillehre bekam mehr als die Geschäftsführerin. Nach den Motto, wer weiß worum es hier geht, kriegt das Meiste ;-)

Vor einiger Zeit nach dem Ausscheiden der anderen drei Parteien hatte die Geschäftsführerin dann noch ihr eigenes Gehalt in Höhe von nur noch 425 Euro erwirtschaftet und das Gehalt der Angestellten - 550 Euro Reingewinn waren also verschwunden unter ihrer Alleinregie. Mittlerweile hat das Unternehmen nur noch 75 Euro umgerechnet an GF-Gehalt eingespielt (die anderen Kosten und Gehälter sind nach wie vor gedeckt) und die Geschäftsführerin verhandelt mittlerweile über die Kündigungsmodalitäten mit den Angestellten zwecks Betriebssschließung. Gründe sind sicherlich unregelmäßige Öffnungszeiten, Schließung an einem Hauptumsatztag (Sonntag!) und allerlei mehr. Wäre alles einfach zu korrigieren, aber das ist nun nicht mehr meine Sache. Over and out, Lokalkolorit habe ich ja auch schon daheim, da brauche ich es nicht auch noch im Berufsleben in dieser Form.

Unterhaltsam war der kleine Ausflug in das Geschäftsleben aber allemal.

Kommentare:

Dunkelangst hat gesagt…

Gut, dass sich deine Familie früh genug aus dem Unternehmen zurück gezogen hat!

Das einzige was sich von diesem Familienbetrieb in deinem Taiwanblog verewigt hat, ist das zurückbleibende Linkchaos. :(

Viele Grüße

"Ludigel" hat gesagt…

Habe gerade alle Links überprüft und sie funktionieren - hatte sie umgesetzt auf osttellerrand. Oder ist das ein Problem mit .tw und .de und .com? War schon mal aufgetreten, weil Blogspot da nach Lust und Laune umsetzt.