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Donnerstag, November 13, 2014

Als Kleinunternehmer in Manila? (Update)

Ob was draus wird aus dem Auswandern auf die Philippinen steht noch in den Sternen. Aber hier schon mal ein paar Randbedingungen

Ich gebe es zu, im Gegensatz zur Eröffnung des kleinen Italieners in Taipei, den meine Frau und ich kurze Zeit mit anderen betrieben hatten, stehe ich bei der Planung unseres künftigen kleinen geschäftlichen Engagements in Manila fast völlig unbeteiligt daneben. Denn hier agieren meine energische Gattin und ihre ältere Schwester. Ein Concerto aus Tochter Nummero Drei und Zwei, bei so viel Drachenfeuer ist für mich einfach kein Platz mehr in der Planung. Was genau wir aufmachen wollen in einem Mittelklasse-Einkaufszentrum in Manila (typisch mit grimmigen schwer bewaffneten Herren vor stets piepsender Metalldetektorschleuse am Eingang des Einkaufszentrums) will ich nicht verraten. Denn wenn man tagelang im Einkaufszentrum war nur um den Einheimischen auf den Mund zu gucken und den Markt analysiert hat, dann will man das auch wieder nicht so ohne weiteres gratis weggeben. Jedenfalls soll es wieder ein kleines Restaurant oder eher ein "Diner" werden. Kein Italiener wie hier in Taipei, denn die Standards bei italienischem Essen in Manila sind sehr sehr hoch und das Angebot ist schon erschöpfend. Der angestrebte Kundenkreis ließe sich vielleicht als untere Mittelschicht klassifizieren. Der Deutsche stellt sich ja wohl vor, auf den Philippinen gäbe es nur Arme und Superreiche, aber das ist unrichtig. Warum wir nicht "nach oben" gehen vom Kundenkreis und der Restaurantklasse her? Nun, eine höhere Restaurantklasse bedeutet auch höheres Risiko und hohes Investment. Wir wollen einfach nicht so viel Geld auf die Philippinen tragen derzeit und uns fehlt die Erfahrung im Betreiben eines gehobenen Restaurants, ganz einfach.

 "Gated Community" der Mittelklasse in Manila. Miete für ein im Falle meiner Manilafamilie als Gewerbeobjekt ausgeschriebenes sogar dreistöckiges Reihenhaus 12.000 Pesos im Monat (Faktor 3/4 rechnet in NT um), also irgendwie über 200 Euro umgerechnet. Sie dürfen allerdings nur Gewerberegale reinstellen, sagt der Vermieter. Führt zu interessanter Einrichtung ;-)


Interessant fand ich die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zum Betreiben eines Einfachrestaurants in Manila und Taipei:

a) Preisspanne in Taipei um die 80-110 NT (durch 40 in Euro).
Preisspanne in Manila um die 160 Pesos (Faktor 3/4 rechnet es etwa in NT um) .... ähnlich

b) Essen in Manila in den Diners oft einfacher als in Taipei. Schlicht aber wohlschmeckend.

c) Personal in Manila ist noch billiger als in Taipei.

Mir ist klar, dass nach deutscher Denkart nun das "aber Du musst den Angestellten ganz tolle Arbeitsbedingungen mit ganz viel Sozialem bieten" kommt. Ich habe mich sogar für einen Sekundenbruchteil selbst bei diesem Gedanken ertappt, schließlich sind die Philippinen ein radikalkapitalistisches Land ohne Sozialsystem und ich war ja früher auch mal ein "richtiger" Deutscher. "Volldeutscher"* sozusagen.

 Typischer "Jeepney" auf Basis eines lokalen Jeeps, hier mit "Mercedes"-Anbau. Das Fahrzeug hat nur eine Frontscheibe, ansonsten sitzt man offen im Smog. Dient als Linienbus.

Es sollte sofort klar sein, wieso man nicht den Angestellten freiwillige Sozialleistungen bieten kann: Der Martpreis ist der Grund. Nicht so sehr die Kosten, sondern der Marktpreis. Denn platt gesagt, was würden einen hohe Kosten interessieren, wenn man sie sich vom Kunden wiederholen kann. Verkaufe ich einen Bentley oder habe ich ein Nobelrestaurant mit 100 Euro das Essen hat man sicher mehr Luft bei den Bauteilen oder Zutaten und den Kosten. Aber wenn ein komplettes Essen mit Vorsuppe und Gratiseistee 2 Euro umgerechnet kostet, dann muss man die Kosten hart kontrollieren und hat nichts zu verschenken. Sonst macht man schlichtweg Minus. Ein  Beispiel hierfür ist die Hausfrauenkocherei der Geschäftsführerin unseres ehemaligen Restaurants in Taipei die nur zu einem führte: Zum Minus. Weil sie nicht die Kosten pro Portion kontrolliert hat und das Personal nicht genau genug eingeteilt hat.

Bei 2 Euro umgerechnet pro Essen in Manila oder dergleichen habe ich also nur einen Bruchteil eines Euros an Gewinn pro Essen - der auch noch die Gemeinkosten tragen muss. Da kann ich die Gemeinkosten nicht noch mit bezahltem Urlaub, Krankenversicherung und Segelschein für die Angestellten in die Höhe treiben.

Dieser Jeepney ist ein "Geschenk von Gott" und die Philippinos mögen Gott sehr, bemerkte die Schwester meiner Frau. "Weil wenn Du Geld hast, bist du Gott. Hast du nichts, bist du ein Nichts."

Oh, jetzt höre ich die deutsche Leserschaft empört einatmen! Natürlich sollten auch die Philippinos eine gesetzliche Krankenversicherung haben, da bin ich ja auch der Meinung. Der Punkt ist nur, es gibt keine. Wenn es eine gäbe, dann wären die Gemeinkosten bei ALLEN Lokalen höher und dann wäre auch ALLE Preise höher und die Kunden würden es fröhlich bezahlen, denn sie profitieren ja selbst vom Sozialen wie eben in Deutschland. Oder eben auch in Taiwan, wo es eine gesetzliche Krankenversicherung gibt. Aber auf den Philippinen hat sich der Marktpreis für ein Essen im Einfachrestaurant eben NOCH NIEDRIGER eingependelt. Mache ich freiwillige Sozialleistungen, dann sind meine Kosten höher und mein Essen teurer und die Kunden gehen lieber zu Konkurrenz. Wass will Pedro Sanchez für die Sozialversicherung MEINER Angestellten zahlen, wenn er selbst keine hat?

 Allen Unkenrufen zum Trotz sind die Philippinos zur Zeit ein aufsteigendes Volk. Die Wirtschaft boomt, überall wird für neue Mittelklasseleute und neue Oberklasse-Pinkel neu gebaut. Das schafft auch Arbeitsplätze für die Unterschicht.


In Taiwan gibt es mehr Soziales und auch die Gehälter sind im Schnitt höher. Aber wir reden nun mal von Manila/Philippinen. Ein weiterer interessanter Punkt ist die unterschiedliche Arbeitshaltung der Angestellten in Taipei und Manila. Der Philippino arbeitet (jedenfalls in dieser Unternehmensklasse) nur, wenn er dazu angehalten wird, wurde ich gewarnt. Will sagen, steht der Chef oder sein vertrauenswürdiger Geschäftsführer nicht im Lokal, dann verfallen die Angestellten in eine Art Lähmung. Frau und ich haben das selbst erlebt. Da war ein Eisstand. Viel lecker Eis, schräg gegenüber von unserem geplanten Restaurant. Drei junge Frauen und ein junger Mann saßen da in adretten Firmenuniformen. Meine Frau wollte ein Eis bestellen.

"Mam, sorry, no ice!", sagte eine der jungen Damen, um dann sofort weiter zu schwatzen mit ihren Kollegen.

Meine Frau insistierte.

"No sorry Mam, no ice."

Meine Frau klärte die ja immer zumindest einfaches Englisch sprechende Crew darüber auf, dass sie an einem Eisstand arbeiteten und die Karte voller Eis sei.
Verlegenes Gekichere und wieder:

"No ice!"

Ich zog meine Frau weg und musste auch lachen. Das waren philippinische einfache Arbeitskräfte in voller Aktion. Die Schwester meiner Frau, die selbst ja bis vor kurzem noch eine Taiwan-Bubbletea-Kette in Manila hatte sagte dazu, die Leute am Eisstand würden nur arbeiten, wenn der Chef da sei. Sonst eben "no ice". Und das sei genau typisch für Philippinos.
Das Einheimischenbild meiner taiwanisch/chinesischen Manilafamilie, die also zu der ethnischen Gruppe der gesamt gesehen überdurchschnittlich erfolgreichen Sinophilippinos gehören (mit frischem Taiwanblut aufgefrischt seitens der Schwester meiner Frau)  ist daher sehr negativ. Schnell redet man von von phlegmatisch und faul, aber ich denke die Situation ist mehr durch die Gesamtbedingungen des Marktes festgeschrieben. Im Prinzip wird der philippinische Arbeiter und Angestellte ausgebeutet, d.h. er arbeitet lange ohne soziale Absicherung, 6 Tage die Woche sind wohl die Regel. Und sein Gehalt ist gering. Da hat er wohl auch wenig Antrieb freiwillig hart zu arbeiten. Gäbe es Gewerkschaften und Soziales und könnte er sich aus der Lohntüte mehr leisten, dann würde er wohl auch lieber arbeiten.

Weitere Dinge die zu beachten sind:  Gehalt nicht monatlich, sondern wöchentlich auszahlen. Trotzdem kommt es immer wieder vor, das Angestellte unter der Woche wieder Gehaltsvorschuss einfordern, weil sie nicht mehr genug "zum Essen" haben. Ob in der Familie jemand krank war oder das Geld einfach für Spaß und Freude ausgegeben worden ist, weiß man natürlich nicht. Der Fahrer meiner Manilafamilie dort hat jedenfalls immer Geld für Zigaretten, bemerkte das Schwesterherz meiner Frau, aber oft unter der Woche kein Geld mehr fürs Essen. Zahlt man monatlich, haben die Angestellten oft schon in der ersten Woche angeblich kein Geld mehr und würden dann auch nicht mehr zur Arbeit kommen, wenn man ihnen kein neues Handgeld gäbe.

Vorführwagen vom BMW-Händler "Prestige Cars". Wir würden wohl nicht mal unseren Volvo mitnehmen nach Manila, damit wir nicht so auffallen.


Interessant die Warnung eines "deutschen Nachbarn" hier in Taipei, der geschäftliche Erfahrungen in Manila mit mir geteilt hat: Philippinos wollen sich von Ausländern oft nichts sagen lassen.

Ob wir uns da engagieren oder nicht hängt jetzt vom Gang der Dinge vor Ort ab, was von Schwesterherz wahrgenommen wird. Der Entscheidungsweg des Managements des Supermarktes, ob man eine Parzelle dort bekommt oder nicht soll immer 6 Monate dauern und man wird dann wohl nach dem Zufallsprinzip angenommen oder abgelehnt wenn die Wartezeit abgelaufen ist. Wird man abgelehnt, kann die Parzelle trotzdem noch Jahre leer stehen. Die haben es dort nicht so eilig, das ist auch etwas, auf das man sich einstellen muss. Ein zweites "Business" wollen wir dort auch noch eröffnen, wenn es denn etwas wird. Schauen wir mal.

 Die wäre Oberklasse, die würde nie bei uns essen. Viel zu teuer, so ein Weib. ;-)


Die Chaoskomponente ist momentan für mich, dass die Aufmerksamkeitsspanne und Begeisterungsfähigkeit meiner Taiwanfamilie (hier Frau und Schwester) eben durchaus von Volatilität geprägt ist. Gut möglich, dass in 6 Monaten kein Hahn mehr nach der Planung von heute kräht. Genauso, wie auch das Eröffnen eines italienischen Restaurants in Taipei längst wieder Schnee von Übervorgestern ist.

UPDATE: Eine Rentenversicherung immerhin scheint es zu geben. Aber diese Feinrecherche wird noch folgen.

* Volldeutscher als neues Schimpfwort ;-) ?

Mittwoch, November 05, 2014

Der Familienbetrieb: Die schonungslose Wahrheit

Schluss mit den Nebelkerzen. Hier ist die ganze Wahrheit. Ein Ausflug in die kulinarische Unternehmerszene Taipeis. Natürlich mit eigenem Restaurant als Testfall. Nur in Ludigels Taiwanblog ;-)

Wird evtl. noch bebildert

Der "Familienbetrieb" von meiner Frau und mir wurde schon mehrfach im Blog angesprochen, wenn auch ohne zu sagen, worum es eigentlich ging. Einfach um meine Bloggerperson von der Privat- und der damals möglicherweise öffentlich wahrnehmbaren Geschäftsperson zu trennen. Der Familienbetrieb war einfach ein kleines italienisches Restaurant. Motivation für die "Nebelkerzen" bei dem Thema waren sicherlich die zahlreichen Shitstorms die Taiwans Presse immer wieder gegen einzelne Ausländer loslässt - unter anderem auch gegen Restaurantbetreiber. Und der Gedanke, die ein oder andere negative Berichterstattung über mein geliebtes verschmuddeltes Taipei könnte da irgendetwas auslösen. Aber heute ist klar, ein neues Restaurant werden wir in Taiwan nicht eröffnen. Daher kann jetzt Klartext geredet werden. Hier noch mal eine Sammlung alter Artikel zum Thema:

Die Anfänge:
http://osttellerrand.blogspot.tw/2013/07/familienbetrieb.html

Mittelteil:
http://osttellerrand.blogspot.tw/2013/08/ex-familienbetrieb-tratsch-und-klatsch.html

Kurz vorm Ende:
http://osttellerrand.blogspot.tw/2013/08/ruckzug-aus-familienbetrieb.html

Das Ende:
http://osttellerrand.blogspot.tw/2013/10/ex-familienbetrieb-vor-der-schlieung.html


 Am Anfang der Geschichte stand, dass meine Frau unbedingt ein Restaurant oder einen kleinen "Diner" eröffnen wollte. Auch gerade weil in Taiwan Leute Mitte Vierzig oft aus den Unternehmen gedrängt werden um unerfahrenen am Arbeitsplatz einschlafenden Spätteenagern Platz zu machen. Denn Taiwan hat in der Computerbranche noch einen extremen Jugendkult. Wer es bis Mitte Vierzig nicht ins Management geschafft hat, steht oft ohne Jobperspektive plötzlich auf der Straße. Und was macht man dann? Richtig, oft macht die Frau eine der zahllosen Garküchen oder kleinen Restaurants auf und Menne fährt dazu Taxi. Das ist Teil des Wirtschaftswunders in Taipei, bei dem man sich wundert, dass so viele Fressbuden ihre Kunden finden und alle irgendwie ihr Auskommen haben.

 So leckere Nudeln hätte niemand bezahlen wollen. Die Kunden hatten lieber Fertigsoße aus dem Eimer und die Nudeln bitte taiwanisch weichgekocht


Schnell wollte meine Frau loslegen, ein kleines italienisches Restaurant in unserer Nähe namens Apollo stand zum Verkauf und meine Gattin wollte sofort das Lokal neu durchstarten lassen. Da kamen natürlich meine langweiligen Einwände. Nämlich, dass sie nicht kochen kann und wir beide nichts von der Gastronomie verstehen und außerdem ja nun "Management" sind in der Firma, im kleinen oder mittleren, was auch immer. Doch weil meine Frau nicht zu bremsen war, ließ sie sich dann auf mein Konzept mehrschichtiger teutonischer Absicherungen ein und (a) besuchte sie einen italienischen Kochkurs der, ganz taiwanisch-pfiffig die Leute gleich auf das Eröffnen eines der zahllosen kleinen italienischen Schlichtrestaurants in Taipei vorbereitete und (b) suchten wir nach einem kleinen Restaurant, damit das Kapitalrisiko gering war.

Zu den "Italienern" Taipeis muss man wissen, dass es sich um oft recht simple und schmucklose kleine Diner handelt, in denen oft nur Spagetti und andere italienische Nudeln in aus großen Kübeln entnommene Soßen getunkt werden und fertig ist die Mahlzeit. Risotto gibt es noch und fast alles mit Seafood. Der große Renner in solchen Lokalen ist eine chinesische Seafood-Suppe, bei der statt chinesischer Nudeln (die etwas weicher wären) ziemlich weich gekochte Spagetti drin herum schwimmen. Die Suppe besteht fast nur aus Tobasko, so mögen es die Taiwaner.


+++++++++++ Lesetipp
 Wie es südostasiatischen Fremdarbeitern in Taiwan ergehen kann: Giftige Schwaden am Arbeitsplatz, kein Arbeitsschutz und kein Recht auf Kündigung, keine ordentliche medizinische Behandlung. Lesetipp aus Andreas' Blog: https://andreasintaiwan.wordpress.com/2014/07/14/die-woche-dienstag/  +++++++++++


Rotwein? Nein, es gibt keinen Alkohol in Taipeis Schlichtrestaurants. Minnistrone?  Davon haben die Wirte, die alle Taiwaner sind, nie gehört. Diese leckeren krossen Weißbrothappen mit Tomate drüber (Bruscetta oder wie das heißt)? Saltimbocca a la Romana? Irgendwelche anderen Hauptgerichte mit Fleisch? Lachs auf irgendwas? Forelle unter irgendwas? Aufläufe? Pizza?

Nun, gibt es alles nicht, außer manchmal einer Pizza-Karrikatur, oft in Untertassenformat. Die Pläne meiner Frau waren jedoch weitgehender, hatte sie doch komplett und sehr gut italienisch und europäisch kochen gelernt. Fielen aber in der Folge der Realisierbarbeit zum Opfer. Schnell fand sich jedenfalls ein kleines und ideales Restaurant, "Jill's Happy Kitchen" bei uns ganz in der Nähe:

http://tokokou.pixnet.net/blog/post/33037847-%E9%96%8B%E6%9C%97%E5%B0%91%E5%A5%B3-jill%27s-happy-kitchen

Mittlerweile hat das Lokal mehrfach den Besitzer gewechselt, die nette Jill auf dem letzten Foto, wir oder unsere Nachfolger haben also mit dem heutigen Lokal nichts mehr zu tun. Das Lokal ist übrigens extrem beengt, hatte nur vier Tische und noch einen Klapptisch neben Tresenplätzen, war aber nett aufgemacht und die italienischen Gerichte waren etwas originaler als bei anderen. Es gab Spagetti mit ungewöhnlich viel Käse überbacken und sogar eine Spagettivariante mit einem wohl nicht ganz original italenischem Schnitzel oben drüber geworfen. Die reichliche Käseverwendung machte das Lokal etwas originaler, das Essen war reichlich und deftig und von mittlerer Geschmacksqualität nach meinem verwöhnten Gaumen, der gute italienische Restaurant in Deutschland gewohnt war. Alle Gerichte kosteten 110 NT oder weniger (durch 40 in Euro), also 2.50 Euro pro große Portion maximal. Schlichtrestaurants in Taipei sind billig und dieses hier auch, auch wenn es von der Ausstattung her und der Reichhaltigkeit der Karte etwas besser war.

Da die Betreiberin ein Kind bekam, zog sie sich aus dem Restaurantgeschäft zurück und arbeitete uns noch ein. "Uns" das waren die Frau eines netten Kollegen, meine Frau und mein "Quasineffe" mit seinen jugendlichen 16 Jahren. Übernommen haben wir ferner das feste Personal des Lokals, also einen von zwei Hauptkräften (einer hat sofort gekündigt) und eine Halbtagskraft.

Der Plan meiner Frau war, das Ganze bald zu einer ganzen Restaurantkette auszubauen, wobei das kleine Lokal zunächst als Keimzelle und Lernobjekt dienen sollte - hier merkt man wieder meine etwas risikoscheue Handschrift. Dazu war eine Gruppe von Investoren gefunden, die neben Frau und mir aus der Gattin "Shaowu" (Name geändert) des Kollegen (und ihm natürlich) und zwei weiteren Familien bestand. Diese sollten alle aus dem Gewinn des Lokals bzw. der späteren Kette ihren Gewinnanteil bekommen und ggf. gegen Gehalt auch Geschäftsführer der Lokale werden. Das erste kleine Lokal, "Jill's Happy Kitchen" sollte von Shaowu geführt werden, gegen 20.000 NT kleines Geschäftsführergehalt. Plus natürlich dem Anteil von ihr und ihrem Manne an der Gewinnausschüttung.

Mein Einwand kam sofort: Da die besagte "Shaowu" nicht nur ein missmutiges Naturell hatte, sondern auch noch eine berufliche Karriere als Backwarenverkäuferin vorzuweisen hatte (seit Jahren Hausfrau) schwante mir, dass sie der Versuchung, so ein kleines Lokal allein zu übernehmen, nicht würde widerstehen können. Nach dem Motto: Hier stehe ich im Laden, also ist es meiner. Zwar war der Mietvertrag des Lokals nicht auf ihren Namen geschlossen als Vorkehrung, aber trotzdem erschien mir diese Wendung der Dinge wahrscheinlich. "Unsinn", sagte meine Frau. "Du kennst uns Taiwaner nicht, so gehen wir nicht mit einander um, wir vertrauen einander." Dabei kenne ich sie ganz genau die Taiwaner und weiß, wie sehr sie immer einer vermuteten Geldquelle hinterher jagen wie der Teufel der 1000-Seelen-zum-Preis-von-einer - Packung im Sonderangebot.

Alles lief nach Plan und Jill wies primär Shaowu und ein bisschen meine Frau und den Lieblingsneffen in die Zubereitung der Nudelgerichte etc. ein. Staunend stellten wir fest, dass in dem Lokal das Gemüse nicht gewaschen wurde. Einfach raus aus dem Marktkorb und rein ins Essen! Diesen Teil der Prozedur haben wir dann nach Übernahme sofort geändert.

Wie ging es dann, als Jill sich verabschiedete und unsere Crew aus Shaowu, Vollzeitkraft, Halbtagskraft und Quasineffen nebst dem aushelfenden Gatten "Will" von Shaowu bei der Zubereitung der Gerichte allein waren? Die Situation in Stichworten:

- Großer Materialschwund, der ein schwarzes Loch in der Küche vermuten ließ. Ich hatte das auch gleich zu Anfang prognostiziert. Shaowu erklärte, eben nach Hausfrauenart ordentlich was ans Essen zu schnippeln und eine gut gefüllte Kühltruhe für Notzeiten zu haben.

- Stammkunden, die ihr ererbtes Recht auf ein zweites Hauptgericht für nur 25 NT statt 80-110 NT energisch einforderten.

- Schlechte Stimmung bei Shaowu, die sich beschwerte, als Geschäftsführerin deutlich weniger Lohn als die hauptberufliche Kraft zu erhalten (derjenige hatte allerdings immerhin eine abgebrochene Kochlehre vorzuweisen).

- Schlechte Stimmung bei Shaowu, weil sie in der Startphase des Lokals 7 Tage die Woche im Laden stand. Zu hatten wir nie. Und dann führten wir auch noch die Öffnung zu Mittags ein. Vorher hatte das Lokal nur abends geöffnet.

"Schlechte Stimmung bei Shaowu" war in der Folge das Motto des Lokals, das man also "Shaowu´s Angry Kitchen" hätte nennen sollen. Und wie sahen die Kosten aus? Nun, es zeichnete sich in den ersten 2 Wochen ein gewaltiges Minus von 20.000 NT ab, freilich nach Entlohnung aller Kräfte inklusive Shaowu.
 Tendenz steigend. Und ich fasste für mich den Leitsatz "never order the Schnitzel", denn für 110 NT konnte man wirklich kein richtiges Schnitzel auf die reichliche Portion Spagetti Bolognese mit Käse werfen, dazu war Fleisch zu teuer. Jill und auch wir mussten also notgedrungen eine Art "Paniertes Nichts mit Fleischandeutung" servieren.

Jetzt kam die zweite Runde, das Managementtalent meiner Frau entfaltete sich. Die notwendigen Zutaten wurden abgewogen pro Portion und daraus der Materialverbrauch für die Woche festgesetzt. 10 Essen am Tag verkaufen und Zutaten für 20 oder 30 der Investorengesellschaft in Rechnung stellen ging nicht mehr. Shaowu war außer sich! Ich hoffe im Nachhinein, dass in ihrer Familie in dieser neuen Phase der Zutatenkontrolle niemand Hunger leiden musste. Okay, okay vielleicht war es ja nur die Kühltruhe.
Auch der Personaleinsatz wurde gestrafft. In den Totzeiten, wenn etwa mittags nur zwei einsame Kunden aufkreuzten, stand sich die Komplettbesatzung des Lokals die Beine in den Bauch und munter wurden Überstunden aufgeschrieben und vergütet. In der Folge wurde die Personalanwesenheit an den Umsatz angepasst.
Zusehens verschlechterte sich die Stimmung zwischen Shaowu und meiner Frau. Letztere war übrigens als Obermanagerin der geplanten Kette von Anfang an vorgesehen und gab daher Shaowu ihre Anweisungen, die mehr für den operationalen Betrieb der ersten Filiale zuständig war. Shaowu wollte weiter nach Hausfrauenart ohne Mengenkontrolle kochen und immer alle Leute im Lokal haben, damit weniger Stress war. Meine Frau hat allerdings Diplomatie nicht gerade als ihre Stärke und so waren unter der Lokaldecke permanent dunkle Dampfwolken und Blitze zu erkennen.

Wie sah es nun finanziell aus? Der zweite Monat wurde schließlich mit einem Plus abgeschlossen und der dritte brachte 19.000 NT Überschuss, die an die 4 Investorenfamilien inklusive Shaowu und Gatten ausgezahlt wurden. Das Lokal war auf dem richtigen Kurs.

Nun kam Phase 3, hier sollte nach Planung meiner Frau die Qualität des mittelprächtigen Essens angehoben werden bei minimaler Steigerung des Preises. Ferner sollten Premiumgerichte zu deutlich erhöhtem Preis eingeführt werden, ich selbst sollte als "ausländischer Werbeträger" auftreten und ein Bringdienst nebst Belieferung der Computex Computermesse, die gerade stattfand, sollte her.

Um es kurz zu machen, Phase 3 war ein ziemliches Desaster. Wir verbesserten die größtenteils aus Fabrikfertigsaucen bestehenden Nudelsaucen mit frischen Zutaten, peppelten das schwindsüchtige Schnitzel etwas auf und führen leckeres "Cordon Bleu" als Premiumgericht ein. Die Preise mancher verbesserter Gerichte erhöhten wir ganz minimal von 110 NT auf 115NT und das Premiumgericht sollte 160 NT (also etwa 4 Euro) kosten. Ich benutze den Konjunktiv, weil es nicht ein einziges Mal bestellt worden ist. Die Kunden flüchteten in Scharen! Wir lernten, dass solche einfachen Diner einen ganz klaren Festpreis hatten. Konkurrent PingLu nimmt 110 NT für die teuren Gerichte und popelt beim Zubereiten, aber wenn wir auch sauber und netter waren und echtes Tomatenmark dran hatten: den Leuten war ausschließlich der Preis wichtig. Qualität ist in dieser Restaurantklasse völlig nebensächlich. Schlichtrestaurants sind also als reine Costcenter zu betreiben, bei denen der Marktpreis fix ist und man muss die Kosten so kontrollieren, das man Gewinn macht!
Bringdienst: Kaum Bestellungen, bei solchen Schlichtrestaurants holen sich die Kunden, die ausschließlich in der Nachbarschaft leben, ihr Essen selbst ab oder essen im Lokal.
Firmen, die wir mit Werbeflyern versahen oder gar die Computex, die angeblich von Will mit Werbeflyern und Speisekarte überflutet worden war, führten zu exakt Null Bestellungen. Das grenzte schon an ein Wunder und ließ mich vermuten, dass Shaowu und Will hier Sabotage betrieben, denn jetzt kam die Phase 4, in der Shaowu zusehens destruktiver wurde.

Sie klagte über zu hohe Arbeitsbelastung, mittlerweile hatte sie eine 5Tage-Woche aber sollte noch wochenendlich zu kurzen Checks im Lokal erscheinen und ihr wurde in Aussicht gestellt, die 5 Tage gegen 4 Tage zu tauschen, quasi als Freizeitausgleich für die Wochenendkontrollen. Alles zu viel, Shaowu  fiel durch laufende hysterische Weinkrampfanrufe bei meiner Frau auf, die schon Telefonterror glichen. Die Angestellten des Lokals bemerkten, dass Shaowu den Kunden patzige Antworten gab und auch die letzten wackeren Esser langsam das Lokal mieden. 

Vorgesehen für das Lokal war nun im 3:1 - Beinahekonsens der Investoren, das Lokal zu schließen und die hübsche Einrichtung (insbesondere Herd, Tresen etc.) in ein größeres leerstehendes Lokal zu verfrachten, das dann, wieder im Niedrigpreissegment, dank mehr Tischen einen größeren Gewinn einfahren könne. Eine zweite und dritte Filiale sollten dann später folgen. Allerdings trat Shaowu zu diesen Plänen in starke Opposition und bestand auf den Erhalt ihres Schimpf- bzw. Arbeitsplatzes, so dass anfangs noch die folgenden Szenarien diskutiert worden waren:

a) Shaowu bleibt Chefin der Filiale 1 wie gehabt und Filliale 2 wird mit neuer Geschäftsführerin eröffnet.
Shaowu erklärte hierzu, an künftigen Filialen nicht beteiligt werden zu wollen.

b) Shaowu betreibt Filiale 1 als reine "Soßenfabrik" und liefert die verbesserte Nudelsoße an die künftigen Filialen.
"Shaowu seien dagegen sähr."

Shaowu trat nun in eine Art renitente Totalopposition, verweigerte im Wesentlichen jedwede Arbeit, weigerte sich, eine Nachfolgerin einzuarbeiten und erschien höchstens noch zum Stunk machen im Lokal. Trotz nicht mehr geleisteter Arbeit beschwerte sie sich ständig über Überarbeitung, was in der telefonischen Drohung an meine Frau gipfelte....

"Wenn ich durch einen Herzinfarkt wegen dem Stress sterbe,  schwebe ich als Geist nachts bei deinem Mann und dir unter der Schlafzimmerdecke und raube euch den Schlaf!"

Das war die lustigste Drohung, die ich je gehört habe in meinem Leben, allerdings war Shaowu nicht hübsch genug, um sie mir jeden Abend unter der Schlafzimmerdecke ansehen zu wollen. Ergo entschied meine Frau nun, dass es an der Zeit war, dass ShaoRumschimpf nun das Lokal allein übernahm. Schlagartig verbesserte sich ihre Stimmung, nach langen zähen Verhandlungen zahlte sie die anderen Parteien aus und die anderen drei Parteien inklusive meiner eigenen gingen sogar mit leichtem Plus aus der ganzen Geschichte raus. 100.000 NT hatte wohl jeder im Lokal, was aber teilweise noch auf der Bank auf einem Geschäftskonto war.

Shaowus Stimmung blieb aber nicht lange gut. Bar jeder Kostenrechnung und Zutatenabwiegung ging der Gewinn langsam aber stetig gegen Null, so dass am Ende nur noch 4000 NT an "Geschäftsführergehalt" nach Begleichung aller sonstigen Kosten drin waren. Die erforderlichen Marketingmaßnahmen, um durch ein verbilligtes Tagesgericht etc. die durch die Preiserhöhung verlorenen Kunden wieder zurück zu gewinnen wurden natürlich nicht mehr umgesetzt - weil Frau und ich mit dem Lokal nichts mehr zu tun hatten. Shaowu bat dann sogar meine Frau wieder, das Obermanagement zu übernehmen. Das lehnten wir aber ab und am Ende verkaufte das Betreiberpaar das Lokal mit etwa 60.000 NT Verlust. Es existiert wohl noch heute mit neuen Betreibern, die sicher lecker Essen haben (ich war freilich nie wieder dort).

Schlecht war das Essen nie, ab dem Gemüseputzen, also gehen Sie doch mal Essen in Ludigels ehemaligem Ristaurante ;-)

Für Interessierte: Wir hatten damals 200.000 NT Abstand inklusive 2 Monate Anlernkurs für das gemietete Lokal gezahlt, die Miete lag wohl bei 20.000 NT monatlich, wenn ich mich recht erinnere. Also auf, jetzt wissen Sie wie es (nicht) geht, mit dem eigenen Ristaurante in Taipei.

Die Schwester meiner Frau hatte nun in der Zwischenzeit eine erfolgreiche Gastronomiekette in Manila auf den Philippinen betrieben und so soll der "Familienbetrieb" dort  (freilich nicht als Italiener) demnächst in eine neue Phase gehen. Warten wir es ab.


Montag, Oktober 28, 2013

Exbetrieb macht doch weiter

Der Ex-"Familienbetrieb" macht doch noch weiter, letzter Bericht siehe hier: http://osttellerrand.blogspot.de/2013/10/ex-familienbetrieb-vor-der-schlieung.html
Die Gerüchte über den Tod des von mit mit aufgestellten und dann wieder etwas unfreiwillig veräußerten Betriebes waren also übertrieben, er atmet noch. Grund für den Sinneswandel weg von der Geschäftsaufgabe hin zur Weiterführung ist eine Schätzung der Anlagen im Unternehmen, für die die neue Betreiberin gerade mal 15000 NT, also weniger als 400 Euro hätte erhalten können. Der Gedanke, ihre ursprüngliche Einlage von umgerechnet etwa 6000 Euro durch den Anlagenverkauf wieder herein zu holen ist damit als gescheitert anzusehen. So gezwungen weiter zu machen, hat die Geschäftsführerin beschlossen, zukünftig die Öffnungszeiten zu reduzieren. Künftig hat das Geschäft, das früher am Wochenende mit Abstand den meisten Umsatz gemacht hat, nur noch Montag bis Freitags auf und das auch nur des Abends. Womit auch die letzten Stammkunden sicher vergrault werden, weil sie nicht mehr wissen, wann die Butze nun geöffnet hat und wann nicht. Geht einem ja schnell so bei ständig wechselnden Öffnungszeiten. Wie die Personalkosten überhaupt wieder rein kommen sollen ohne den Samstag (Sonntags war ja schon seit einiger Zeit zu) weiß ich auch nicht, freue mich aber auf neue Berichte aus dem Exbetrieb. Noch zuckt er!

Donnerstag, Oktober 24, 2013

Ex-Familienbetrieb vor der Schließung

Es zeichnet sich schon seit geraumer Zeit ab, das Unternehmen, das unter meiner Beteiligung hier von insgesamt vier Parteien gegründet worden war, nahm einen ungünstigen Verlauf. Einen günstigen, solange das alte Management und die vier Parteien involviert waren, einen sehr ungünstigen, seit die Geschäftsführerin des kleinen Betriebes diesen in einer Art hysterischen Daueranfalls (gespielt?) führte und daher die anderen Parteien (und auch meine) aus dem Betrieb ausgeschieden sind. Durchaus mit einem Plus für die drei ausscheidenden Parteien, man kann sich nicht beschweren. Letzte Meldung dazu hier: http://osttellerrand.blogspot.tw/2013/09/exbetrieb-in-der-verlustzone.html 

Auch diese ganze Geschichte, die hier im Blog einen kleinen Microkosmos einer Betriebsgründung nun bis fast zum Ende darstellt, fällt sicher irgendwo unter die Kategorie "Taiwahnsinn in Theorie und Praxis". Ich meine, daheim kann ich mir kaum vorstellen, dass mir ein Geschäftsführer damit droht, als Geist entstofflicht unter meiner Schlafzimmerdecke zu schweben und mir die Nachtruhe zu rauben. Wo man in Deutschland den sozialpsychatrischen Dienst ruft, muss man hier gewichtig mit dem Kopfe nicken und das Lokalkolorit genießen. Was ja auch in Ordnung ist, Taipei ist nicht Toffelstadt in Teutschland. Oder was auch immer. Und psychisch interessante Fälle scheint es hier im dicht besiedelten grauen Barackenumfeld mit seinen Sechs- und Sieben-Tagewochen und 10 bis 14 - Stundenarbeitstagen hinreichend zu geben, wer hätte das gedacht.

Hier spukt der Geschäftsführer nicht selbst, das Bild ist nämlich ein vom Betreiber des Roadiescafes  angefertigtes Modell
EDIT: Danke für den Hinweis, das Roadies ist natürlich NICHT identisch mit dem Familienbetrieb. Sam, der Gastwirt und Besitzer, hat nur diesen hübschen Friedhof gemacht. Das Roadies ist mein Lieblingslokal und hat sonst nix mit mir zu tun


Zum Schluss unter alter Führung hatte der kleine Betrieb monatlich eine Investorenausschüttung von umger. 475 Euro abgeworfen (nicht viel für 4 Parteien, war aber auch ein entsprechend kleiner Laden), das Gehalt der Geschäftsführerin von 500 Euro abgeworfen und zweieinhalb Angestellten das Gehalt bezahlt. Einer davon mit Teillehre bekam mehr als die Geschäftsführerin. Nach den Motto, wer weiß worum es hier geht, kriegt das Meiste ;-)

Vor einiger Zeit nach dem Ausscheiden der anderen drei Parteien hatte die Geschäftsführerin dann noch ihr eigenes Gehalt in Höhe von nur noch 425 Euro erwirtschaftet und das Gehalt der Angestellten - 550 Euro Reingewinn waren also verschwunden unter ihrer Alleinregie. Mittlerweile hat das Unternehmen nur noch 75 Euro umgerechnet an GF-Gehalt eingespielt (die anderen Kosten und Gehälter sind nach wie vor gedeckt) und die Geschäftsführerin verhandelt mittlerweile über die Kündigungsmodalitäten mit den Angestellten zwecks Betriebssschließung. Gründe sind sicherlich unregelmäßige Öffnungszeiten, Schließung an einem Hauptumsatztag (Sonntag!) und allerlei mehr. Wäre alles einfach zu korrigieren, aber das ist nun nicht mehr meine Sache. Over and out, Lokalkolorit habe ich ja auch schon daheim, da brauche ich es nicht auch noch im Berufsleben in dieser Form.

Unterhaltsam war der kleine Ausflug in das Geschäftsleben aber allemal.