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Montag, September 16, 2013

Mit der Luftkutsche aus Konstantinopel

Da komme ich gestern mit dem Flieger aus Konstantinopel, das man ja neuerdings Istanbul nennt, über Singapur usrprünglich natürlich aus Taipei, noch ganz übermüdet und voller Köstlichkeiten aus der Businessklasse von Turkish Airlines und Singapore Airlines (Economy fliege ich nicht mehr, wegen hartem Stuhlgestänge und Dauerwellen-Deutschen, die von ihrem Thailandurlaub erzählen, einer ist immer dabei), da berichtet mir mein Vater, der mit unserem Auto am Flughaven Hannover wartet, ein benachbarter Autofahrer habe ihn fälschlich bezichtigt, sein Auto mit Hundeleine oder Hund zerkratzt zu haben. Noch ganz jetlaggy muss ich also meine immer-dabei-Kamera zücken und fotografiere einen am Nachbarwagen erkennbaren und offenbar älteren Kratz- oder Schleifspurschaden, den aber meiner Ansicht nach unmöglich Hund oder Leine ausgelöst haben kann:

 Wie es sich dabei um Hundespuren oder Longenspuren handeln kann, mag mit dem Strauch oder was-auch-immer zu klären sein, den der Fahrer unseres Nachbarautos einst touchiert hatte

Ich dachte: "Typisch, diese Deutschen mit ihrem Autofimmel", ist es doch typisch teutonisch, dass der Lack immer ganz und gar unbeschädigt sein muss, während man in anderen Ländern gar nicht so genau hinguckt. So hatte ich gleich ein Indiz für die perfekte Integration der türkischen Bevölkerung Deutschlands geliefert. Denn die Familie, die ich später und böse Blicke zuwerfend abfahren sah, sah eher türkisch aus und hatte wohl auch jemanden aus dem Flieger aus Istanbul abgeholt. Zwischenzeitlich war ein Polizist erschienen, der meinem Vater mit Suggestivfragen die Schuld nahelegen wollte, bis dieser den uniformierten Herrn darauf hinwies (nicht in meinem Beisein), dass er nur den Fall aufnehmen und nicht aufklären solle.

Bin mal gespannt wie es weitergeht, jetzt muss wohl der Fahrer des (eigentlich nicht) gegnerischen Fahrzeugs meinem Vater eine Rechnung schicken und diese dann zivilrechtlich einklagen, so erklärte es der Polizist. Anzeige wollte der benachbarte Autofahrer auch noch erstatten, allerdings ging das wohl nicht an Ort und Stelle.

Verrücktes Autoland Deutschland.

Kommentare:

Martin hat gesagt…

Die Rechnung schicken könnte schwierig werden, dann sind die Beweise möglicherweise vernichtet. Er müsste das wohl schon vorher durch Gutachter belegen (beweisen).

Hat es dort keine Kameras die alles aufnehmen? Irgendwann wird die alte Aufnahme überschrieben...

Vermutlich hat Dein Vater eine Privathaftpflicht, er soll mal mit denen telefonieren, es gibt da Fristen binnen der ein Fall gemeldet sein muss (die Abwehr unberechtigter Ansprüche gehört vermutlich zum Versicherungsumfang). Versicherungen mögen es bisweilen gar nicht, wenn sie am Ende nur die Rechnung bekommen. Die Versicherung soll sich darum kümmern, dein Vater bezahlt dafür und die wissen am besten wie man damit umgeht.

"Ludigel" hat gesagt…

Die Versicherung ist informiert und der Vers.makler deutete an, dass sie bei sowas einfach zahlen. Will sagen keiner will die Spuren kriminaltechnisch unteruchen bei solchen Bagatellen. Eine gute Masche also, um alte Kratzer bezahlt zu bekommen.
Wobei ich hier niemandem boese Absicht unterstellen will, kann ja auch ein nicht bemeerkter Vorschaden sein, den der Gegner dann mit einer leichten Touchierung des Autos in Verbindung bringt.

Martin hat gesagt…

Dann würde unberechtigt der Schaden bezahlt und - wenn es eine Police wäre wie ich sie bei der WGV Versicherung habe - wäre evtl. auch noch der Schadenfreiheitsrabatt weg.
Na Prost.