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Freitag, Februar 26, 2016

Urknall zum Chinaböller reduziert

WERBUNG
Da nach EU-Richtlinie so ziemlich alles Werbung ist, ist dieser Artikel entsprechend markiert.

Da hat man einen Traum. Für den Fall dass die unzähligen erfolglosen Investitionen der werten Gattin und der Familien-Businesski-Unternehmungen mit ihren "schwarzen Nullen" doch mal was bringen. Und dann kommt eine englische Firma und ruiniert alles...

Träume, gerade wenn fast unerreichbar, haben etwas erhabenes. Man hat ein Ideal und schmachtet diesem hinterher. Bei mir ist es eine Uhr. Eine Hublot "Big Bang", die je nach Ausführung wohl zwischen 15.000 Euro und 25.000 Euro oder beliebig viel mehr für Sondermodelle kostet. "Eines Tages vielleicht", denke ich. Obwohl mich jeder Kratzer an so einer teuren Uhr wahnsinnig machen würde. Verschlungen habe ich im "Uhrforum" eine Story, wo sich ein Forianer endlich seine Traum-Big Bang leistet und dann oh Schreck darauf gestoßen wird, dass er eine Fälschung am Arm hat. Man hätte es vielleicht ahnen können, auf der Schwungscheibe hinten am Uhrwerk unter dem Glasboden steht "NEVA" statt "GENEVA", was zu "NEVER" uminterpretiert schon ein fast ehrlicher Hinweis aus einer chinesischen Fälscherwerkstatt ist. Der Bericht ist der reinste Krimi, zwischenzeitlich versteigt sich der Verkäufer, ein Juweliergeschäft, das online verkauft, zu der These, Hublot würde einfach Klebebuchstaben auf dem Uhrwerk anbringen und der Rest sei halt mal abgefallen. Kann man ja wieder dran pappen, sagt der Fachmann-Verkäufer. Kicher. Natürlich totaler Blödsinn, Hublot graviert oder fräst, aber pappt nicht und Rolls Royce klebt ja auch keine Styropur-Emmy vorne auf den Kühler. Hier die spannende Story mit schönen Uhrenfotos: http://uhrforum.de/hublot-big-bang-t32682. So gute Fakes wie in der Story können schon mal bis zu 450 US-Dollar kosten und die abfallenden Klebebuchstaben illustrieren freilich, wieso das immer noch schlecht angelegtes Geld wäre.

Nun gibt es legale Hommagen, "TW STEEL" bietet sehr ähnlich aussehende Quarz-Chronos an, die allerdings immer noch 400-600 Euro kosten, was ich zu viel für eine Quarz mit Standardwerk finde. Der hohe Preis erklärt sich, weil die TW STEEL-Uhren bei jüngeren Käufern "in" sind - und so richtig das Originalflair haben sie nicht. Ebenso wenig wie die "Apocalypse" genannte Uhr der fürchterlichen US-Marke "Stührling", die immer auf schweizerisch tut und dabei mit ihren Chinauhren so eklatant amerikanisch-großmäulig auftritt, dass sie zur Uhr gleich eine Kotztüte mitliefern müssten. Etwa behauptet "Stührling" auf seiner Webseite schon mal, ihr Chef würde nach Bali an den Strand fahren um da mit einem Goldschmied das neuste Modell der Marke zu besprechen. Wo doch all das Zeug einfach aus China kommt. Andererseits haben wir ja auch ein Bali in Taiwan, ist sogar ganz hübsch da. Sicher gibt es auch eines irgendwo in China in der Fagyu-Province.

Doch oh weh, nun ist es passiert, es gibt eine sich auf Hauptsitz in London berufende Marke namens "Megir" - was rückwärts Latein ist und entweder sowas wie nässen/feuchten oder führen heißt, glaube ich dank Wikipedia. Und diese londoner Feuchtführer bieten eine Uhr an, die so sehr der Hublot Big Bang gleicht, dass es einem fast den Atem verschlägt. Siehe hier den direkten Vergleich:

https://www.pinterest.com/pin/353040058266228922/

Laut Uhrenfreunden soll die "Megir" gar nicht schlecht sein, ein offenbar normal bis gut verarbeiteter Quarzchrono, auch wenn das Armband Kritik bekommt. Alle bislang erwähnten Hommagen an die Hublot haben Quarzwerke und nicht ein auf einem ETA - Chrono - Werk basierendes wie das Original. Soll ich sie mir nun bestellen, die Megir für 25 US-Dollar in Falsch-Rosegold plus 10 Dollar Versand nach Taiwan? In Deutschland kostet sie etwa 40-50 Euro. Nachgeschmissen also. Leute, die sich einen Mona-Lisa-Kunstdruck für 50 Euro ins Zimmer hängen, habe ich immer ein bisschen schief angesehen. Irgendwie das Selbe. Oder mal aus Jux.

In unserem Hotel in Macao neulich gab es auch ein reines Hublot-Geschäft. Ich stand dort mit Junior am Schaufenster und drückte mir vor der angebeteten Big Bang fast die Nase platt, da kam zu meinem Schrecken eine Verkäuferin gleich zu mir angerannt - obwohl die Türe zu war und ich draußen. Möglicherweise ist meine rosegoldene Breil Milano schuld, die zwar ein völlig eigenständiges italienisches Design hat, aber mit dem selbst angebauten metallbeschlagenen Band einen ähnlich ... schwülstigen ... Auftritt wie die Big Bang hat. Und innen nebenbei bemerkt das ETA Valjoux 7750-Werk, das Grundlage des BigBang-Werkes ist.

Von Junior beim Einsalben fotografiert


Die Breil hatte ich auf den Macao-Trip mitgenommen, damit ich vor jedem der 20 Uhrengeschäfte in unserem Hotel (hatte ich mir schon gedacht) bei Marken wie IWC-Schaffhausen, Tag-Heuer, Omega, Rolex, Breitling und eben Hublot schnell auf mein eigenes Schmuckstück am Handgelenk gucken kann, wann immer ich anfange zu hyperventilieren vorm Schaufenster.

Erfreulicherweise fing Junior (4) an zu schreien und wollte zur sich entfernenden Mama, so konnte ich flüchten, bevor die Verkäuferin mich erreicht hätte. So ein kleiner Zuschlag von 15.000 Euro auf die Hotelrechnung wäre meiner Frau wohl doch aufgefallen. Obwohl so ein Handgelenk-Invest mir immer noch solider vorkommt als die Investition in das Business der Familie meiner Frau, das wir unlängst getätigt haben. Aber so muss die Big Bang noch warten. Ein paar Jahre oder Jahrzehnte oder bis ins nächste Leben? Ob ich sie zwischenzeitlich mit einer RIGOR MORTIS ... äh .. MEGIR ... entzaubere, weiß ich noch nicht.

P.S.: Interessante Seite: Originale und Hommagen: https://www.pinterest.com/emorales0227/original-vs-legal-homage-watches/

Donnerstag, Februar 18, 2016

Citizen Ludigel zur Hälfte wieder hergestellt

Meine gebrachte Citizen Eco Drive und ich gingen etwa zur gleichen Zeit kaputt. Mir geht es langsam wieder besser...

Mein Gesundheitszusammenbruch, hier kürzlich im Blog noch mit Rückenbeschwerden in Zusammenhang gebracht, war doch etwas gänzlich anderes, auch wenn manches Detail noch im Dunkeln liegt. Nach endloser Quälerei bei nichtswissenden Ärzten im Tri-Service Hospital in NeiHu, dessen Ärzte buchstäblich herumkicherten, wenn ich meine Symptome schilderte und oft die Symptome verschlimmernde Medikamente mit verheerenden Nebenwirkungen verschrieben hatten, zog ich mich fast schon panisch in eine teure Privatklinik in Taipei zurück. Da zahlt dann die hiesige gesetzliche KV etwas zu, aber das Gros macht das riesige Honorar der Privatklinik (RUENTEX) bzw. des mit ihnen zusammenarbeitenden Chung-Shan-Hospital aus. Während ich ob der keckernden Taiwanärzte, die meine Symptome nicht glauben wollten, schon der Meinung war ein medizinisches Wunder sein zu müssen, war dann in der Privatklinik alles Routine und statt in einem Zeitrahmen von bis zu drei Monaten in nur 6 Tagen erledigt, inklusive OP. Mit meinen 49 Jahren hatten ich einen frühen aber sehr starken Fall des -eigentlichen- Altherrenleidens "gutartige Prostatavergrößerung", so viel sei hier gesagt. "Kann nicht sein", kicherte da der Militärurologe, ich sei zu jung. Und verschrieb Beruhigungstabletten. Deren Nebenwirkungen mich in die Notaufnahme trieben. Trotzdem blieb der Termin für die Ultraschalluntersuchung noch 6 Wochen in der Zukunft, obwohl ich nachts kein Auge mehr zu bekam. Ein Alptraum ausgelöst von offen gesagt idiotischen Ärzten. Welch ein Segen dagegen die Professionalität des Urologen in der RUENTEX-Klinik. Alles Routine. Prostata zu groß, also wird sie verkleinert. Bamm, fertig. Kein Kichern, kein Verschreiben sinnloser und gar gefährlicher Medikamente. Mein Zutrauen in das taiwanische Kassensystem ist nachhaltig erschüttert. Privat zahlen "rules"!

Noch Kopf an Kopf: Alpha GMT und Citizen Promaster Skyhawk mit C652 Kaliber


Doch von der Urologie zur Uhrologie. Meine schöne Citizen Eco Drive Sky Hawk, die es mir gebraucht erworben (2009 hatte sie der Vorbesitzer NEU gekauft, ich erst 2015 von ihm) als Reiseuhr sehr angetan hatte, hat in der selben Zeit einen Totalschaden erlitten, wie es aussieht. Offenbar hatte sie von Anfang an einen schlecht geladenen Akku, der nur noch einen Bruchteil der Kapazität hatte. Denn das Sonnenlicht muss beim Ecodrive ja den Akku oder Kondensator laden. Schließlich hörte sporadisch und dann ganz der untere Drücker auf zu funktionieren und seit dem Totalreset zeigt sie nur noch eigenartige bernsteinfarbende Zeichen im Display an und reagiert auf gar nichts mehr. Die Legende, dass Citizen-Solaruhren bis zu 20 Jahren halten und nicht wie andere Solaruhren schon nach ein paar Jahren mit kaputten Kondensatoren/Akkus ausfallen, ist damit für mich auch erledigt. Mein Zutrauen in den Citizen Eco-Drive ist ebenfalls nachhaltig erschüttert.

 Heißer Tipp für eine wirklich preiswerte Automatik um 100 Euro: Orient Mako hier in Pepsi-Ausführung am Mesh/Milano-Taucherband aus dem Hause Seiko.

Reiseuhr ist damit wieder meine Alpha GMT aus Hong-Kong, die ein Nachbau einer Rolex GMT ist und trotz einiger konstruktiver Nachteile ganz gut läuft. Eine Automatik für etwa 90 US-Dollar, die mit zwei oder gar drei Zeitzonen jonglieren kann hat eben auch ein paar Nachteile.

Dank privat gezahlter OP ist Citizen Ludigel wieder hergestellt und die Reiseuhr aus Hong Kong hat den endgültigen Triumph über die japanische Citizen errungen.

Mehr zum Thema Uhrologie:

Alpha GMT im Reise- und Wettertest: http://osttellerrand.blogspot.tw/2014/02/das-alpha-experiment.html

Italo-Albanerin (Breil Milano): http://osttellerrand.blogspot.tw/2014/09/faltige-italo-albanerin.html 

Alpha P.O.: http://osttellerrand.blogspot.tw/2013/11/uhrenarmband-mord-alpha-planet-ocean.html

Orient Blue Mako: http://osttellerrand.blogspot.tw/2015/03/blaues-krokodil-aus-augsburg.html

Nautec GMT: http://osttellerrand.blogspot.tw/2016/01/nautec-gmt-durchwachsenes-update.html

J.Springs "Diver": http://osttellerrand.blogspot.tw/2013/10/heiter-bis-uhrig.html

Breil Milano Unikat: http://osttellerrand.blogspot.tw/2014/10/breil-milano-unikat.html

Tissot Seastar Auto-Chrono: http://osttellerrand.blogspot.tw/2013/07/die-menschen-mussen-gewarnt-werden.html

Gigandet Seaground 2: http://osttellerrand.blogspot.tw/2014/08/uhrenwahnsinn-teil-x-gigandet-sea.html

Zwei "Planet Ocean"-Verschnitte: http://osttellerrand.blogspot.tw/2013/11/das-alpha-tier-der-uhrenwelt.html




Freitag, Mai 15, 2015

Shoppingsenderuhr, 26 Euro

WERBUNG*

Mal wieder Zeit für eine Uhrenvorstellung. Neuzugang "Nautec GMT" vom deutschen Ebay gebraucht und fast neuwertig erstanden. Alle hier vorgestellten Uhren sind Automatiken, laufen also durch die Bewegung am Arm per Schwungscheibe ohne Batterie

* Neuesten EU-Richtlinen entsprechend kennzeichne ich jedwede Produktbesprechung als Werbung, auch wenn ich das Produkt kritisch bespreche, um Abmahnungen von einschl. Vereinen zu vermeiden.

Die Marke Nautec, die sich mit dem Beinamen "No Limit"*** schmückt, soll von deutschen Shoppingsendern vertrieben werden. Während anfangs die Qualität laut diverser von mir im Netz aufgefundenen Kundenmeinungen sehr durchwachsen zu sein schien, wird den Uhren in der letzten Zeit durchaus vernünftige Qualität zugesprochen, wohl ausgelöst durch höhere Stückzahlen und eben die Partnerschaft von Nautec mit einschlägigen deutschen Shoppingsendern. Nautec ist offenbar eine der zahlreichen "deutschnesischen" Uhrenmarken. Will sagen ein Deutscher oder ein kleines deutsches Unternehmen bestellt massenhaft Uhren in China und lässt diese mit eigenem Markennamen versehen. Oder eben nach eigenen Wünschen anfertigen. Es gibt da viele Standardmodelle, die in horrend schlechter Qualität von chinesischen Fabriken ausgestoßen und dann in Deutschland meist bei Ebay und Amazon unter wechselnden Markennamen angeboten werden. Die besseren Marken, wie offenbar Nautec, können jedoch entweder über die Stückzahl eine bessere Qualität durchsetzen oder arbeiten die Uhren nach. So kann man durchaus gutes "deutschnesisches" erstehen, auch wenn meiner Meinung nach die besten dieser Uhren mit japanischen Uhrwerken wie dem Miyota 8215 versehen sind. Weil made-in-Japan - Uhrwerke eben um Klassen besser sind als einfache chinesische Uhrwerke.


Meine eigene Uhr erstand ich für nur 26 Euro leicht gebraucht vom deutschen Ebay. Auch wenn noch einmal das selbe an Versandkosten nach Taiwan dazu kam (u.a. weil der Verkäufer Uhrenbox und Uhr getrennt geschickt hatte), ist das sicher nicht viel Geld für eine Uhr. Herstellungskosten chinesischer Uhren belaufen sich oft nur auf 4 US-Dollar pro Uhr oder weniger, daher sollte man nicht zu viel anlegen für einen im Grund genommen volksrepublikanischen Ticker.
Zu richtigen Uhrenfotos bin ich nicht gekommen, ein paar schnelle Schüsse vom Handgelenk müssen reichen. Die Fraktion der Freunde haarloser Arme muss sich daher heute wieder ein neues Blog suchen, ich bitte um Nachsicht. Immerhin habe ich keine Tatoos auf dem Arm, könnte also auch schlimmer kommen.


Die Nautec GMT wie im Bild gibt es u.a. mit schwarzem und blauem Zifferblatt und gleichfarbigem Tauchring, außerdem mit rot-blau geteiltem Tauchring (die sog. Pepsi-Variante in Uhrenfreaksprache), wohl auch noch mit schwarz-rotem Tauchring (die sog. Coke-Variante). Und eben in Orangemetallik, eine Farbgebung, die der Omega Planet Ocean entlehnt ist. Das Gehäuse der Nautec GMT ist jedoch ähnlich dem großen Vorbild Rolex GMT (die quasi zu einem Industrie-Designstandard geworden ist), auch wenn das Gehäuse dank massiger Formgebung etwas Eigenständigkeit hat. Insbesondere in der ungewöhnlichen orangen Farbe wirkt sie eigenständig und weit vom Rolexdesign entfernt. Geliefert wird sie mit einem wertig wirkenden Metallband, das allerdings sog. Madenschrauben zur Gliederbefestigung verwendet (nicht an der Uhr selbst, sondern für die Bandglieder untereinander). Bei 27 Grad im Schatten wollten die Maden partout nicht aus ihren Löchern kommen und da ich sowieso hinreichend viele Uhren am Metallband habe (u.a. den Omega Planet Ocean-Klon von Alpha) entschied ich mich kurzerhand das Metallarmband tief in der Uhrenkiste verschwinden zu lassen und ein aus England geschicktes Lederband zu montieren, das im Bild zu sehen ist. Das wertige Band ist ähnlich teuer wie der von mir bezahlte Uhrenpreis und lässt den Glimmer des Tauchrings sehr viel poppiger hervortreten als das beim original Stahlband der Fall gewesen wäre.

Hier ist es 15.47 in Taiwan und 9.47 in Deutschland. Bei gerader Draufsicht auf das Zifferblatt statt schrägem Seitenblick sähe man, dass der 2.Zeitzonenzeiger kurz vor der 10 steht, wie es auch richtig ist. Die versetzte Einstellung des Tauchrings mit der 24h/GMT-Sala kompensiert ein leichtes Versetztsein des 24-Zeigers bei meiner Ablesung. Aber das kann sich jeder hindrehen wie er will.
Das Datum ist unter der Lupe gut ablesbar (hier nicht zu erkennen im Foto).


Technisch gesehen verspricht die Nautec GMT Saphirglas und 300 Meter Wasserdichte, will sagen sie soll zum Tauchen geeignet sein. Uhrenfreunde im Uhrforum sprachen zwar von zu dünnem Saphirglas um damit wirklich tauchen zu können (eine Preisfrage, denn das kratzfreie Saphir ist teuer), aber ich kann die Stärke des Glases nicht verifizieren und tauche ja auch nicht mit der Uhr. Ein spanischer Onlinehändler bei Ebay verkauft die Pepsivariante der Uhr oft für etwas über 50 Euro neu, sicher nicht zu viel für eine Saphirglas-GMT mit Edelstahlgehäuse. Übrigens ist die Uhr eine "unechte GMT" (GMT steht bei Uhren für eine zweite Zeitzone). Das heißt der 2.Zeitzonen-Zeiger ist eigentlich nur ein 24h-Zeiger, der der 24h-Beschriftung auf dem Tauchring folgt. Im Normalfall hat man den bei "24" angesiedelten Pfeil auf der 12 der Uhr und so kann man dann überflüssigerweise mittels des roten Zusatzzeigers (mit weißer Spitze) ablesen, ob es gerade 16 Uhr oder 4 Uhr morgens ist, wenn der normale Stundenzeiger auf der 4 steht. Will man nun eine zweite Zeitzone anzeigen, dann muss man den Tauchring verstellen, bis der 24h-Zeiger auf der gewünschten Uhrzeit der zweiten Zone steht. Hier im obigen Bild ist der Drehring so verstellt, dass der zweite Zeitzonenzeiger die deutsche Zeit GMT+1 anzeigt, während die Uhr sonst die taiwanischer Zeitzone GMT+8 anzeigt. Durch Sommerzeit in Deutschland ergibt sich derzeit aber nur eine Differenz von 6 Stunden, daher steht der Tauchring eben so wie er steht.
Der 24h-Zeiger folgt also bei Zeigerverstellen immer dem normalen Stundenzeiger und lässt sich nicht unabhängig einstellen. Im Gegensatz zu meiner Alpha GMT (siehe hier) läuft der "GMT-Zeiger" bei der Nautec übrigens konstant, will sagen weder zu schnell noch zu langsam im Vergleich zur Normalzeit. Das ist angenehm, weil ich dann nicht alle paar Tage die zweite Zeitzone nachregeln muss, wie das etwa bei der Alpha GMT der Fall ist. Vielleicht läuft der 2.-Zeitzonenzeiger der Nautec etwas versetzt zur Normalzeit (wie auch bei der Alpha GMT), aber das kann man durch ein leichtes Verstellen des Tauchrings kompensieren. Wichtig ist, dass die Anzeige konstant läuft, was ja auch der Fall ist bei der Nautec, während bei der Alpha die Zeitdifferenz zur Normalzeit zunimmt.

Alpha "P.O." zum Designvergleich. So etwa sieht eine echte Omega Planet Ocean auch aus.

Interessant ist es einmal, die drei Chinesinnen Alpha P.O. (oben, etwa 90 US-Dollar), Alpha GMT (unten, etwa 90 US-Dollar) und die Nautec GMT "unter der Haube" gegenüber zu stellen und im Praxistest zu vergleichen. Da ich kein Uhrenaufmacher bin muss sich der Vergleich freilich auf Worte beschränken.

Und noch eine Hongkong-Hommage, die Alpha GMT, extrem nah am Design der Rolex GMT, so nah wie es irgend geht

Die Alpha GMT mit ihrem echten GMT-Werk, bei dem der Nachteil ist, dass ein Verstellen des Stundenzeigers den eigentlich unabhängigen GMT-Zeiger mitverstellt, hat ein Werk des chin. Uhrenherstellers Shanghai unter der Haube, allerdings in B-Qualität. Das heißt, dass hier u.U. gebrauchte und schon mal reparierte Werke zum Einsatz kommen, die einem aufmachenden Uhrmacher schon mal leichte Verschmutzung inklusive Haare zeigten, wie ich im Netz gefunden habe. Und das bei einer fabrikneuen Uhr. Aber der Vorteil ist, dass solche Werke vielleicht schon mal durch die Finger eines Uhrmachers irgendwo in China gegangen sind und vielleicht gar nicht mal schlecht laufen. Meines läuft mit 15 Sekunden Vorlauf am Tag - normal für eine Unter-500-Euro - Automatikuhr. Gehäuse und Armband (sehr scharfkantig!) haben aber durch schelchte Verarbeitung genervt und Nacharbeitung u.a. mit Pattex erfordert - zur Wiederbefestigung der Pepsiskala.

Die Alpha P.O. in Orange hingegen hat wie die gleichfarbige Nautec ein Seagullwerk, möglicherweise das ST-6, wie man immer wieder liest. Das hat keine GMT-Funktion und läuft bei mir mit bis zu 55 Sekunden Vorlauf am Tag - hier müsste ein Uhrmacher mal eine Feineinstellung vornehmen. Bei der Alpha P.O. war das Armband eine Strafe, es ließ sich nur mit armbandbeschädigender Brachialgewalt verkürzen (Stifte saßen teilweise fest, auch der Armbandverkürzer hier in Taipei verzweifelte), sonst ist die "P.O." aber sehr gut verarbeitet. Beide Alphas haben aber nur Mineralglas und sind nur mit 30m bzw. 50m Wasserresistenz angegeben. 
Übrigens basieren sowohl das unechte GMT-Werk der Nautec (Seagull, Bezeichnung ist mir unbekannt) wie auch das echte GMT-Werk der Alpha auf einem älteren schweizer ETA Original-GMT-Werk, das natürlich um Klassen besser ist.

Nachteil der Nautec: Der Tauchring verstellt sich leicht, so dass die 2. Zeitzone dann evtl. verstellt wird.

Was die Nachtablesbarkeit angeht, so hat die Nautec die beste (grüne) Floureszierung, die beiden Alpha sind da eher leidlich, aber auch noch ablesbar. Wie genau die Nautec laufen wird ist noch nicht abzusehen, da sich Uhren immer erst einlaufen. Derzeit läuft sie auch mit etwa +15 Sek. pro Tag, man wird sehen. Verschraubte Kronen, wie sich das für echte oder Möchtegern-Taucheruhren gehört, haben übrigens alle der drei Uhren hier.

In Sachen Verarbeitung ist die Nautec gleichauf mit der Alpha P.O, kombiniert mit Ganggenauigkeit ist sie die beste der drei Chinesinnen. Als Referenz für die Preisklasse möchte ich die Gigandet Seaground 2 ins Feld führen. Da ist auch ein deutsches Unternehmen dahinter, das die Uhren in China mit dem erwähnten Miyotawerk bestücken lässt und im Netz zwischen 130 und bis zu über 500 Euro dafür verlangt - ich selbst habe 70 bei einer Auktion von einem anderen Anbieter bezahlt. Die Gigandet ist von der Verarbeitung her die hochwertigste (Band und Uhr problemlos) und hat eben ein japanisches Innenleben, wenn auch ohne GMT. 

 Gigandet Seaground 2 (hier im ungewöhnlichen Grün), eine der zahlreichen Rolex-Submariner Hommagen mit einer gewissen Eigenständigkeit im Auftritt

Die wohl beste Alternative unter den günstigen Uhren ist meiner Meinung nach die Orient Deep-Reihe aus dem Seiko-Konzern, unten in der Pepsivariante zu sehen. Für etwa 110-130 Euro hat sie ein gutes einfaches Automatikwerk (nicht schlechter als das Miyota) und eine solide Verarbeitung und ein eigenständiges, leicht retro-wirkendes Äußeres, Mineralglas und 200 Meter Wasserdichte nebst verschraubter Krone - Bild unten neben der Gigandet. Und alles Made in Japan bei Orient.

Rechts: Orient Deep "Pepsi" mit fremdem australischen Mesh/Milanaise-Armband

*** "No limits" hingegen (mit zusätzlichem S dran) ist ein Beiname des renommierten italienischen Uhrenherstellers Sector.

Update 2019: Die Nautec von oben hat bereits seit langer Zeit Feuchtigkeitsbeschlag im Inneren, obwohl sie immer zugeschraubt war über die Schraubkrone und wird wohl demnächst entsorgt. Oder kommt doch mal zum hiesigen Batteriewechsel zum Trockenlegen. Mal schauen. Die Gigandet ist einfach aus Gründen der Sammlungsverkleinerung verkauft. Die schicke Orient sollte das selbe Schicksal erleiden, allerdings hat ein entfernter Verwandter erboten, sie zu übernehmen. Und sie dann nie bezahlt, der nichtsnutzige $§§&%$§#. Never mind. Den beiden Alphas geht es immer noch gut, auch wenn ich das katastrophale Metallband der GMT gegen ein Lederband getauscht habe.