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Montag, Januar 10, 2011

Bücher verbrannt, Bildschirm eingeschaltet....

Nicht wirklich, aber so ähnlich. Obwohl in meinem heizungslosen asiatischen Reihenhaus eine zünftige Bücherverbrennung so ihre Vorzüge hätte...


Erstaunt hat mich jedenfalls, wie sehr bei mir Papierbücher der Nichtnutzung anheim gefallen sind, seit meine Frau mir ihr Netbook, also ein Mininotebook ohne CD/DVD-Laufwerk, zur Verfügung gestellt hat. Lesen mit dem großen Laptop ging nie so recht und so monierte meine Frau immer etwas, wenn ich ein papiernes Buch in die Hand nahm, weil ich dann die Stehlampe einschalten musste. Die schien auf das Netbook meiner Frau und sie konnte nichts mehr richtig erkennen. Denn meine Frau liest schon ewig nur mit dem Netbook auf dem Schoß, oder liegend knapp unter dem Kinn, weil sie nämlich Bücher in einer Stunde durchliest, so Romanzeugs mit 180 Seiten. Da haben wir dann früher kistenweise die Bände aus der Leihbücherei und wieder zurück getragen, das nervt mit unter.
Als sie sich nun im Personalkauf ein neues Netbook gekauft hat, bekam ich ihres, mit netter 8h-Batterie (zugekauft) und einem superscharfen flickerfreiem Bildschirm, viel besser als das hier im Foto erscheint. Da lese ich nun Magazine und Bücher und frage mich, wieso ich früher immer die kiloschweren Bände zwischen Deutschland und Taiwan hin- und her geschleppt habe, insbesondere wo sie in Taiwan auch noch so schnell an der feuchten Luft verschimmeln.

Das gängige Angebot ist auf Apple iPad*** und eBook-Reader wie den Kienzle von Amazon, beides kleine Tablett-PCs, derart zugeschnitten, dass man für die PC-Plattform (bei mir ist XP drauf) kaum noch etwas bekommt. Es sei denn man weiß, wo man suchen muss. Nerven tun idiotische Bezahlportale, die einem laufend den Zugang sperren. Wahrscheinlich weil die Deppen nicht glauben können, das Kunde Ludigel nicht aus Oberammergau oder Kleinkackoderode, sondern irgendwo aus Asien laden und kaufen will. Na ja, es findet sich immer ein Weg. Meist habe ich nur noch englisches Zeug, den Spiegel gibt es allerdings zum Download mit einem idiotischen Bezahlportal mit deSade-Qualitäten.

Tablett-PCs mag ich nicht, die glitischigen Dinger muss man immer in der Hand halten, statt sie auf dem Schoß oder auf der Brust abzustellen und das iPad ist vom Betriebssystem her sehr eingeschränkt, soll nicht mal Fotos mit einem Windows USB-Stick tauschen können.

Linux habe ich getestet und verworfen, nervig langsame PDF-Reader haben mir demonstriert, dass Windows bei Multimedia doch noch die Nase vorn hat. Jedenfalls das gute alte XP.

Die Zeit der Papierbücher ist bei mir definitiv (erstmal?) vorbei. Obwohl mir das Erlebnis fehlt, in einer Buchhandlung den Duft der Regale voller frischer Bücher einzuatmen und ein Stündchen beim Aussuchen zu verbringen. Aber das kann ich hier in Asien eh nicht bei den Buchhandlungen voller Krähenfüße-Schinken...


*** Wer iPäds mag, ist sozusagen "i-pädophil", hat mal jemand gesagt. Dummer Kalauer. Räusper.

1 Kommentar:

Stefan hat gesagt…

Fuer Linux wuerde ich Okular empfehlen - ist ein extrem schneller PDF-Reader.