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Montag, Januar 04, 2010

Arbeitswelt in Taiwan (Update: August 2015 und März 2017)

English: Worklife in Taiwan. So far only in German. I do not think I will get around translating it into English, especially as it is a bit from a German viewpoint. If you have questions regarding working and taxation in Taiwan, our expat forum Forumosa.com would be the place to go for an English speaker, especially the sub-forums about legal issues at work and taxes:
http://forumosa.com/taiwan/viewforum.php?f=70
http://forumosa.com/taiwan/viewforum.php?f=69



German, Deutsch:

Arbeiten in Taiwan bringt viel Unterschiede im Vergleich zu Deutschland

Ursprünglicher Stand 2010. Änderungen bis April 2015 in Klammern dazu geschrieben
Ditto Änderungen März 2017

Arbeitszeit:
40 Wochenstunden stehen irgendwo in irgendeiner bedeutungslosen Regelung, 30 Anstandsminuten extra tägl. werden mind. erwartet, ehr öfter mal eine Anstandsstunde. Reale Arbeitszeit ehr bei 45 bis 55, manchmal sogar 60 Wochenstunden, oft ohne Gehalts- oder Freizeitausgleich. Insbesondere Ingenieure arbeiten länger. Regelarbeitszeit Montags bis Freitags, öfter mal am Samstag und gelegentlich mal am Sonntag, meist ohne Ausgleich. Extraveranstaltungen gerne an den Wochenenden (Messevorbereitung, Seminare). Wenn in der Firma manche viel zu tun haben und länger bleiben, bleiben oft auch die Kollegen länger, um ihren Einsatz zu zeigen. Wer lange bleibt ist fleißig, Produktivität ist egal.
(März 2017: Seit 2015 kontrolliert das Arbeitsministerium zumindest in großen Firmen die Arbeitszeit mehr etwa über elektronische Zugangskarten des Unternehmens und die obig angesprochene Überstundenlastigkeit wird weniger)


Die Damen haben immer die schönsten Cubicals...

Produktivität: Geringer als in Deutschand. Privates darf halboffen (wenn Webseiten im Spiel sind) oder offen (Telefon, Email) erledigt werden. Privates Surfen oder Chatten erfolgt meist verdeckt, kann zu Kritik durch Vorgesetzten führen. Die langen Überstundenabende streckt man aber recht offen mit Surfen oder Marathonchatten, viele greifen zu Manga-Comics oder sehen Filme. Während der Arbeitszeit schwatzt man ganz offen und wandert mit Leckereien herum, die man verteilt und sich von anderen bedient. Ein Schwätzchen über die letzte Mode oder die neuste Grafikkarte ist immer angesagt. Wer keine Wohnung hat, sondern nur ein überfülltes Zimmer bei den Eltern fühlt sich im Cubical mit Bildschirmschoner von Filmstar im Bikini sowieo erst richtig wohl, wenn er sich den Arbeitsrechner zur virenverseuchten Dattelkiste aufgebrezelt hat und dort die Abende verbringt und so zeigt, dass er "Einsatz für die Firma" hat. Trotz sonst geringer Produktivität und Privatem: Wer allerdings einen Notfall hat, arbeitet oft lang und hart und schnell, das muss man auch wissen.

Gehalt: Im Dienstleistungssektor, von Frühstücksrestaurantbedienung und Sicherheitsmensch bis hin zu Haareschneider (Friseur will ich hier die wenigsten nennen) verdient man oft nur 20 000 bis 35 000 NT monatlich (etwa durch 40 teilen für Euro, auch wenn die Kaufkraft höher ist). Zeitarbeiter sogar im Ingenieurbereich unter 20 000 NT.
Im Ingenieurbereich 25 000 bis 35 000 NT für viele im Computersektor, hochgearbeitete auch 55 000 oder 65 000 NT oder mehr. Leitende Angestellte oder auch Softwareentwickler oder andere rare Qualifikationen haben 55 000 bis 80 000 NT oder auch mal mehr.
Ausländer erhalten i.d.R. mehr als Einheimische, teilweise die Hälfte mehr, werden aber auch leichter gekündigt.

Besteuerung: Nur bei Geringverdienern 6% Steuern, Krankenversicherung liegt bei 1000 NT monatlich, daher Brutto praktisch gleich Netto und man unterscheidet umgangssprachlich selten die beiden. Ausländer werden oft mit erst mal 20% Steuern [Update 2015: offenbar jetzt 18%] zur Kasse gebeten, neuerdings kann das grundsätzlich die ersten 180 Tage im Jahr geschehen, es sei denn die Firma vertraut darauf, dass der Ausländer bei Weggang aus Taiwan eine ordentliche Gehaltsabrechnung hinterlegt. Grund für die Regelung ist, dass Ausländer die im letzten Kalenderjahr weniger als 182Tage in Taiwan gearbeitet haben, diese Zeit mit 20% versteuern müssen. Das galt früher nur für die ersten 182 Tage im Gesamtaufenthalt des Ausländers seit 2009 aber auch für jedes neue Arbeitsjahr. Arbeitgeber wird seit 2009 für die fehlenden 14% (wenn wir vom Steuersatz von 6% ausgehen) haftbar gemacht, sollte der Ausländer nur mit 6% versteuert worden sein und vorzeitig abgereist sein.
Zahlt der Ausländer 20% für die ersten 182 Tage und arbeitet doch 183 Tage und mehr, kriegt er im NÄCHSTEN Steuerjahr eine Rückzahlung. Sicher großes Betrugspotential für kleine Firmen, insbesondere die Gauner-Englischschulen.
Ich weiß, niemand versteht die Steuerregel, auch die Finanzbeamten und viele HR-Abteilungen nicht.
Ludigel zahlt normalen Steuersatz, veranlage die Steuer zusammen mit Ehefrau, aber auch verheiratete kann die 20%-Regelung treffen. Zufall. Augenfarbe. Laune der Zuständigen.

Beispiel zur Steuerregelung:

Als Normalsteuersatz wird 6% angenommen für dieses Beispiel.

Anfangen am 01.01.2010, Steuersatz 20%.
Ditto für Februar, März, April, Mai, Juni.
Ab 183 Tagen dann 6% Steuern, Rückzahlung für die zu viel gezahlten 14% von Jan bis Juni in der nächsten Steuererklärung beantragen, die man bis nächsten Mai abgegeben haben muss.

Am nächsten 01.01.2011 geht das Spiel theoretisch von vorne los, der Aufenthaltszähler wird von 365 wieder auf NULL Tage gestellt. Manchmal aber auch nicht und man bleibt bei 6%, je nach Firma und Finanzbeamten.

Verlässt man Taiwan am 30.03.2018 muss man für Januar, Februar und März 2018 wieder 20% Steuern zahlen und erhält keine Nachzahlung. Hat der Arbeitgeber aber freundlicherweise nur 6% einbehalten muss man eine Steuererklärung machen und die 14% nachzahlen. Verschwindet man einfach, wird der Arbeitgeber für diese 14% Nachzahlung haftbar gemacht.

Ist man in irgendeinem Kalenderjahr weniger als 183 Tage in Taiwan, dann zahlt man wieder 20% Steuern.

UPDATE: Die richtigen Steuersätze sind unten im "Nachtrag zu Steuern" aus den Angaben eines freundlichen Kommentators aufgeführt, da kaum jemand die oft genannten 6% zahlen dürfte.
 

Haftung: Arbeitsgeräte, die verschwinden, weil sie der Kollege ausgeliehen und in der Schublade vergessen hat, werden spätestens bei Kündigung zum Neuwert vom Gehalt abgezogen. Regressklagen bei grobem Versagen hingegen gibt es eigentlich nicht.
Demogeräte, die in kleinen Firmen der Chef für die Kinder nach Hause mitgenommen hat, werden öfter mal Angestellten vom Gehalt abgezogen, wenn sie "verschwunden" sind. Siehe "Verhältnis zum Chef."

Verhältnis zum Vorgesetzten: Kritik ist undenkbar, auch unter 4 Augen. Auch fachliche konstruktive Kritik in technischen Detailfragen darf höchstens unter 4 Augen nach entsprechender weitschweifiger Einleitung "Liege ich da falsch, wenn ich denken würde, dass es so eventuell besser ginge..." geäußert werden und wird evtl. den Vorgesetzten vor eine ungewohnte Situation stellen. Auch in fachlichen offenen Diskussionen ist äußerste Vorsicht geboten, wenn die eigene Meinung mit der des Vorgesetzten nicht übereinstimmt. Leiber nichts sagen, ist eine gute Faustregel.
Der Vorgesetzte ist eine ultimate Respektsperson. Besonders in kleinen Unternehmen ist der Unternehmenschef oft ein kleiner Despot, der zwar oft hochqualifiziert ist, aber seinen Untergebenen auch jedwede Entscheidungsfreiheit nimmt (Micromanagement der Angestellten ist verbreitet).

Arbeitsstil: Ehr den Konsens suchen. Chefs, die nicht mikro-managen, lassen Untergebene machen und verkaufen die Gruppenleistung dann als ihre eigene. Abweichen von traditionellen Herangehensweisen schafft Unbehagen.
Arbeit wird schnell und hektisch erledigt, es wird sofort losgelegt und nicht geplant. Im Vergleich zu deutschen Arbeitsteams ist das Taiwanteam in der Hälfte oder einem Drittel der Manntage (ohne gezählte Überstunden) fertig, hat 80% der Qualität geliefert und nicht selten haben 2 Teammitglieder und ein Chef während des zwischenzeitlichen Chaoses gekündigt. Man gehorcht den Chefs und lässt sich auch jedwede Unverschämtheiten bieten.

Umgang mit Gleichgestellten: Meist wird Kritik höflich und oft in Umschweifen dargelegt, wenn überhaupt, um die Harmonie zu wahren. Anbrüller und direkte Konflikte gibt es aber auch, insbesondere wenn Stress und lange Arbeitszeit aufkommen.

Umgang mit Untergebenen: Recht viele Vorgesetzte kehren den Despoten heraus, andere sind höflich und kritisieren maßvoll, damit der Angestellte das Gesicht wahren kann.

Umgang von Taiwanesen mit ausländischen Kollegen: Man ist eine Attraktion, wird manchmal merkwürdig vorgeführt (guck mal, wir haben einen Ausländer. "Uiiii, toll! Wie niedlich!"), viel angelächelt und die ersten 5 Jahre redet keiner mit einem, allerdings schicken sie Emails auf Englisch. Sie haben Angst beim Englischreden einen Fehler zu machen und das Gesicht zu verlieren.

Arbeitnehmerrechte: Diejenigen, die der Chef einräumt.

Gewerkschaften: Nur wenige Unternehmen haben sich einer der kleinen unbedeutenden Gewerkschaften geöffnet durch konzertiertes Vorgehen der Belegschaft. Meist ist niemand Mitglied und niemand verschwendet einen Gedanken an Gewerkschaften. Gewerkschaftliche Arbeit wird mit sofortiger Kündigung und durchaus auch mit Körpereinsatz unterbunden, etwa Schläger, die gewerkschaftliche Prospekteverteiler verprügeln. Gibt es aber ohnehin praktisch nicht.
Update: Gemäß einem Posting auf dem Ausländerforum (Link entfernt) wo Englischlehrer eine Gewerkschaft gründen wollen oder dies jedenfalls diskutieren, dürfen Gewerkschaften in Taiwan nur mit EINEM Unternehmen arbeiten, aber nicht die Belegschaft von zwei oder mehr Unternehmen repräsentieren. Das ist lustig. Und garantiert schwache oder ehr nichtexistente Gewerkschaften.


Arbeitslosenversicherung: Keine.

Abfindung: Bei Kündigung erhält man pro volles Jahr Beschäftigungsdauer 40% des Gehalts als Abfindung. Es sei denn man geht bei kleinerer Firma im Streit (ich streite hier nie), dann gäbe es vielleicht nicht mal das ausstehende Gehalt.

Arbeitsgerichte: Geht man nicht hin. Gesichtsverlust und schlechter Ruf für den Arbeitnehmer und beide Parteien werden vermutlich vom Richter bestraft. Nicht nur in Arbeitsgerichten. Gerichte arbeiten hier eh langsamer und weniger effizient und unvorhersehbar.

Krankenversicherung: Arbeitnehmer und Arbeitgeber teilen sich die Krankenversicherung, der Staat bezuschusst sie noch. Fast alles ist versichert, Zahnersatz zahlt man selbst, bei Arztbesuch 100 NT (2015: 200 NT, 150 NT für Kinder) Gebühr, kleines Entgelt für Krankenhaus (pro Tag). Manchmal erhält man so wenig Medikamente vom Arzt, dass man entweder oft hingeht oder selbst zuzahlt, um mehr Medikamente zu erhalten. Fast jeder ist gesetzlich krankenversichert, der Träger ist die NHI, die National Health Insurance. Offiziell angestellten Ausländern steht die Krankenversicherung gesetzlich sofort zu, wird in der Regel aber erst nach 6 Monaten gewährt, was sich aus einer alten, aber mittlerweile ungültigen Regelung erklärt, die noch angewendet wird (2015: immer noch so).

Rente/Pension:
Zusammenfassung und aktueller Überblick 2015 hier: http://osttellerrand.blogspot.tw/2015/05/ludigels-lustige-lenten-legende.html
Weitere Details und Modellrechnungen hier: 
http://osttellerrand.blogspot.tw/2014/10/links-zur-rentenversicherung-in-taiwan.html)
 
Konkret gibt es zwar eine arbeitgebergebundene Rente seit 1953, die aber in der Praxis kaum jemanden zur Verfügung stand. Erst in den 2000ern wurde die Rente langsam üblich, ab 2005 kam das neue verbesserte Rentensystem und ab 2009 werden Arbeitgeber gezwungen, ihre Angestellten teilnehmen zu lassen. Siehe Links oben. Wer keine andere Rentenversicherung hat, kann freiwillig an der National Pension teilnehmen, einer Alternativrente. Letztere nur für Staatsbürger und deren ausl. Ehegatten. Die Labor Law-Rente hingegen ist für alle regulären Beschäftigten.

Kündigung: Der Arbeitgeber kündigt selten, i.d.R. nur bei groben Verstößen des Arbeitnehmers oder bei schweren Wirschaftskrisen (wie wir gerade eine hatten), weil sonst der Arbeitnehmer das Gesicht verliert. Ehr soll der schwächelnde Arbeitnehmer umerzogen oder auch durch Druck zur Selbstkündigung bewogen werden. In der Regel vereinbart man wenigestens ein paar Tage oder ca. 2 Wochen Kündigungsfrist, wenn man mit dem Arbeitgeber über den Zeitpunkt des Ausscheidens (frei) verhandelt. Wichtig: Arbeitnehmer geben als Kündigungsgrund immer "um die Familie kümmern" an, niemals darf ein objektiver Grund genannt werden, weil sonst der Chef das Gesicht verliert. Das gilt auch für "mir gefällt der neue Stadteil wegen der Verkehranbindung besser" oder "neue Herausforderung antreten". Alles Tabu!
Hinweis: Ausländer werden nach Projektabschluss oft leichter zur Kündigung gedrängt oder gekündigt, weil der Arbeitgeber oft nur ein einzelnes Projekt für sie im Kopf hat.

Arbeitsvertrag: Gibt es nicht. Nur ein "Opening letter" erhält man.

Arbeitszeugnis: Gibt es nicht. Nur einen chinesischen Beschäftigungsnachweis. Tipp: Um Unterzeichnung eines richtigen Zeugnisses auf Englisch bitten.

Urlaub: Erstes Jahr bei neuem Arbeitgeber KEIN bezahlter Urlaub, man kann mit viel Ausreden über Notfälle (bei mir natürlich alles immer wahr) ein paar isolierte Tage unbezahlten Urlaub bekommen. Zweites Jahr 3 Tage bezahlter Urlaub, drittes Jahr 7 Tage und alle folgenden Jahre 10 Tage bezahlten Jahresurlaub. Kleine Unternehmen bringen Arbeitnehmer gerne nach dem 1. Jahr zum freiwilligen Weggang, um den Urlaub zu sparen.
Es gibt einen Familientag und einen Ausflugstag, die der Arbeitgeber in Form von einem bezahlten freien Tag und einem weiteren (oder alternativ tatsächlich ein obernerviger Ausflug) gewährt. Nur mein Arbeitgeber gibt noch ein paar Tage dazu, mögen die hundert Götter Geld auf ihn regnen lassen.

Feiertage: Ein paar im Jahr, darunter 01. Januar, 01. Mai und irgendwann Mondfest und Drachenfest sowie Nationalfeiertag 11. Oktober und was auch immer, vergesse ich immer wieder. Chinesisches Neujahrsfest (meist liegt das im Februar) hat ca. 4 Feiertage, mit einem Brückentag*** und den Wochenenden hat man dann recht passabel freie Zeit. Weihnachten ist hier kein Feiertag. Meine Firma gibt uns 2010 tatsächlich den 24.12. frei, mögen leichtbekleidete Engel Goldregen auf die Chefs herunterrieseln lassen.

Visum und Arbeitserlaubnis: Die Vertretungen der Republik China/Taiwan in Deutschland helfen (Achtung: NICHT Botschaften der VR China, das ist nun mal ein anderer Staat). Wer auf ein Familienzusammenführungsvisum kommt erhält eine ARC (Alien Residence Card) auf den Namen des taiwan. Ehepartners und benötigt KEINE Arbeitserlaubnis. Wer nicht verheiratet ist, bekommt die ARC und die damit verbundene Arbeitserlaubnis an den ArbeitsORT (i.S.v. Adresse) gebunden, d.h. auch mal eben in einer anderen -in der selben Ortschaft gelegenen- Filliale des Arbeitgebers aushelfen bedeutet Arbeiten ohne Arbeitserlaubnis und führt, wenn es festgestellt wird, zur Ausweisung.
Wer eine ortsgebundene Arbeitserlaubnis hat, darf auch keine ehrenamtlichen oder sonst wie unbezahlten Tätigkeiten an einem anderen Ort (i.S.v. Adresse) verrichten.
Branchen müssen von der Regierung explizit als "dürfen Ausländer beschäftigen" gelistet sein (wie Computerbranche). Ehegatten von Taiwanesen dürfen aber überall arbeiten.

Rechtssicherheit, Ausweisung: Es besteht keine Rechtssicherheit bzgl. der Aufenthaltserlaubnis, weil Ausländer ohne Angabe von Gründen ausgewiesen werden können (auch Taiwanesen mit ausländischen zweiten Pass oder ständigem Wohnsitz im Ausland!). Dies droht insbesondere Leuten mit Arbeitsvisum (im Gegensatz zur Aufenthaltsberechtigung durch Eheschließung) schon bei Lapalien.
Hat man ein Standard Arbeitsvisum, welches an den Arbeitgeber (die Adresse des Arbeitsortes!) gebunden ist, ist man leichte Beute für Erpressungen und Einbehaltung von rechtlich zustehenden Leistungen, denn bei Entlassung verliert die Aufenthaltsberechtigung ihre Gültigkeit.

Neues Visum wie? Taiwan toleriert den sog. "Visa Run", d.h. man besucht Hong-Kong eine Übernachtung lang und erhält ein neues Touristenvisum (müsste bei Landung automatisch ausgegeben werden, unklar ob es hier besser ist, eines vorher zu besorgen, wenn man vorher ein Arbeitsvisum hatte, da fehlen mir die Erfahrungen) und sucht dann mit diesem neue Arbeit. Ist aber eine rechtliche Grauzone die zur Ausweisung führen kann, wenn man ohne Arbeitsvisum arbeiten sollte.

Anerkennung deutscher Universitätsgrade: Ein festes Verfahren gibt es dafür nicht. Bei deutschen Graden wie dem Diplom sollte man erklären welchem US-Grad das in etwa entspricht, also "Diplom gleich Master" z.B. Bitte keine akademischen Haarspaltereien hier. Erklärt man es nicht richtig, wird ein Diplom wegen des englischen Begriffes "Diploma" (Zertifikat) nur für irgendeine Zertifizierung gehalten. Hat man es richtig erklärt, sind deutsche Universitätsgrade hoch angesehen.

Taiwanesen und ihre "akademischen Titel"
Taiwanesen bezeichnen sich oft als "Bachelor" oder "Master" ihres Faches und geben an, dieses im Ausland studiert zu haben (GB oder US). Nach taiwanesischer Sitte reicht es allerdings, ein paar Semester eingschrieben zu sein und eine Immatrukulationsbescheinigung über die Zeit zu haben, um den am Ende des Studiums zustehenden Grad zu beanspruchen. Viele Bachelor und Master etc. führen den Titel daher unberechtigt und oft fehlen ihnen selbst Grundkenntnisse des Faches. Allerdings gibt es auch echte Akademiker.
Neben den "nur eingeschrieben gewesen"-Titelträgern ohne Abschluss gibt es auch gedruckte/kopierte Fälschungen. Falsches Titelführen wird weniger ernst genommen, die Taipei Times erwähnte kürzlich, mehrere südtaiwan. Krankenhäuser hätten Personal (auch Ärzte) mit falschen Titeln wider besseres Wissen eingestellt, weil diese billiger seien.
Es gibt fachlich sehr gute Leute hier und völlige Nullen, leider führen auch die Nullen oft unberechtigte Titel. Vorsicht also auch beim Arztbesuch.


Cramschool/Buxiban/Bushiban/"Kindergarten": Die so bezeichneten privaten Englischschulen für Kinder (die z.T. auch Erwachsenenunterricht anbieten) sind notorisch für das Betrügen ihrer Angestellten durch Einbehalten von Fantasiesicherheitsleistungen, die nicht zurückbezahlt werden, Abzug von zu hoher Steuer etc. Hier wird i.d.R. auch schnell gekündigt.

Die meisten Ausländer, die in Taiwan arbeiten, sind englische Muttersprachler und arbeiten in den o.g. "Kindergärten".

Kurioserweise sind die Cramschools nicht als Branche gelistet, die Ausländer beschäftigen darf. Daher arbeiten die Englischlehrer hier meist als "Consultants", was wohl irgendwie legaler klingen soll.

Update: Streng genommen dürfen die Cram-Schools, also die Nachhilfeschulen, die für Kinder ab Schulalter offen sind per regulierendem Gesetz auch ausländische Englischlehrer anstellen. Allerdings sind fast alle privaten Englischschulen als Kindergarten gemeldet, damit sie auch die Jüngsten aufnehmen können, was ein großer Markt ist. Und Kindergärten dürfen keine Ausländer anstellen, so dass die Englischlehrer daher meist illegal arbeiten.

Private Beziehung und Beruf: Wenn man sich scheiden lässt, wird man oft auch vom Arbeitgeber entlassen, weil derjeinige, der sein Privatleben nicht managen kann, angeblich auch seinen Beruf nicht kontrollieren kann.
Ein Fall ist mir bekannt, in dem Kollege und Kollegin eine Beziehung hatten, einer der beiden aber verheiratet war. Beide wurden entlassen. Abgesehen davon ist Ehebruch strafbar in Taiwan (Gefägnisstrafe kann verhängt werden).


*** Dafür einen Samstag arbeiten. Mein Arbeitgeber erlässt uns das meist. Mögen Hosianna singende Engel die Chefs dafür segnen.

LINK: Gute, altmodische Taiwan-Infoseite ohne dieses neumodische Blogdesign: http://lidude.net/taiwanseiten/taiwan.html


Nachtrag zu Steuern:  

[Quelle: Kommentator Anonymous, Danke noch mal für die Info, reproduziert aus unten stehendem Kommentar]

"Wie Deutschland hat auch Taiwan einen progressiv gestaffelten Einkommensteuertarif mit sechs Brackets von 5% bis 45% (5%, 12%, 20%, 30%, 40%, 45%).
Der Eingangssteuersatz von 5% ist bereits fuer Jareseinkommen unter NT$520.000 zu zahlen, einen Grundfreibetrag wie in Deutschland gibt es nicht. Der Spitzensteuersatz von 45% ist gleich dem deutschen Spitzensteuersatz (mit Solidaritaetszuschlag 50.5%), allerdings wird er in Deutschland bereits ab einem Einkommen von Euro 250.731 faellig, in Taiwan erst oberhalb von NT$ 10.000.000.

Im Normalfall (heisst: keine ausserordentlich hohen steuermindernden Abzuege / Sonderausgaben - die in Taiwan eh sehr begrenzt sind) ist der von Dir angegebene Durchschnittsteuersatz von 6% folglich nur fuer Einkommensbezieher erzielbar auf die ein Spitzensteuersatz von 12% zutrifft (d.h. mit einem Jahreseinkommen zwischen NT$ 520.000 und 1.170.000).


Referenz: Taiwan Income Tax Act - http://www.dot.gov.tw/en/home.jsp

The tax brackets and rates of consolidated income tax are as follows:
1. If the annual total net consolidated income is less than or equal to NT$520,000, the tax rate shall be 5%.
2. If the annual total net consolidated income is above NT$520,000 to NT$1,170,000, the income tax payable shall be NT$26,000 plus 12% for the portion of income more than NT$520,000.
3. If the annual total net consolidated income is above NT$1,170,000 to NT$2,350,000, the income tax payable shall be NT$104,000 plus 20% for the portion of income more than NT$1,170,000.
4. If the annual total net consolidated income is above NT$2,350,000 to NT$4,400,000, the income tax payable shall be NT$340,000 plus 30% for the portion of income more than NT$2,350,000.
5. If the annual total net consolidated income is above NT$4,400,000, the income tax payable shall be NT$955,000 plus 40% for the portion of income more than NT$4,400,000.
6. If the annual total net consolidated income is above NT$10,000,000, the income tax payable shall be NT$3,195,000 plus 45% for the portion of income more than NT$10,000,000. " (Zitat Ende)

Kommentare:

Miriam hat gesagt…

Tja, also ab nach D. :-)

Habe übrigens gerade gelesen, dass das Google-Handy (Konkurrenz zum I-Phone) von HTC in Taiwan gefertigt werden soll. Bekommt man das in Taiwan günstiger als in D? Wenn nicht, wäre das angesichts des Gehaltsgefälles echt mies.

"Ludigel" hat gesagt…
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
Patrick Secret hat gesagt…

so die "english teacher" wollen eine gewerkschaft gründen ui ui das sind gerade die richtigen... ;-) das hatte doch schon Chiang Kai Shek verhindert
was du allerdings vergessen hast zu erwähne ist das manche taiwanesen ziemlich leicht beamte werden können. Ein paar zienlich schwere Abendkurse und dann hat man eventuell aussicht auf einen guten und sicheren job..
was für jobs machen deutsche muttersprachler in taiwan? außer ingenieur?

"Ludigel" hat gesagt…

Anwalt kenne ich, selbständige Messebauer, einer, der hier eine eigene Elektronikfirma hat. Keine Ahnung was sonst. Einer macht auf freier Berater, keine Ahnung was und wofür.

Klaus hat gesagt…

Das ist ein großartiger Artikel, auf den ich sicher noch oft verlinken oder verweisen werde.

@Patrick Secret
> was für jobs machen deutsche muttersprachler in taiwan?

Journalist. Englischlehrer. Deutschprofessor. Bäcker. Dolmetscher. Managerin. Sales etc. Netbook-Blogger. Restaurantbetreiber. Politikwissenschaftler. Rechtsanwalt. Grundschullehrerin. Missionar. Fotograf. Und mehr. Das sind nur ein paar Beispiele, die ich persönlich kenne und die mir gerade einfalle.

"Ludigel" hat gesagt…

Der Artikel zeigt, wie es gerade in kleinen IT-Firmen hier oft ist. Meine Größere ist besser, hat Freizeitausgleich für Wochenendarbeit und schanzt uns noch ein paar Urlaubstage zu, spendiert Brückentage und schiebt gute Bonizahlungen rüber. Es gab keine unbezahlte Kurzarbeit wie in anderen Unternehmen, sondern wir saßen eine Zeitlang im Büro mit wenig zu tun, während andere Firmen die Leute freistellten (besser sitzen und bezahlt werden!). Gutes Unternehmen gerade für Taiwan. Es soll auch eine Sabattikal-Regelung geben, wenn man 5 Jahre da ist. Hmmmmm... Mal gucken.
Besser war es früher, mit den Mädelsfotos auf dem Firmenserver, aber der Fotograf ist wieder weg, sniff.

"Ludigel" hat gesagt…

Wöchtenliche Überstunden abzugleichen kann für Unternehmen schlecht ausgehen hier, weil viele junge Kollegen eben ihre Freizeit komplett im Büro verbringen. Um 22 Uhr lesen sie Mangas, sehen Filme auf dem Rechner und chatten mit Freunden oder spielen Games. Das kann kein Arbeitgeber bezahlen. War mal in einem Unternehmen, wo die Ingenieure so riesige Überstundenkonten anhäufen konnten ohne viel zu arbeiten und dann lange Ferien nehmen konnten. Kann gefährlich sein für die Firma.
Andererseits schaffen sie sich so den selben Urlaub wie Deutsche. Ob gut oder schlecht, kann man sich streiten. Waren aber oft nie da, wenn man sie brauchte.

Anonym hat gesagt…

Lu Er Fu sagt:
Ist in Japan aber genauso. an wartet bis der Vorgesetzte geht. Bis dahin werden Spiele gemacht oder sogar geschlafen. Da fällt mir immer wieder die Idee eines 'Salaryman' aus einem Manga ein. Er hat sich offene Augen auf seine Brillengläser geklebt um dahinter zu schlafen.
Bei uns gibt es sogenannte Abbaugespräche für die Überstunden. Bis 75 mündlich. Und ab 100 schriftlich und verbindlich. Die Zeit muss die Firma nämlich vorhalten und hat irgendwie Einfluss auf die Jahreabrechnung.

Anonym hat gesagt…

was für jobs machen deutsche muttersprachler in taiwan? außer ingenieur?

Bäcker, in Taipeh gibt's einen der über die ganze Insel bekannt ist..
Letztens in Heng-Chun "There's a backer from Germany, his bread is to die for".

Ein anderer sitzt soviel ich rausgefunden hab aufgrund von Drogenhandel im Knast (hab den Artikel mal mit Google gefunden).

"Ludigel" hat gesagt…

Deutsche, die in THaiLAND finanzielle Probleme haben, werden von der Drogenmafia angeworben, um Drogen nach TaiWAN zu bringen, vier müssten derzeit in Taiwan deswegen einsitzen. So ganz der Standardberuf ist das aber hier nicht. Genau, Herr Wendel mit seiner Bäckerei ist mittlerweile eine Celebrity geworden hier, schmeckt auch wirklich gut in seinem Bistro, das eigentlich ein Restaurant mit Brot- und Gebäcktheke ist. Einer ist ein Jurist, einer Journalist, manche haben Computerhardwarefirmen hier, maanche lernen Chinesisch, manche sind sogar Englischlehrer. Einen Deutschlehrer mindestens gibt es auch. Aber mit Drogen haben wir, das Eingangsbeispiel ausgenommen (und die Drogenkuriere sind ja keine Taiwan-Expats im eigentlichen Sinne) hier nichts zu tun.

Anonym hat gesagt…

Spitzen Beitrag. Auch wenn mir jetzt sehr mulmig ist, bei dem wa mir da in Zuunft bevorstehen soll...

"Ludigel" hat gesagt…

Viel negatives in dem Artikel bezieht sich auf mein erstes, kleines Unternehmen (50 Leute, Tendenz dann stark fallend bis ca. 20). Mein anschließendes mittleres Unternehmen war deutlich angenehmer und hatte sogar üpping Freizeitausgleich für Überstunden. Mein jetziges großes Unternehmen ist noch mal angenehmer, hat aber Freizeitausgleich nur für Wochenendarbeit (immerhin!). Grundsätzlich wird "Dein" Unternehmen sicher nicht alle der Negativpunkte oben erfüllen, aber sicher manche.

"Ludigel" hat gesagt…

Mein erster kleiner Arbeitgeber hier hingegen war recht gut, fast alle der Negativpunkte zu treffen, grins. War aber auch in schwieriger finanz. Situation.

Anonym hat gesagt…

Lieber Ludigel, leider sind Deine Angaben zur taiwanesischen Einkommensteuer irrefuehrend.
Wie Deutschland hat auch Taiwan einen progressiv gestaffelten Einkommensteuertarif mit sechs Brackets von 5% bis 45% (5%, 12%, 20%, 30%, 40%, 45%).
Der Eingangssteuersatz von 5% ist bereits fuer Jareseinkommen unter NT$520.000 zu zahlen, einen Grundfreibetrag wie in Deutschland gibt es nicht. Der Spitzensteuersatz von 45% ist gleich dem deutschen Spitzensteuersatz (mit Solidaritaetszuschlag 50.5%), allerdings wird er in Deutschland bereits ab einem Einkommen von Euro 250.731 faellig, in Taiwan erst oberhalb von NT$ 10.000.000.

Im Normalfall (heisst: keine ausserordentlich hohen steuermindernden Abzuege / Sonderausgaben - die in Taiwan eh sehr begrenzt sind) ist der von Dir angegebene Durchschnittsteuersatz von 6% folglich nur fuer Einkommensbezieher erzielbar auf die ein Spitzensteuersatz von 12% zutrifft (d.h. mit einem Jahreseinkommen zwischen NT$ 520.000 und 1.170.000).

Im uebrigen ist die Einkommensteuerberechnung in Taiwan aufgrund der sehr begrenzten Liste steuermindernder Abzuege unkompliziert. Fuer Auslaender steht auch eine englischsprachige Software zum Online-Filing zur Verfuegung mit der sich die Steuererklaerung in zehn Minuten erledigen laesst.

Beste Gruesse aus Neihu!

Referenz: Taiwan Income Tax Act - http://www.dot.gov.tw/en/home.jsp

The tax brackets and rates of consolidated income tax are as follows:
1. If the annual total net consolidated income is less than or equal to NT$520,000, the tax rate shall be 5%.
2. If the annual total net consolidated income is above NT$520,000 to NT$1,170,000, the income tax payable shall be NT$26,000 plus 12% for the portion of income more than NT$520,000.
3. If the annual total net consolidated income is above NT$1,170,000 to NT$2,350,000, the income tax payable shall be NT$104,000 plus 20% for the portion of income more than NT$1,170,000.
4. If the annual total net consolidated income is above NT$2,350,000 to NT$4,400,000, the income tax payable shall be NT$340,000 plus 30% for the portion of income more than NT$2,350,000.
5. If the annual total net consolidated income is above NT$4,400,000, the income tax payable shall be NT$955,000 plus 40% for the portion of income more than NT$4,400,000.
6. If the annual total net consolidated income is above NT$10,000,000, the income tax payable shall be NT$3,195,000 plus 45% for the portion of income more than NT$10,000,000.

"Ludigel" hat gesagt…

Endlich mal jemand, der sich damit auskennt.
Also doch deutlich komplexer als es immer so wiedergegeben wird.

Mit 1 Millon NT zahlt man also einen gemischten Satz aus dem Pauschalbetrag 26.000, dann 5% bis 520.000 und dann 12% für den Rest, gell?

Werde den Artikel entsprechend revidieren, danke!

Äh... kannst Du auch mal über die Rentenregelung drüber gucken, ob das alles so stimmt was ich heraus gefunden zu haben glaub? ;-)

Anonym hat gesagt…

Ja, Ludigel - mit NT$ 1 Million zahlt man 26.000 (5% von 520.000) plus 12% auf den Rest. 'Rest' waeren 480.000 abzueglich der erlaubten steuermindernden Abzuege (exemptions & deductions) nach Artikel 17 des Income Tax Act. Oder allgemein gesprochen: Versteuert wird das Net Consolidated Income = Gross consolidated income - (exemptions + deductions).
Im Prinzip genau wie in Deutschland.

Zur Rente kann ich leider nicht weiterhelfen, da nicht am taiwanesischen System partizipierend.

"Ludigel" hat gesagt…

Habe den Kommentar zu den Steuern im Text zitiert. Danke noch mal für die Info. Bitte angeben wenn die Einarbeitung nicht erwünscht ist, dann verweise ich nur auf den Kommentar. Mir ging es darum, dass der Postingtext oben eben persistenter ist als ein Kommentar.

Anonym hat gesagt…

Einiges ist zu sehr von persoenlichen Erfahrungen beeinflusst.

CLA ist oft auf Arbeitnehmerseite und kann den Arbeitgebern durchaus kraeftig auf die Nerven fallen, die meisten Chefs befuerchten daher deren Einflussnahme.

Das mit der Ueberstundenpflicht, um Gesicht und Engagement zu zeigen, hat sich ziemlich erledigt. Die meisten unteren Angestellten halten es wie ihre westlichen Kollegen: Wenn es moeglich ist, lieber mal zu spaet erscheinen, dafuer aber frueher gehen.

Betr. der Englischlehrer: Wer illegal arbeitet, geniesst nirgendwo auf der Welt den Schutz des lokalen Arbeitsrechts.

hermann hat gesagt…

Monatliche Rente auf Lebenszeit gibt es mit deutschem Pass überhaupt nicht, nur eine einmalige Abschlagszahlung, die nicht richtig weiter hilft. Für 20 Jahre an der Uni gibt es dann so 4,3 Mil., da muss man wirklich selbst gut vorsorgen, sonst droht die Altersarmut!
Gibt aber tatsächlich ausländische Akademiker, die ihren Pass aufgegeben, die taiwanische Staatsbürgerschaft angenommen und dann auch monatliche Pension beziehen, je nach Position zw. 40. und 80.000 als Uni-Dozent, wovon sich im Süden ordentlich leben lässt.
Im Moment aber noch keine Alternative für mich.

"Ludigel" hat gesagt…

Da ich mich der 15-Jahres-Grenze nähere macht sich die Diskriminierung hier schmerzlich bemerkbar. Viele verlorene Jahre dank der psychisch an Taiwan geketteten Frau, seufz.
Laut den englischsprachigen Rentenseiten der Ämter gäbe es die Rente auch für Ausländer. Aber ....

"Ludigel" hat gesagt…

Updates oben beachten. Mittlerweile ist klar, dass Ausländer, die beamtet sind (also Rente nach National-Pension-Gesetz bekommen) tatsächlich IMMER nur die Pauschalzahlung kriegen und ihnen leider die Monatsrente verweigert wird (Quelle: Studium gesetzl. Regelungen durch meine Frau). Für Ausländer in Taiwan die mind. 15 jahre arbeiten, ist die Verbeamtung also ein Nachteil!!!

Normale Angestellte haben die Labor Law Pension und müssten diese auch bekommen.

Gut, wenn irgendwann China mal Taiwan schlucken sollte, werden die Karten natürlich neu gemischt.