Die Lila Kuh erobert Taiwan
Es war vor Jahren, da musste meine Frau für ihr MBA-Fernstudium einen Text schreiben, der die Markteinführung einer Marke beschreibt, die noch nicht auf dem heimischen Markt zu finden ist. Mit meiner Assistenz wählte sie Milka, Weil die Taiwaner wenig Schokolade essen und wenn dann fast nur Bitterschokolade oder Voll-Nuss, hatte sie - mit meiner kauenden Assistenz - geschrieben, dass Milka es rein über die Milch-Vollmilch-Assoziationskette schwer hätte auf dem taiwanischen Markt, gerade weil Bitterschokolade damals gar nicht im Programm war.
Seit einiger Zeit fallen mir nun kleine verschämte 40g-Riegel von Milka an der Kasse der Family-Convenience-Stores auf zu 35 NT das Stück, also knapp 1 Euro. Durchaus also ein Importpreis. Flugs gekauft fehlte mir dann doch der besonders cremige und vanillieartige Geschmack von Milka, aber es war ein durchaus durchschnittliches - also nicht schlechtes - Schokaladenerlebnis. Natürlich Meilen besser als taiwanische Horroschokolade wie die kerzenwachsartige TAPPL oder die "Kaiser"-Schokolade, die nicht von Adel ist.
Hersteller ist Milkas Mutterunternehmen Mondalez, vgl. Pressemeldung hier, aber hergestellt ist die Tafel in China und nicht in Taiwan. Also gesunde Chinamilch aus den chinesischen "Alpen". China ist ja quasi ein Synonym für gesunde Milch (kicher, röchel, spuck).
Die Empfehlung des Essays meiner Frau war damals für die taiwanischen Markt auf Vollnuss und Bitter nebst Zartbitter zu setzen, mit dem Hinweis, dass sich eine eigene Bitterlinie nur für Taiwan wohl nicht lohnen würde. Da Kuhmilch=gesund manchmal auch den Taiwanern über Fernsehwerbung beigebracht wird (obwohl 99% aller Taiwaner die Lactose nicht vertragen), hatte sie eher eine Nische für Milka prognostiziert. Vielleicht mit Zarbitter und die in Taiwan etwas populäre Erdbeere* (Vollnuss gibt es ja wohl auch nicht).
Interessant finde ich worauf Milka jetzt wirklich - ohne viel Werbung - setzt: In Taiwan sehe ich nur die Sorten Vollmilch und "kleine Nussstücke", wie auch immer sich letztere marketingtechnisch nennt. Der VR-Chinese soll im Jahr nur 100g Schoki vertilgen, habe ich irgendwo gelesen, der Engländer hingegen 8kg. Die Taiwaner sind da sicher eher chinesisch. Mal gucken, wie lange die Chinamilka liegt. Schlecht schmeckt sie nicht.
* eine exotische Frucht in TWN, die manchmal mit regelrechten "alles Erdbeersüßigkeiten"-Aktionen in den Convenience Stores propagandiert wird
Edit: Ich dachte erst, dass Mondalez über Milka auf den Cadbury-Marktanteil in Taiwan zielt. Denn das bisschen Vollmilchschokolade hier ist meist Cadbury Dairy Milk. Aber Cadbury gehört auch zu Mondalez. Kannibalisieren sie da nicht ihren eigenen Umsatz? Reicht die Milch-Nische wirklich für 2 Marken?
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Freitag, November 03, 2017
Donnerstag, Juli 05, 2012
Kühlschränke den Eskimos verkaufen etc.
In Taipei trippelt die Oberklassemaus öfter mal ins Reformhaus, dort kauft sie ominöse Körnertütchen, die nicht etwa Vogelfutter für 10 Cent, sondern irgendwelche typtisch deutsche Gesundheitsmüslis oder was auch immer beinhalten, garantiert ohne Wirkung, aber superteuer. Schnell hat man hier in Taiwan 10 Euro oder weit mehr für ein Körner oder biologischen Honig aus deutschen Landen ausgegeben, alles scheint echt zu sein.
Der Normalbürger kann sich so etwas nur selten oder nicht leisten, auch ich lehne es ab, 10 Euro für Honig zu bezahlen, da kriege ich Magenkrämpfe, gerade wenn das in Taiwandollar 400 oder so sind. Die genauen Preise habe ich jetzt nicht im Kopf, mich schreckten nur hohe Preisschilder ab. Wo Lebensmittel in Taiwan oft sehr billig sind, kann man da schnell den Preisschock kriegen.
Eine Verkäuferin hat hier oft nur etwas über 500 Euro im Monat, 20.000 Taiwandollar, da gibt man 400 nicht so schnell für Brotbelag weg.
Richtig genial finde ich aber, wie gut eine deutsche Firma hier über die Seven-Eleven-Kioskmärkte oder eben hier auch die Reformhäuser mit einem "typisch deutschen" Produkt im Geschäft ist: China-Öl. Man sehe sich das Produktfoto mal genau an: Das ist tatsächlich deutsch: Wirkstoff Pfefferminzöl ist auf dem Foto noch zu erkennen, "ohne Alkohol". Wie ist es gelungen, den Republik-Chinesen hier China-Öl zu verkaufen? Ein genialer Schachzug, wie des Eskimos Kühlschränke, den Italienern Spagetti oder den Griechen Ouszo aus deutschen Landen verkaufen! Das Phänomen erklärt sich recht einfach. China-Öl aus Deutschland ist eben reine Drogerieware, i.d.R. 100% Pfefferminzöl und sonst nichts. China-Öl aus Taiwan hingegen gibt es in der grellgrün gefärbten Variante und in der klaren, aber bei beiden fing meine Frau fast an zu schreien, als ich es mir bei fieser Erkältung mal auf die Zunge träufelte. "Nur außen anwenden", rief meine Frau, "da weiß man doch nicht was drin ist."
Eskimos Kühlschränke zu verkaufen geht also nur, weil der Schnee nicht mehr das selbe ist wie einst oder die Eskimos ihm jedenfalls nicht mehr über den Weg trauen.
Der Normalbürger kann sich so etwas nur selten oder nicht leisten, auch ich lehne es ab, 10 Euro für Honig zu bezahlen, da kriege ich Magenkrämpfe, gerade wenn das in Taiwandollar 400 oder so sind. Die genauen Preise habe ich jetzt nicht im Kopf, mich schreckten nur hohe Preisschilder ab. Wo Lebensmittel in Taiwan oft sehr billig sind, kann man da schnell den Preisschock kriegen.
Eine Verkäuferin hat hier oft nur etwas über 500 Euro im Monat, 20.000 Taiwandollar, da gibt man 400 nicht so schnell für Brotbelag weg.
Richtig genial finde ich aber, wie gut eine deutsche Firma hier über die Seven-Eleven-Kioskmärkte oder eben hier auch die Reformhäuser mit einem "typisch deutschen" Produkt im Geschäft ist: China-Öl. Man sehe sich das Produktfoto mal genau an: Das ist tatsächlich deutsch: Wirkstoff Pfefferminzöl ist auf dem Foto noch zu erkennen, "ohne Alkohol". Wie ist es gelungen, den Republik-Chinesen hier China-Öl zu verkaufen? Ein genialer Schachzug, wie des Eskimos Kühlschränke, den Italienern Spagetti oder den Griechen Ouszo aus deutschen Landen verkaufen! Das Phänomen erklärt sich recht einfach. China-Öl aus Deutschland ist eben reine Drogerieware, i.d.R. 100% Pfefferminzöl und sonst nichts. China-Öl aus Taiwan hingegen gibt es in der grellgrün gefärbten Variante und in der klaren, aber bei beiden fing meine Frau fast an zu schreien, als ich es mir bei fieser Erkältung mal auf die Zunge träufelte. "Nur außen anwenden", rief meine Frau, "da weiß man doch nicht was drin ist."
Eskimos Kühlschränke zu verkaufen geht also nur, weil der Schnee nicht mehr das selbe ist wie einst oder die Eskimos ihm jedenfalls nicht mehr über den Weg trauen.
Freitag, Mai 25, 2012
XXXhof Kosmetik, schwer en vogue in Taiwan
Frau hat in Taiwanforen hier einen großen Renner entdeckt, sog. deutsche Kosmetik von "XXXhof" (Name aus rechtl. Gründen entstellt). Das Etikett "Technische Universität Münster" ließ mich schon stutzen.
Korrektur: TU München steht auch machen der Flaschen.
Es werden X unterschiedlich aussehende Produkte unter diesem Label in Taiwan verkauft.
U.a. mit: "Bio Bulgarien XXXhof".
Die Domain "XXXhof.com" gehört einem in Deutschland lebenden Menschen oder einem mit deutscher Adressangabe mit chinesischem Namen. Und gehört zum Unternehmen YYY GmbH.
Das Unternehmen YYY.com mit Sitz in Düsseldorf, wo viele Taiwaner leben, hat 11-50 Angestellte, wie eine Webseite verrät und verrät in gebrochenem Englisch (typisches Chenglisch mit vielen "the"): "We are the germany manufacture for essenctial oil. We can offer the OEM/ODM service".
Illegal ist das nicht. Und eine nette Geschäftsidee, die mich jetzt irgendwie grübeln lässt, wie man selber echte deutsche Produkte hier verkaufen könnte, grins.***
Das muss ich jetzt alles meiner Frau erklären, dass man schon Taiwaner sein muss, damit XXXhof als Deutsch bekannt ist.
*** Was können die Taiwaner alles gebrauchen? "Rabenhorst Militärhalbschuhe" made in China aus Deutschland? Oder "Dr. Willy Wunders Gesundheitstonikum" made bei uns hinterm Haus aus Deutschland. Firmenslogan: "Wenn Sie glauben Sie sind gesünder, fühlen wir uns wohl". Hust...
Wenn dieser Blogartikel plötzlich verschwindet, dann ist mir was eingefallen. Moment, da wäre wirklich was.....
Korrektur: TU München steht auch machen der Flaschen.
Es werden X unterschiedlich aussehende Produkte unter diesem Label in Taiwan verkauft.
U.a. mit: "Bio Bulgarien XXXhof".
Die Domain "XXXhof.com" gehört einem in Deutschland lebenden Menschen oder einem mit deutscher Adressangabe mit chinesischem Namen. Und gehört zum Unternehmen YYY GmbH.
Das Unternehmen YYY.com mit Sitz in Düsseldorf, wo viele Taiwaner leben, hat 11-50 Angestellte, wie eine Webseite verrät und verrät in gebrochenem Englisch (typisches Chenglisch mit vielen "the"): "We are the germany manufacture for essenctial oil. We can offer the OEM/ODM service".
Illegal ist das nicht. Und eine nette Geschäftsidee, die mich jetzt irgendwie grübeln lässt, wie man selber echte deutsche Produkte hier verkaufen könnte, grins.***
Das muss ich jetzt alles meiner Frau erklären, dass man schon Taiwaner sein muss, damit XXXhof als Deutsch bekannt ist.
*** Was können die Taiwaner alles gebrauchen? "Rabenhorst Militärhalbschuhe" made in China aus Deutschland? Oder "Dr. Willy Wunders Gesundheitstonikum" made bei uns hinterm Haus aus Deutschland. Firmenslogan: "Wenn Sie glauben Sie sind gesünder, fühlen wir uns wohl". Hust...
Wenn dieser Blogartikel plötzlich verschwindet, dann ist mir was eingefallen. Moment, da wäre wirklich was.....
Montag, April 26, 2010
Eilmeldung: Hellenen nehmen Berlin ein, Bundesregierung kapituliert
Berlin. Die letzten Stunden müssen die Hölle gewesen sein für Bundeskanzlerin Angela Merkel, CDU, als sie im atomsicheren Bunker unter dem Kanzleramt das Vorrücken der hellenischen Truppen erwartete. Während noch der vereinzelte Geschützdonner der verzweifelten Abwehrversuche der Bundeswehr zu hören war, die ja von Anfang des Krieges an nie ausreichend mit Munition versorgt war, blieb der deutschen Kanzlerin nur trauriges Warten in ihrem Notbefehlsstand. Während sie noch verzweifelt versuchte die Geschicke der Republik zu lenken, erkannten andere längst die Zeichen der Zeit. Bundespräsident Köhler, CDU, bekannt durch sein kürzliches Zitat "Ich bin ein Grieche", versicherte dem Oberbefehlshaber der hellenischen Truppen, General Kostas Katsirmirkatakitakitateritisakiteriaterikitoskistaskostakatides, seine "uneingeschränkte Solidarität und Kooperationsbereitschaft", während Außenminister Guido Westerwelle, FDP, bereits mit "der Kostas, der Kostas, hihi" den positiven frischen Wind ausdrückte, der zwischen Deutschland und Griechenland in diesen letzten Stunden des deutsch-griechischen Krieges aufgekommen ist.
Während die griechischen Truppen aktuell den Kanzlerbunker umstellt haben, führt Guido Westerwelle als kommissarischer Regierungschef bereits Friedensverhandlungen mit Athen, man spricht davon, Deutschland würde sich bereit erklären im Rahmen einer totalen Kapitulation bis zu 450 Milliarden Euro Reparationszahlungen an Griechenland zu errichten.
Auch Sigmar Gabriel, SPD, erklärte dazu...[...]
OK, mal ernsthaft. Die Presse hier in Taiwan meldete über das Wochenende, die EU und IWF würde bis zu 450 Milliarden Euro, also 450 000 000 000 Euro, nach Athen überweisen und den Großteil davon würde Deutschland zahlen. Deutschland sei dann der nächste Staat der zusammen kracht, meldete das Taiwanfernsehen, jedenfalls laut Übersetzung meiner Frau. Da zog mir gleich durch den Kopf: "Haben wir dieses Jahr einen Krieg gegen Griechenland verloren? Sind das die Reparationszahlungen ?" Sicherlich schreibt die deutsche Presse (Spiegel.de) derzeit nur von 45 Milliarden, aber im weiteren Text ist auch schon von bis zu 130 Milliarden die Rede und das Ganze sei ein Fass ohne Boden. Da schwebt mir die Frage im Gebeiß, ist Deutschland wirklich bereit den Großteil seines Vermögens an ein anderes Land zu überweisen?
Aber vielleicht verstehe ich das ja alles nicht mehr, hier von Asien aus und bin schon zulange weg. Andererseits, hier in Taiwan will der Präsident den ganzen Inselstaat an China verschenken und zu Hause will die Kanzlerin das gesamte Vermögen ans Ausland verschenken. Gut, scheinbar macht man das heute so.
Over and out,
Ludigel aus Elba***
Foto: Harry Hachmeister (Harry, du wartest immer zu lange, bis du mir die Fotos schickst)
*** Eben haben sogar hier in Taiwan die Wände gewackelt. Das war sicher keines der üblichen Erdbeben, sondern ein "Daisy-Merkel Cutter" der Hellenen!
Während die griechischen Truppen aktuell den Kanzlerbunker umstellt haben, führt Guido Westerwelle als kommissarischer Regierungschef bereits Friedensverhandlungen mit Athen, man spricht davon, Deutschland würde sich bereit erklären im Rahmen einer totalen Kapitulation bis zu 450 Milliarden Euro Reparationszahlungen an Griechenland zu errichten.
Auch Sigmar Gabriel, SPD, erklärte dazu...[...]
OK, mal ernsthaft. Die Presse hier in Taiwan meldete über das Wochenende, die EU und IWF würde bis zu 450 Milliarden Euro, also 450 000 000 000 Euro, nach Athen überweisen und den Großteil davon würde Deutschland zahlen. Deutschland sei dann der nächste Staat der zusammen kracht, meldete das Taiwanfernsehen, jedenfalls laut Übersetzung meiner Frau. Da zog mir gleich durch den Kopf: "Haben wir dieses Jahr einen Krieg gegen Griechenland verloren? Sind das die Reparationszahlungen ?" Sicherlich schreibt die deutsche Presse (Spiegel.de) derzeit nur von 45 Milliarden, aber im weiteren Text ist auch schon von bis zu 130 Milliarden die Rede und das Ganze sei ein Fass ohne Boden. Da schwebt mir die Frage im Gebeiß, ist Deutschland wirklich bereit den Großteil seines Vermögens an ein anderes Land zu überweisen?
Aber vielleicht verstehe ich das ja alles nicht mehr, hier von Asien aus und bin schon zulange weg. Andererseits, hier in Taiwan will der Präsident den ganzen Inselstaat an China verschenken und zu Hause will die Kanzlerin das gesamte Vermögen ans Ausland verschenken. Gut, scheinbar macht man das heute so.
Over and out,
Ludigel aus Elba***
Foto: Harry Hachmeister (Harry, du wartest immer zu lange, bis du mir die Fotos schickst)
*** Eben haben sogar hier in Taiwan die Wände gewackelt. Das war sicher keines der üblichen Erdbeben, sondern ein "Daisy-Merkel Cutter" der Hellenen!
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