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Dienstag, November 29, 2011
Nutella oder Mayo? (chin. trad. Heilkunst)
Meine Frau hat sich nach der Schwangerschaft ein gesundheitliches Problem zugezogen, ihre Arme, Hände und Schultern weisen degenerative Erscheinungen auf, so sagt es der Mann im Bilde dort, die wohl westlicher Medizin bedürfen, so warnt er ehrlicherweise. Es handelt sich um eine Akupressur und Massagepraxis bei uns in der Nähe, erst wird die Hand in heiße Tücher gewickelt, dann erfolgt Massage und dann wird eine schwarzbraune dicke Paste aufgetragen, die pfefferminzig riecht. Bei manchen Patienten auch eine dicke weiße Creme. Alles vor den Zuschauern, ich sitze da zwei Stunden und habe dann Gelegenheit mir die dicken Füße der halben Stadt anzugucken und wie sie massiert werden. Ein unheimlich kräftiger Taiwaner im Bud-Spencer-Format sitzt später auf dem wackeligen Stuhl, auf dem da meine getarnte Frau sitzt, lächelt die nette junge Kollegin des Masseurs an, die ihm die dicken lilaroten Füße und Waden massiert und mit der Mayo einreibt und ich denke, da wäre wohl ein Besuch beim westlichen Arzt angesagt, mit Stützstrümpfen und blutverdünnenden Medikamenten. Und iss bloß nix süßes, das macht das Blut noch dicker. Aber er kommt lieber in die traditionelle Praxis und flirtet mit der Masseuse. Viele sonst gesunde junge Männer und Frauen haben bandagierte Füße und humpeln unter Schmerzen an mir vorbei. Bestimmt sind ihnen Mopeds drüber gefahren. Und das soll kein Witz sein. Außerdem sind sowieso alle barfuß und in Badelatschen. Das ganze Jahr über, da passiert schon so manches.
Hinten im Bild sieht man einen kleinen Hausaltar, irgendeiner der zahllosen Götter wacht über die Gesundung der Patienten, dann kann ja nix schief gehen. Und einen alten schwarzen Straßenhund haben sie aufgenommen, der würdevoll mit weißem "Bart" im Hintergrund döst (nicht im Bild) und alle Anbaggerversuche meiner Frau ignoriert.
Alltag in Taiwan. Und lasst Euch hier nicht die Söckchen von Füßen ziehen vom Mopedreifen.
P.S.: 380 NT kostet ein Besuch, knapp 10 Euro. Beim "richtigen Arzt" zahlt man 150 NT Praxisgebühr bei Vorlage der grünen Versicherungskarte, sonst nichts (es sei denn man will mehr Medikamente kaufen oder lässt sich so nicht-kassengedeckter Behandlung überreden).
Geöffnet von morgens bis Abends um 22 Uhr, Mo bis Samstag und Sonntags nur bis Mittags. Die arbeiten hier immer die Leute.
Donnerstag, Mai 06, 2010
Arztratgeber Taiwan
Da ich immer noch unter den Folgen einer fehlgeschlagenen Allergiebehandlung durch eine chinesisch-traditionelle Ärztin leide, deren scharfes Gewürzpulver genau das ausgelöst hat, was es bekämpfen sollte (ja, ich war zu gutgläubig, der weiße Kittel verführt mich immer wieder dazu Kompetenz bei den hiesigen Ärzten zu vermuten) und ich mit Hammerpillen versuche, den ausgelösten Ausschlag wegzukriegen, bevor sich Infektionen rein setzen (so habe ich die ersten zwei Jahre in Taiwan verbracht: ein Mikroorganismus jagte den anderen auf der Haut hier im tropisch feuchten Taiwan), hier ein kurzer Ärzteratgeber für Taiwan.
Grundsätzlich sind Ärzte in "chinesisch-traditionelle" und "westliche" zu unterteilen, die die entsprechende Medizin praktizieren. "Westliche" Ärzte, die also mit Pillen etc. kurieren, tendieren in Taiwan dazu ehr mit dem Holzhammer auf die Krankheit los zugehen. Wer also mit einer Erkältung kommt, hat schnell drei verschiedene Pillen und einen starken Hustensaft. Lieber mehr Antibiotika als weniger ist hier die Devise, aber es hilft natürlich schnell. Beipackzettel fehlen, man kriegt die Medikamente meist direkt vom Arzt (Pillen oft einzeln, selbst gefertigte Cremes). Auf Kasse (fast jeder Taiwanese hat eine gesetzl. Krankenversicherung hier bei der National Health Insurance NHI) kriegt man oft sehr wenig, so dass man entweder öfter hin muss oder gegen Zuzahlung zukaufen kann. Sonderwünsche gegen Berechnung kann man äußern (stärkere Medikamente etc.).
Zahnärzte lehnen schon mal die Behandlung ab, wenn es nur um eine Reparatur geht und es wenig dabei zu verdienen gibt (es sei denn sie haben die Vorbehandlung selbst gemacht). Zahnersatz kostet auch hier ordentlich Zuzahlung, wohl etwas billiger als bei uns. Zweimal im Jahr kann man sich auf Kasse die Zähne überprüfen lassen. Manche wenige Zahnärzte haben unsaubere Praxen, bei denen man z.B. im Schweiß des Vorgängers auf dem Stuhl sitzt (sehr unhygienisch in den Subtropen) oder verdreckte Instrumente und Tabletts auf dem Ranklapptischchen liegen (wenn diese auch nicht für den neuen Patienten benutzt werden).
Oft hat mein kein geschlossenes Sprechzimmer, sondern mehrere Patienten werden parallel behandeln, neue Patienten rennen einfach in das Sprechzimmer rein. Wer delikate Stellen vorzeigen muss, kann mit dem Arzt hinter den Vorhang gehen. Ich schließe manchmal auch das Sprechzimmer ab, muss ja nicht halb Taiwan durch latschen wenn ich behandelt werde.
Arztpraxen sind manchmal westlich sauber und manchmal siffig, am ekeligsten war es, als ich einmal in Sandalen in einer fremden Blutlache gestanden habe. Festes Schuhwerk beim Arzt kann nicht schaden um Ansteckungen zu vermeiden!
Mit Röntgengeräten wird ordentlich umgegangen.
Die chinesich-traditionellen Ärzte sind meist an einem goldenen Männchen zu erkennen, das lebensgroß vor der Praxis steht. Chinesisch-trad. Ärzte behandeln mit Pflanzenpulvern, die meist wirksam sind, aber längere Zeit zur Wirkung brauchen. Allergische Reaktionen (Heuschnupfler! Lebensmittelallergiker!) nicht ausgeschlossen.
Manche der pflanzlichen Zutaten kommen aus China, nicht aus Taiwan und können mit Schmermetallen (durch extreme Anwendung von Kunstdünger, Pestiziden) verunreinigt sein, was in seltenen Fällen zu Organversagen (Leber, Nieren) und Tod der Patienten geführt hat.
Chin. traditionelle Ärzte haben außerordentliche Diagnosefähigkeiten (besonders ältere, die tatsächlich vieles durch Berührung diagnostizieren können!), aber die Behandlungsfähigkeiten können da nicht mithalten. Vorsicht vor überzogenen Versprechungen.
Chin. trad. Ärzte behandeln auch mit Akupunktur, wird aber keinesfalls oft angewendet.
Es gibt bei allen Ärzten eine Praxisgebühr von 150 Taiwandollar. Eine Komplettbehandlung mit reichlich Medikamenten (man braucht den Reisepass) kostet ohne Kasse (darf nur bei Ausländern gemacht werden per Gesetz) 1500 oder 4000 Taiwandollar als Richtschnur (durch 40 in Euro).
Man geht hier in kleine Arztpraxen oder auch in Krankenhäuser, sogar bei Lapalien. Daher ist in Krankenhäusern damit zu rechnen, dass die Notaufnahme auch tagsüber Wochentags mit vielen, vielen Leuten verstopft ist, die dramatische Dinge wie Erkältung behandeln lassen wollen. Krankenhäuser haben ellenlange Fragebögen auf Chinesisch, die man ausfüllen muss (grins).
Operationen: Ich hatte schon mehrfach falsche Diagnosen und entsprechend vorgeschlagene sinnlose Operationen, die ich abgelehnt habe. Immer hinterfragen was der Arzt an Symptomen erkannt haben will und durch Internetrecherche oder zweite Meinung überprüfen. Bei einer allergischen Hautrötung wollte mir ein Arzt etwas wegschneiden, was laut Google walnussgroße Geschwüre hätten sein müssen. Da war aber nichts, die Haut war nur gerötet! Ich frage mich bis heute, was der Arzt hätte wegschneiden wollen, wenn ich zugestimmt hätte.
Vorsicht: Nicht alle Ärzte im Krankenhaus sind auch welche, jedenfalls im Süden Taiwans. Die Taipei Times hatte mal ermittelt, dass im Süden bewusst falsche Ärzte eingestellt worden waren, weil sie billiger sind für die Stadtkasse; natürlich war das auch hier ein Skandal.
Außerdem hat man in Taiwan schneller Falschtitel als in Deutschland, allerdings hat es auch in Deutschland schon falsche Ärzte gegeben.
Nur manche Ärzte sprechen Englisch.
Fehldiagnose "Schlechte Nieren": Mehrere westliche Medizin praktizierende Ärzte haben mich mit der Behauptung, ich hätte schlechte Nieren in Angst und Schrecken versetzt. Dies wurde erfreulicherweise jedesmal durch Test widerlegt. Aufpassen: Manche westliche Ärzte hier sind von der traditionellen chin. Medizin beeinflusst und diese erlaubt folgenden kühnen Schluss:
Lange Nase = langes Zeugungsorgan = viel Sex = schlechte Nieren
Die chin. traditionelle Medizin glaubte, dass Sex die Nieren belastet (erklärt sich durch die anatomische Anordnung Niere-Urinleiter-Penis). Diese Faustregel hat sich leider bis heute in Taiwan gehalten.
Faustregel: Man wird fast immer gut und kompetent behandelt. Man sollte jedoch kritisch überprüfen, ob man sich auf die traditionelle chinesische Medizin einlassen will oder lieber die westlichen Ärzte aufsucht. Auch bei diesen sollte man kritischer sein als in Deutschland. Nicht auf den Gott in Weiß verlassen sondern nachfragen und hinterfragen was gemacht werden soll. Taiwanesen mögen es lieber schnell als gründlich!
Ähnliche Artikel:
http://bobhonest.blogspot.com/2007/07/doctor-wu-i-need-good-shot.html
http://bobhonest.blogspot.com/2010/04/niedliche-arztpraxis.html
http://bobhonest.blogspot.com/2010/05/opium-auf-rezept.html
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Zahnärzte lehnen schon mal die Behandlung ab, wenn es nur um eine Reparatur geht und es wenig dabei zu verdienen gibt (es sei denn sie haben die Vorbehandlung selbst gemacht). Zahnersatz kostet auch hier ordentlich Zuzahlung, wohl etwas billiger als bei uns. Zweimal im Jahr kann man sich auf Kasse die Zähne überprüfen lassen. Manche wenige Zahnärzte haben unsaubere Praxen, bei denen man z.B. im Schweiß des Vorgängers auf dem Stuhl sitzt (sehr unhygienisch in den Subtropen) oder verdreckte Instrumente und Tabletts auf dem Ranklapptischchen liegen (wenn diese auch nicht für den neuen Patienten benutzt werden).
Oft hat mein kein geschlossenes Sprechzimmer, sondern mehrere Patienten werden parallel behandeln, neue Patienten rennen einfach in das Sprechzimmer rein. Wer delikate Stellen vorzeigen muss, kann mit dem Arzt hinter den Vorhang gehen. Ich schließe manchmal auch das Sprechzimmer ab, muss ja nicht halb Taiwan durch latschen wenn ich behandelt werde.
Arztpraxen sind manchmal westlich sauber und manchmal siffig, am ekeligsten war es, als ich einmal in Sandalen in einer fremden Blutlache gestanden habe. Festes Schuhwerk beim Arzt kann nicht schaden um Ansteckungen zu vermeiden!
Mit Röntgengeräten wird ordentlich umgegangen.
Die chinesich-traditionellen Ärzte sind meist an einem goldenen Männchen zu erkennen, das lebensgroß vor der Praxis steht. Chinesisch-trad. Ärzte behandeln mit Pflanzenpulvern, die meist wirksam sind, aber längere Zeit zur Wirkung brauchen. Allergische Reaktionen (Heuschnupfler! Lebensmittelallergiker!) nicht ausgeschlossen.
Manche der pflanzlichen Zutaten kommen aus China, nicht aus Taiwan und können mit Schmermetallen (durch extreme Anwendung von Kunstdünger, Pestiziden) verunreinigt sein, was in seltenen Fällen zu Organversagen (Leber, Nieren) und Tod der Patienten geführt hat.
Chin. traditionelle Ärzte haben außerordentliche Diagnosefähigkeiten (besonders ältere, die tatsächlich vieles durch Berührung diagnostizieren können!), aber die Behandlungsfähigkeiten können da nicht mithalten. Vorsicht vor überzogenen Versprechungen.
Chin. trad. Ärzte behandeln auch mit Akupunktur, wird aber keinesfalls oft angewendet.
Es gibt bei allen Ärzten eine Praxisgebühr von 150 Taiwandollar. Eine Komplettbehandlung mit reichlich Medikamenten (man braucht den Reisepass) kostet ohne Kasse (darf nur bei Ausländern gemacht werden per Gesetz) 1500 oder 4000 Taiwandollar als Richtschnur (durch 40 in Euro).
Man geht hier in kleine Arztpraxen oder auch in Krankenhäuser, sogar bei Lapalien. Daher ist in Krankenhäusern damit zu rechnen, dass die Notaufnahme auch tagsüber Wochentags mit vielen, vielen Leuten verstopft ist, die dramatische Dinge wie Erkältung behandeln lassen wollen. Krankenhäuser haben ellenlange Fragebögen auf Chinesisch, die man ausfüllen muss (grins).
Operationen: Ich hatte schon mehrfach falsche Diagnosen und entsprechend vorgeschlagene sinnlose Operationen, die ich abgelehnt habe. Immer hinterfragen was der Arzt an Symptomen erkannt haben will und durch Internetrecherche oder zweite Meinung überprüfen. Bei einer allergischen Hautrötung wollte mir ein Arzt etwas wegschneiden, was laut Google walnussgroße Geschwüre hätten sein müssen. Da war aber nichts, die Haut war nur gerötet! Ich frage mich bis heute, was der Arzt hätte wegschneiden wollen, wenn ich zugestimmt hätte.
Vorsicht: Nicht alle Ärzte im Krankenhaus sind auch welche, jedenfalls im Süden Taiwans. Die Taipei Times hatte mal ermittelt, dass im Süden bewusst falsche Ärzte eingestellt worden waren, weil sie billiger sind für die Stadtkasse; natürlich war das auch hier ein Skandal.
Außerdem hat man in Taiwan schneller Falschtitel als in Deutschland, allerdings hat es auch in Deutschland schon falsche Ärzte gegeben.
Nur manche Ärzte sprechen Englisch.
Fehldiagnose "Schlechte Nieren": Mehrere westliche Medizin praktizierende Ärzte haben mich mit der Behauptung, ich hätte schlechte Nieren in Angst und Schrecken versetzt. Dies wurde erfreulicherweise jedesmal durch Test widerlegt. Aufpassen: Manche westliche Ärzte hier sind von der traditionellen chin. Medizin beeinflusst und diese erlaubt folgenden kühnen Schluss:
Lange Nase = langes Zeugungsorgan = viel Sex = schlechte Nieren
Die chin. traditionelle Medizin glaubte, dass Sex die Nieren belastet (erklärt sich durch die anatomische Anordnung Niere-Urinleiter-Penis). Diese Faustregel hat sich leider bis heute in Taiwan gehalten.
Faustregel: Man wird fast immer gut und kompetent behandelt. Man sollte jedoch kritisch überprüfen, ob man sich auf die traditionelle chinesische Medizin einlassen will oder lieber die westlichen Ärzte aufsucht. Auch bei diesen sollte man kritischer sein als in Deutschland. Nicht auf den Gott in Weiß verlassen sondern nachfragen und hinterfragen was gemacht werden soll. Taiwanesen mögen es lieber schnell als gründlich!
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Montag, Mai 03, 2010
Opium (auf Rezept)
Erst hatte ich mich ja von meiner Frau zur "niedlichen" traditionell chinesischen Arztpraxis (LINK) schleppen lassen, um meine Erkältung (mit pfeifenden Nebenhöhlen) zu kurieren und hatte dort eine "Straße" von kleinen Papiertüten bekommen (machen die immer so) in denen ein scharfes mentholisches braunes Pülverchen steckte. Nun, es hat meine Erkältung auch gelindert, allerdings hatte Flau Doktol gleich die Idee gehabt, meine Allergie (Ausschlag und Juckreiz bei Sellerie und scharfen Gewürzen) gleich mit zu kurieren. Nun, der aufmerksame Leser kann es vielleicht schon ahnen, ein scharfes traditionell chinesisches Pflanzenpulver löst natürlich meine Allergie erst richtig aus, anstatt sie zu kurieren. Entsprechend quälten mich am Wochenende die schlimmsten allergischen Beschwerden seit langer Zeit. Gottverfluchte Urwaldmedizin***, das hat man nun davon, sich darauf einzulassen. Da ist mir doch die alte Tempelpriesterin lieber gewesen, die damals meinen allergischen Auschlag plus Infektion heilen wollte, indem sie mir einen Wok auf den Kopf aufsetzte (neuste Hutmode?) und dann plötzlich ein Hackebeil hinterm Rücken hervor holte. Das war der Punkt, an dem ich nervös wurde, aber die weise alte Dame hat mich dann doch nur mit der stumpfen Seite von dem Ding berührt. Nun, man kann sich denken, dass der Heilerfolg zwischen nicht vorhanden und absolut nichts gelegen hat.
Also ging es wegen der Erkältung hurtig zum Betriebsarzt, wo ich wie auch meine mittlerweile angesteckten Ehefrau eine Anzahl herrlich sauberer westlicher Pillen bekam und eine nette Flasche Hustensaft, Chateu de Opium, Südhang, hervorragender Jahrgang.
Typische Tüten von einem westliche Medizin praktizierenden taiwanesischen Arzt...
Neben Pillen**** ist auch eine leckere Flasche Saft dabei...
Mit Opium "Gesundheit" (Health), steht auf der Flasche. Na denn zum Wohl.Wikipedia verriet allerdings, diese Lösung sei nur ein Fünfunzwanzigstel der Stärke von Laudanum und der Kampfer solle der Sucht vorbeugen, na denn. Meine Frau und ich hatten dann ein paar Abende unsere Opiumparty streng nach Rezept, der Saft schmeckt etwa wie Jägermeister und schien auch so ähnlich zu wirken. Allzusehr vermissen tue ich ihn nicht, jetzt wo er fast alle ist, der Kampfer scheint also zu wirken.
Und die allergischen Beschwerden muss ich jetzt mit westlicher Medizin kurieren. Wenn man die Nebenwirkungen des einen Medikaments mit einem anderen kuriert, muss man nur aufpassen, das man am Schluss keinen Zykel drin hat, kleine Hausfrauenregel.
*** ich bitte das unfaire Urteil wegen des Juckreizes zu entschuldigen
**** ohne Beipackzettel. So spart man sich das Lesen der langweiligen Dinger
Und die allergischen Beschwerden muss ich jetzt mit westlicher Medizin kurieren. Wenn man die Nebenwirkungen des einen Medikaments mit einem anderen kuriert, muss man nur aufpassen, das man am Schluss keinen Zykel drin hat, kleine Hausfrauenregel.
*** ich bitte das unfaire Urteil wegen des Juckreizes zu entschuldigen
**** ohne Beipackzettel. So spart man sich das Lesen der langweiligen Dinger
Montag, April 26, 2010
Niedliche Arztpraxis
Jongli, Taiwan. Die Temperaturen sind wieder gefallen und ich habe in meinem heizungslosen Reihenhaus im Landkreis Taoyuan in Jongli eine leicht fiebrige Erkältung mit entzündeten Nasennebenhöhlen, mit denen ich niedliche Quietschgeräusche machen kann (wie Felix in der Serie Männerwirtschaft). Oscar... äh ... nein, meine Frau natürlich, bringt mich jedoch prompt zu einem traditionell chinesischem Arzt. Ärztin genau gesagt. Schon im Vorzimmer warten zwei bildhübsche junge Damen und lächeln mich an, als wäre ich ein Popstar. Eine der merkwürdigen Anherzungen, denen man als westlicher Ausländer hier stets und ständig ausgesetzt ist. Beide Sprechstundenhilfen tragen lange rosa Kittel und als sich eine von beiden umdreht, gibt es einen OHA-Effekt, weil sie auf der Rückseite unter dem rosa Kittelschleifchen einen roten Ultraminirock trägt. Vorne lang, hinten kurz, auch nicht schlecht. Da die Strumpfhose undurchsichtig-tiefschwarz ist, ergibt sich mit dem Grellrot und der rosafarbenen Schürze irgendwie so ein "Domina goes Hello Kitty"-Effekt. Auch niedlich.
Niedlich war dann auch die Mittvierziger Ärztin, die mir nach Art der traditionell chinesischen Ärzte erstmal den Puls ganz manuell abgefühlt hat und dabei eine Art vulkanische (vgl. Mr. Spock aus Star Trek) Gedankenverschmelzung durchgeführt hat. Auch das kichernd wie ein Teenager, anderseits kann es aber auch an meinen Gedanken gelegen haben. Jedenfalls konnte sie fast richtig diagnostizieren, ich hätte gestern Abend "viel Schokolade" gegessen, auch wenn es tatsächlich nur wenig Schokolade, aber dafür viele Gummibären waren. Senioren-Ärzte kriegen das hier viel präziser hin und können etwa vermelden "sie haben gerade eben ein Eis gegessen", entgegen seinen ärztlichen Rat natürlich. Habe geguckt, ob noch irgendwo was im Mundwinkel klebte, aber er hatte es wohl wirklich per Gedankenverschmelzung abgelesen.
Bei den jungen Ärzten ist das manchmal peinlich, wenn sie das nicht hinkriegen, die sind noch zu unerfahren.
"Sie haben Kopfschmerzen?"
Nein.
"Rückenschmerzen!"
Nein.
"Aber Durchfall haben Sie!"
Nein.
".... Es juckt irgendwo?"
Nein.
"Ihr Stuhl ist dünn?"
Nein, Teakholz.
"Urinverfärbung"
Nur wenn sie unbedingt wollen, aber bei dem weißen Kittel sähe das nicht gut aus.
Aber die flotte Mittvierzigerin hat diese Anfängerfehler nicht mehr gemacht, gab mir eine "Straße" braunes Pulver und prompt löste sich meine Entzündung im Nu.
Nächste Woche noch mal hin, die drei fehlen mir irgendwie.
P.S.: Oft erzeugt man hier in Taiwan als westlicher Ausländer so eine positive Überreaktion. Irgendwie niedlich.***
*** hat mir irgendjemand was ins Essen getan, dass ich in letzter Zeit hier alles niedlich finde?
Niedlich war dann auch die Mittvierziger Ärztin, die mir nach Art der traditionell chinesischen Ärzte erstmal den Puls ganz manuell abgefühlt hat und dabei eine Art vulkanische (vgl. Mr. Spock aus Star Trek) Gedankenverschmelzung durchgeführt hat. Auch das kichernd wie ein Teenager, anderseits kann es aber auch an meinen Gedanken gelegen haben. Jedenfalls konnte sie fast richtig diagnostizieren, ich hätte gestern Abend "viel Schokolade" gegessen, auch wenn es tatsächlich nur wenig Schokolade, aber dafür viele Gummibären waren. Senioren-Ärzte kriegen das hier viel präziser hin und können etwa vermelden "sie haben gerade eben ein Eis gegessen", entgegen seinen ärztlichen Rat natürlich. Habe geguckt, ob noch irgendwo was im Mundwinkel klebte, aber er hatte es wohl wirklich per Gedankenverschmelzung abgelesen.
Bei den jungen Ärzten ist das manchmal peinlich, wenn sie das nicht hinkriegen, die sind noch zu unerfahren.
"Sie haben Kopfschmerzen?"
Nein.
"Rückenschmerzen!"
Nein.
"Aber Durchfall haben Sie!"
Nein.
".... Es juckt irgendwo?"
Nein.
"Ihr Stuhl ist dünn?"
Nein, Teakholz.
"Urinverfärbung"
Nur wenn sie unbedingt wollen, aber bei dem weißen Kittel sähe das nicht gut aus.
Aber die flotte Mittvierzigerin hat diese Anfängerfehler nicht mehr gemacht, gab mir eine "Straße" braunes Pulver und prompt löste sich meine Entzündung im Nu.
Nächste Woche noch mal hin, die drei fehlen mir irgendwie.
P.S.: Oft erzeugt man hier in Taiwan als westlicher Ausländer so eine positive Überreaktion. Irgendwie niedlich.***
*** hat mir irgendjemand was ins Essen getan, dass ich in letzter Zeit hier alles niedlich finde?
Mittwoch, September 09, 2009
Taiwan's Chinesische Trad. Medizin... kommt aus China
Nun wundert es ja nicht wirklich, dass traditionelle chinesische Medizin aus China kommt, aber der Konsument im aus der chinesischen Kultur entstammenden Taiwan denkt sich halt, er würde Agrarprodukte aus Taiwan konsumieren, wenn er vom (chines. traditionellen) Arzt (hier Alternativen zu einem "westlichen Arzt") Pülverchen verschrieben bekommt.

Nicht alles aus der chinesisch traditionellen Apotheke ist auch gut. Wird das nicht anders geschrieben...?
Ich hatte schon immer befürchtet, dass die Rohstoffe der meist in den Artzpraxen zubereiteten Pflanzenpülverchen, die meist sogar ausgesprochen wirksam sind (!) aus der Volksrepublik China kommen, die für ihre katastrophalen Industriestandards und grauenhafte Lebensmittelsicherheit berüchtigt ist (vgl. die Melaninverseuchung vor kurzer Zeit und in Deutschland vor ein paar Jahren aufgetauchte toxische chin. trad. Medizin!). Die Taipei Times bestätigt es jetzt (http://www.taipeitimes.com/News/taiwan/archives/2009/09/09/2003453146), 90% der Rohstoffe kommen aus China und Taiwan hat keine Kontrollen.
Also dann rein mit Schwermetallen in Leber und Nieren...

Nicht alles aus der chinesisch traditionellen Apotheke ist auch gut. Wird das nicht anders geschrieben...?
Ich hatte schon immer befürchtet, dass die Rohstoffe der meist in den Artzpraxen zubereiteten Pflanzenpülverchen, die meist sogar ausgesprochen wirksam sind (!) aus der Volksrepublik China kommen, die für ihre katastrophalen Industriestandards und grauenhafte Lebensmittelsicherheit berüchtigt ist (vgl. die Melaninverseuchung vor kurzer Zeit und in Deutschland vor ein paar Jahren aufgetauchte toxische chin. trad. Medizin!). Die Taipei Times bestätigt es jetzt (http://www.taipeitimes.com/News/taiwan/archives/2009/09/09/2003453146), 90% der Rohstoffe kommen aus China und Taiwan hat keine Kontrollen.
Also dann rein mit Schwermetallen in Leber und Nieren...
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