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Mittwoch, Juni 06, 2007

Chinesisch Teil 1


This is only in German, please refer to other posts, which are usually bilingual or English.

Da ich wieder Chinesisch lerne, diemal mit Schule, poste ich hier nochmal (bislang nur im alten Blog) meine Notizen. Heute Teil 1.

Chinesisch lernen Teil 1

Chinesisch lernen ist sehr leicht. Ich habe schon viermal damit angefangen. Immer wieder von Vorne. Chinesische Worte sind sehr kurz, denn das Chinesische ist eine monosyllabische Sprache. Das bedeutet, dass jedes Wort nur eine Silbe hat, es sei denn man hat zusammengesetzte. Die Bedeutungsunterschiede ergeben sich durch kleinste Betonungsnuancen und hat man diese falsch, sagt man sehr lustige Sachen und der Zuhörer wälzt sich vor Lachen am Boden. Taiwanesen jedenfalls sind gnadenlos beim Auslachen von Leuten, die versuchen, ihre Sprache zu sprechen. Wenn ich einwende, dass das sehr unhöflich ist, höre ich: "wieso, dein Dialekt klingt aber sooooo komisch.". Das führt umgekehrt dazu, dass Taiwanesen, die sehr gut Englisch sprechen, es sich nicht trauen, mit mir Englisch zu sprechen. Weil sie denken ich lache sie umgekehrt auch wegen ihres Dialektes aus.
Und ich gelte ja hier ohnehin als Amerikaner, wie praktisch alle nichtschwarzafrikanischen und nichtasiatischen Ausländer. Der Term waiguoren, also Ausländer, wird auch hier praktisch nie auf Asiaten angewendet. Merke: nach chinesicher Sicht sind Korea und Indonesien kein richtiges Ausland. Jedenfalls hier im Chinesischen Taipei nicht.
Hier in Taiwan ist die Hauptstadt Taipei an der Nordspitze chinesisch, weil von TschangKaiChek, den ich jedesmal anders schreibe, und seinen Mannen eingenommen und dominiert. In Taipei spricht man Hochchinesisch, das heißt den Mandarindialekt, wie er in Peking und Nanking gesprochen wird (Nanking ist die alte Hauptstadt vor der kommunistischen Machtergreifung gewesen).
Im Rest von Taiwan spricht man Taiwanesisch, eine völlig andere Sprache, die manchmal für meine Ohren ähnlich dem Japanischen klingt. Man verwendet die chinesichen Schriftzeichen dazu, allerdings manchmal nur in lautmalerischer Weise! Der Süden von Taiwan, also alles südlich von Taipei, hat noch ein paar Ureinwohner und sonst Nachfahren von Chinesen, deren Familien schon seit Jahrhunderten hier leben und sich nicht mehr als Chinesen, sonern als Taiwanesen sehen.
Ich schweife ab. Jedenfalls will ich noch einmal Chinesisch -also Mandarin- lernen und Nutze dieses Blog, um mich ein bisschen dazu zu zwingen.
Taiwanesen sprechen übrigens immer zwei Sprachen, Mandarin und Taiwanesisch und oft noch ein bisschen Englisch dazu. Letzteres sprechen sie in der Regel nur mit anderen Asiaten, um nicht "ausgelacht" zu werden.. Manche sprechen noch Hakka, von einem nomadischen Volk vom chinesischen Festland, dass in der VR China ähnlich wie die Kurden in der Türkei, wegdefiniert worden ist.
Genug davon, zurück zu Mandarin.

Heute nur mal eine kleine Einführung. Was man so falsch machen kann, zeigt der folgende Satz: "Ich bin Ruediger" klingt auf Chinesich wie "Woa sch(e) Ruediger" mit einem ganz kurzen e, das ich daher in Klammern gesetzt habe. Spreche ich stattdessen das sch(e) -"sein"- zu scharf aus, klingt es wie "zz(e)" und heißt dann "Ich esse Ruediger" und mein Zuhörer wälzt sich vor Lachen.

Gut: das Chinesich kennt keine Grammatik, also keine Konjugationen oder Futur oder Vergangenheit. Man sagt also wörtlich "Ich essen gestern" anstatt wie im Deutschen "Ich aß gestern" oder gar "Ich habe gestern gegessen".

Machen mer ersma Schrift. Die kann man sowieso nie richtig lernen, aber als Einführung ist es interssant.

Beim Anblick dieser Zeichen, ihr habt es erraten, wälzt sich der Chinese wieder auf dem Boden vor Lachen, dann Kalligraphie ist hier fast eine Religion und es ist genau vorgeschrieben, von wo nach wo man die Zeichen malt. Aber ich habe hier einfach mal mit meinem Tablett-PC und einem Stylus auf den Bildschirm gemalt und für den Anfang muss das reichen.

Chinesische Zeichen haben sich in Jahrtausenden nur recht wenig gewandelt und leiten sich von naturalistischen kleinen Skizzen von Gegenständen ab. Leider sind sie mittlerweile oft so entstellt, dass man den Gegenstand nicht mehr erkennen kann. Bei der Auswahl hier klappt das jedoch recht gut. Jedes Symbol steht also für ein Wort, Buchstaben im dem Sinne gibt es nicht. Nur für Kinder gibt es ein kleines chinesiches Buchstabenalphabet mit 8 Lauten, wenn ich mich recht erinnere, aus denen man alle Zeichen schreiben könnte. Wäre einfach zu lernen, ist aber für Erwachsene tabu und auch kein Lehrbuch für Ausländer verwendet sie. Alle Kinder hier lernen aber erst die chinesiche Buchstabenschrift und merken sich später die Schriftzeichen dazu.
Ausländer lernen immer ein lateinisches Transkript, Pinyin, dazu später.

Bedeutungen der Zeichen:

1: der Mensch, eine simple Skizze eines Menschen
2: Feuer, ursprünglich waren die beiden oberen Flammen noch deutlicher zu sehen
3: Eingang oder Einfahrt. Zusammengesetzt aus Mensch und Gebiet.
4: Ausgang oder Ausfahrt. Pfeil heraus (nach oben) mit Gebiet
5: Mund. War früher auch mal kreisförmig.
6: Fuß. Sieht ein bisschen wie ein skelettierter Fuß aus, gell?
7: Hand. Na ja, stillisiert
8: Augen oder Auge
9: Messer. Ursprünglich war das mal eine Zeichnung eines Messers, geblieben ist eine stillisierte Klinge

Mit 10 und 11 gehen die Probleme los. Die Volksrepublik China hat sich verkürzte Zeichen (vereinfachtes Chinesich, Kurzzeichen) zugelegt, um Analphabeten das Lernen zu erleichtern. Taiwan, Hong Kong, Singapur und andere Enklaven verwenden aber noch die traditionellen Zeichen, die "Langzeichen". Meine Bücher haben immer die Kurzzeichen, mit denen ich hier nichts anfangen kann. Allerdings sind die meisten Schriftzeichen noch identisch.

Ich gebe nach Möglichkeit immer beide an, manchmal kenne ich aber nur die VR-China Zeichen.

10: Tür oder Tor (Kurz) also in VR China
11: Tür oder Tor (Lang) also in Taiwan, HK etc.

12: gehen, das war ursprünglich mal ein Männchen mit wehenden Armen, leider sehr entstellt über die Zeit

13: Verpackung (habe ich von den Recyclingtonnen gelernt).

Das war es ermstmal. Nur zum Spaß ein paar Zeichen, ich will später mal meinem Rechner richtige Schriftzeichen entlocken und an geeigneter Stelle abbilden. Wenn ich das hinkriege.

Nächste Lektion: Einführung in die lateinische Lautschrift, Pinyin und andere Krankheiten.

WEITER zum naechsten Teil (Link noch auf altes Blog, macht aber nichts)

Kommentare:

Luo2 You1 hat gesagt…

Das erinnert mich fatal an meinen eigenen Chinesisch-Kurs (2. Neuanfang ist für September geplant). Die erste Regel der chinesischen Lehrerin: Keiner darf über den anderen lachen - mit Ausnahme der Lehrerin! 2. Regel wir lernen keine "schmutzigen" Wörter! Das lief dann so: Wir sagen etwas in unserer unfertigen Aussprache und unsere Lehrerin lacht: "Ha Ha Ha, das hört sich ja so an wie ..." und schon lernten wir ein "schmutziges" Wort. In jeder Unterrichtsstunde gab es mindestens eins. Über seinen Mitschüler hätte ohnehin keiner gelacht. Wir waren voll des gegenseitigen Mitleids. Für den Nachfolgekurs gab es - trotz Werbung unserer Lehrerin - nur eine Anmeldung (von jemandem der wegen vieler beruflicher Asienreisen kaum anwesend war).

Bob Honest hat gesagt…

Wir sind nur ein Pakistani, eine Oregoneanerin und ein Niedersuchse. Mal gucken, wer sich wieder anmeldet. Ich bin der Schlechteste, ich gebe es zu.
WO ICH BIN IST VORN... dann stimmt's wieder...

yss hat gesagt…

Warum kann ich die chin. Zeichen nicht sehen (da sind nur kleine weiße Kästchen)?