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Dienstag, Februar 23, 2016

Ludigels großes Krankenkassen-Abenteuer in Taiwan

Oder: "Na dann Prostata!". Oder: Wie das Krankenkassensystem in Taiwan nun wirklich funktioniert

Die gute Nachricht ist, dass es in Taiwan eine gesetzliche Krankenversicherung gibt. Taiwaner erzählen gern, sie sei dem deutschen System der GKV nachempfunden, tatsächlich ähnelt sie jedoch sehr dem britischen National Health - System, weil es eben nur eine gesetzliche Krankenkasse gibt und nicht wie in Deutschland noch andere GKV neben der AOK wie etwa die Techniker Krankenkasse und diverse (offene) Betriebskrankenkassen. Die einzige GKV Taiwans nennt sich entsprechend NHI, also National Health Insurance und gibt eine wunderschöne grüne Smartcard mit Bild heraus und überall kann man sich ohne Zuzahlung in kleinen Arztpraxen behandeln lassen, die allerdings fast alle (abgesehen von Zahn- und Augenärzten) HNO-Ärzte sind und auf die Triefnasen der im Winter heizungslosen Taiwaner spezialisiert sind. Praxisgebühr zahlt man allerdings nach deutschem Vorbild, derzeit 150 NT pro Besuch für Erwachsene (Kinder 100 NT). Vierzig NT sind etwa ein Euro.

Fachärzte wie Urologen hat man oft nur im ambulanten System in Krankenhäusern, wovon im Folgenden die Rede ist.


Hier habe ich im Taiwanblog exklusiv für Sie, liebe Leser, das gesetzliche KV - System Taiwans getestet und gleich noch mit einer Art Privatzahlungs-System verglichen. Und mir extra trotz meiner jugendlichen knapp 50 Jahre ein schweres Prostataleiden zugelegt. Alles für das Blog, ähnlich wie Frau und ich einst ein veritables italienisches Restaurant aufgemacht haben, nur um hier im Blog über den Betrieb und die Liquidierung mit schwarzer Null berichten zu können (http://osttellerrand.blogspot.tw/2014/11/der-familienbetrieb-die-schonungslose.html). Ein Service, wie es ihn nur im einzig wahren deutschsprachigen Taiwanblog gibt und nicht bei den zahllosen Nachahmern in den letzten Jahren ;-)

Alles fing etwa im September an mit einem kleinen Nierenstein, den ich erfolgreich im Tri-Service Militärhospital (offen für alle) in Neihu, Taipei auf Krankenkasse behandeln ließ. Es gab Buscopan verschrieben, ein deutsches Mittel zum Rausflutschen kleinerer Steine und das Ding ging einfach so weg, wenn auch unter horrenden Schmerzen, bis es den Weg offenbar in die ... Blase.. gefunden hatte. Danach war fast alles wieder in Butter und die Zuzahlung im Tri-Service betrug pro Arztbesuch etwa 500 NT, also etwa 12.50 Euro.

Bei einer anschließenden Reise nach Manila, Philippinen, ging dann eine Miniversion des Problems los, eine lokale Ärztin, deren Registrar mit meinem Gastgeber verschwägert war, diagnostizierte einen vermuteten weiteren Ministein und eine leichte Niereninfektion, verschrieb deutsche Antibiotika und schon war das Problem wieder verschwunden, diesmal ohne große Schmerzen.

Zurück in Taipei trat nun das Phänomen auf, dass ich Minibeschwerden hatte, die allerdings an Heftigkeit stetig zunahmen. Um auf den Punkt zu kommen, ich musste immer öfter "klein" aus Örtchen, bis hin zu einer unerträglichen Frequenz. Die durch fehlende Heizungen in Taiwanwohnungen ausgelöste Dauererkältung schien das Problem extrem zu verschlimmern. In der Nachbarschaft fand sich eine Universalarztpraxis mit laufend wechselnden Ärzten. Dort wurde mir in der Folge eine gutartige Prostatavergrößerung diagnostiziert, wie sie alle Männer ab 40 oder 50 bekommen und wo die meisten erst ab 70 oder später Probleme mit haben. Probleme eben, wie ich sie hatte. Auch wenn meine Symptome etwas stärker waren.
Mit nur sehr wenig Zuzahlung (20 NT, 50 Cent umgerechnet) wurden mir großzügig korrekterweise Alphablocker verschrieben, die die Prostata entspannen und die Symptome damit lösen sollen. Was genau die Prostata ist kann man ergoogeln. Hier sei nur erwähnt, dass sie unter der Blase sitzt und bei alternden Herren eben den Auslass dort stören kann.

Die Wirkung war gleich Null, eher verschlimmerten sich meine Probleme und so bekam ich bald großzügig Allergietabletten und einen stärkeren Alphablocker (Doxaben XL) verschrieben. Wie ich viel später erfuhr, schlagen Allergietabletten auf eine gereizte Blase. Entsprechend verschlimmerten sich meine Symptome immer mehr, so dass mir langsam der Nachtschlaf abhanden kam. Es war mittlerweile Ende Oktober.

Alles Jammern nutzte nix, von den Ärzten in der kleinen Praxis gab es nur immer wieder die selben Medikamente. Man war dort am Ende der ärztlichen Kunst angelangt und schaltete daher auf Auto-Modus. Patient ignorieren und immer wieder das selbe Zeug verschreiben anstatt klar zu sagen, dass jetzt ein Urologe gebraucht wird.

Also wieder ins TriService zum Senior-Urologen. Fachärzte hat man fast nur im ambulanten Betrieb in Krankenhäusern und im überlaufenen TriService-Hospital muss man sich da in große Schlangen einreihen. Der ältere Herr wies fast schon wütend die (allerdings korrekte) Prostatadiagnose zurück indem er sagte, dafür sie ich viel zu jung. Erst mit 70 trete sowas auf. Damit hat er zumindest bei westlichen Herren allerdings völlig Unrecht, denn schon ab 40 treten Prostatafälle auf. Bei den gesund lebenden Taiwanern mag das allerdings anders sein, denn wenig Gewicht und wenig rotes Fleisch führen wohl zu geringerem Wachstum des verdammten Organs. Ich bekam wieder lecker Buscopan und noch was antibakterielles und manchmal half das sogar. Trotzdem hatte ich bald wieder schlimmere Symptome und merkte, wie mir der nun fast permanente Schlafentzug (mit kurzen Schlafunterbrechungen) auf die Psyche schlug. Stichwort Zombiemodus. Und es war langsam November. Also den Arzt gewechselt, allerdings immer noch im selben Hospital und jetzt gab es einen neuen Alphablocker für die Prostata (Harnalidge aka Flomax) und dazu ein Mittel, das die Muskelkontraktion der Blase stärkt. Bei Folgeuntersuchugen wurden meine theoretischen Werte besser und der Doc war zufrieden, allerdings wurde mein Wohlbefinden ob einsetzender Blasenkrämpfe nun endgültig katastrophal. Langsam begann ich zu verzweifeln, insbesondere weil der Arzt durch eine Abtastkontrolle fälschlich feststellte, ich hätte nur eine sehr wenig vergrößerte Prostata und mir nahelegte, ich würde mir fast alles nur einbilden. Meiner Frau sagte er am Telefon, ich hätte eigentlich gar nichts und würde alles dramatisieren. Tja, da schadet einem ein "jugendliches" Aussehen, wenn man mit einem Altmännerproblem zum Doc geht denke ich.

Schon im Ultrazombiemodus suchte ich nach alternativen Ursachen des Leidens, schließlich hatte der Doc ja gesagt, ich hätte so gut wie nichts an der Prostata. Einen Termin zur Klärung via Utraschall hatte er zwar angesetzt. Aber erst in etwa 8 Wochen! Ich frage mich, wie ich die Zeit bis dahin überstehen sollte. Es wurde Dezember und ich hatte morgens beim Autofahren mehrmals den gefährlichen Sekundenschlaf und laut meiner Frau glich mein Gemüt einer Mimose unter Starkstrom. Da ich meinen kleinen Sohn viel durch die Gegend getragen hatte, kam ich durch Dr.med.Google auf den Irrweg, ein Rückenleiden mit etwaigem Druck von Rückenwirbeln auf einen Nervenknoten könne die Probleme auslösen. Denn Rückenschmerzen hatte ich in der Tat. Ein im TriService konsultierter auf Nerven spezialisierter Orthopäde verschrieb zwei Tests über den Zeitraum von 3 Wochen und in der Zwischenzeit Muskelentspanner.

Auch die Blase ist ein Muskel. Und hat man ein Prostataleiden dann hat die Blase eh Probleme ihren Job zu machen. Um es kurz zu machen, ich wurde nachts wach, musste dringend auf den Topf zum Small Business, aber ..... de nada. Nix ging. Der blanke Horror! Ich landete in der Notaufnahme des TriService und kam mit einem ... Ding ... am Körper wieder nach Hause, das ich hier nicht beschreiben will. So entwürdigt habe ich mich selten gefühlt. Entnervt ließ ich mir das ... Ding ... auch ob der ausgelösten Schmerzen wieder abbauen und trat von nun an in einen totalen Medikamentenstreik. Denn alles was die diversen Ärzte mir zu diesem Zeitpunkt verschreiben hatten, wirkte nicht. So verbrachte ich die reinsten Horrorweihnachten damit, dass ich mir nun nachts alle 30 Minuten den Wecker stellte, um eine Wiederholung des Notfalls zu vermeiden. Schlimmere Nächte habe ich noch nie verbracht. Mir ging es in der Folge - langsam wurde es Januar - nun wirklich etwas besser. Offensichtlich hatten die diversen Pillen mehr geschadet als genutzt. Bestätigt wurde ich durch die finale Diagnose des Orthopäden, dass ich keinerlei Befund am Rücken hatte, abgesehen von kleineren Abberationen.

Trotzdem landete ich noch ein zweites Mal in der Notaufnahme. Der am nächsten Tag konsultiere neue Urologie (von der Notaufnahme gebucht) war extrem unfreundlich, hörte mir nicht mal zu und warf mich mehr oder minder aus dem Sprechzimmer mit der Aufforderung gefälligst meine Pillen zu nehmen. Mir ging der Blutdruck langsam auf das "Rote blutige Wand"-Level und ich forderte den Herrn auf, mir das neuerlich angelegte Gerät entgegen seines mit übermäßiger Betonung vorgetragenen Rates und demonstrativem Eintippen in sein gottverdammtes sinnloses Computerteil wieder zu entfernen und zog befreit und wütend meines Weges. Und ziemlich ratlos. Wie sollte es nun weiter gehen? Ärzte konnte mir offenkundig nicht helfen. Jedenfalls nicht die Taiwan-Kassenarzt-Variante.

Mir schwante, dass ich einen wirklich kompetenten und arbeitswilligen Arzt bräuchte, etwa einen deutschen Urologen. Nur leider war ich nicht flugfähig mit dem Leiden. Häuslich hing auch der Haussegen schief, denn meine Frau hatte auch vom zweiten Urologen telefonisch gehört, ich würde mir alles nur einbilden. Eine totale Fehleinschätzung ob zweier Notaufnahme-Besuche, wie sich auch später herausstellen sollte.

Der Gattin trug ich nun vor, dass ich eine Privatklinik brauchen würde und bereit wäre Unsummen zu zahlen, wenn ich nur einen Arzt hätte, der richtig diagnostizieren würde, die verdammte Ultraschalluntersuchung in vernünftiger Zeit ansetzen würde statt in Monaten und arbeitswillig wäre. Frau erklärte mir, Privatkliniken gebe es nicht in Taiwan oder wenn seien sie schlecht (das ist falsch) und als Kassenpatient käme ich sowieso nicht für diese Behandlungen in Frage. Sondern diese stünden nur Ausländern ohne taiwanische KV zu Verfügung.

Tatsächlich war das halbrichtig. In der Tat bot das TriService einen Premiumservice für sehr solvente Ausländer im Rahmen einer Art Medizinurlaub an, aber ausdrücklich nicht für Leute, die die taiwanische KV hatten. So wurde es Februar und ich verbrachte ein höllisches Chinesisches Neujahrsfest und experimentierte mit Teilmengen der zahlreichen Tabletten, die ich im TriService bekommen hatte. Am Ende beherzigte ich den Rat des noch einmal besuchten alten Urologen, einfach mal zwei statt eine der "Flomax" zu nehmen und zwei Wochen abzuwarten. So wurden die Symptome halbwegs erträglich, der Wecker stand nachts auf 45 Minuten statt auf 30 und manchmal auf einer Stunde und ich fühlte mich wieder wie ein Mensch. Aber ganz ging das Problem nie weg.

Frau recherchierte noch mal und fand dann die RUENTEX - Klinik im Zentrum von Taipei, die sich auf Urologie, Augenärztliches und Zahnmedizin spezialisiert hatte und sehr teuer war. Und sie akzeptierte auch Kassenpatienten! Wir lernten jetzt, dass es in Taiwan Privatkliniken gibt, die einfach sehr sehr horrende Sätze nehmen im Vergleich zu billigen Klinken wie dem TriService. Die taiwanische KV besteht in der Tat darauf, weiterhin zu zahlen. Zahlt dann aber nur den üblichen Satz und den Rest begleicht man mit der funkelnden Kreditkarte.

So saß ich in Der RUENTEX-Klinik neben einem eleganten älteren Herrn, der eine goldene Uhr mit Diamanten auf der Lünette und sogar am Armband hatte und schob schnell den Jackettärmel über meine chinesische Rolex-Hommage. Hätte ja wenigstens die Tissot anlegen können, dachte ich noch und versank dann schlaftrunken in einem Dämmerzustand, bis meine Nummer dran war. Junior (4) zog mir in der Zeit die Minikamera aus dem Jackett und fertigte unbemerkt von mir eine Serie von Portraits von mir an, die ich eher einem Berufsfotografen zugetraut hätte. Optimaler Bildauschnitt (nah ran, Kopf oben ruhig etwas wegnehmen auf dem Bild damit das Gesicht besser wirkt) und dramatischer Lichteinfall vom Fenster. Notiz: Ich muss Junior eine bessere Kamera besorgen. Die Bilder zeigen einen zerknittert wirkenden Mann am Ende seiner Kräfte. Zeigen werde ich hier sie natürlich nicht, jetzt wo ich wieder jugendlich fit bin ;-)

Um es kurz zu machen, der Privatarzt, der auch noch Chefarzt (der Urologie oder insgesamt?) des nahegelegenen (und auch sehr teuren) Chung-Shan-Hospitals war, machte auch die Tastdiagnose und stellte eine stark vergrößerte Prostata fest, die höchstwahrscheinlich einer OP bedurfte und setzte sofort für den nächsten Tag die im TriService so lange vermisste Ultraschalluntersuchung an. Am nächsten Tag fuhren Frau, Junior und ich hoch in den 10. Stock und meine Frau schaltete dort das Licht an. Kurze Zeit später kam das Ultraschallteam, das sich mir exklusiv widmete. Das Gefühl, endlich im Zentrum ärztlicher Bemühungen zu stehen und nicht mit unqualifizierten Vodoo-Diagnosen von "Einbildung" und "Nix da" abgespeist zu werden, war überwältigend!
Das Gespräch mit dem Doc fand nicht wie im TriService üblich eine Woche später statt, sondern ... drei Minuten später. Meine Prostata war stark vergrößert, drückte extrem auf die Blase und brauchte daher OP. Der Doc beantwortete alle meine Fragen geduldig und kompetent, legte gewissermaßen geometrisch dar, wieso Medikamente nur ein bisschen lindern könnten aber nie wirklich lösen könnten bei mir. Und so hatte ich den OP-Termin schon am Montag! Die OP fand in seinem Heimkrankenhaus statt. Das ist das erwähnte Chung-Shan Hospital, das laut Frau nicht nach einem "Mittelberg" (chung/zhong shan) sondern nach (dem Ehrentitel von) Dr. Sun Yat Sen benannt ist, dem Gründervater von "Taiwans" Kuomintang-Partei. Auch im ChungShan ist man einfach Kassenpatient, aber das Krankenhaus berechnet eben sehr viel höhere Sätze als das was die Kasse zuzahlt. Ich bekam dort eine Laservariante der OP, die die Kasse überhaupt nicht zahlt. Weil das weniger invasiv ist und ich am Mittwoch schon wieder raus konnte.

Derzeit habe ich noch mit den üblichen Nach-OP-Symptomen zu tun, meine Kreditkarte hat in Erwartung der Endrechnung schon ein paar Tausend Euro umgerechnet abgebucht, aber ich schlafe wieder die Nächte zumindest ein bis zwei Stunden am Stück durch und in ein paar Wochen soll es laut Doc wieder wie bei einem 20jährigen ... laufen. Tut es heute schon fast immer ;-)

Fazit: In billige Krankenhäuser wie das Tri-Service kann man im ambulanten Facharztsystem nur, wenn man den Slogan "(ich) kann warten" unterschreiben kann, mit oder ohne dem Prefix "ich bin jung und..." frei nach der alten AOL-Werbung. Dort muss man einfach viel zu lange auf notwendige Untersuchungen warten und sitzt in Endloswarteschleifen zwischen fröhlich Stinky-Tofu-essenden Leuten mit Lapalien, selbst wenn man einen Notfall hat.

Ungetestet von mir soll es mittelgute Krankenhäuser immer mit ambulantem Facharztbetrieb wie das "Tai-Da" in Taipei geben, die schneller sind.

Oder man nimmt die güldene Kreditkarte (Platin hat in Taiwan eh jeder Student) und geht ins ChungShan respektive in die Ruentex-Klinik, denn manche der ChungShan-Ärzte stehen wohl auch ob räumlicher Enge des älteren Krankenhauses nur über die Ruentex-Klinik zur Sprechstunde bereit.

Taiwan National Health Insurance? Fuck it.

Viele medizinische Details. Gibt ja auch genug anderes im Internetz zu lesen, wen das stört. Dies ist halt ein offener Report über den Zustand der GKV in Taiwan am konkreten Beispiel. 

Kommentare:

hermann hat gesagt…

Oh je, hoffe, dass es inzwischen besser geht.
Nun, obwohl viele Leute, vor allem die Taiwaner von ihrer NHI bzw. von ihren Ärzten voll überzeugt sind, habe ich unterschiedliche Erfahrungen gemacht.
Ich selbst dachte eigentlich immer, dass Diagnositizieren mit neuestem Gerät noch ganz ok ist, aber die Therepien mit 5, 8 verschiedenen Medikamenten gleichzeitig schon etwas komisch sind und nie so richtig wirken.
Anders bei Frau, die 2 neue Herzklappen im 5 Sterne-Hosiptal I-Da in Gaoxiong gekriegt hat. Eine Hongkonger Ärztin, in den USA ausgebildet, hat alles ganz gut hingekriegt, die Klappen klappern flott. Aber der Krh-Aufenthalt im 2-Betten-Zimmer war natürlich absoluter Horror: keinerlei Betreuung durch Schwestern (muss man selbst arrangieren, in unserem Fall eine teure taiwan. Pflegerin anmieten, für insgesamt 10 Tage nach der 9 Std.OP), 24-Std.-Besuchszeit (die Angehörigen kamen gerne nachts, nach der Nachtschicht, haben geraucht und Geistergeld am Fensterbrett verbrannt)und insgesamt doch sehr bedenklich. Frau wurde dann auch schnell nach Hause geschickt, und so sind wir im Nachhinein mit dem Handwerk zufrieden, die Betreuung ist aber eine Katastrophe.
Ich lasse mir nur noch sagen, was ich haben könnte, dann therapiere ich mich selbst. Bei kleineren Wehwehchen gehe ich eh zum TCM-Dok, der lässt mich nie länger als 30 Min. warten (Ausländerbonus), und kriegt meine Hautprobleme oder sauren Magen erstaunlich schnell immer wieder hin!
Dir nochmals gute Besserung!
PS: Es gibt auch günstige Versicherungen für Auslandsdeutsche, so dass man im Sommerurlaub auch mal deutsche Ärzte konsultieren kann.

"Ludigel" hat gesagt…

Kenne das vom TriService auch so, damals als Frau unseren Junior gekriegt hat. 6-Mann-Zimmer, bis spät in die Nacht Besuch und eine Geräuschkulisse, die Tote aufwecken könnte. Krankenschwestern, die höchst muffelig sind, wenn man sie ruft, weil Frau mal wieder keine Luft kriegt und natürlich keinerlei Serivce wie in D-Land. In meinem 2-Bett-Zimmer im ChungShan war alles ruhig, Besuch nur zu vernünftigen Zeiten und ein leises älteres Paar mit im Zimmer. Und arbeitsame Krankenschwestern...

Jens Finke hat gesagt…

Freut mich, das Ludigel nun endlich wieder auf'm Damm ist!

Ich habe eher positive Erfahrungen mit der GKV in TWN, speziell mit dem Veterans Hospital in Taipei. Die Zahnarztabteilung hat z.B. die Zahnklammern meiner Tochter sehr kompetent und freundlich betreut.
Einmal hatte ich im Krankenhaus eine stationäre Kleine dort OP, hat meiner Meinung nach alles gut geklappt.
Als sehr gut und günstig empfinde ich die Möglichkeit, sich auch traditionell chinesisch behandeln zu lassen. Unsere Tochter macht Leistungssport und oft kann sie dort fuer Massagen und andere Behandlungen - fuer 'nen Apfel und ein Ei - hingehen.
Fast alle Ärzte sprechen Englisch und meistens sind sie freundlich.
Ich sehe solche Vergleiche auch gerne zu anderen Asiatischen Ländern - Kann mir nicht vorstellen, das man (ausser evtl. in Japan) ein besseres System hat.

Stefan Schultze hat gesagt…

Schoen das du diese Geschichte veroeffentlich hast. Mich hatten die Aerzte hier in Taiwan voellig abgefuckt - aber richtig - bei Verschreibung von taeglich 3 mal Xanax zur Behandlung einer Muskelzerrung. Nachdem ich das ahnungslos nahm und nach 2 Monaten wegen Nichtwirkung absetzte kamen ploetzlich schreckliche Entzugserscheinungen (bei schrecklich meine ich schrecklich mit Angstzustaenden und Atemnnot - 5 Notaufnahmen) dazu. Als ich nach fast 2 Monaten Schlafentzug und in meiner Not von Doktor zu Doktor ging landete ich letzlich auf eigenen Wunsch in der Klapsmuehle wo ich einen Monat blieb bis ich nach Eigenrecherche rausfand der einzige Weg um von diesem Mittel runterzukommen war ist mit Valium (Ashton Manuals). Nach 3 Monaten und 12 Kilo Muskelverlust fing ich langsam an wieder ein Leben anzufangen. Das ist nur eine kurze Zusammenfassung und Warnung an alle seit vorsichtig mit Taiwanesischen Aerzten. Was die verschreiben hier kann (lebens)gefaehrlich sein.
P.S. Habe im Moment auch mit einem Nierenstein zu tun und versuche mit Buscopan und Flomax den loszureissen. Beim Urologenbesuch wurde sofort per Ultraschall (am selben Tag) festgestellt das die linke Niere Wasser aufgebaut hat. Am naechsten Tag wurde ein Kontrast Roentgen gemacht - was sie bei dir auch sofort haetten tun sollen. Schlimm was hier fuer Quacksalber praktizieren.

"Ludigel" hat gesagt…

Hi Stefan,

genau eine Xanax-Gernerika war bei mir auch dabei. Das hat wirklich auch "Freizeitspaßcharakte" dachte ich zunächst locker. Die Notaufnahme kam dann später und von den Entzungserscheinungen habe ich auch gelesen. Gut, dass es Dir auch wieder besser geht. In der Tat, in Taiwan IMMER mit Dr.med.Google mitdenken, sonst kann es übel enden.

Gruß,
Rüdiger