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Dienstag, November 25, 2014

Taiwans gesetzliche Krankenversicherung im Abbau

Taiwan hat wie auch Deutschland das Problem von wenig Geburten und Überalterung. Daher wird in den nächsten Jahren die gesetzliche Krankenversicherung, die bislang für wenig Geld (oft 1000 NT/25 Euro monatl.) einen fast umfassenden Rundumschutz bietet, nach einschlägigen bislang wohl nur chinesischsprachigen Meldungen massiv abgebaut.

Was hat Taiwan jetzt zu bieten? Eher mehr als in Deutschland, auch wenn der Doc vielleicht lieber weniger Medikamente mitgibt, die man in Taiwan gleich in der Praxis erhält, damit man öfter wiederkommt. Und  Praxisgebühr in Höhe von 200 NT haben sie auch schon und Zuzahlung bei Zahnersatz.

Was ist für die Zukunft geplant? Stufenweise Absenkung der Leistungen, zeitliche limitierter Aufenthalt im Krankenhaus, so dass ernsthaft kranke "Krankenhaus-Hopping" machen müssen, starke Reduzierung der Leistungen auch bei der Versorgung von Frühgeburten und viel mehr. Das kann dramatische Auswirkungen haben. Mein frühgeborener Sohn etwa hatte eine Krankenhausrechnung von 250.000 NT / 6.000 Euro oder dergleichen produziert, das kann sich nicht jeder leisten. Eigentlich. Aber durch die GKV Taiwans wurden daraus nur 200 NT Zuzahlung, das war nett. Zukünftig heißt es dann wohl: Entweder tief in die Tasche greifen oder dem Kind lieber Sterbehilfe geben. FDP-Freiheit-und-Abenteuer habe ich das früher genannt, aber weder in Deutschland noch Taiwan gibt es ja noch eine (nennenswerte) FDP mittlerweile.

Was kann man tun? Wir haben eine anfangs recht teure private Zusatzversicherung abgeschlossen, lustigereise bei der ALLIANZ Taiwan. Wir haben eine sehr teure Lebensversicherung dabei, die im Todesfall ein paar Millionen NT zahlt. Die kombinierte Krankenversicherung übernimmt die Ausfälle der GKV und zahlt sogar noch mehr, heißt es. Man kann sich übrigens in Taiwan sogar überversichern, sagt meine Frau, und dann aus mehreren Versicherungen die Leistungen kassieren. Ich mahne hier die Gattin zur nochmaligen Überprüfung, sollte jemals der Fall eintreten. Jedenfalls können wir die Lebensversicherung (die keine ERlebensvesicherung ist) nach 2 Jahren kündigen und behalten dann die billigere Krankenversicherung, die u.a. Einzelzimmer im Krankenhaus zahlt.

Bei Umzug auf die Philippinen kann meine Frau zumindest die GKV Taiwans mitnehmen, ob auch die private, ist mir noch unklar. In der Tat zahlen die taiwanische GKV auch wenn Taiwaner im Ausland leben - so unser derzeitiger Erkenntnisstand. Für den Expatgatten meiner Frau soll das auch gelten, denkt sie. "Gilt das nicht", denke ich. Aber schauen wir mal.


Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Xinde Laoshi wrote:

Sixte, alles genau wie in Schland.

Anonym hat gesagt…

... und dann haben sie ja noch weniger Geburten, tssssk

Anonym hat gesagt…

Das ist dann also eine Risikolebensversicherung, keine Kapitallebensversicherung, ganz wie die Stiftung Warentest es empfiehlt. (Um mal deutsche Begrifflichkeiten ins Spiel zu bringen.)

"Ludigel" hat gesagt…

In Thailand auch "Schmeiß Ehemann vom Balkon"-Lebensversicherung genannt ;-)

"Ludigel" hat gesagt…

Etwas gekürzt von "Xinde Laoshi":

Erst wird man vergiftet, dann muss man den Arzt selbst bezahlen.

Xinde Laoshi hat gesagt…

Eh, ich wollte sägen, datt allet wie in Dütscheland isch. Also keine Bange, Toxiwan und Gammelschland is eh dat selbe.

"Ludigel" hat gesagt…

Xinde Laoshi's Kommentar fasse ich als humoristische Antwort auf mich selbst auf und nicht als Parodie anderer Kommentare, daher freigeschaltet. Trotzdem knurrt die Kommentarfee leicht. Aber sie hat wohl auch gerade Magenschmerzen.

Xinxi hat gesagt…

Die Krankenversicherung in TW hat wohl zwei massive Probleme: 1) Bislang waren Taiwanesen mitversichert, die ihren Hauptwohnsitz im Ausland hatten. Deshalb kommen die ganzen taiwanesischen Amerikanier regelmäßig zurück und lassen sich in der "Heimat" die Zähne usw. machen. Allerdings denken diese Herrschaften nicht daran, taiwanesische Steuern und Abgaben abzuführen, was sie eigentlich tun müssten. Da die ganze Oberschicht mit Doppelpässen ausgestattet ist, haben bisher alle Regierungen da alle Augen zugedrückt. 2) Unter den abergläubischen Taiwanesen ist es immer noch üblich, irgendwelche "Stärkungsmittel" zu trinken. Und viel von diesem Zeug ist komplett illegal - und hochgiftig. Deshalb sind (im Weltvergleich) wirklich viele Leute auf Nierenspülungen und andere teure Behandlungen angewiesen. Normale Kranke sind nicht das Problem, werden aber wohl wegen der Idioten und Betrüger bluten müssen.

"Ludigel" hat gesagt…

Das mit den Auslandstaiwanern und der GKV ist halber Zwang. Sie müssen auch in der Auslandszeit die Abgaben an die GKV weiter zahlen sagt meine Frau, sonst müssten sie, wenn sie irgendwann mal nach Taiwan zurückkehren, alle "versäumten" Beiträge auf einmal zahlen, brrrr. Frau will auch ihre GKV nach Manila mitnehmen entsprechend, wenn das dann noch geht.
Oh ja, diese Stärkungstrank und -Pillengläubigkeit. Was mir meine Frau immer an Baumparasitenpilz-Tabletten und sonstigen Pülverchen kredenzt. Öliges hier, schwabbeliges dort. Muss mal wieder den Büroschrank aufräumen, der sieht langsam aus wie die Hexenküche von Gundula Gaukley. Ich nehme das alles schon lange nicht mehr ein.

Auch chin. trad. Medizin, die sie immer wieder sich und Junior einwirft, ist ja oft toxisch, weil aus der VR-China. Mit undeklarierten Medikamenten wie Cortison und mit Schwermetallen belastet. Aber gegen 5000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000 Jahre Kultur kommt man durch Reden nicht an. Ohne Schusswaffe ist da nix zu machen.