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Mittwoch, Mai 10, 2017

Die TV-Hackerbox

Ein Freund benutzt sie. Der Schlumpi. "Betrügt" er doch vielleicht mehrere Fernsehkonzerne um ihre Tantiemen.

"Ubox" von Unblock Technologies

Ein Freund hat dann also diese kleine weiße Kunstoffbox mit HDMI- und USB-Anschluss. Drauf läuft Android (das Linuxderivat). Ein HDMI-Kabel verbindet die Box mit unserem Fernseher für einen kleinen Probelauf. Die Fernbedienung der Box kann schnell auch den Fernseher steuern und sonst kann man sich mühsam entweder mit diversen kleinen Tasten oder mit einer veritabel angeschlossenen USB-Maus durch die diversen Android-Interfaces tasten. Die Hackerbox, wie ich sie nenne, geht über Ethernet oder Wireless ins Internet und findet dort alle möglichen TV-Kanäle von fast überall auf der Welt, darunter auch offensichtliche Pay-TV-Kanäle. Alles ohne zu bezahlen. Herkunftsort der kleinen Box ist China.

Läuft das Ding schon?

Schnell ist mein altes 3G-Smartphone auf Connection-Sharing geschaltet, es funktioniert also als Wireless Access Point wie ein Heim-DSL-Wireless-Router. Die Qualität ist mäßig, die Hackerbox scheint die Bildqualität stark zu reduzieren und wir haben häufige unfreiwillige Standbilder.

Ein neueres 4G-Telefon liefert jedoch bessere Qualität und mit schnellen DSL-Zugängen Marke Taipei geht es sowieso. Wir haben natürlich nur einen kurzen Test gemacht, um uns nicht strafbar zu machen mit dem Leihobjekt.

Es gibt fast alle großen TV-Kanäle von fast überall, nicht jedoch Deutschland. BBC und ITV aus GB und US-Filmkanäle in zumindest Überseeversionen, auch Disneychannel und Cartoon-Network, alles Englischsprachig, teils aus den Philippinen, aber da spricht man ja außer in den Werbespots auch Englisch. "Buy healthy orange juice for your kids na panga sasa dada" oder so hört man in den Werbepausen. Gegen die geheime PIN 1818 gibt es jede Menge Hardcore-Kanäle. Unverpixelt machen sich Japaner über Japanerinnen und kräftige Russen über zierliche Russinnen her. Alles Mainstream-Porn.

Manchmal spinnt die Box oder eher die App, die sich updaten will aber manchmal nicht kann. Bei Hitze und Dauerbetrieb bleibt die Kiste auch schon mal schwarz und geht dann manchmal einfach wieder und redet davon, das HDMI-Kabel sei angeblich wieder eingesteckt worden. Praktisch: Das Android-OS ist um zahlreiche Videoplayer erweitert und ein eingesteckter USB-Stift lässt (über Dateimanager, den man etwas umständlich über die Fernbedienung aufruft) die Wiedergabe von so ziemlich allen Videoformaten inklusive .mkv - Dateien zu. Es gibt auch eine deutsche Exportversion der vermutlich irgendwie illegalen Hackerbox.

Gesamturteil: Weltfernsehen in der taiwanischen Version ohne deutsche Kanäle, nervt aber öfter mal durch Hardware- und Softwareprobleme. Nichtsdestotrotz praktisch für die Videodateiwiedergabe auf dem Fernseher und den neugierigen Peek in das aktuelle englische oder norwegische Fernsehprogramm.

Vergessen: Auch Youtube ist als App vorinstalliert. Die chinesischen Shopping-Apps und irgendwelche weiteren Pay-Angebote ("pay and get screwed from Shenzen") ignoriert man wohl besser. Aber Youtube funktioniert gut.

Wenn wir die pöse, pöse Hackerbox benutzen würden, würde sie uns tagsüber die normalen Taiwan-TV-Sender für Frau oder Cartoon-Network und Disney-Channel für Junior liefern, zuzüglich Youtube, wo Junior bislang auf "seinem" IPad immer nach Transformer-Videos sucht. Und gelegentlich würde das Ding einen Film vom USB-Stick spielen. Mit Russen/Russinnen und Japanerinnen/Japanern und den Dingen, die die miteinander für Geld tun hätten wir dabei nichts am Hut ;-)  Und da Junior und Frau ohnehin das TV fest in ihren Händen haben, hätte norwegisches Fernsehen und selbst ITV aus England eher wenig Chancen.

Montag, Februar 24, 2014

Smartphonistisches

Wie habe ich als langjähriger Smartphoneverächter mich mit dem Ding arrangiert?
Und wie die Taiwaner? Warum erstarren sie immer öfter bewegungslos auf Straßen und Plätzen?

In zwei taiwanaffinen Blogs begegnete mir die Tage die Rolle des Smartphones in "unser aller Leben", einmal thematisiert Klaus (deutscher Journalist, der in Taipei lebt) die enorme Rolle des Smartphones im Leben der Taiwaner:  http://www.intaiwan.de/2014/02/04/smartphones-taiwan/
Subjektiv erscheint es mir jedenfalls so, als wenn das Smartphone die Taiwaner regelrecht "versklavt". Um eine hübsche junge Frau kennenzulernen, so habe ich es einmal formuliert, muss man sich in Taipei einfach irgendwo an eine Straßenecke stellen. Dann kommt eine Traumfrau um die 20 mit rotgefärbten Haaren um die Ecke, die Augen auf das Smartphone gerichtet und man hat so Gelegenheit auf ein ersten TREFFEN im Sinne einer Kollision. Kommt sie gerade von Starbucks, gibt es sicherlich noch mehr Gesprächsstoff - und ein gemeinsames Date bei der Reinigung oder dergleichen. Mir fallen auch immer wieder junge Damen auf, die wie Statuen mitten in der Kantine oder auf einem Treppenabsatz stehen und sich minutenlang nicht bewegen, perfekt in Trance mit Facebook oder was auch immer. Moderne Kunst könnte es sein, so irr kommt es mir vor, wie sie da zur Salzsäule erstarrt stehen und sich das Meer der hungrigen Kollegen um sie teilt. Oder Gruppen junger Leute, im im Restaurant mit gesenktem Kopf auf die Smartphones gucken und Teller und Tischgenossen keines Blickes würdigen.

Manchmal denke ich, in noch mal 5 Jahren haben alle die Datenbrillen auf und stehen dann glotzäugig auf den Straßen und Plätzen. Lange kann es nicht mehr dauern, schließlich sind auch die Smartphones erst ein paar Jahre alt - 2006 hatte ich mein Motorola Klapphandy bekommen - und da war es noch "in" und Smartphones kannte man nur als Blackberry, die aber nur Geschäftsleute hatten (und der Hersteller hatte offenbar keine Ahnung, was er da eigentlich gebaut hatte).



Die Datenbrillen sind dann sicher nur die Vorstufe zum Hirninplantat. Meine persönliche Technologiegrenze ist ja da, wo die User anfangen zu speicheln beim Benutzen der Technik. Wenn ich so manchen Smartphonisten sehe denke ich, wir sind da bald angelangt. Mir war das gegenwärtige Smartphone lange etwas unheimlich, das gebe ich zu, wohl auch des abschreckenden Beispiels halber, dass die Taiwaner im Umgang damit darstellen. Auch meine Frau ist dem teilweise erlegen, als sie ihr Samsung neu hatte, war es wochenlang nicht von ihrer Hand zu bekommen, was letztlich sogar zu Terminen beim Augenarzt führte. Heute nutzt sie es oft, aber nicht so extrem wie die hier beschriebenen Extremfälle - und unser Augenarzt warnt vor dem blauen Licht des Schirms, das die Retina zerstören würde.

Was mache ich nun selbst mit dem Ding? Ganz trennen vom Mobilfunk will ich mich nicht, auch wenn ich den Schritt vom Blogger Dunkelangst mit Respekt zur Kenntnis nehme (http://dunkelangst.org/2014/02/renaissance-der-armbanduhr/) und mein Android-Phone von Sony hat sich sicher seine Nische bei mir erobert. Es wartet auf den Tag, wo mein Klapphadyvertrag ausläuft, nervt mich oft mit leeren Akkus (alle 2 Tage muss ich es laden) und stellt sich immer wieder leise, wenn die Batterie nicht mehr viel Strom hat, so dass ich es selten klingeln höre. Aber das kann ja auch ein Vorteil sein. Aber zwei definitive Vorteile hat es. Es bringt mir deutsche Nachrichten per "Schöner Fernsehen"-App auf den Schirm und ....

Es eignet sich glatt als Textterminal zum Fernzugriff auf eines meiner Linuxsysteme auf dem Schreibtisch in der Firma! Das konnte mein altes Klapphandy nicht. Oder um mal eben den Router in Schwiegermutters Wohnung neu konfigurieren per Chrome-Browser.

Ein Leben ohne Smartphone? Von mir aus gerne, aber praktisch ist es schon, wenn man es, wie alles im Leben, in Maßen anwendet.

EDIT: Und es diente beim meinem Heimaturlaub in Deutschland als Bildtelefon heim zu Junior, der mit Frau in Taipei saß. Das fanden auch meine Eltern toll, die zwar Technikverächter sind aber nächstes Jahr ein Android-Tablett bekommen, um ihr Enkelkind mal sehen zu können.

EDIT2: Und macht den ganzen Tag "poing-poing-ping" wenn die Schwestern meiner Frau an einen Familienverteiler Textmessages und Toyota- und Seven-Eleven-Icons schicken. Dann wedelt das Werbemännchen der 24-Stunden-Kiosklädenkette "Seven-Eleven" mit einem "Okay"-Schild wie eben gerade. An das Dauerping muss ich mich auch erst noch gewöhnen....


Freitag, September 27, 2013

Expats kaufen besser kein Samsung

Auch wenn ich gerade aus persönlichen Gründen extrem eingespannt bin, aus bloggerischer Pflichterfüllung eine Expat-Kurznotiz. Interessiert mich nicht wirklich, aber Expats das Leben schwer zu machen, regt mich noch hinreichend auf, um ein paar Zeilen zu schreiben.


Smartphones von Samsung sind mit einer Regionalsperre versehen, ähnlich wie sie DVDs haben. Man kann also ein in Deutschland gekauftes Samsung nur in Europa mit europäischen Simkarten verwenden, es verweigert die Zusammenarbeit mit Simkarten von außereurop. Mobilfunkanbietern.
Das deutsche Samsung kann also in Taiwan zu Roaminggebühren in das japanische Netz einwählen, wird aber nicht mit einer taiwanischen Simkarte funktionieren. Da haben sich die Koreaner etwas feines ausgedacht, um Vielreisende oder Expats zu nerven. Alle Samsungs verhalten sich damit fast wie PrePaid-Handies, will sagen sie haben eine Sim-Sperre.

Mein eigenes Sony Xperia ist taiwanisch, ich verwende für Reisen die handlichen kleinen Motorola K1 Klapphandies, da betrifft mich das derzeit eh nicht. Bin jedenfalls froh, mich nicht für den Marktführer Samsung entschieden zu haben.

Der soeben von mir erdachte Anti-Expat-Preis geht an Samsung, für kleinstaatliches und kleingeistiges Denken.

http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/regionalsperre-samsung-fuehrt-bei-aktuellen-handys-sim-lock-ein-a-924758.html