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Donnerstag, April 13, 2017

Zurück nach Manila - nur besuchsweise

Abschluss einer unangenehmen Episode - unser Techtelmechtel mit den Philippinen

Alles nahm seinen Durchlauf, als sich die Schwester Nr. 2 meiner Frau (sie selbst ist Nr. 3 in der Familie) in einen Barkeeper in Taipei verliebte. Irgendein Termin mit einem Kunden im Nobelhotel Mariott muss es gewesen sein. Philippinos arbeiten viel im Ausland in der Tourismusindustrie, weil sie recht gut oder gar fast muttersprachlich Englisch sprechen. Gegen Prostest des Vaters der Schwestern wurde die Ehe mit dem Philippino geschlossen und bald lebte das Paar mit samt ihrem Sohn in Taipei.
Später kam noch ein anderer wunderlicher Ausländer zu der Familie dazu - meine Wenigkeit. Aber da lag der Vater der Familie in Taipei schon lange im fast komatösen Zustand im Bett und was er zu mir gesagt hätte, wird man nur spekulieren können. Vermutlich nichts freundliches, wenn ich an das Durch-den-Ausländer-Starren der Schwester Nr.1 und gelegentlich meiner Schwiegermutter denke.

Business in Manila. Ein Traum.

Eine Fehde der Ersten Tochter/Schwester Nr. 1 gegen meine Frau - es ging um Parkplatzrechte und unseren dicken Volvo, der damals wohl den Status der BMW-, Porsche- und Audi-Karossen von ihrem (sehr netten) Gatten zu erreichen drohte - führte zum Schulterschluss zwischen meiner Frau und der besagten Schwester Nr.2. Der mit dem Philippino-Gatten. Leider gipfelte das alles in dem Wunsch meiner Frau, mit der mittlerweile wieder in den Philippinen/Manila lebenden Familie so viele geschäftliche und private Kooperationen zu betreiben, dass ich es als "totale soziale und finanzielle Fusion" bezeichnet habe. Der unrühmliche Gipfel war das Anmieten eines Reihenhauses und der Umzug von meiner Frau und unserem Sohn nach Manila. Schräg gegenüber wohnte natürlich ihre Schwester mit ihrem Mann (deren Sohn studiert mittlerweile in Kanada). Und eben mit meiner Wohnsitzverlagerung zurück nach Deutschland.

Ausschau halten nach dem Sponsor. Auch wenn er hier nicht "Gringo stupido" heißt.


Status ist heute, dass wir wieder in Taipei leben, nachdem meine Frau nach 3 Monate ihr Manilaengagement abgebrochen hat. Wir haben nun in Manila zusammen mit der Manilafamilie meiner Frau einen Druckwaren-Kiosk, der u.a. Schilder und Aufkleber herstellt. Der ist dem Geschäft des dortigen Schwester-Nr.-2-Gatten angeschlossen und erwirtschaftet leider genau wie von mir vorab geschätzt etwa so viel wie ein gewöhnlicher (Bier-/Eis-) Kiosk in Deutschland. Und leider nicht das Vermögen, das von den taiwanischen/philippinischen Familienmitgliedern erwartet worden war. Wie sehr unsere Schätzungen auseinander gingen verblüfft mich bis heute. Nur 500 Euro monatlichen Reingewinn hielt ich für möglich, während "die anderen" von bis zu 20.000 Euro pro Monat sprachen. Ich hasse es immer Recht zu haben.

Friedhof in Manila. Reich frequentiert dank Politik und sonstiger Gewalt


Ein zwischenzeitlich eröffnetes Restaurant in Manila - wieder als Coop der Schwestern - hatte wieder unter unseren unterschiedlichen Einschätzungen zu leiden. Die Taiwaner und Philippinos in der Familie prognostizierten bis zu 5.000 oder 10.000 Euro monatlich oder etwas in der Art. Meine Prognose war "bis zu 200 Euro". Später korrigierte ich mich nach unten, nachdem meine Vorschläge zur Schaffung eines Alleinstellungsmerkmals des Unternehmens keine Chance auf Realisierung hatten, da die neue Taiwan-Philippino-Coop allein wusste, wie man die Geschäfte führt. Auch die Lücken in der Prozentrechnung der Geschäftspartner gaben Anlass zur Sorge. Es lies sich nicht vermitteln, dass beispielsweise ein Gemeinkostenzuschlag von 1,6 auf die Portionskosten keinesfalls ausreichend ist.  Faktor 2,6 käme eher hin. Ich sehe ein das Mathe schwer ist aber so hatte ich leider wieder mal recht und das Restaurant krebst irgendwo an der baldigen Pleite herum.

So ein Gesicht mache ich da auch immer.


Finanziell sehe ich das alles immer noch als Desaster an, obwohl meine Frau auf spätere hohe Renditen hofft. Und leider erfordert das dortige Engagement immer noch erhebliches monatliches Zubuttern. Ich kann nicht ausschließen, dass die ganze "Manilaconnection" doch wieder zu  meiner Rückkehr in deutsche Lande führt, wofür es auch noch andere Gründe gäbe. Gerne würde ich jedenfalls jedwedes Invest in den Philippinen auflösen. Aber nun in 2 Wochen kehren wir noch einmal zurück um dort den Haushalt von Frau und Junior aufzulösen. Auch wenn das Reihenhaus dot noch bis Jahresende gemietet ist. Ich hoffe auf den Anfang vom Ende der Manila-Connection, er wäre dringend geboten. Froh war ich schon, dass Frau und Junior dort nicht mehr leben, schließlich ist die Kriminalität gerade an Ausländern dort so exorbitant, dass man wohl als Faustregel sagen könnte: Jeder freundlich lächelnde Einheimische würde einem am liebsten mit einem rostigen Messer in einer Seitengasse den Wanst aufschlitzen. Das macht eben Armut kombiniert mit einem chaotischen mafiaartigen Staatswesen aus den Menschen. Auch die jüngste Episode von im Lande umher ziehenden Todesschwadronen gegen Drogensüchtige oder solche, die dafür gehalten werden, hat nicht gerade meinen Wunsch gestärkt, dort zu leben.

Unter 8888 herrscht Konjunktur die ganze Nacht


"Manila" und "Philippinen" und die Namen "unserer" Verwandtschaft dort sind gefährliche Reizworte für mich, das gebe ich gerne zu. Die Tage trainiere ich das freundliche Lächeln, wenn ich dort wieder auf die ja zweifellos netten Verwandten treffe.

Grundsätzlich ist es wohl immer das selbe, wenn man als Europäer oder desgleichen in exotische Länder einheiratet. Man gehört nie wirklich dazu und merkt eben, dass die Brieftasche anfängt, sich in Richtung der "Familia" aufzulösen. Taiwan schien da anders zu sein, aber leider kam durch den Schwager meiner Frau das lateinamerikanische Element des dummen Gringo und der der fröhlichen sonnengebräunten Einheimischen in mein Leben. Ein Ende hat das alles noch nicht, aber die Auflösung des Hausstandes dort geht sicher in die richtige Richtung.

Business Highstreet am Friedhof


Zu viel Info für ein Blog, aber es soll ja mal ein Buch aus dem Blog werden. Und vielleicht setze ich es bald auf "Draft", damit es nicht mehr öffentlich einsehbar ist. Lesen Sie, solange es noch frisch ist.

Was wir dann mit unserer "Permanent Residency" in Zukunft anfangen? Teuer genug war die ja auch.

Mir ist klar, der einzig vernünftige Rat wäre ein Abbruch jedweder Beziehungen. Aber mit dem da drin hängenden Junior (5) ist das alles nicht so einfach wie es klingt.

In diesem Sinne. Bis bald zum Bericht aus den .... Philippinen; der Geißel meiner Lebensmitte.

Kommentare:

Xinxi hat gesagt…

Stehst du eigentlich via LinkedIn der globalen Arbeits- und Geschäftswelt zur Verfügung? Wenn ich da sehe, wer sonst in Fernost Karriere macht, sollte für dich zumindest ein gemütlicher Regionalmanagerposten beim TÜV Rheinland East Asia oder so griffbereit sein.

"Ludigel" hat gesagt…

Hatte mich um LinkedIn nicht mehr gekümmert. Hatte geXingt zur Suche in D, wovon mich die werte Gattin nun wieder abgehalten hat. Die Lösung mit Mutter in D ist das allerdings auch nicht mit deutscher Firma hier ;-)

Anonym hat gesagt…

Möchte echt wissen, wer einem Deutschen in Taiwan einen "gemütlichen Regionalmanagerposten beim TÜV Rheinland" empfiehlt. Kennst Dich da (beim TUVR) nicht so aus, oder?
Oder schließt East Asia neuerdings auch Australien und Neuseeland mit ein? Kenne ich mich da nicht so aus.