Die Vergeblichkeit des Seins, im "Charmonix" in NeiHu, Taipei
Ein Nihilist ist jemand, der der Vergeblichkeit des Seins große Bedeutung beimisst. An der genauen Definition möchte ich mich nicht versuchen, aber ich stelle es mir so vor wie den chinesischen Denker Laozhi, der offenbar von der Vergeblichkeit der Anstrengung geredet hat und das man sich eher wie ein Blatt im Wind fügen soll. Als ob Laozhi einen Kater hätte, so etwa.
Als im Charmonix nach einem europäisch inspirierten Mehrgängemenü eine Schale Eis serviert wurde, die von weißer Schokolade mit schwarzen Äderchen durchdrungen war und dann heiße Erdbeersauce das Ganze Weiße-Schoko-Dach zum Einstürzen brachte, da musste ich an die Vergeblichkeit des Seins denken, als der Desert so zerstört und offenbar blutend vor mir lag. Besser ist es vermutlich, dass ich in meinem Leben nie einen Rohrschachtest machen musste - Sie wissen schon, den mit den Tintenkleksen.
Depression gehört natürlich zum Exaptleben fern der Heimat auch dazu und soll hier nicht verheimlicht werden. Am Besten genießt man sie mit einem langen Löffel.
Charmonix-Webseite: http://www.chamonix.com.tw/en/store.aspx
EDIT: Nachtrag zum Lokal: Nach japanischer Tapernyaki-Art wird am Tisch zubereitet auf heißer Platte, man sitzt in einer langen Reihe mit anderen Leuten vor dem Koch. Wir bestellen meist fleischiges hier, so dass sich eine europaverwandte Küche ergibt aus diversen Gängen, Vorbestellung zu empfehlen oder gar erforderlich. Meist hat man 4er-Gruppen oder größere, mir ist unklar, ob man hier auch zu Zweit kommen kann.
