Taipei ist bumm, kawumm. Kaum ein Tag in dem nicht neue Stadtviertel entstehen, die Leute neue Geschwindigkeitsrekorde in engen bürgersteiglosen Straßen mit vielen herumlaufenden kleinen Kindern aufstellen und meine Taiwanfamilie nicht neue Geschäftsideen am Posterior der Welt hat. Und nächste Woche die nächste und übernächste...
Und will Ludigel dem ganzen Mal entfliehen, weil in der Global Mall meine Frau eine Exkollegin trifft und sowieso nur auf Chinesisch wie ein Wasserfall redet und das Kino auf der Etage JURASSIC WORLD zeit und der Film gerade anfängt und noch ein paar Plätze frei sind...
... dann scheint es erst mal zu klappen. Toller Film. Meinen Sitz Reihe 9 Nr. 25 gab es zwar nicht sondern nur 24 und 26, aber immerhin konnte ich ungestört auf Nr. 26 sitzen (schon klar, Nr. 25 ist auf der anderen Seite oder im Paralleluniversum). Der Film hat noch ein paar Minuten zu laufen. Da ist diese tolle Stelle wo ein Rudel Saurier endlich mal als aus richtigen Tieren bestehend dargestellt wird statt nur als Fressmaschinen und .... der Hauptdarsteller legt den Finger an die Lippen und wird in Großaufnahme gezeigt und macht deutlich hörbar "pssssssst!" weil der große Raubsaurier in der Nähe herumschleicht. Und da macht es Zong und im gesamten Kino geht das Licht aus. Das Schild mit dem Pfeil zum Notausgang rechts neben mir gibt noch eine Sekunde ein verzweifeltes Ziepen von sich, dann geht gehen sämtliche Notbeleuchtungen auch aus. Der Kinosaal liegt in völliger Dunkelheit. Aber nur eine Sekunde lang, dann ist es ein Meer aus Smartphonebildschirmen. Meine alarmierte Frau (ich erkundige mich nach ihrem Wohlbefinden ob sie auch im Dunkeln sitzt) verhandelt sofort mit dem Kassenpersonal und ich werde per Chat herausgerufen aus dem Kino als noch alle warten, dass der Film weiter geht. Strom ist wieder da aber die Kinoleitung will den Film nicht fortführen, damit die nächste Vorstellung pünktlich anfängt. Keine Zeit zum Fertigzeigen. Recht so, wen interessiert schon das Ende vom Film. Aber alle bis auf Ludigel müssen noch warten, weil der Geschäftsführer von Kino zu Kino geht und erklärt, dass die Vorstellungen nicht fortgesetzt werden. Das würde aber noch dauern, sagen die Kassierer, weil er in jeden einzelnen Kinosaal muss. Gut, in der Wartezeit hätte man auch die Filme beenden können. Aber wir Taiwaner sind vorwärtsorientiert, haben immer eine tricky Idee alles noch schneller und hastiger zu machen, selbst wenn man lange auf die Abkürzung warten muss. Frau erstreitet Geld zurück statt Coupon. Und ich denke, so schlecht ist ein Heimkino auch nicht. Nur dass da Junior immer aus dem Wohnzimmer schreit, weil der den Anschnallgurt in seinem Elektro-VW-Modell im Wohnzimmer nicht los kriegt.
So... mal gucken wo man im Internetto das Ende vom Film findet.... Nacherzählt natürlich, wir würden ja nie illegal irgendwas downloaden, auch was. Ist ja sowieso klar: Der Saurier geht ex und hopp und Held und Love Interest und kindliche Helden überleben, wie immer.
P.S.: Wenn im Kinosaal ein Saurier die Leute jagen würde oder ein Feuer ausbräche dann wäre es auch lustig. Will man dann draußen auf den gewohnten Rolltreppen entfliehen so würde man feststellen, dass diese nach 21.30 auf Todesmodus geschaltet sind. Das heißt beide Rolltreppen führen nur noch nach oben statt nach unten/draußen und sind zur Abschreckung auf einen Affenzahn geschaltet, bei dem sich die vor dem hypothetischen Feuer Fliehenden endgültig den Hals brechen würden und sich vor den Rolltreppen niedertrampeln würden. Zur Flucht bleiben nur zwei kleine kaum zu findenden Fahrstühle (oh Schreck) oder die sehr versteckten Notausgänge. Aber so teutonisch ernst wollen wir das alles nicht bewerten..
Update: Alles Lüge, die Wahrheit über Saurier gibt es hier zu lesen (gacker): http://objectiveministries.org/creation/dinosaurs.html
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Mittwoch, Juni 24, 2015
Dienstag, November 04, 2014
Lucy (2014), der große Film über Taiwan
oder was hollywoodisiertes französisches Kino dafür hält
Als der Film "Lucy" noch gedreht wurde und sich die Filmcrew über Taiwans wilde Journalisten beschwerte, die beim Dreh in Taipei die Fahrzeuge des Filmteams mittels noch wilderer Taxifahrer verfolgten, da waren meine Erwartungen sicher niedrig genug. Nicht wegen der Taxigeschichte, sondern weil Hollywood (auch wenn es hier Frankreich in einem mit Morgan Freeman hollywoodisierten Streifen ist) nicht gerade den Ruf hat, mit Fakten besonders sorgsam umzugehen. Trotzdem hat der Film das deutsche Prädikat "besonders wertvoll" erhalten und muss also gut sein.
Was können wir, wenn wir wie viele Zuschauer das tun werden, den Film einfach mal verallgemeinern, von "Lucy" lernen? Im Wesentlichen spoilerfrei die Aufzählung, von kleineren Randfakten abgesehen. Der Spoilerteil ist unten gekennzeichnet.
Sehen Sie hier eine "koreanische Drogenproduktionsanlage mit riesiger Zentrifuge" mitten in Taipei? Dann sollten Sie sich den Film "Lucy" unbedingt ansehen!
1.) Taipei, wo der Film anfangs spielt,. ist so eine Art Antithese zum beschaulichen Leben des Urmenschen und dem Geschenk der Schöpfung, wo hektische Leute auf engstem Raum einen hektischen Alltag aus Turbofresserei und Herumrasen mit dem Moped und Toyota leben. Hier schüttelt der Taiwan-Neuling mit seinem glorifizierten Taiwanbild den Kopf und der langjährige Taiwanexpat nickt heftig. Doch mit dieser Initialeinstellung des Films ist der wertvolle lehrreiche Teil des Films auch schon vorbei.
Faktencheck: Taiwan ist natürlich auch ein gastfreundliches sicheres Land, aber OK, ein Film will ja seine Geschichte erzählen und ist nicht mit dem "Lonely Planet"-Reiseführer identisch.
2.) Taiwan ist als asiatisches Land natürlich eine Drogenexportnation, denn im Film will der Drogenboss ja mittels Englischlehrern (eine solche soll die Hauptdarstellerin sein***) Drogen aus Taiwan in den reichen Westen RAUS transportieren. Klar, asiatische Länder sind immer irgendwelche Drogenhöllen und so sicher auch Taiwan, suggeriert der Film.
Faktencheck: Taiwan hat wegen Insellage und strenger Kontrolle wenig Drogen auf dem heimischen Markt, deswegen hohe Binnenpreise. Und immer wieder werden Ausländer, häufig in finanzielle Schwierigkeiten geratene deutsche Residente in Thailand, als Drogenkuriere angeworben um über Bangkok Heroin nach Taiwan REIN und nicht etwa raus zu bringen. Taiwan ist keine Drogenexportnation sondern das Gegenteil.
3.) Taiwan hat offenbar mächtige koreanische Gangster im Lande, die hier in Taipei eine große Nummer sind und die, obwohl nur koreanisch sprechend, keine Probleme haben mit den lokalen taiwanischen Gangstern zu reden, die nur chinesisch sprechen.
Faktencheck: Taiwanische oder auch (VR-)chinesische Gangster gibt es sicherlich in Taipei, Südkorea ist ein ganz anderes Spielfeld, das mit Taiwan nichts zu tun hat. Aber vermutlich verfuhr man hier nach dem Prinzip "Asien ist Asien". Ein Wunder, dass die Koreaner nicht noch "banzai" schreien. Der Zuschauer wird es meist nicht merken, sondern sieht nur irgendeine asiatische Stadt mit irgendwelchen asiatischen Gangstern. Passt doch.
4.) Taiwans Expats sind junge Englischlehrer, wo die Frauen heiße Feger und die Kerle alles Drogenwracks mit fauligen Zähnen etc. sind.
Faktencheck: Ein Teil der Englischlehrerszene nimmt gerne weiche Drogen.
5.) Taiwans Wirtschaft kann nur kopieren. Da gibt es einen längeren Dialog zu und der Cowboyhut eines Englischlehrers wird als Beweis vorgezeigt. "Made in Taiwan".
Faktencheck: Taiwan ist ein Hochtechnologieland, das unter anderem die meisten Computer der Erde als "Ingenieurbüro" entwickelt - in Zusammenarbeit mit Ingenieuren aus den USA oder Japan und manchmal auch Deutschland, je nach Projekt. Die alte Billigindustrie Taiwans ist seit den 90ern spätestens passe und die Produktfälschungen, die in Taiwan in der Tat selbstverständlicher sind als im "Westen", sind fast immer aus der VR-China eingeschleust/importiert.
Im Folgenden wird dann unsere Drogenkurierin "Lucy" Dank der neuen Superdroge zu einer Art Superheldin und geht auf einen mäßig sehenswerten Rachefeldzug, was Standard-Hollywoodkino ist. Sowie der Film Taipei verlassen hatte, fand ich ihn etwa in Paris oder sonstwo spielend deutlich besser, weil das falsche Taiwanbild damit gnädig in den Hintergrund trat.
Spoiler-Anfang: Achtung!
Bizarre Szene: wie ein Taxifahrer von unserer Heldin grundlos erschossen wird, als er die Frage "Do you speak English?" verneint. Andererseits sind die Taxifahrer Taipeis wirklich ein Kraut für sich, so dass ich hier amüsiert gegluckst habe. Und sprechen eigentlich nie Englisch.
Bizarr: Lucy läuft mit der langstieligen Waffe in der Hand durch ein geschäftiges Krankenhaus in Taipei und keiner wundert sich drüber. Aber klar, asiatische Drogenländer haben sicher an jeder Straßenecke Waffen... ;-)
Die Droge im Film ist synthetisch.In der Tat werden in Taipei viele synthetische Drogen produziert, weil wegen strenger Kontrollen andere schlecht herein kommen. Allerdings für den Binnenmarkt. Das Geschäftsmodell des Drogenlords im Film, unter anderen französische und deutsche Expats per Bauchaufschneiden und der Drohung ihre Familie umzubringen als Drogenexporteure zu verwenden fand ich wenig zukunfsfähig: Es gibt schlichtweg zu wenige Deutsche und Franzosen hier. Und mal ehrlich gesagt, ist die Perspektive am Ende bei Ankunft in "Berlin" den Bauch aufgeschnitten zu bekommen und in der Hintergasse entsorgt zu werden von skrupellosen Drogendealern so verlockend, dass man die Drogen wirklich ins Land bringt, statt sich sofort an die Polizei zu wenden?
Spoiler-Ende
Den Film zu sehen war ein klinisch-interessantes Erlebnis für mich, so als würde man einen Film über Deutschland gucken, den der Garküchenbesitzer hier in Taipei an der Ecke gedreht hätte. Da wäre es dann lustig zu sehen, wie wir Deutschen etwa alle Englisch sprechen und ständig Cola saufen und Burger essen. Auf dem Niveau ist jedenfalls das Taiwanbild von "Lucy".
Dennoch gilt: Wer Taiwan und insbesondere Taipei nicht kennt, für den ist der Streifen einfach ein mittelmäßiger und recht unterhaltsamer Action-Scifi-Streifen. Für Taiwanresidente sicher ein bisschen eine Qual.
Ach so, habe sogar meine Wohnungsstür im Film wiedererkannt. Oder jedenfalls genau so ein dunkelrotes Blechding mit Gittern im oberen Teil und einem traditionell-chinesischen Dekoschild vorne dran gepappt. Im Film ist sie in einem finsteren Ganster-Kerker zu sehen. Ich hingegen schließe sowas jeden Morgen ab und jeden Abend auf...
Fakten-Link:
Dieses Blog dient öfter mal als Anlaufstelle für Angehörige von Drogenkurieren, die Drogen nach Taipei herein bringen sollten. Hier der letzte Link dazu, für alle, die die Realität der Drogenkuriere (ganz ohne Superheldentum) interessiert: http://osttellerrand.blogspot.tw/2013/05/deutsche-im-gefangnis-in-taiwan-2013.html oder auch hier: http://osttellerrand.blogspot.tw/2014/04/festgenommen-wegen-drogenschmuggels-was.html
Hinter diesen Aktionen soll die Hong-Kong-Mafia stecken. Aber deswegen ist der Bösewicht im Film wohl auch Koreaner. Damit der Streifen in China gezeigt werden kann...
WITZIG. Taiwanische Taxifahrer bitten Lucy um Gnade in dieser Youtube-Aktion: https://www.youtube.com/watch?v=YGsq1VENKIM
Gestern habe ich auch sogleich das erste Taxi meines Lebens gesehen, an dem ENGLISH TAXI dran stand. Der Film hat gesessen!
Resümee meines Sohnes (3) am Schluss des Films:
"Affe kaputt".
Da schließe ich mich an.
*** offenbar doch Studentin
Als der Film "Lucy" noch gedreht wurde und sich die Filmcrew über Taiwans wilde Journalisten beschwerte, die beim Dreh in Taipei die Fahrzeuge des Filmteams mittels noch wilderer Taxifahrer verfolgten, da waren meine Erwartungen sicher niedrig genug. Nicht wegen der Taxigeschichte, sondern weil Hollywood (auch wenn es hier Frankreich in einem mit Morgan Freeman hollywoodisierten Streifen ist) nicht gerade den Ruf hat, mit Fakten besonders sorgsam umzugehen. Trotzdem hat der Film das deutsche Prädikat "besonders wertvoll" erhalten und muss also gut sein.
Was können wir, wenn wir wie viele Zuschauer das tun werden, den Film einfach mal verallgemeinern, von "Lucy" lernen? Im Wesentlichen spoilerfrei die Aufzählung, von kleineren Randfakten abgesehen. Der Spoilerteil ist unten gekennzeichnet.
Sehen Sie hier eine "koreanische Drogenproduktionsanlage mit riesiger Zentrifuge" mitten in Taipei? Dann sollten Sie sich den Film "Lucy" unbedingt ansehen!
1.) Taipei, wo der Film anfangs spielt,. ist so eine Art Antithese zum beschaulichen Leben des Urmenschen und dem Geschenk der Schöpfung, wo hektische Leute auf engstem Raum einen hektischen Alltag aus Turbofresserei und Herumrasen mit dem Moped und Toyota leben. Hier schüttelt der Taiwan-Neuling mit seinem glorifizierten Taiwanbild den Kopf und der langjährige Taiwanexpat nickt heftig. Doch mit dieser Initialeinstellung des Films ist der wertvolle lehrreiche Teil des Films auch schon vorbei.
Faktencheck: Taiwan ist natürlich auch ein gastfreundliches sicheres Land, aber OK, ein Film will ja seine Geschichte erzählen und ist nicht mit dem "Lonely Planet"-Reiseführer identisch.
2.) Taiwan ist als asiatisches Land natürlich eine Drogenexportnation, denn im Film will der Drogenboss ja mittels Englischlehrern (eine solche soll die Hauptdarstellerin sein***) Drogen aus Taiwan in den reichen Westen RAUS transportieren. Klar, asiatische Länder sind immer irgendwelche Drogenhöllen und so sicher auch Taiwan, suggeriert der Film.
Faktencheck: Taiwan hat wegen Insellage und strenger Kontrolle wenig Drogen auf dem heimischen Markt, deswegen hohe Binnenpreise. Und immer wieder werden Ausländer, häufig in finanzielle Schwierigkeiten geratene deutsche Residente in Thailand, als Drogenkuriere angeworben um über Bangkok Heroin nach Taiwan REIN und nicht etwa raus zu bringen. Taiwan ist keine Drogenexportnation sondern das Gegenteil.
3.) Taiwan hat offenbar mächtige koreanische Gangster im Lande, die hier in Taipei eine große Nummer sind und die, obwohl nur koreanisch sprechend, keine Probleme haben mit den lokalen taiwanischen Gangstern zu reden, die nur chinesisch sprechen.
Faktencheck: Taiwanische oder auch (VR-)chinesische Gangster gibt es sicherlich in Taipei, Südkorea ist ein ganz anderes Spielfeld, das mit Taiwan nichts zu tun hat. Aber vermutlich verfuhr man hier nach dem Prinzip "Asien ist Asien". Ein Wunder, dass die Koreaner nicht noch "banzai" schreien. Der Zuschauer wird es meist nicht merken, sondern sieht nur irgendeine asiatische Stadt mit irgendwelchen asiatischen Gangstern. Passt doch.
4.) Taiwans Expats sind junge Englischlehrer, wo die Frauen heiße Feger und die Kerle alles Drogenwracks mit fauligen Zähnen etc. sind.
Faktencheck: Ein Teil der Englischlehrerszene nimmt gerne weiche Drogen.
5.) Taiwans Wirtschaft kann nur kopieren. Da gibt es einen längeren Dialog zu und der Cowboyhut eines Englischlehrers wird als Beweis vorgezeigt. "Made in Taiwan".
Faktencheck: Taiwan ist ein Hochtechnologieland, das unter anderem die meisten Computer der Erde als "Ingenieurbüro" entwickelt - in Zusammenarbeit mit Ingenieuren aus den USA oder Japan und manchmal auch Deutschland, je nach Projekt. Die alte Billigindustrie Taiwans ist seit den 90ern spätestens passe und die Produktfälschungen, die in Taiwan in der Tat selbstverständlicher sind als im "Westen", sind fast immer aus der VR-China eingeschleust/importiert.
Im Folgenden wird dann unsere Drogenkurierin "Lucy" Dank der neuen Superdroge zu einer Art Superheldin und geht auf einen mäßig sehenswerten Rachefeldzug, was Standard-Hollywoodkino ist. Sowie der Film Taipei verlassen hatte, fand ich ihn etwa in Paris oder sonstwo spielend deutlich besser, weil das falsche Taiwanbild damit gnädig in den Hintergrund trat.
Spoiler-Anfang: Achtung!
Bizarre Szene: wie ein Taxifahrer von unserer Heldin grundlos erschossen wird, als er die Frage "Do you speak English?" verneint. Andererseits sind die Taxifahrer Taipeis wirklich ein Kraut für sich, so dass ich hier amüsiert gegluckst habe. Und sprechen eigentlich nie Englisch.
Bizarr: Lucy läuft mit der langstieligen Waffe in der Hand durch ein geschäftiges Krankenhaus in Taipei und keiner wundert sich drüber. Aber klar, asiatische Drogenländer haben sicher an jeder Straßenecke Waffen... ;-)
Die Droge im Film ist synthetisch.In der Tat werden in Taipei viele synthetische Drogen produziert, weil wegen strenger Kontrollen andere schlecht herein kommen. Allerdings für den Binnenmarkt. Das Geschäftsmodell des Drogenlords im Film, unter anderen französische und deutsche Expats per Bauchaufschneiden und der Drohung ihre Familie umzubringen als Drogenexporteure zu verwenden fand ich wenig zukunfsfähig: Es gibt schlichtweg zu wenige Deutsche und Franzosen hier. Und mal ehrlich gesagt, ist die Perspektive am Ende bei Ankunft in "Berlin" den Bauch aufgeschnitten zu bekommen und in der Hintergasse entsorgt zu werden von skrupellosen Drogendealern so verlockend, dass man die Drogen wirklich ins Land bringt, statt sich sofort an die Polizei zu wenden?
Spoiler-Ende
Den Film zu sehen war ein klinisch-interessantes Erlebnis für mich, so als würde man einen Film über Deutschland gucken, den der Garküchenbesitzer hier in Taipei an der Ecke gedreht hätte. Da wäre es dann lustig zu sehen, wie wir Deutschen etwa alle Englisch sprechen und ständig Cola saufen und Burger essen. Auf dem Niveau ist jedenfalls das Taiwanbild von "Lucy".
Dennoch gilt: Wer Taiwan und insbesondere Taipei nicht kennt, für den ist der Streifen einfach ein mittelmäßiger und recht unterhaltsamer Action-Scifi-Streifen. Für Taiwanresidente sicher ein bisschen eine Qual.
Ach so, habe sogar meine Wohnungsstür im Film wiedererkannt. Oder jedenfalls genau so ein dunkelrotes Blechding mit Gittern im oberen Teil und einem traditionell-chinesischen Dekoschild vorne dran gepappt. Im Film ist sie in einem finsteren Ganster-Kerker zu sehen. Ich hingegen schließe sowas jeden Morgen ab und jeden Abend auf...
Fakten-Link:
Dieses Blog dient öfter mal als Anlaufstelle für Angehörige von Drogenkurieren, die Drogen nach Taipei herein bringen sollten. Hier der letzte Link dazu, für alle, die die Realität der Drogenkuriere (ganz ohne Superheldentum) interessiert: http://osttellerrand.blogspot.tw/2013/05/deutsche-im-gefangnis-in-taiwan-2013.html oder auch hier: http://osttellerrand.blogspot.tw/2014/04/festgenommen-wegen-drogenschmuggels-was.html
Hinter diesen Aktionen soll die Hong-Kong-Mafia stecken. Aber deswegen ist der Bösewicht im Film wohl auch Koreaner. Damit der Streifen in China gezeigt werden kann...
WITZIG. Taiwanische Taxifahrer bitten Lucy um Gnade in dieser Youtube-Aktion: https://www.youtube.com/watch?v=YGsq1VENKIM
Gestern habe ich auch sogleich das erste Taxi meines Lebens gesehen, an dem ENGLISH TAXI dran stand. Der Film hat gesessen!
Resümee meines Sohnes (3) am Schluss des Films:
"Affe kaputt".
Da schließe ich mich an.
*** offenbar doch Studentin
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