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Freitag, Januar 19, 2018

Zurück nach D?

Länderchaos wieder mal?

Das Hauptproblem das meine Frau und ich haben ist ein geographisches. Ich lebe seit 2004 in Taipei, aber ich hasse die Enge, den Smog, die Hektik und meine Gesundheit hängt mir hier auch immer in den Kniekehlen, wobei sich letztlich alles auf den Smog zurückführen lässt.
Meine Frau hingegen hat immer in Deutschland den "Rappel" bekommen, schwer zu ertragende nervös-genervte Zustände, die am heimischen Familientisch mit meinen Eltern zu manchem Drama geführt haben.

Kulminiert war unser Geographieproblem 2016 (korrigiert), als meine Frau kurzerhand mit unserem Sohn nach Manila auf den Philippinen zog, wo sie für kurze Zeit finanziell und sozial mit ihrer dort lebenden Schwester fusionierte und ich nach Deutschland zog. Die Trennung von Mr. und Mrs. Ludigel schien unausweichlich, auch weil ich den Traum vom Leben im Hochkriminalitätsland Philippinen mit geschäftlicher Fusion mit dem dortigen Schwester/Schwager-Pärchen nie nachvollziehen konnte.

Schon bald jedoch hatte meine Frau Manila wieder verlassen. Sie und Sohn waren wieder in Taipei. Nur die finanzielle Fusion mit den Manilesen ließ sich nicht mehr auflösen; da ist noch heute alles Geld vertäut und ich versuche das Thema mit schwarzem Humor zu nehmen.

Nun leben wir wieder in Taipei aber meine Frau erklärt nun, sogar in das ihr unwohle Deutschland ziehen zu wollen. Sollen wir also unseren Doppeleinkommensjob bei der taiwanischen Firma kündigen um in Deutschland glücklich zu werden wo ich mich auf Jobsuche begeben müsste? Die finanziellen Konstrukte meiner Frau während unserer vorübergehenden Trennung und das resultierende leere Portemonnaie machen diesen Schritt nicht gerade leichter.

Oder alles so lassen wie es ist? Meine Firma ist so großzügig mir viele Freizeiten in Deutschland zu erlauben, wo ich alle paar Monate jeweils mehr als einen Monat verbringen kann, auch um meine Mutter - die allein im Reihenhaus in Niedersachsen verblieben ist - zu unterstützen.

Was würden sie tun? Stressig erscheint mir insbesondere die Anfangsphase in Deutschland, wenn eine nervöse Frau und Junior zusammen mit meiner Mutter und mir im Reihenhaus sitzen und ich sehen muss, dass ich einen Job finde.
Besser ist es sicherlich, Vorstellungsgespräche oder die neuerdings in Mode gekommenden Assesments mit 50 Kandidaten ohne finanziellen Druck im Hinterkopf zu führen.


Kommentare:

Martin hat gesagt…

Hi Ludigel,
ihr kommt aus Großstädten und zieht alle zusammen in das Dorf Lxxxxxx und wartet bis Du einen Job hast? Klingt nicht nach einer günstigen Konstellation. Vor allem mit der Vorgeschichte.
Eher: Du kommst zurück und suchst an einem sinnvollen Ort nach einem sinnigen Job und dann nach einer Wohnung. Sinnvoller Ort wäre z.B. ein Ballungszentrum mit ausreichend asiatischen Läden. Dann kommen Frau und Kind nach. Nachkommen in der Erwartung dass ihr Euren Sohn sinnvoll fördern müsst(!) und dass Deine Frau hier nur äußerst schwer beruflich Fuß fassen wird, dass ihr die deutsche Sprache sehr schwer fallen wird und dass Heimweh wohl nicht ausbleiben wird.
Die Entfernung Ballungszentrum - Lxxxxx musst Du vernachlässigen, der Rest geht vor. Mama muss damit zufrieden sein dass Du am Wochenende vorbei kommen kannst.
Martin

Anonym hat gesagt…

Hallo Ludigel,

Deutschkenntnisse der Gattin? Taiwan/China-Community in der Umgebung vorhanden? Moechte sie dann in DE arbeiten?
Ohne Deutschkenntnisse, ohne Anschluss an Gleichsprachige und die Umstellung von Teamleitung/Management zur Hausfrau wird sicher nicht so einfach. Das muesste man gut vorbereiten.

Die Erfolgsgeschichten, die ich von so einer Konstellation kenne, laufen alle darauf hinaus, dass deutsch gepaukt und dann relativ zuegig ein Arbeitsplatz gefunden werden muss (bei einer TW-Firma in DE?).

Anonym hat gesagt…

Asien ist wenigstens nicht langweilig... Deutschland schon.
Und diese verdammte Deutsche Hundekälte im Winter, ist eh schon wieder Grippesaison.
Und die Frauen in Asien sind eh eine reine Augenweide !
Ich würde nicht zurückkommen.

Und wenn würde ich mich schon von Taiwan aus bewerben.
Nicht von Deutschland aus, von hier aus, ohne festes Arbeitsverhältnis ist es eine schwierige Situation. Man sollte immer den Eindruck erwecken das man sich kulturell verändern möchte.
Und natürlich aus familiären Gründen wegen den Eltern.Das zeugt dann ja auch wieder von Verantwortung. Wünsche auf jeden Fall ein gutes gelingen.
Viele Grüße Max

Martin hat gesagt…

...Nachtrag
Meine Frau hat eingeworfen, es wirke so dass ihr eher nicht zielgerichtet irgendwo hin wollt, sondern eher immer von irgendwo weg wollt. Also nach TW weil es die Ehefrau in DE nicht mochte, dann auf die Philippinen weil es Probleme in TW gab, dann war es auch dort nicht so dolle und deshalb von den Philippinen weg, jetzt wieder in TW nicht so dolle... also nach DE?
Stimmt das Deiner Meinung nach?
(Zumindest im Berufsleben wird von einem Jobwechsel abgeraten, wenn man einfach nur von wo weg will. Sonst landet man schnell dort wo es einem auch bald nicht gefällt.)

Viele Grüße
Martin

"Ludigel" hat gesagt…

Martin,
das ist scharf analysiert. Irgendwie hat meine Frau wohl die Tendenz immer vor irgendwas abzuhauen.
Wenn sich übersteigerte Erwartungen nicht erfüllen.
Und ich dackele fast immer hinterher.

Ich wollte in der Tat vorgehen um die Kosten gering zu halten, aber sie will dann unbedingt mit Junior sofort mit. Will kein Deutsch lernen, will nicht arbeiten. Gut, da sagt sie, ich habe ja auch nie richtig Chinesisch gelernt.

So wird das alles nichts. Ähnlich Holter Dipolter wie ihr Abgang nach Manila, der aus einer Augenleiden->HilfeIchWerdeBlind - Hysterie aus passiert ist mit enormer Mithilfe der Manilafamilie.

Seufz. Einstweilen haben wir es auf 2019 verschoben. Ich denke manchmal bis dahin macht das Unternehmen hier zu, das wohl von seinen Rücklagen zerrt und dann müssen wir wohl.

Grüße,
LudiLatlos

"Ludigel" hat gesagt…

Zehrt nicht zerrt :-)

Anonym hat gesagt…

Für mich hört sich das ganze ein bisschen nach ehelichem Machtkampf mit Drohungen an:
Er: "Wenn du nach zu deinen Verwandten nach Manila gehst, gehe ich zu meiner Mutter in Deutschland."
Sie: "Wenn wir nach Deutschland gehen, werde ich Hausfrau. Deutsch lerne ich nicht, weil du zu wenig Chinesisch gelernt hast."

Ich zweifele daran, ob man mit Machtkämpfen tragfähige Lösungen finden kann, mit denen Beide auf Dauer leben können.
Ich befürchte auch, dass Junior und seine Bedürfnisse schnell aus dem Blick geraten, wenn das so weiter geht.

Wenn deine Frau nach Deutschland kommt und hier Hausfrau ist, wird das eng mit der Rente.
Wie soll sich Junior hier einleben, wenn seine Mutter sich hier nicht wohlfühlt und einsam ist?

Ich glaube, dass erst das Eheproblem der Machtkämpfe gelöst werden muss, bevor eine für Beide tragfähige Lösung für den Lebensort gefunden werden kann.
Ich würde mich nach einer Eheberatungsstelle in Taiwan umsehen, die auf Englisch berät.
Wenn ihr es schafft, dann besser mit einander zu sprechen ist das der Weg zu eine Lösung zu finden, die besser ist als das bisherigen.

Xinxi hat gesagt…

Eine Frage meinerseits: Kannst du - oder einer deiner weltgewandten Leser - eine "Job Placement Agency" für rückkehrwillige Deutsche bzw. Deutsche hier in Taiwan empfehlen? Meine eigene Arbeitssuche gestaltet sich neben Familien-, Kinder- und Brotjob in Kaohsiung sehr zäh. Es wäre super, professionelle Unterstützung zu finden. Irgendwelche guten Fingrzeige und/oder Links?

"Ludigel" hat gesagt…

Xinxi, ich habe leider gar nichts. Ein Headhunter in D hat mir auch nur "Vorstellungsgespräche" als Assesmentcenter-Besuche kredenzt und ich habe bislang alles, egal ob selbt gefunden oder von Arbeitsamt oder Headhunter abgelehnt. In der nervigen Zeit mit Frau und Junior in Ph und ich in D fehlte mir die Lust mich auf sowas vorzubereiten. Von mir aus also Nada.

Martin hat gesagt…

"eine "Job Placement Agency" für rückkehrwillige Deutsche"...?
Von so einem Angebot habe ich noch nie gehört. Letzten Endes geht es um Bewerbungsberatung, wobei hier der Bewerber viele Jahre im Ausland gearbeitet hat. Bewerberberatung gibt es nicht so selten, vor allem schlechte. Wird ggf. sogar vom Arbeitsamt bezahlt. Habe da bislang wenig Gutes gehört. Zum selbst Lesen: unter dem Link hat es eine Unmenge Tipps eines sehr guten Beraters, da kann man quer lesen oder gleich nach "Ausland Rückkehr", "auslandsversaut" etc. suchen. Auch wenn es manchmal hart geschrieben ist, ich meine er beschreibt die Realität. Auch wenn die Seite auf Ingenieure mit Karriereambitionen zielt, nach meiner Erfahrung ist das dort beschriebene ziemlich universal.
Was eine persönliche Beratung dort kostet weiß ich nicht, aber Du könntest natürlich Fragen oder eine erfolglose Bewerbung über das Angebot "ingenieur.de" vorschlagen, vielleicht wird Dein Anliegen anonymisiert diskutiert.
Viel Erfolg
Martin

Martin hat gesagt…

Habe ich den Link vergessen?
https://www.ingenieur.de/karriere/arbeitsleben/heiko-mell/