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Montag, Juni 19, 2017

Wieder mal letzte Tage in Taipei? (Update)

Es ist ja schon ein Running Gag im Blog

Seit 2004 bin ich hier (07.02. genau gesagt) in Taiwan und ein Abschied will mir nicht gelingen. Nachdem unlängst meine Frau nach Manila gezogen war (mit Junior, 5) um dort mit dem Schwesterherz und ihrem immer fröhlichen lokalen Gatten Geschäfte zu machen, hatte ich ja (ab November) meinen Wohnsitz wieder in die niedersächsische Flachlandidylle verlegt. Ein Leben mit dem zweifelsohne netten Schwager als Commandate in allen Lebenslagen wollte mir einfach nicht passen und außerdem war mein Vater in der Zeit im hohen Alter gestorben und ich musste mich um meine 86jährige Mutter kümmern. Dem Commandante am sonnigen und fröhlichen Assturban der Welt folgen oder mich von meiner Mutter im Reihenhaus bekochen lassen - da fiel die Auswahl leicht.

Nun bin ich ja offensichtlich (seit Ende März) doch wieder in Taipei, denn Frau und ich haben gewissermaßen diesen Kompromiss ausgehandelt. Sie verzichtet auf die tropische Trauminsel Luzon im Norden der herrlichen Philippinen und ich auf die niedersächsische Flachwelt und wir treffen uns im versmogten Taipei wieder. Alles paletti soweit. Nur dass meine Mutter eben immer noch allein im Reihenhaus in Deutschland sitzt und recht schlecht zurecht kommt und auch nicht Flugfähig ist.

Nun steht der meiner Mutter versprochene Deutschlandtrip an. Sie denkt eher, ich würde für immer bleiben. Aber in Taipei hat Junior natürlich Angst, seinen Vater zu verlieren. Mir hat mein mysteriöses Taiwansyndrom nur ganze 6 gesunde Tage seit meinem Kommen im März gelassen. Sonst trieben mich jeden Tag - trotz aller Versuche mit Gymnastik und Ernährungsumstellung - diverse Symptome aus Migräne, Nackenschmerzen, Nasennebenhöhlenentzündung, Magenschmerzen, sonstigen weiter südlich gelegenen verdauungsrelevanten Problemen und sogar Schwindel um.

Auch Junior und Frau geht es hier nicht wirklich gut, die beiden haben fast jeden Tag irgendeine Erkältung und auch Frau hat manchmal Mangenprobleme und Schwindel. Irgendetwas verträgt man in Taipei vielleicht dauerhaft nicht so gut. Vgl. vielleicht die zahllosen Lebensmittelskandale oder auch die Smogluft. Es wird mir schwer fallen nach Taipei zurück zu kommen, wenn ich wieder im Reihenhaus in sauberer Luft mit richtiger Nahrung statt dem taiwanischen Flüssigplastikzeug sitze. Nur wegen Junior werde ich es wohl machen, sonst müsste ich eigentlich die rote Gesundheitskarte ziehen und die Republic of Chemie and Smog ohne mich klarkommen lassen.

Es wird wieder spannend. Der Schwager aus Manila empfiehlt natürlich als Alternative seine herrliche Heimatstadt mit Todesschwadronen und gesunder Luft, auch für meine Mutter. Eine Blei- und Stahl-Allergie habe ich aber glaube ich auch noch irgendwo im Portfolio ;-)


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